24.12.2011, 23:54
Amúr lag am Waldrand. Der Rudelplatz erstreckte sich vor ihr und sie hatte den Kopf auf die Pfoten gelegt. Sie wirkte nachdenklich. Das war sie auch. Denn die Euphorie der letzten Tage war vergangen. So das sie sich nun wieder viel mehr Gedanken machte. All das was passiert war, war für sie so fremd. Sie hatte wenig Kontakt zu Tascurio gehabt, ihn kaum gekannt und dann war sie verschwunden. Dann kam sie wieder und er war fort, durch die Fänge der eigenen Mutter ermordet. Sie konnte nicht sagen ob sie damit zurecht kam, vermied sie es doch darüber nach zu denken. Suchte sie doch mehr Kontakte zum ablenken als daran denken zu müssen. Sie wusste nämlich nicht ob dies gut war, denn sie zerbrach sich doch auch über andere Dinge so oft den Kopf.
Sie seufze leise und wandte den Blick zur Seite in den Wald. Es gab da auch noch ihre besondere Fähigkeit. Das was kein anderer Wolf konnte. Die kleinen Tiere, die Insekten verstehen. Die Vögel verstehen und überhaupt alle anderen Tiere. Nein, der Wald schwieg nie. Sie blickte wieder vor sich und erblickte die Welpen auch auf dem Rudelplatz. Ihr Blick blieb an ihnen hängen. Welpen zu dieser zeit waren schon etwas besonderes. Sie mussten wirklich den Segen Engayas über sich haben. Würde sie auch bei ihrer Familie wieder alles gut machen. Würde Banshee über sie wachen, trotz allem was passiert war. Manchmal wünschte sie sich sie würde wieder kommen, sie wusste immer was zu tun war.
Doch ihr Gedanke kehrte wieder zu den Welpen zurück. Sie hatte Isaí und Malik bereits kennen gelernt. Die anderen noch nicht. Sie lächelte sachte. War sie doch auch erst vor kurzem Welpe gewesen. Wie schön es doch gewesen war unbeschwert sein zu können. Sie war dies die letzten Tage auch gewesen, doch nun kamen wieder die Gedanken. Nachdenken war nicht immer gut. Sie überlegte kurz ob sie nicht zu den Welpen gehen sollte, aber sie blieb dann doch liegen. Ihr Blick lag immer noch auf den kleinen Wölfen. Im Hintergrund hörte sie die Stimmen der Insekten. Auch die Vögel hörte sie. Eine Vielzahl von Geräuschen drang an ihre große Lauscher, es tat gut denn so konnte sie sich zumindest einbilden das diese die Gedanken übertönen würden.
26.12.2011, 23:03
Im Moment tobte der kleine Rüde über die freie Wiese mit seinen Geschwistern. Zumindest mit zwei davon, oder mit einem, da Tinca ja noch immer nicht den Spaß von Herumtollen entdeckt hatte und Malik… Er könnte ja schmutzig werden, der Feigling. Isaí konnte darüber nur den Kopf schütteln. Und all seine Bemühungen, seinem kleinen Bruder die Angst vor Schmutz zu nehmen, indem er ihn schmutzig machte – umsonst. Und meistens dann auch noch mit Ärger verbunden. Ungerechte Welt – Erst gab es da viel zu viel, um alles zu kennen und dann auch noch Ärger dafür, dass man helfen wollte. Das war ja mit Atalya ganz ähnlich. Aber in diesem Fall hatte sich der Knips damit abgefunden, sie einfach in Ruhe zu lassen und ihr aus dem Weg zu gehen. Wenn sie genauso ein Alleinseinwolf wie Averic werden wollte – das war ihre Wahl und der Kleine hatte mit seinem Angebot, ihr ein neuer Bruder zu sein, getan, was er konnte. Da fiel ihm ein – er wollte ja noch Turién fragen, weshalb er Atalya zu Recht gelochbissert hatte. Gnaw! Er brauchte eindeutig mehr Zeit für all das, was er erledigen wollte! Aber vielleicht konnte er das Ganze ja jetzt unter einen Hut bringen? Er hielt inne, spähte aufmerksam umher, ob er vielleicht Turién oder einen der anderen erkennen konnte, die er kannte und erblickte schließlich, nachdem er sich einmal halb um seine eigene Achse gedreht hatte, Amúr.
