Isaí Caiyé
06.08.2012, 23:57

Es sind fünf Tage seit dem Ausflug zum Sumpf vergangen. Das Rudel ist erst seit kurzem wieder auf dem Rudelplatz und noch immer erschöpft von der Reise. Ein schwächeres Erdbeben liegt nur wenige Minuten zurück.

ANSCHLIESSEND AN CHIVAN UND ATALYA


Tyraleen war froh, endlich den Rudelplatz erreicht zu haben. Seit knapp einem halben Tag konnten sich nun vor allem die Welpen endlich richtig ausruhen, aber die Sorgen der Weißen konnten sich nicht legen. Hier bebte die Erde ebenso und auch wenn sonst alles normal schien, begann nun der Winter seine Klauen nach ihnen auszustrecken. Dichter Nebel hatte am morgen über dem See gelegen und hatte den Rudelplatz und Wald unwirklich und entrückt erscheinen lassen. Jetzt war er nicht mehr ganz so dicht, doch noch immer ließ er alle Wölfe seltsam fern wirken. Tyraleen wanderte alleine durch das feuchte Gras, sah die Schemen anderer Rudelmitglieder und fühlte sich doch einsam. Sie fühlte sich beinahe schwebend, aber es war keine fröhliche Leichtigkeit, die sie begleitet. Sie erreichte den See, senkte den Kopf und trank doch nicht. Aus dem klaren Wasserspiegel blickte ihr ein ungewohnt schmales Gesicht entgegen, die Augen klein und glanzlos, das Fell stumpf. Sanft und selbstvergessen fuhr sie mit der Pfote über ihr Spiegelbild, sodass nur noch Wellen übrigblieben.

Avendal lauschte in den Nebel, der sie umfloss, der bis in ihr Fell kroch, sie verschlang und zu einer schemenhaften Gestalt werden ließ. Nichts. Er dämpfte alle Geräusche und ließ einen schnell in den Irrglauben verfallen allein auf dieser Welt zu sein, doch es ängstigte die Silbrige nicht, denn sie konnte die anderen wittern und nicht weit entfernt schlief ein Welpe, welcher konnte sie nicht genau sagen, doch durch den weißen Schleier drang ein leises Winseln zu ihr hindurch. Vielleicht war es die kleine Linalee, oder Malik? Der Drang zu ihnen zu gehen wurde größer, doch sie wollte die Kleinen nicht wecken, es war gut, wenn sie schliefen. Mit einem leisen Seufzen richtete sie sich auf und setzte sich in Bewegung. Sie würde Atalya suchen, oder Caylee. Vielleicht traf sie Chivan oder Daylight unterwegs, ihr war jedenfalls nach Gesellschaft, denn obwohl sie Nebel mochte, drückte er gerade heute ziemlich auf ihr Gemüt, nach all dem was geschehen war. Wie ein Schatten bewegte sie sich an der kleinen Gruppe aus ineinander gekuschelten Wölfen vorbei, auf dem Weg zum See. Vielleicht war jemand dort...

Chivan nahm den Protest aus der Richtung der Grauen mit einem unbeeindruckten Blick zur Kenntnis. Weiter als bis zu den Läufen hatte er nicht im Wasser gestanden und so fiel auch das, was die dunkle Fähe hätte abbekommen können, ziemlich mager aus. Stattdessen richtete auch er den Blick nach vorne und blinzelte, was allerdings nur mäßig dabei half, besser zu erkennen, was dort hinten vor sich ging. Und doch reichte es, um eine Gestalt in ihrer Nähe zu erkennen, kaum hatte Atalya ihre Antwort beendet. Der Rüde spähte hinüber, schnupperte kurz und war sich dann sicher, dass es die Leitwölfin war, von der sie es eben noch gehabt hatten. Wortlos deutete er mit der Schnauze in ihre Richtung und machte Atalya auf sie aufmerksam, falls sie sie noch nicht entdeckt hatte. Ansonsten galt dies als stumme Frage, ob sie ihr nun Gesellschaft leisten wollte. Chivan spielte besorgt mit den Ohren. Die Fähe machte nach wie vor einen geknickten, ungesunden Eindruck. „Komm.“, sprach er schließlich doch leise und driftete von ihrem ursprünglichen Weg ab, bis sie nur noch wenige Wolfslängen von der hellen Fähe trennten. „Tyraleen.“ Er sprach den Gruß leise aus und drehte die Ohren leicht nach hinten.

