Vilks
08.09.2011, 22:02

Der cremefarbene Rüde fand sich in dem dichten Mischwald wieder, als er langsam und schläfrig die Augen öffnete. Das Gezwitscher der Vögel , machte ihn darauf aufmerksam , dass es hier wohl wenigstens Beute gab. Seit Tagen war er herumgereist, allein , hungrig und verwirrt denn er hatte nur flüchtige Unterschlüpfe als seinen Schlafplatz bezeichnen können, auch wenn ihn Nachts ab und zu sogar einige Überraschungen geweckt hatten und er erst dann bemerkte, dass dies gar kein verlassener Bau mehr war. Er richtete sich unter den heruntergefallenen Blättern auf und schüttelte sie hastig von sich ab.

"Was für eine Gegend... die Wälder sind viel dichter." , murmelte er noch zu sich selbst und schüttelte sich. Das bekannte Kratzen von Durst machte sich in seinem Hals bemerkbar und er entschied sich nach einem Fluss zu suchen um schnell seinen Durst zu stillen. Er war sich nicht sicher, ob er in einem fremden Revier war aber insgeheim hoffte er es, er wollte nicht mehr allein und verlassen sein.Als er ein Rauschen in der Nähe ausfindigmachen konnte, preschte er dem Geräusch hinterher bis er den Bach leicht sehen konnte. Hastig bückte er sich und nahm viele große Schlücke."Selbst das Wasser ist anders.Viel.. reiner!.", bemerkte er. Er entschied sich spontan, lieber in der Flachebene weiter zu streifen, anstatt wieder im Wald. Er sah sich noch ein Mal im fremden Tal um, doch nichts kam ihm bekannt vor. Er war wirklich völlig wo anders. Wenn möglich sogar , am Ende der Welt. Er entschied sich spontan , den Wald hinter sich zu lassen und betrat die grasige Flachebene. Er fand ein paar glitschige Steine im Bach und traute sich zu, auf die andere Seite zu kommen. Er springte leichtfüßig auf einen der spitzen Steine und krallte sich fest, obgleich sie sowieso auf der flachen nassen Oberfläche ausrutschten. Nach einem großen Satz landete er wohlbehütet auf der anderen Seite. Wenn er sich nicht irrte war einige Meilen entfernt sogar die nächste Lichtung , doch er entschied sich erst Mal im freien herum zu laufen.
"Vielleicht, laufe ich einfach diesem Bach entlang nach. Wer weiß, es könnte sein, dass ich jemanden finde.", auch wenn er daran zweifelte jemanden zu finden trottete er immer am schmalen Bach entlang. Insgeheim die Hoffnung, auf jemanden zu stoßen, vielleicht sogar auf ein ganzes Rudel.