Amúr. Auf seine Lefzen trat ein erfreutes Lächeln, welches allerdings im nächsten Augenblick wieder etwas nachdenklich verblasste. War Amúr nicht auf eine Schwester von Turién? Und somit auch eine Schwester von Atalya, weil Turién ja ihr Gebruder war? Gott! Wieso musste das denn alles so kompliziert sein? Er schüttelte das kleine Köpfchen, ehe das erfreute Lächeln zurückkam und er in einem gemächlichen Trab auf die Graue Atalyageschwester zukam. Doch als er näher kam, erkannte er, dass die Graue nicht unbedingt fröhlich dreinblickte. Ein skeptischer Zug legte sich in die pfützigen Seelenspiegel, ehe er seinen Gang bei ihr auslief und sich auf die Hinterläufe fallen ließ. Der skeptische Blick blieb erhalten, während er den Kopf leicht zur Seite neigte und die Fähe einen Moment schweigend ansah.
„Warum guckst du denn so komisch?“, fragte er schließlich vollkommen unschuldig und drückte seine kleine Nase begrüßend gegen die wesentlich größere der Wölfin. Es gab keinen Grund, komisch zu gucken!
02.01.2012, 19:20
Weiterhin beobachtete sie die Welpen. Sie musst daran denken wie sie mit ihrer Mutter und Malik gespielt hatte. Ja, so könnte man es fast nennen. Sie und Malik wollten schneller als die Sonne sein. Sie würde ihn später mal fragen ob er das denn auch geschafft hatte.
Die graue Fähe lächelte sachte, als sie merkte das Isaí sie erblickt hatte. Dann kam der Kleine auch schon auf sie zu. Vor ihr lies sich der Kleine fallen und schaute sie skeptisch an. Amúr blickte Isaí kurz abwartend an. Ehe er dann auch etwas sagte, oder vielmehr eine Frage stellte.
Nachdem er seinen Frage gestellt hatte rückte er seine kleine Nase gegen Amúr.
Die Graue zögerte kurz ehe sie sagte
“Ich schau doch gar nicht komisch. Vielleicht schau ich nachdenklich.“
sagte sie und stupste den rot-braunen Welpen vor sich an. Dann schwieg sie einen kleinen Moment.
Währendessen drangen die Stimmen der Waldtiere an ihr Ohr und so bekam sie eine Idee. Sie wusste nicht wie viele Tiere Isaí schon kannte, doch Insekten kannte er bestimmt noch nicht. Aber sie würde wohl erst mal mit den Vögeln anfangen. Diese waren gut zu hören. Denn Amúr wusste das die anderen auch die Vögel hörten, nur im Gegensatz zu ihr nicht verstanden. Ob Isaí Vögel kannte? Immerhin würde sie den kleinen gleich von seiner zuerst gestellten frage ablenken und sich selbst auch. Also öffnete sie den Fang und sagte
“Aber das ist auch egal weil...“
sie machte eine pause und hob lauschend den Kopf etwas an
“Ich habe etwas gehört.“
dann setzte sie sich hin und stupste den Welpen an und deutete mit den Kopf auf den Baum ganz in der Nähe. Man konnte das Tier was sich dort befand sogar sehen, wenn man sich Mühe gab.
“Und mein Kleiner, weißt du was das ist?“
sie fragte sich gerade was der Kleine wohl denken würde, wenn er Vögel schon kannte. Ja, die Reaktionen der kleinen waren manchmal ziemlich unvorhersehbar. Aber sie hatte ja noch etwas, was er bestimmt nicht kannte. Ein grinsen legte sich auf Amúr Lefzen.