Averic glitt auf lautlosen Pfoten durch den Nebel, sich nur von der Nase und dem Orientierungssinn leiten lassend. Recht kurzzeitig nachdem sie wieder am Rudelplatz angekommen waren, hatte der pechschwarze Rüde ihn wieder verlassen und war zum Trauerweidenhain gelaufen. Nach dem heftigen Beben hatte er dort nach dem Rechten sehen wollen, ganz abgesehen davon wusste er nicht, wie viele Gelegenheiten sich noch für ihn bieten würden, sich zu verabschieden. Auch wenn es nur zwei Pflänzchen waren, die irgendwie Acollon und Banshee symbolisierten. Seit Ansem aufgetaucht war, schwirrten seine Gedanken immer wieder unablässig zu seinem Vater, ohne dass er es verhindern konnte. Ob er ihn gekannt hatte? Bisher haderte der große Rüde noch mit sich, ihm diese Frage zu stellen. Die blassen Schemen der Bäume verschwanden wieder um ihn herum und auch der Geruch ließ annehmen, dass Averic wieder zurück am Rudelplatz war. Und so tauchte er in direkter Nähe zu einer seiner Töchter wieder aus Nebel auf. Die dunkelblauen Augen legten sich auf Avendal, die schnellen Schritte verlangsamend.

Atalya schüttelte nun selbst kurz den Pelz, mehr aus Reflex heraus. Doch schon einen Moment später machte Chivan sie auf etwas aufmerksam, was sie die Ohren leicht verdrehen ließ. Sie folgte seinem Blick, blinzelte durch den Nebel und hob die Nase ein wenig an, um zu erkennen, was dort vor ihnen am Ufer war. Noch bevor der Graue wieder ein Wort an sie gewandt hatte, setzte sie sich langsam in Bewegung, hatte sie die Gestalt im Nebel schnell als ihre Mutter erkannt. Und wie sie da stand gefiel der Grauen nicht, sodass ihre Ohren sich besorgt nach hinten neigten. Ein kurzer Blick galt Chivan, der sich nun auch langsam auf die Weiße zu bewegte, dann ruhten die hellen Augen der jungen Fähe wieder auf Tyraleen. Schnell war sie erreicht, und Atalya hielt nicht inne, machte einige schnelle Sätze, bis ihre Mutter erreicht war. Sie senkte leicht den Kopf, berührte ihre Mutter sachte an der Lefze und blickte sie dann fragend an. „Mama...?“

Tyraleen hatte weder Chivan noch Atalya bemerkt, als diese sie erreichten. Selbstvergessen war ihr Blick den sich ausbreitenden Wellen gefolgt und ihre Nase hatte die feuchte Kühle des Nebels eingeatmet. Dennoch erschrack sie nicht, als Atalya plötzlich an ihrer Seite stand und Chivan nur knapp neben ihr seinen leisen Gruß aussprach. Sofort lächelte sie leicht, ganz unabhängig von ihren Gedanken und Gefühlen. "Hallo Atalya, hallo Chivan." Sie wandte sich ruckartig vom Wasser ab, als wäre dort drinnen etwas, das ihre beiden Besucher nicht sehen sollten. "Ihr habt euch schon kennengelernt?" Ihr Blick wanderte von ihrer Tochter zu dem Rüden und blieb auf ihm liegen.

Chivan blieb in respektvollem Abstand an der Seite der hellen Fähe stehen und musterte sie. Atalya war etwas schneller gewesen und überschritt die unsichtbare Grenze, die er sich selbst vorgab, um ihre Mutter begrüßend an der Lefze zu berühren. Die Ohren des Bunten drehten sich besorgt nach hinten, als ihm auffiel, dass auch Atalya sich sichtlich Sorgen um die Leitwölfin zu machen schien. Kaum hatten sie sie erreicht, wandte sich die helle Fähe vom Wasser ab. Chivan erwiderte ihren Blick, nachdem er kurz zu Atalya gesehen hatte und nickte schließlich. „Sie war so frei, mir etwas Gesellschaft zu leisten und mir ein bisschen von den Göttern zu erzählen. Gemeinsam mit ihrer Cousine, allerdings ist diese schon vor einer Weile zurück zu den anderen.“, erklärte er und lächelte blass.

Avendal lauschte erneut, während sie mit ihrer Nase mehr wahrnahm als sie hören konnte, geschweige denn sehen und die verriet ihr, wer sich gerade in ihrer Nähe aufhielt, zumindest in unmittelbarer Nähe. „Vater...“ Ihre Stimme klang eine Spur heller als sonst, denn obwohl es nichts Besonderes sein sollte, war sie tatsächlich überrascht Averic hier anzutreffen. Er war direkt nach ihrer Ankunft wieder aufgebrochen und sie hatte ihn noch nicht zurück erwartet. „Es ist schön dich zu... sehen“ Ein Schmunzeln erklang in ihrer Stimme und sie trat näher auf den großen schwarzen Rüden zu, bis er tatsächlich in ihr direktes Sichtfeld gelangte. Mit wenigen langsamen Schritten trottete sie zu ihm, um ihn mit einer liebevollen Geste zu begrüßen. Die Nase in sein Fell vergraben, fühlte sie sich wieder sicher, sicher vor all dem was geschehen war, sogar vor dem Erdrütteln. Wenn Averic da war, konnte ihr nichts geschehen.

