12.10.2013, 16:43
Mit einer kurzen Bewegung schüttelte Atalya den Schnee aus ihrem grauen Pelz, dem folgte ein leises Seufzen. Sie mochte den Winter nicht, und je weiter sie kamen, je höher der Schnee wurde, desto mehr wünschte sich die junge Fähe wenigstens den Frühling. Bis dahin jedoch musste sie damit leben, dass ihr Weg sie über den weißen Teppich führte... wenigstens waren sie schon ein ganzes Stück weit gekommen, die Frage blieb jedoch, wie weit das Tal der Raben noch entfernt war. Und in manch einem stillen Moment dachte Atalya zurück an ihre Heimat, an das Tal, in das sie gehörten. Wie sah es dort nun wohl aus? Ein kurzes, trockenes Schlucken. Gedanken, Fragen, die untrennbar mit Madoc verbunden waren und ihr einen Moment den Atem nahmen. Wo wären sie wohl jetzt, wenn dieser Vulkan nicht gewesen wäre? Wenn sie in ihrem Tal geblieben wären... vielleicht wäre Madoc nun noch bei ihnen... jedoch unwissend, ob ihr Vater je zurück kommen würde. Ein erneutes Seufzen, womit Atalya kurz den Kopf schüttelte, versuchte, den Kopf frei zu bekommen. Fragen, die sie sich nicht stellen brauchte. Egal, wie sie es sah, die Antwort konnte nur schmerzen.
Die Graue hatte eine Weile im Schnee gelegen, die Augen geschlossen, die Ohren dennoch aufmerksam. Jedoch hatte Unruhe sie beschlichen, und schließlich hatte sie sich erhoben, war einem Weg gefolgt, der kein klares Ziel hatte. Sie wollte nicht weiter ruhen, sie wollte immer weiter laufen, um endlich am Ziel anzukommen. Aber zum Wohle des Rudels – vor allem der Welpe – war es wohl unmöglich. So musste sie das Beste daraus machen, ließ damit den Blick schweifen. Einige Herzschläge später setzte sich die Graue wieder in Bewegung, direkt auf Averic zu, der im Schnee lag. Kurz noch blieb sie stehen, ehe sie sich mit wenigen Schritten dem Schwarzen genähert hatte. Ohne noch weiter zu zögern hob sie – neben ihm stehen bleibend – eine Pfote, stellte sie vorsichtig auf seinen Kopf und zog kurz sanft an einem seiner Ohren. Mit einem leichten Lächeln blickte sie von oben zu ihm hinab, ließ dabei die Rute durch die kalte Winterluft schwingen.
„Gewonnen.“