“Was hältst du davon wenn wir im Wald auf Eindeckungstour gehen. Es gibt bestimmt noch vieles dort was du nicht gesehen hast.“
fraget sie schließlich. Diesen Vorschlag würde Isaí doch bestimmt nicht ablehnen.
03.01.2012, 13:15
„Warum guckst du denn so nachdenklich?“, konterte er im selben Tonfall wie vorher auch und die kleine Rute pendelte abwartend über den Boden.
Doch anscheinend wollte Amúr es ihm nicht sagen. Sie wimmelte ab und Isaís Blick wurde fordernd. Wieso wollte sie es ihm nicht sagen? War es ein Geheimnis? Ein Geheimnis, was er nicht wissen durfte? Und womöglich wusste es sein Bruder auch noch und nur Isaí war unwissend! Empört sprang er auf, doch im nächsten Moment war seine Aufmerksamkeit schon wieder auf was anderes gelenkt. Das war egal, weil…? Amúr schien etwas gehört zu haben und auch der junge Wolf hob nun aufmerksam den Kopf, die Ohren drehend, um auch zu hören, was die Fähe gehört hatte. Doch es kam nichts an seine Ohren, was ihm nicht irgendwie normal schien. Unsicher schnippten die Lauscher ein klein wenig zur Seite, während er den Kopf ein klein wenig zurückzog und sich umblickte.
„Meinst du… Das war ein Varg?“, fragte er verschwörerisch flüsternd und spähte wieder zu ihr hinauf.
Ein Varg. Im Grunde hatte Isaí keine Ahnung, was denn ein ‚Varg‘ war. Er hatte diesen Begriff lediglich mal in einer schwammigen Erklärung Atalyas aufgefangen, doch dadurch, dass dieses Etwas so geheimnisvoll für ihn war, war natürlich auch sein Interesse daran geweckt. Isaí hob den Kopf, als Amúr ihn auf etwas aufmerksam machte, reckte neugierig den Kopf und sah fürs Erste lediglich die langen, dünnen und starren Fellsträhnen des Baumes. Er spielte unschlüssig mit den Ohren, ehe ihm etwas auffiel, was dazwischen saß. Nanu? War das nicht einer dieser…
„… Ein Federwolf?“
Er neigte den Kopf fragend zur Seite, während ihm jetzt erst auffiel, dass die Melodie, die ihn die ganze Zeit begleitet hatte, aus dem merkwürdigen Fang des Federwolfs kam. Komischer Kautz. Vielleicht sollte man ihm mal antworten, damit er sich nicht den ganzen Tag die Seele aus dem Leib heulte, ohne eine Antwort zu bekommen? Doch noch bevor er den Kopf recken konnte, um ein leises Heulen ertönen zu lassen, schlug ihm die graue Fähe etwas vor, was er unmöglich ausschlagen konnte. Mit aufgeregt pendelnder Rute hüpfte er ein paar Schritte um sie herum und strahlte sie förmlich an.
„Au ja! Au ja!“, rief er freudig, ehe er innehielt. „Aber wir müssen leise sein, damit die anderen uns nicht hören!“, mahte er und ignorierte gekonnt, dass er es eben gewesen war.
Und schon war er auch schon aufgeregt davongehoppelt. Sooo vieles gab es zu entdecken!
25.01.2012, 21:48
Der kleine rote Welpe war einfach zu neugierig. Einerseits konnte man genau dies zu seinem Vorteil nutzen, andererseits war dies aber auch ein Nachteil. Als er also nachfragte lächelte sie zwar, musste aber ernsthaft überlegen was sie nun antwortete. Dann meinte sie
“Weil ich nachgedacht habe. Du willst sicher wissen wo rüber nicht? Über meine Familie und die Götter.“
es war noch nicht mal gelogen. Sie hob den Kopf zum Himmel. Ja, das war doch sicher eine zufriedenstellende Antwort, eine wahre Antwort. Und sie war weder positiv noch negativ. Sie war neutral. Als Isaí dann aber schon auf ihre anderen Worte reagierte grinste sie kurz. Auch wenn sie ihn kurz erstaunt anblickte. Was wusste er denn von Vargs. So richtig genau wusste sie auch nicht was das war, aber sie hatte davon gehört. Doch das Isaí davon sprach war seltsam. Sie war sich nicht sicher ob er wirklich wusste wovon er da sprach. Dennoch ging sie auf ihn ein beuget sich zu ihm und sagte
„Wer weiß. Ich habe persönlich auch noch keinen Varg gesehen. Vielleicht...“
im Grunde war sie ganz froh darüber noch keinen gesehen zu haben. Denn es waren keine guten Wesen. Das wusste sie. Doch auch auf ihre Andeutung und zweite Frage fand Isaí eine Antwort und Amúr lächelte.