Atalya erwiderte Chivans Blick, den er ihr für einen Moment zuwarf, ehe sich die hellen Augen wieder auf ihre Mutter legten, welche sich nun vom Wasser abwandte und zwischen ihnen hin und her blickte. Die Graue blinzelte nur, als sie sie begrüßte, richtete die Augen dann für einen Herzschlag auf die Wasseroberfläche. Als die Frage ihrer Mutter ertönte, die nun von Chivan beantwortet wurde, ruhten die Augen Atalyas wieder auf der Weißen, die Ohren noch immer besorgt an den Hinterkopf geneigt. Im Gegensatz zu dem Rüden hinter sich brachte sie jedoch kein Lächeln zu Stande. „Wie geht es dir?“ Es ging der jungen Wölfin dabei weniger um die Folge des Erdbebens als den Zustand ihrer Mutter.

Tyraleen bemerkte durchaus, dass ihr zwei sorgenvolle Gesichter entgegenstarrten und sie hatte das dumpfe Gefühl, dass sie daran Schuld hatte. Aber gerade vor Atalya war sie gewillt, zumindest den Rest ihrer Stärke zusammenzukratzen. Deshalb blieb das Lächeln auf ihren Lefzen, die sich bei Chivans Antwort sogar zu einem Schmunzeln kräuselten. "Atalya kann dir etwas über die Götter erzählen, das du noch nicht weißt?" Sie wandte sich an ihre Tochter. "Das höre ich sehr gerne." Sie ließ sich auch von der besorgten Frage Atalyas nicht aus der Ruhe bringen. "Der Nebel beeinflusst so leicht die Stimmung seiner Bewohner ... aber es geht mir gut. Wir sind am Rudelplatz, das ist gut." Kein Umstand strafte ihre Worte Lügen.

Averic blieb schließlich ganz stehen und ließ seine Tochter zu sich aufschließen. Ein schmales Lächeln erschien auf seinen Zügen, als Avendal verkündete, dass es schön war ihn zu sehen. Jedes Mal, wenn er in letzter Zeit etwas Derartiges von seinen Kindern gehört hatte, schmeckte es so bitter. Und es zerrte an ihm, fast schon spöttisch. Er konnte auch nicht verhindern, dass ihm wieder Ansems ungläubige Bemerkung über ihn als 'sorgenden Familienvater' in den Sinn kam. Dann fühlte er sich wieder wie eine Schachfigur in einem Spiel aus kohlschwarzem Humor. Als sich Avendal an ihn schmiegte, neigte er den Kopf zu ihr und knabberte kurz sanft an ihrem jungwölfisch zerzausten Nackenfell. "Solange war ich doch gar nicht weg."

Chivan brauchte nicht lange, um zu verstehen, worum es ging. Somit hatte er schnell durchblickt, dass es angebracht war, die sorgenvolle Miene zumindest nach außen zu verbergen. Er schluckte kurz, senkte die Schnauze etwas weiter zu seinem Kragen hin. Ein dankbares und gleichzeitig zustimmendes Lächeln galt schließlich den beiden Fähen und sein Blick glitt zurück zu Atalya, die sich von den schmeichelnden Worten ihrer Mutter allerdings nicht wirklich von ihrer Sorge abbringen ließ. Besorgt erklang ihre Frage nach dem Befinden ihrer Mutter, doch Tyraleen bewahrte ihre Fassade und schaffte es sogar relativ gut, sich etwas aus der Affäre zu ziehen. Der Bunte hob kurz den Blick und ließ die Seelenspiegel über die Umgebung und den Nebel schweifen. Sie waren noch immer allein. Zu gerne hätte er der Hellen nun irgendwie beigestanden und Atalya von ihren Sorgen abgelenkt. Er wusste zwar, dass es nicht die Wahrheit war, doch es war das, was der Leitwölfin wichtig war und das würde er unterstützen. „Ein bisschen Ruhe tut uns allen gut. Und sobald wir wieder bei Kräften sind, sieht die Welt sicherlich auch schon ganz anders aus.“

Avendal gluckste leicht, als sie sich von ihrem Vater löste und ihm in die Augen sah. Es kam ihr so vor, als hätte sich etwas verändert, als würde er anders aussehen, trauriger, doch das konnte auch am Nebel liegen. Jetzt, so ohne ihren Freund den Wind fiel es ihr schwerer die anderen wahrzunehmen. „Ich weiß, aber ich habe das Gefühl, in diesen unsicheren Zeiten ist jeder Augenblick zu lange, wenn es darum geht seine Lieben nicht um sich zu haben“ Ein Lächeln trat auf ihre Lefzen und ein warmes Funkeln trat in ihre Augen. Es tat gut mal wieder mit ihm allein zu sprechen und sei es auch nur über kleine Dinge...