Shani Caiyé
09.09.2011, 08:27

Shani Caiyé war aufgeregt wie die letzten Tage schon und würde es auch bleiben, bis die Welpen endlich aus der Höhle kommen würden. Sie hatte schon einige Blicke auf sie erhaschen können und auch wenn keiner von ihnen sonderlich hübsch aussah – zerknitterte Gesichter, wenig Fell und kaum größer als eine Ratte – waren sie in Shanis Augen die schönsten Wesen der Welt. Da sie nicht ständig vor der Höhle herumlungern konnte und sich sonst doch kaum anders zu beschäftigen wusste, streunte Shani nun am Bach herum, sich einredend, dass sie sehen wollte, ob am Muschelbaum dieses Jahr Muscheln hingen.
Als sie nun die Witterung eines fremden Wolfes in die Nase bekam, blieb sie wie angewurzelt stehen, prüfte immer wieder den Wind und spitzte die Ohren. Ein Fremder im Revier? Wie lange war das her? Seit Einbruch des Winters hatten sich kaum mehr Fremde ins Tal verirrt – allerdings war es mittlerweile Herbst und die Temperaturen dafür vielleicht kühl, jedoch nicht besorgniserregend. Vielleicht würden ab jetzt wieder mehr fremde Wölfe auftauchen, aber eigentlich war Shani es gewohnt, dass sich diese ankündigten. Doch dieser Rüde streunte an ihrem Bach herum, ohne einen Ton von sich gegeben zu haben. Shani wusste nicht, was sie tun sollte. Sie war keine sonderlich beeindruckende Wölfin - die Welpen würden sie bald überragen und Kämpfen ging sie nicht nur aufgrund ihres friedfertigen Wesens aus dem Weg. Gleichzeitig würde sie diesen Fremden auch nicht weiter hier herumstreunen lassen können. Er musste ja nichts Böses im Schilde führen, vielleicht war er auch einfach mit den Regeln nicht so vertraut oder abgelenkt. Es lag in Shanis Natur, stets das Gute zu sehen, so nahm sie ihren Mut zusammen, trabte weiter und erkannte schon bald den Eindringling. Er lief ebenfalls am Bach entlang, allerdings in Richtung des Rudelplatzes, also auf sie zu. Ihr fiel sofort auf, dass der Fremde auffällig klein war, schob es aber vorerst noch auf die Entfernung. Doch je näher sie ihm kam, desto deutlich konnte sie erkennen, dass er gerade einmal so groß wie sie selbst war. Das hatte es noch nie gegeben! Shani war es gewohnt, zu jedem Wolf aufzublicken, ihre geringe Körpergröße störte sie irgendwann nicht mehr. Aber bei manchen Rüden, die für sie hünenhaft über ihr aufragten, wünschte sie sich doch, auf einer Augenhöhe zu sein und so den Respekt zu bekommen, der ihr als erwachsene Mutter und mittlerweile Großmutter zustand. Bei diesem Fremden würde sie sich keine Sorgen machen müssen, selbst wenn er böse gesinnt war. Sein ganzer Körper hatte etwas Fremdländisches an sich und mit einem beinahe mulmigen Gefühl stellte Shani fest, dass sie ihm in einem Kampf möglicherweise tatsächlich überlegen wäre. Diese Situation war überfordernd, erlebte sie Shani doch zum ersten Mal. Sollte es zu einem echten Kampf kommen, wäre sie wohl wegen mangelnder Erfahrung doch unterlegen, aber darüber wollte die Weiße nun nicht nachdenken.
Mittlerweile war sie dem Fremden nahe genug um seine silbernen Augen betrachten zu können und blieb schließlich zwei Wolfslängen entfernt stehen. Ihre Rute hatte sich leicht angehoben, sie strahlte die ruhige Dominanz eines Rudelmitglieds und – vor allem – einer Berechtigten aus. Sie durfte in diesem Revier, an diesem Bach stehen. Wie gut, dass der Fremde nicht ahnte, wie ungewohnt sich diese Verhalten für Shani anfühlte.

“Warum betrittst du unser Revier ohne dich anzukündigen und streunst an unserem Bach herum ohne die Erlaubnis dafür erhalten zu haben?“

Jetzt fühlte sich Shani noch unwohler. Noch nie hatte sie so mit einem Wolf gesprochen und sie fand auch, dass es kein bisschen zu ihr passte. Auch nicht zu ihrer immerwährenden Freude über die Welpen, aber vielleicht sprach auch die Sorge über eben jene nun aus ihr. Ein Fremder bedeutete immer auch Gefahr für die Kleinen.


((Zwei kleine Anmerkungen: Wir haben zwar Herbst, dennoch sind die Bäume schon komplett blattlos; zudem liegt etwa pfotentief Schnee. Das liegt daran, dass wir einen Winter im Sommer hatten und es erst jetzt langsam wärmer wird.
Gesprochenes kommt in eine Extrazeile, sowohl vom vorangehenden, als auch vom nachfolgenden Text getrennt =) ))

Vilks
09.09.2011, 13:22

Vilks bemerkte die Fähe sofort und schreckte auf. Sie sah sogar auffällig dünn aus, wenn nicht , sogar mager.

"Ich... Also, ich bin kein Feind!"

Dies wollte er als allererstes feststellen auch wenn er daran zweifelte, dass die weiße Fähe ihn angreifen könnte, dafür sah sie einfach zu ungefährlich aus. An ihr klebte der Geruch anderer, vielleicht war sie sogar aus einem Rudel? Höchstwahrscheinlich. Vilks began wieder das Wort zu ergreifen, ab und zu schweifte sein fragender Blick über ihre dunkelgrünen Augen. Sie schienen zu funkeln, so bildete er es sich ein.

"Um ehrlich zu sein, suche ich ein Rudel. Ich weiß.. fremde einfach so aufzunehmen ist sehr riskant nur.. ich weiß einfach nicht wo ich bin! Ich wurde gegen meinen Willen hier hergeschleppt und seid Tagen streune ich herum."