“Federwolf klingt eigentlich ganz gut. Aber eigentlich nennt man diese Tiere Vögel. Es gibt verschiedene Vögel, sie auch immer anders klingen. Du hörst doch auch wie der Vogel oder wie du sagst Federwolf da oben singt, oder?“
fragte sie dann und musste grinsen als Isaí ihren Vorschlag so voller Freude annahm und ganz entgegen seiner Aussage handelte. Sie folgte den davon hopsenden Isaí und deutet auf den Wald.
“Okay. Aber wir müssen aufpassen vielleicht finden wir auch einen Vrag oder so. Da müssen wir vorsichtig sein, okay. Ansonsten heißt es Augen auf und los geht’s. Ich weiß auch schon wohin wir gehen können.“
sie lächelte verschwörerisch: Es war zwar nicht leicht zu dieser Jahreszeit Insekten und anderes Kleingetier zu finden. Doch sie würde wissen wo die wenigen die es noch gab waren, denn sie konnte diese ja hören. Man musste eben die Vorteile in seinen Fähigkeiten finden.
09.02.2012, 13:16
„Und was denkst du über deine Familie und die Götter?“
Aus ehrlichen Augen heraus funkelte er die Graue neugierig an. Besonders die Götter interessierten ihn ohnehin – wieso also nicht danach fragen, was Amúr so über sie wusste und ihm erzählen konnte? Und zu ihrer Familie zählte er ja auch! Sie hatte bestimmt an ihn gedacht, oh ja! Diese Idee zauberte dem jungen Wolf wieder ein Lächeln auf die Lefzen, welches selbst der mögliche Varg nicht vertreiben konnte. Er senkte die Schnauze erneut, blickte sich um und schielte lediglich ab und zu mal zu Amúr hinauf, die ihm gestand, auch noch nie einen Varg gesehen zu haben. Das wäre doch mal ein Abenteuer! Sie würden einen Varg suchen gehen! Irgendwann! Und dann könnten sie allen davon erzählen. Doch im Moment war er dazu noch nicht bereit genug. Erst, wenn er Krolock besiegt hatte, dann wäre ein Varg gewiss auch kein Problem mehr! Und dann könnte er alle vor dem fiesen Krolock und dem fiesen Varg beschützen. Aber so konnte er einfach nicht verantworten, dass sich Amúr in Gefahr brachte. Und das ein Varg nichts Gutes war, hatte er ja der schwammigen Erklärung Atalyas bereits entnehmen können. Zum Glück schien da aber kein Geräusch mehr zu sein, sodass sich der junge Wolf getrost auf das konzentrieren konnte, was Amur ihm nun zeigte.
„Jaaa. Er heult die ganze Zeit und keiner antwortet ihm. Hat er keine Freunde, die mit ihm heulen wollen?“, fragte er leicht besorgt und schnippte mit den Ohren.
Schließlich hob er doch den Kopf und ließ ein leises Heulen erklingen, damit sich der Federwolf nicht ganz so einsam fühlte. Dann wandte er sich wieder an Amúr und lief bereits einige weite Schritte in die Richtung, in die sie gedeutet hatte. Seine Rute pendelte fröhlich durch die Luft.