Atalya betrachtete skeptisch ihre Mutter, als diese ihren Stolz aussprach, dass Atalya dem Grauen etwas über die Götter erzählt hatte, was er noch nicht wußte. Wobei man das nicht so nennen konnte, wie sie fand. Sie hatten ihr Wissen ausgetauscht, dennoch erwiderte sie das etwas schräge Lächeln ihrer Mutter nun. Chivan widersprach nicht, und so beließ es auch die graue Jungwölfin dabei. Nun galt ihre Aufmerksamkeit ihrer Mutter, und Atalya neigte nur leicht den Kopf zur Seite, als die Weiße antwortete. Der Nebel. Ein tonloses Seufzen verließ den Fang der Grauen, dann wandte sie den Blick zu Chivan herum, der die Worte ihrer Mutter mit seinen untermalte. Einige Momente ruhten die hellen Augen auf dem Rüden, ein kurzes, irgendwie dankbares Nicken galt ihm, ehe er ihre Mutter erneut sachte mit der Nase anstubste. Nun schwang ihre Rute einen Moment durch die neblige Luft. „Chivan hat mir gezeigt, wie man Erdbeben vorhersieht.“ Sie hatte nun mit eigenen Augen gesehen, dass es ihrer Mutter nicht unbedingt gut ging, aber weiter darauf einzugehen würde sie vielleicht nur unglücklicher machen, also lenkte die junge Fähe das Thema einfach um.

Averic war kein Wolf mehr wie früher, dem es schwer viel seine Empfindungen unter Verschluss zu halten. Dennoch verspürte er das Bedürfnis dem Augenkontakt mit seiner Tochter auszuweichen. Er fühlte sich schlecht, wenn er sie so sprechen hörte. Es war wie ein Biss ins Gesicht, wenn auch natürlich nicht von ihr beabsichtigt. Sie wusste schließlich nicht, was er wusste. Denn aus dem Augenblick, der ihr jetzt schon zu lang war, würde bald eine Ewigkeit werden. Schließlich wandte Averic den Blick wieder nach vorne, ebenso wieder eine Pfote voransetzend, aber mit einer einladenden Geste zu Avendal ihn zu begleiten. Er wusste nicht so recht, was er auf ihren Satz erwidern sollte. "Da magst du Recht haben.", meinte er also schlicht, während er die Richtung zum See ansteuerte.

Avendal schnippte mit den Ohren, als seine Worte zu ihr durchdrangen und obwohl ihr Lächeln nicht erstarb, veränderte es sich. Etwas Trauriges lag für einen Augenblick darin, ehe sie den Nebel erneut aus dem Pelz schüttelte und Anstalten machte ihm zu folgen. Es war nur ein Gefühl, ähnlich dem wie sie es bei Chivangehabt hatte, als sie sich in der Dämmerung unterhalten hatten. Etwas Schicksalhaftes lag in der Luft und ihre Nase begann wieder zu kribbeln, so dass sie mit der rosa Zunge rasch darüber fuhr. Was es auch war, er konnte warten. Mit einem leichten Schwenk in ihrem Weg trat sie neben ihren großen Vater und folgte ihm in Richtung des Sees, wobei sie sich dicht an seiner Seite hielt. „Wo bist du gewesen?“ Alles Fragen, die ihr der abwesende Windfreund hätte beantworten können, doch sie würde auf ihn warten müssen...

Averic lief ruhigen Schrittes auf den See zu, den er irgendwo vor sich vermutete. Noch konnte er ihn im Nebel nicht erkennen. Aber dass er nicht viel sehen konnte störte Averic nicht großartig. Seit je her war seine Sehfähigkeit in einem gewissen Maße eingeschränkt und ihm war eine eintönige Umgebung fast noch am liebsten. Wobei das für ihn gänzlich anderes bedeutete, als für jene Wölfe, die Farben sahen. Für ihn war alles grau, da gab es also keinen Unterschied. Wirres Gestrüpp im Wald war in seinem Blickfeld also unangenehmer, störender als eine ruhige Wiesenfläche. Und das Weiß um ihn herum erinnerte ihn an die Berge. "Ich war beim Trauerweidenhain, um nachzusehen, ob das Beben dort Schaden angerichtet hat.", antwortete er während seine Fellspitzen beim Laufen hin und wieder die seiner Tochter berührten, weil sie so dicht nebeneinander her liefen.

Tyraleen war Chivan dankbar, dass er verstand oder einsah oder einfach nachgab und die besorgte Miene fallenließ, um es ihr nicht noch schwerer zu machen. Ob er an seine Worte glaubte, oder sie einfach zu ihrer Unterstützung vorbrachte, konnte Tyraleen nicht sagen - vielleicht umspielte ihn das Licht Engayas auch weil er hoffte. "Genau. Hast du überhaupt schon geschlafen?", damit wurde ihr Blick etwas besorgt, während sie ihre Tochter musterte. Sie war zwar fast erwachsen, aber auch an ihr würde eine eilige Wanderung von fünf Tagen nicht spurlos vorbeigehen. Sie ging aber auch bereitwillig auf Atalyas Worte ein, würden sie doch genauso ablenken. "Wie kann man denn Erdbeben voraussehen?"