Eigentlich hatte er noch viel mehr zu erzählen, aber er wollte die kleine Polarwölfin nicht zu sehr mit Informationen bombadieren. Schließlich musste er, wenn dann mit dem Alpha des Rudels reden was ihn in diesem Augenblick noch nervöser machte, als er schon war. Insgeheim fragte er sich sogar noch, warum die Wölfin so mager aussah, wenn sie doch in einem Rudel lebte? Hier gab es doch sicherlich genug Beute in all den Wäldern. Erst jetzt fiel Vilks auf, wie kalt es eigentlich hier war. Das war er selbst von seiner Heimat nicht gewöhnt, die Bäume waren schon so früh kahl geworden und falls ihn dieses Rudel ablehnen würde, dann würde es der härteste Winter für ihn werden , den er bis jetzt gehabt hatte. Diese Gegend war einfach so anders! Innerlich hatte er sogar ein wenig Angst. Waren die Wölfe hier anders? Wenn er sich die kleine Fähe genauer anschaute, konnte er sogar gewisse Schüchternheit erkennen, wenn er sich nicht irrte. Damals, war er mit fremden auch nie klar gekommen. Würden sie hier anders sein? Eigentlich wollte er kein Mitleid... er wollte einfach nicht mehr alleine in einem völlig fremden Gebiet leben müssen. Er war sogar einigermaßen erleichtert, als die Wölfin auf ihn aufmerksam wurde. Er hatte eigentlich nicht vor gehabt, seinen Geruch zu verstecken..



((Noch ne Frage o_o Wie schreibt man Gedanken.. falls man die aussschreibt? xD))

Shani Caiyé
12.09.2011, 10:36

Dass Shanis ernsthaftes und dominantes Auftreten tatsächlich Wirkung erzielte, verblüffte die Weiße so sehr, dass sie für einige Momente vergaß, dass sich die Situation noch nicht aufgelöst hatte. Ein Lächeln brach aus ihrem Gesicht hervor und ihre Rutenspitze zuckte, als wolle sie gleich wild loswedeln. Im nächsten Moment hatte sie sich aber wieder unter Kontrolle und nickte auf seine Worte hin. Dass er kein Feind war, war sehr gut. Wäre er ein Feind gewesen, hätte sie sowieso schlechte Karten gehabt. Als er weitersprach, krauste sich die Stirn der Weißen, bis ihr Blick höchst skeptisch auf dem Fremdling hing. Wer sollte ihn denn gegen seinen Willen hierher bringen? Und warum? Allerdings würde diese seltsame Geschichte erklären, wieso er ganz anders aussah, als die Wölfe, die sie kannte. Um genau zu sein … erinnerte er sie an Isis. Ja, sie war genauso klein und schmal gewesen und hatte dieses seltsam Fremdländische an sich gehabt. Mittlerweile vor allem neugierig kam Shani ein paar Schritte auf den Rüden zu und schnupperte. Er roch schon ein wenig nach ihrer bekannten Welt, aber in seinem Fell hingen auch noch ganz andere Gerüche. So fremde, dass Shani sie nicht benennen konnte.

“Wer hat dich hier her geschleppt? Warum? Und von woher? Du siehst anders aus, als ich.“

Wieder beäugte sie den Rüden, aber jetzt lächelnd – sie war es leid, die ganze Zeit so ernst dreinzuschauen. Zudem hatte er beteuert ein Rudel zu suchen, das machte ihn schon mehr zum Freund.

“Die Wölfe hier mögen es nicht, wenn man einfach in ihr Revier läuft und keinen Ton von sich gibt. Wenn du dich uns anschließen willst, solltest du das am besten nachholen. Ich bezeuge dann, dass du praktisch fast noch an der Reviergrenze warst.“

Sie zwinkerte ihm zu und eine Spur Schalk blitzte in ihren Augen auf. Sie war ganz offensichtlich eine miserable Empfängerin von Fremden und hätte Aszrem diese Szene verfolgt, hätte er ihr vermutlich danach den Kopf abgerissen. Wahrscheinlich hatte sie es auch deshalb nie geschafft, einen höheren Rang zu bekleiden – sie war nicht ernst genug, nicht wirklich streng und viel zu offenherzig. Vielleicht auch ein wenig naiv, denn nur weil ein Wolf nett war, sollte man ihm noch lange nicht vertrauen. Aber Shanis Sorgen hielten sich in Grenzen, immerhin würde sie ihn sowieso bald zu Tyraleen oder Aszrem bringen und wenn er sich noch – mit etwas Verspätung – ankündigte, würden diese auch vorgewarnt sein und somit den Welpen keinerlei Gefahr drohen.

“Mein Name ist übrigen Shani Caiyé.“


((Ebenfalls kursiv und in .oO(...) :>))

Vilks
12.09.2011, 19:49


Vilks wusste, dass diese Fragen auftauchen würden. Deswegen seufzte er leicht und starrte auf den Boden. Dann begann er endlich, dass Wort zu erfassen.

"Ja.., ich weiß , klingt komisch für dich, oder? Ich kann es dir erklären, wenn ich es selbst wusste. Ich habe nur mitbekommen, das Zweibeiner mich gefangen genommen haben und dann weit weg, hier hin gebracht haben. Zum Glück konnte ich mich befreien, als sie nicht aufpassten und bin so schnell wie möglich in die Wälder geflüchtet."