„Wohin gehen wir denn? Und was gibt’s da alles Spannendes zu sehen?“, fragte er drängend und hüpfte über jeden noch so kleinen Stock, der ihm den Weg versperrte. „Denkst du, der Federvögel will mit kommen? Dann ist er nicht so alleine!“
17.03.2012, 19:55
Amur senkte kurz den Kopf, tat so als würde sie am Boden schnuppern um sich zu überlegen was sie nun antworten würde. Eigentlich hätte der jungen Fähe klar sein müssen das Isai weiter nachfragen würde. Sie stupste ihn kur an ehe sie den Blick hob und dann erst etwas zu den Götter sagte
“Die Götter sind wundervoll , aber manchmal schwer zu verstehen.“
begann sie und dachte dann automatisch an ihre Oma.
“Meine Oma ist auch so was wie eine Göttin, ich glaube das sie zu jederzeit bei uns ist. So wie die Götter auch immer bei uns ist. Manchmal ist einer der Götter mehr bei uns als der andere...aber es ist immer einer da.“
erklärte sie ihm. Sie erzählte ihm etwas was sie sich vorher gut überlegt hatte. Sie musste ihm nicht mitteilen das sie die Götter nicht verstand. Das sie es manchmal als unfair empfand und alles womit sie selbst erst mal klar kommen musste. Dann sah sie zu Isai und meinte
“Unsere Familie ist unheimlich groß. Da ich eine zeitlang weg war muss ich alle erst mal noch mal kennen lernen wieder. Du kennst doch bestimmt auch noch nicht alle aus unserer Familie, oder etwa doch?“
fragte sie Isai dann schließlich. Hoffte das Thema so auf ein Thema gelenkt zu haben, was sie zumindest ein wenig von ihren bisherigen Gedanken ablenkte. Was bei Isai allgemein nicht schwer viel. Ein so aktiver und mutiger Welpe. Wenn sie so gewesen wäre, wäre sie vermutlich nie fortgegangen. Dann wüsste bestimmt schon jemand von ihrer Gabe. Doch sie sollte sich nicht Gedanken über das was wäre gewesen wenn machen. Viel wichtiger war wie es nun weitergehen würde.
Als Isai wieder etwas sagte lächelte sie. Das Lächeln wurde zu einem grinsen als der Kleine für den Vogel heulte
“Der Vogel singt für andere Vögel. Ich glaube die Vogelmädchen mögen es wenn ein Vogeljunge für sie singt.“
erklärte sie ihm.
“Sie heulen nämlich nicht sondern singen. Bei Vögeln ist das so, denn sie sind anders als wir. Dennoch gehören sie zu unserem Umfeld. Ich beobachte sie manchmal gerne. Sie sehen meistens ganz unterschiedlich aus. Manchmal aber auch gleich.“
erzählte sie weiter. War es doch schön einen Welpen etwas erklären zu können. Ihm so Wissen zu schenken, das er sich das nicht fragen musste. So fand sie das sie doch eine gute Idee gehabt hatte.
“Es gibt vieles spannendes zu sehen. Der Wald ist voller leben und neben den Vögeln gibt es auch noch ganz viele andere Tiere. Diese sind ganz klein, meinst du, du kannst welche finden? Ich helfe dir auch dabei.“
sagte sie grinsend ehe sie meinte.
“Das heißt wir suchen im Wald nach anderen Tiere, damit du sie alle mal kennen lernst. Das ist doch eine gute Idee oder?“
fragte sie ehe sie zum Vogel sah.
“Ob der Vogel mitkommt weiß ich nicht, wir werden es ja sehen. Vielleicht kommt er sogar mit. Aber auch wenn nicht es gibt noch andere Vögel im Wald.“
sachte lächelte sie. Es war irgendwie schön etwas mit Isai zu unternehmen. Sie fühlte sich nicht so unwissend wie sonst.
So ging sie einige Schritte weiter in den Wald, horchend. Darauf bedacht einen Ameisenhaufen oder dergleichen zu finden. Wenn Isai nicht vorher etwas anderes spannendes entdecken würde.