Avendal musste kaum merklich größere Schritte machen, um mit ihrem Vater mitzuhalten, der sie trotz ihrer beachtlichen Größe noch immer locker überragte und lauschte seinen Worten, während sie ihm zum See folgte, oder es zumindest glaubte. „Ist dort alles in Ordnung?“ Sie hoffte es. Sie mochte diesen Ort und es täte ihr Leid, hätte das Erdrütteln etwas an ihm verändert oder ihn gar zerstört. Es reichte schon, dass ihr der Kopf nach zwei Tagen noch immer leicht gebrummt hatte und einige Wölfe hier und da mit einem Kratzer versehen wurden. Seufzend schüttelte sie ihren Schädel leicht, doch er schmerzte nicht mehr. Sie wusste insgeheim irgendwie, dass sie alle wohl gerade so heil davon gekommen waren und dass sie dankbar sein sollten, doch sie wagte nicht daran zu denken, was alles hätte passieren können.

Chivan bemerkte, wie es der hellen Fähe mit einem Mal einfacher zu fallen schien, die Fassade zu erhalten - wenn es denn eine Fassade war. Doch der Bunte wollte nicht recht glauben, dass die Müdigkeit und der Nebel das einzige waren, was ihr zusetzte. Er hatte sie gesehen, als er zum Rudel gestoßen war, am Morgen danach und all das ließ ihn weiter vermuten, dass es mehr war, auch, wenn er nie gewagt hätte, danach zu fragen. So blieb ihm ohnehin nichts anderes übrig, als sie so zu unterstützen, wie es ihm möglich war und zu hoffen, dass es von alleine besser wurde. Ein warmes Lächeln umspielte seine Lefzen bei dem Bild der Mutter mit ihrer Tochter und seine Seelenspiegel huschten für den Augenblick zu Atalya zurück - ganz so, als wolle er sie ein weiteres Mal darauf aufmerksam machen, dass eine Mutter sich stets um ihren Nachwuchs sorgte, auch, wenn er bereits auf eigenen Läufen stand. Und auch sie schien zu verstehen und lenkte das Thema schließlich geschickt in eine andere Richtung, was für den Moment nur gut war. Die Lauscher des großen Rüden drehten sich nach vorne, während er sich auf den Hinterläufen niederließ und begann, die Frage der Hellen zu beantworten. „Es ist mehr ein Sehen ohne die Seelenspiegel zu benutzen. Sie muss sich bloß auf sich selbst konzentrieren und ihr Instinkt wird lauter und deutlicher sprechen denn je. Und unser Instinkt warnt uns auch vor den Beben, wenn wir nur genau genug hinhören und uns nicht auf das verlassen, was wir mit den Augen sehen - sondern auf das, was wir mit der Seele sehen. Atalya hatte den Bogen ziemlich schnell raus. Sie ist ziemlich talentiert.“

Averic Hin und wieder spürte er noch einen leichten Schmerz und ein Puckern und der Schnitt war auch immer noch gut zu sehen, aber sonst war auch Averic durchaus glimpflich davon gekommen, was das Erdbeben anging. Sie hatten alle unglaubliches Glück gehabt, wenn man bedachte, wie verwüstet der Sumpf nach dem Beben ausgesehen hatte. Das kein Wolf erschlagen worden war, grenzte an ein Wunder. Und genau so wundersamer Weise, war auch der Hain verschont worden. "Ja. Ich konnte glücklicher Weise keine Schäden dort ausmachen." In gewisser Weise überraschte ihn das nicht, trotzdem erleichterte es ihn Gewissheit zu haben. Derweil konnte man die zarten Schemen des Ufers ausmachen und auch die Sillhouetten von drei weiteren Wölfen sehen. Averic wusste auch ohne es genau erkennen zu können, wer dort stand.

Chivan, Atalya und Tyraleen redeten noch kurz über das Vorausspüren von Erdbeben, dann beschloss die Leitwölfin, ihre deutlich erschöpfte Tochter zum Schlafengehen zu überreden. Die Graue ließ sich nicht lange drängen, drückte sich noch einmal an ihre Mutter, lächelte Chivan zu und verschwand dann im Nebel.

Tyraleen sah ihrer Tochter eine Zeit lang nach, spürte die eigene Müdigkeit und wandte sie dennoch Chivan zu, mit dem sie nun alleine am See stand. "Danke." Es erübrigte sich zu erklären, für was sie ihm dankte. Ein leichtes Lächeln umspielte noch immer ihre Lefzen, ohne zu verraten, ob es nur ein Überbleibsel von eben war.