Er wollte sie nicht mit Informationen bombadieren, aber ihm blieb nichts anderes übrig.

"Von woher? Naja, Eurasien. So.. ein Mittelding. Ich weiß die Richtung allerdings nicht.. es fühlt sich so an als wäre es weit im Westen, aber ich grenze immer auf das kalte Meer."

Er stöhnte verzweifelt als er sich daran zurück erinnerte, wie er im kühlen Wasser tatsächlich schwimmen wollte und zitternd wieder heraus gerannt ist. Dann sah er ihr wieder bittend in die Augen, obwohl er dies eigentlich gar nicht wollte. Er hasste es zu betteln, falls man das so nennen konnte.

"Ich kann mir vorstellen , dass sie es nicht mögen!"

Er lachte belustigt auf, dennoch versuchte er eine ernste Antwort zu liefern.

"Das wäre der erste Schritt, den ich tun wollte. Wenn du mich zu eurem Rudelplatz führen würdest, ..wäre das echt toll. Oh , ja, ich bin... sag einfach nur Vilks!Also, dass ich so anders aussehe, liegt wahrscheinlich daran, dass meine Wurzeln ganz woanders liegen als eure, eine total fremde Kultur, die ihr sicher nicht kennen werdet."

Er wunderte sich sogar noch, was für einen interessanten Namen sie hatte, aber er wollte es nicht direkt auf sie losfeuern. Es war ihm alles schon fremd genug, da würden solche Fragen bloß nur stören, aber er entschied sich mehr über Shani Caiyé heraus zu finden.
Seine Beschreibung versuchte er so gut wie möglich zu erklären so , dass es für sie einfach klingen sollte. Er wusste, was für eine schwere Angelegenheit es war, andere fremde Gebräuche und Traditionen zu erklären, das lies er am besten gleich aus.

Shani Caiyé
16.09.2011, 12:55

Shani Caiyé fand keinen Grund, warum der Fremde sie anlügen sollte, aber seine Geschichte klang doch mehr als seltsam. Zweibeiner? Also Menschen? Menschen hatten ihn gefangen genommen? Shani wusste nicht viel von Menschen, aber sie war froh, noch nie einem begegnet zu sein. Wenn der Fremde wirklich die Wahrheit sprach, waren sie mehr als seltsam und gefährlich obendrein. Sie wollte sie gar nicht vorstellen, wie es wäre, gefangen genommen zu werden und plötzlich an einem ihr vollkommen unbekannten Ort zu sein. Sofort empfand sie Mitleid mit dem Cremefarbenen. Er kam also aus Eurasien … was auch immer das sein mochte. Aber es klang fremd und weit weg und ihr Mitleid wuchs.

“Ich habe noch nie von Eurasien gehört und ich kenne auch keine Menschen, aber was du erlebt hast, klingt furchtbar! Und sehr irreal, aber ich glaube dir – man kann schließlich kaum übersehen, dass du nicht von hier bist.“

Sie trat einen kleinen Schritt näher und berührte den Rüden an der Nase. Eine erste Begrüßung und gleichzeitig das Zeichen, dass sie ihm nichts tun würde – nunja, vermutlich hatte sie vorher auch nicht gerade bedrohlich gewirkt – und sie sich darauf verließ, dass er ihr nichts tat. Sein Name klang in etwa so fremd wie seine Herkunft, was er auch erneut bestätigte. Eine fremde Herkunft, eine fremde Kultur, fremde Sitten und fremde Verhaltensweisen. Das würde ja ein Spaß werden. Shani lächelte noch immer und nickte dann.

“Gut, Vilks. Dann würde ich folgendes vorschlagen: Du heulst jetzt kurz, kündigst dich an, bittest um Einlass in das Revier und dann gehen wir gemeinsam zum Rudelplatz. Dort beteuere ich, dass ich dich bei der Reviergrenze aufgegabelt habe und wir verraten den Leitwölfen nicht, dass du dich unerlaubt hier herumgetrieben hast, ja?“

Wieder zwinkerte sie und fragte sich dann, ob Vilks überhaupt verstehen würde, was sie mit Ankündigen meinte. Offensichtlich war das keine Normalität in seiner Kultur.

“Also … einfach den Fang heben und heulen, am besten etwas wie „Hallo fremdes Rudel, ich bin ein Wanderer von weither und bitte um Einlass in euer Revier.“ oder irgendwie so.“

Shani hatte ebenfalls noch nie um Einlass in ein Revier gebeten, von daher war sie sich nicht sicher, ob sie gerade gute Tipps verteilte. Aber ganz verkehrt konnten sie nicht sein, immerhin hatte die Weiße schon eine Menge Fremde um Einlass bitten hören.