(Sorry da sich so spät. Aber besser spät als nie. ^^)
08.04.2012, 17:47
„Natürlich ist immer einer da. Wir sind doch eine Familie und in einer Familie ist niemand alleine.“, erklärte er glücklich, was er gelernt hatte und strahlte die Graue förmlich an. „Und auch die Wölfe, die ihre Körper verlassen, sind immer noch da und wachen über uns.“
So hatte es Tyraleen zumindest gesagt und somit war auch der kleine Rote davon fest überzeugt. Er dachte an Banshee und Acollon zurück und ahnte nicht, dass Amúr die gleichen Wölfe gemeint hatte, als sie von ihrer Oma gesprochen hatte. Doch in diesem Augenblick nahm er sich fest vor, seine Urgroßmutter bald wieder besuchen zu gehen. Zumindest ihre Seelen an dem Ort, an den sie kamen, um die Lebenden zu trösten. Und vielleicht würde ja auch Tyraleen mitkommen und ihm noch mehr Geschichten erzählen. Er freute sich darauf, seine Urgroßeltern wieder spüren zu können. Er freute sich immer darauf, sie besuchen zu können. Doch nun stand erst einmal etwas anderes im Vordergrund. Die folgende Frage überforderte den kleinen Rüden dann nämlich doch etwas und er überlegte angestrengt, wollte die Wölfin allerdings nicht warten lassen, bis er zu einem Entschluss gekommen war.
„Eh, ich… Ich weiß nicht…“
Sie waren wirklich viel, doch Isaí kannte auch schon viele, aber ob das alle waren, konnte er nicht sagen. Er wusste ja gar nicht, ob es noch mehr gab, wenn er die noch nicht gesehen hatte. Aber er war sich sicher, dass er schon einen ganz großen Teil von ihnen kannte.
„Du musstest alle nochmal kennenlernen? Haben sie sich sooooooo sehr verändert, während du weg warst? Hast du spannende Dinge erlebt, wo du warst? Erzähl mir was!“
Die kleine Rute schwang fröhlich von links nach rechts und in den kleinen, blauen Seelenspiegeln funkelte die Abenteuerlust und die Vorfreude auf eine spannende Geschichte. Doch die Sache mit den Vögeln war doch mindestens genauso spannend, zumindest, wenn man bedachte, dass Amúr ihm noch etwas zeigen wollte. Gespannt blickte er zu dem Federvogel auf, der noch immer munter vor sich her sang und instinktiv suchten seine Seelenspiegel nach dem zugehörigen Federvogelmädchen, von dem die Graue kurz darauf sprach. Er sang für sie? Aber er war doch ganz alleine! Und sie waren ja ganz offensichtlich keine Federvögel, oder?
„Mögen es Fähen auch, wenn man für sie singt?“, fragte er aus welpenhafter Neugier heraus, während er den Vogel weiterhin beobachtete. „Ich glaube, er singt für dich, Tante Amúr. Hier ist doch sonst keine Fähe oder ein Federvogelmädchen.“
Mit einem fröhlichen Grinsen gestand er diese Tatsache der seiner grauen Tante und lächelte sie an. Sie musste sich unheimlich geschmeichelt fühlen, wenn der Federvogel für sie sang, immerhin mochte sie es doch, oder? Für einen kurzen Moment bedauerte er, dass er keinen anderen Federvogel sehen konnte. Er war gespannt darauf, ob sie so unterschiedlich wie die Wölfe aussahen oder noch unterschiedlicher und sowieso. Da kam ihm die Idee der Grauen nur gelegen, die er mit einem begeisterten Strahlen zur Kenntnis nahm. Das klang ja viel spannender als die Geschichte, aber darauf wollte er natürlich auch nicht verzichten!
„Oh ja! Oh ja! Dann sehen wir noch andere Federvögel, die anders aussehen und können ihnen erzählen, dass hier ein Federvogel für sie heul… Singt!“, rief er begeistert und hüpfte schon mal ein paar Schritte nach vorne in den Wald, ehe er ganz entdeckerhaft den Blick von links nach rechts schweifen ließ, um etwas Interessantes zu entdecken.