Avendal seufzte erneut, diesmal jedoch deutlich erleichtert über die erfreuliche Nachricht. „Das ist schön, ich hätte es nicht ertragen, wenn er zu Schaden gekommen wäre“ Genauso wie sie es nicht ertragen hätte einen ihrer Liebsten zu verlieren, so wie Tyraleen oder Atalya... sie konnte sie praktisch vor sich sehen, als würden sich ihre Schemen vor der jungen Fähe aus dem Schatten schälen... sie hielt einen Augenblick inne. Doch, das war ihre Mutter, oder? Aber das war nicht Atalya an ihrer Seite, viel zu groß und wuchtig schien die Gestalt, als das es ihre Schwester hätte sein können und doch konnte sie sie wittern. Vielleicht war sie vor kurzem hier gewesen? Kurz warf sie ihrem vater einen Seitenblick zu und steuerte auf die zwei Wölfe zu, jedoch eher verhalten, um ihm schließlich die Wahl zu überlassen, ob sie sich zu ihnen gesellen würden oder nicht. Er schien verschlossen heute, sie konnte nicht aus seiner Stimme oder seinem lesen, was ihn beschäftigte und das machte sie nervös, so dass sie ihm lieber die Leitung ließ...

Chivan verabschiedete die junge Freundin mit einem freundlichen Lächeln und einem Blick, der ihr bedeuten sollte, dass er sein bestes geben würde, um der hellen Wölfin beizustehen. Er wollte die junge Wölfin von ihren Sorgen erlösen, immerhin hatten sie genug um die Ohren und besonders die jüngeren Mitglieder des Rudels schienen zunehmend von den Beben verunsichert - Angesteckt durch die Unsicherheit ihrer Vorbilder, der erfahreneren Wölfe. Der Blick des Rüden folgte der Gestalt Ataylas, bis sie vollends vom Herbstnebel verschluckt worden war. Und kaum hatte er den Kopf wieder zurück zu Tyraleen gewandt, sprach sie auch schon ein leises ,Danke'. Die Miene des Bunten wurde ernster, nun, wo die Tochter der Fähe fort war, und doch lag noch ein schmales, wenn auch besorgtes Lächeln auf seinen Lefzen. „Sie macht sich Sorgen um dich.“ Das war sicherlich nichts, was neu für sie war.

Tyraleen hatte den Blick wieder zum See gewandt, sodass sie die ernster werdende Miene Chivans nicht sehen konnte. Sie wusste nur zu gut, wie er sie jetzt ansah, auch wenn sie ihn erst seit wenigen Tagen kannte. "Hat sie dir das gesagt?" Ihre Augen erfassten erneut ihr Spiegelbild.

Chivan störte sich nicht daran, dass Tyraleen seinen Blick offenbar auswich. Nur einen Sekundenbruchteil huschten auch seine Seelenspiegel über den See, ehe er die Leitwölfin wieder ruhig anblickte. „Nein. Ich kenne sie nicht gut genug, um das zu sagen, aber ich glaube, das sähe ihr nicht ähnlich. Sie ist stark. Umso mehr leidet sie, wenn sie sieht, dass es dir nicht gut geht. Man hört es ihr an.“

Averic nickte knapp. "Ich auch nicht.", antwortete er wahrheitsgemäß. Die Augen blieben dabei auf den zwei Schemen liegen. Den Zweiten erkannte er nicht, was wohl bedeutete, dass wieder einmal ein Fremder zu ihnen gestoßen war. Der Pechschwarze wurde ein wenig langsamer, während ein dumpfes Gefühl gegen seine Brust drückte. Die dunklen Augen wanderten zurück zu Avendal. "Wie geht es eigentlich deinem Kopf?"

Tyraleen sah einige Momente lang auf ihr Gesicht, dass sorgenvoll und müde aus der Tiefe zu ihr hinaufblickte, dann wandte sie sich zum zweiten Mal ruckartig ab und trat einen Schritt auf Chivan zu. "Begleitest du mich zurück zum Rudel?" Ob sie wirklich das Rudel ansteuern würden, war der Weißen nicht wichtig, sie wollte nur fort vom See. "Ich kann nicht mehr dagegen tun."

Avendal witterte und schließlich erkannte sie die zweite Gestalt, die aufgenblicklich ihr Herz höher schlagen ließ. Es war tatsächlich Chivan. Erfreut begann ihre Rute leicht zu schlenkern, ehe sie ihren vater wieder ansah. „Oh, dem geht es inzwischen wieder gut. Ab und an habe ich Probleme damit schnell aufzuspringen, aber ich denke auch das wird mit der Zeit wieder vergehen. Und deiner Wunde? Verheilt sie?“

Chivan sah stumm nach vorn und mehr, als ein Schnippen seiner Ohren folgte nicht als Reaktion auf ihre plötzliche Bewegung. Auch, wenn sein Gefühl ihm sagte, den Kopf etwas zurückzuziehen, als die Leitwölfin einen Schritt auf ihn zu machte, hielt er stand. Er bekam keine direkte Antwort auf seine Worte, hatten sie so gesehen auch keine nötig. Stattdessen schlug die Helle offensichtlich vor, ihrer Tochter zurückzufolgen. Er zögerte einen Moment, ehe er knapp nickte und sich erhob. „Ich will nur, dass du weißt, dass deine Familie dir beisteht.“, sprach er und etwas Endgültiges lag in seinen Worten, womit er beabsichtigte, das Thema abzuschließen.

Averic betrachtete, wie Avendal anfing erfreut mit der Rute zu wedeln, während ihre Augen auf den Gestalten in der Ferne lagen. Der Pechschwarze stupste seiner Tochter sachte gegen die Schnauze. "Gut. Ja, sie tut auch nicht wirklich weh. Ist nur ein unansehnlicher Kratzer." Averic sah noch einmal kurz zum Seeufer. "Kennst du den Rüden dort?“

Tyraleen war froh, als der Nebel sie einhüllte und vom See und allem Greifbarem trennte. Er hatte plötzlich etwas Tröstendes an sich, vielleicht auch, weil sie trotz der Einsamkeit nun nicht alleine war. In dieser Leere wandelte sie mit dem bunten Fremden, der sie kannte und den sie kannte. "Ich weiß nicht, ob sie das wirklich tut, Chivan." Jetzt sah sie ihm ins Gesicht. "Du weißt nicht, was alles geschehen ist ..."

Avendal lachte leise ihr glockenhelles Lachen und sah zu ihrem Vater hinauf, während sie weiter auf die Gestalten zu trottete. „Als könnte dich irgendetwas entstellen!“ Glucksend und mit plötzlich wesentlich besserer Laune stupste sie ihn ebenfalls leicht spielerisch in die Seite, ehe sie seine Frage anhörte und kurz mit den Ohren spielte, ehe sie antwortete. „Ich habe ihn gerade erst kennen gelernt, sein Name ist Chivan und er ist erst vor kurzem zu uns gestoßen“ Sie sparte sich ihre meinung über den Rüden, schließlich musste ihr Vater sich selbst eine über den Wanderer bilden, doch man konnte aus ihrer Stimme heraushören, dass sie viel von ihm zu halten schien.

Chivan waren die beiden anderen Gestalten am See nicht entgangen, doch sie schienen nicht die Absicht gehabt zu haben, sich ihnen anzuschließen - oder sie waren der Grund, weshalb Tyraleen so plötzlich in eine andere Richtung hatte gehen wollen. Er folgte ihr, einen knappen Schritt hinter ihr laufend hinein in den Nebel, der kurz darauf den See hinter ihnen zu verschlucken schien. Ihre Worte schließlich überraschten ihn, doch es spiegelte sich nicht in seiner Mimik wider. Er wusste nicht, wie sie auf diesen Gedanken kam und auch die folgenden Worte darauf waren keine Antwort. Allerdings erwartete er sie auch gar nicht; er benötigte sie nicht. Fest erwiderte er ihren Blick. „Das brauche ich auch nicht wissen, Tyraleen. Ich sehe, was jetzt ist. Die Vergangenheit spielt keine Rolle. Ihre Sorge existiert jetzt. Und ihre Sorge ist echt.“

Tyraleen schüttelte ganz leicht den Kopf, es war offensichtlich, dass sie aus Chivans Worten keine Gewissheit ziehen konnte. Nun sah sie wieder zu Boden. "Ja, Atalya ... aber meine Familie ist groß. Stände sie so geschlossen hinter mir, wie du es erhoffst, dann wäre ich vielleicht fähiger, diese Schwierigkeiten zu überstehen."

Averic beobachtete stumm, wie sich die zwei Gestalten langsam entfernten und auch das helle, frohe Lachen neben ihm befähigte den Pechschwarzen nicht dazu sich ihrer guten Laune anzuschließen. Hier, in dieser nebeligen Umgebung fühlte er sich seltsam entrückt. Aber dieses Gefühl begleitete ihn inzwischen schon länger und klammerte sich an ihm fest. Hätte Avendal nicht direkt neben ihm gestanden und würde sie nicht mit ihm reden, wäre er sich vielleicht wie ein Geist vorgekommen. Auf die anfänglichen Worte seiner Tochter hin zuckte nur kurz so etwas wie ein Lächeln über seine Lefzen. Dann sah er wieder nach vorn. "Du scheinst ihn bereits zu mögen."

Chivan zog die wölfischen Augenbrauen etwas zusammen, ehe ein mattes Lächeln auf seinen Zügen entstand. Es zeugte nach wie vor von Unglaube - dieses Mal allerdings nicht wegen der Worte der Leitwölfin, sondern mehr wegen der Einstellung, die sie vertrat. „Reichen dir die nicht, die es tun? Du wünschst dir, dass sie alle hinter dir stehen und fühlst dich alleingelassen, weil sie es nicht tun. Dabei übersiehst du allerdings all die, die dir nicht von der Seite weichen würden, würdest du sie nur lassen. Und gemeinsam mit ihnen an deiner Seite kannst du auch den Rest davon überzeugen, dass es sich lohnt, zusammenzuhalten. Es bringt nichts, stumm darauf zu warten, dass alle zu dir kommen - sie wollen sehen, dass sie etwas davon haben. Sie wollen sehen, dass du die Richtige bist und das bist du.“

Avendal hielt einen Augenblick wieder inne und blinzelte - vielleicht sogar ein wenig verlegen - ehe sie wieder zu ihrem Vater aufschloss. War das so offensichtlich? Obwohl sie sich um recht neutrale Worte bemüht hatte. Dennoch konnte sie es nicht leugnen. Ein Lächeln trat wieder auf ihre Lefzen, als sie zu ihrem Vater hinauf sah, während sie antwortete. „Ja, da hast du wohl recht. Er ist ein ehrenwerter Rüde und ich mag seine Art zu sprechen. Er hat gelernt... mit dem Herzen zu sehen.“ Ihre Ohren spielten leicht nervös, als sie registrierte, dass sich die zwei gestalten fortbewegt hatten und sich von ihnen entfernten. Natürlich versuchte sie das Gefühl der Enttäuschung zu unterdrücken, doch es traf sie unvorbereitet.

Averic wandte den Blick schließlich von Tyraleen und diesem Chivan ab und blieb neben einem kleinen Felsen am Seeufer stehen. Dort ließ er sich auf die Hinterläufe sinken und betrachtete erneut seine Tochter. So, so. Ein ehrenwerter Rüde also, der mit seinem Herzen sah. Er nickte leicht. "Ich werde ihn wohl sicher auch noch kennenlernen.", sagte er dann nur. Selbst Avendal schien aufgefallen zu sein, dass ihre Mutter und dieser Rüde keinen Blick für sie übrig hatten.

Tyraleen lauschte den Worten des Bunten und fühlte sich zunehmend wie ein kleiner Welpe, der von seinem Lehrmeister getadelt wurde. Ihre Schultern strafften sich etwas, während ihr Blick wieder zu Chivan zurückwanderte und ihn dieses mal fester hielt. "Du urteilst viel zu viel, wo du noch nicht verstehst. Ich weiß jedes meiner Kinder zu schätzen, ebenso wie jedes andere Familien- oder Rudelmitglied, das zu mir hält, gerade jetzt. Aber das bedeutet nicht, dass ich das habe, was ich am dringendsten brauche." Sie sah ihn noch kurz an, dann lief sie etwas schneller, offensichtlich ungehalten. Sie ärgerte sich vor allem über sich selbst und wäre gerne in eine andere Richtung davon gelaufen, aber dafür war sie zu stolz.

Avendal ließ sich neben ihren vater sinken, blickte jedoch noch einmal über die Schulter zurück zu der Stelle, an der Chivan und ihre Mutter im Nebel verschwunden waren, ehe sie sich wieder - diesmal nachdenklicher - ihrem Vater zuwandte. „Mhm, das wirst du sicherlich, Vater“ Dieses Gefühl der Enttäuschung in ihrer Brust, damit konnte sie nicht umgehen. Sie wusste nicht woher es kam und was es zu bedeuten hatte. Sicher hatte sie es schon öfter verspürt, aber noch nie in diesem Zusammenhang und es machte sie zusehends nervös. Mit einem leisen Schnaufen rückte sie näher an den schwarzen Rüden heran.

Chivan sog unauffällig die Luft ein, während er beobachtete, wie Tyraleen auf seine Worte reagierte. Ihm war bewusst, dass es provokant gewesen war, doch vielleicht war es das, was sie nun brauchte - jemand, der sie aus sich selbst herauslockte und den Willen in ihr weckte, ihm zu beweisen, dass es anders war. Er warf den Kopf zur Seite, als sie ihn ansah und tatsächlich fand sich darin nun weitaus mehr Festigkeit als zuvor noch. Und kaum hatte sie geendet, wurde ihr Schritt schneller. Chivan blieb vorerst bei seiner Geschwindigkeit und sah ihr nach, wie sie etwas Vorsprung erlangte, der nicht mehr als zwei Wolfslängen betrug. Ein unsichtbares Lächeln huschte über seine Züge, offenbar schien es tatsächlich einen Punkt getroffen zu haben. Doch es hielt nicht lange, bis es wieder von Sorge überschattet wurde. Es war ein schmaler Grad, auf dem er sich nun befand - er wusste, dass er keinen Schritt zu weit gehen durfte und doch weit genug, um nach vorne blicken zu können. Auch er wurde nun schneller und ließ nicht von der Wölfin ab. „Dann sag es mir. Wonach sehnst du dich? Was wünschst du dir mehr?“