Madoc
03.03.2011, 19:51

Ein wenig in Gedanken versunken, jedoch mit nicht minderer Eleganz lief Madoc über den knirschenden Schnee auf den matt schimmernden See zu. Die missliche Lage, in welcher sich das Rudel befand setzte seiner Stimmung negativ zu und die Freude, die er an jenem Tag empfunden hatte, an dem er in das Rudel zurückkehrte war beinahe vollständig verschwunden. Vielleicht hätte er geduldiger sein müssen, denn hätte er noch einige Monate gewartet, so hätten sich die Probleme eventuell schon geklärt. Er wusste, dass es immer ein Fehler war, aufgrund von Emotionen zu handeln, doch der Gedanke an Atalya hatte ihn hierher zurückgetrieben. Er bereute es nicht, denn die Gewissheit, dass es der Grauen gut ging machten die unangenehmen Umstände wieder wett. Dennoch empfand er sein eigenes Handeln für unangemessen und auch das Gespräch mit Avendal zuvor hatte nicht seiner Vorstellung an Richtigkeit entsprochen. Er hätte gehen müssen, in dem Moment, wo sie sagte, sie wäre eine Belastung für ihn, denn es war in der Tat nicht seine Aufgabe, ihr seelischen Beistand zu leisten. Madoc seufzte ein wenig gereizt und lief mit zügigen Schritten weiter, bis er das Ufer erreichte. So verharrte und blickte ein wenig abwesend auf die Spiegelglatte Wasserfläche, während er seine eigenen Handlungen im Geiste durchging. Er fürchtete sich und es war das erste Mal, seit sein Bruder verstorben war, dass er sich fürchtete. Doch es war nicht die Situation, die ihm nicht behagte, sonder er selber. Er verstand sich nicht mehr, er handelte gegen seinen eigenen Vorstellungen und Idealen und hieß es teilweise sogar für gut. Wieso? Der Silberne schüttelte das helle Haupt und seine blutroten Augen verengten sich. Wieso?

Atalya
03.03.2011, 20:06

Ihre Laune war nicht unbedingt besser geworden. Der Schnee lag noch immer, und machte sie kein wenig glücklicher. Die Kälte schien nicht weichen zu wollen, und ihre Gemütslage passte sich dieser Kälte an. So viele Bilder gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Ihre Mutter, wie sie gestand, ihren Sohn getötet zu haben. Der Bär, der Nihil unter sich begrub. Das Blut, der Geruch des Todes. Es schien alles verworren, und ließ ihr einfach keine Ruhe. Immer wieder kochte Wut in ihr hoch. Bis diese von Trauer zerfressen wurde. Aber irgendwann kam immer dieses Gefühl von Wut zurück. Seit ihre Mutter ihnen gestanden hatte, was sie getan hatte, schien die Welt der jungen Wölfin vollkommen zerrissen zu sein. Sie liebte ihre Mutter – und versuchte ihr auch zu verzeihen. Aber manchmal hatte sie einfach das Gefühl, dass Tyraleen die einzige war, der sie die Schuld für dies alles geben konnte. Aber war es wirklich die Schuld ihrer Mutter, dass alles verrückt spielte? Und würde es wirklich je wieder gut werden? Zum ersten Mal in ihrem Leben spürte die graue Fähe tiefe Zweifel.
Ihr Weg führte sie zum See, mit langsamen Schritten. In den letzten Tagen hatte sie immer wieder Abstand vom Rudel gesucht. Einige Wölfe hatte sie gemieden, unter anderem Madoc. Sie konnte keinen genauen Grund sagen, aber sie hatte ihn nicht sehen wollen. Lieber hatte sie Wärme an der Seite ihres Paten gesucht. Und nun lenkten sie ihre Läufe fast automatisch in die Richtung des Wassers, ohne auf die vertrauten Gerüche um sie herum zu achten. Erst, als ein Wolf in ihr Blickfeld trat, blieb sie stehen, hob den gesenkten Kopf und stellte die Ohren auf. Da stand er, den Blick auf den See gerichtet. Atalyas Ohren neigten sich leicht zurück, auf den Lefzen lag nicht einmal der Ansatz eines Lächelns. Dennoch schwang ihre Rute leicht durch die kalte Luft.

“Madoc...“

Madoc
03.03.2011, 20:24

Eine ganze Weile verharrte der Rüde in seiner Position, den Kopf gehoben und der Blick auf das graue Spiegelbild gerichtet, welches ihn aus stechend roten Augen ansah. Sah er sich selber? War es wirklich noch er? Madoc? Er schnaubte verachtend und eine helle Dampfwolfe stieg aus seiner Schnauze auf. Seit wann war er so geworden? Er sah nicht einmal einen ersichtlichen Grund für seinen inneren Aufruhr und doch war er so real, so unbegründet real. Ließ er sich vielleicht von Atalya beeinflusse? Vielleicht sogar von Avendal? Einen Moment lang schloss der silberne Hüne die Augen und absorbierte die unzähligen Informationen der Umgebung. Seine Ohren schnippten und seine Schnauze hob sich witternd in die Höhe. Er brauchte sich nicht umzusehen, er wusste, wessen Schritte er vernahm, wessen Geruch er inhalierte. Atalya. Madoc wartete, er ließ sie näher herankommen. Wann hatte er das letzte Mal mit der grauen Fähe gesprochen? Es war schon eine Weile her, er war ihr nur selten begegnet. War es reiner Zufall, dass sie aneinander vorbei gelebt hatten? Oder hatte sie ihn gemieden? Oder hatte vielleicht er sie gemieden, ohne es selber zu bemerken? Der Rüde war verwirrt.
Als die junge Fähe nahe genug herangetreten war, hörte er, wie sie seinen Namen sprach. Langsam wendete er sein Haupt nach ihr, seine blutroten Augen ruhten auf ihr, der Ausdruck war wie immer neutral. Er musterte sie von unten nach oben und augenblicklich erkannte er, dass es ihr nicht gut ging. Er sah es, er spürte es, er wusste es einfach. Erst nach einer Weile setzte sich Madoc und Bewegung und schritt in einem ruhigen Trab auf sie zu. Seine Körperhaltung war entspannt immer, sein innerer Konflikt war an der Oberfläche kaum zu sehen. Der Silberne Rüde trat nah an Atalya heran, bis seine Schnauze ihre berührte.

"Atalya, wie geht es dir?"

Fragte er mit seiner sanften Tenorstimme. Er wusste die Antwort bereits und wusste nicht, wieso er noch nach ihr verlangte, vielleicht, um zu sehen, ob sie ehrlich zu ihm war, ob sie ihm ihre Gefühle anvertraute, er wusste es nicht.

Atalya
03.03.2011, 20:52

Sie musste auf den hellen Rüden völlig geknickt wirken, wie sie dastand, die Ohren zurück geneigt, den Kopf ein wenig hängen lassend. Aber es wäre falsch gewesen, zu ihm zu springen, ihn freudig zu begrüßen. Also blieb sie stehen, beobachtete, wie er den Kopf zu ihr herum wandte, sie prüfend musterte. Sein Blick ließ sie die Ohren noch ein wenig zurück legen, den Blick leicht zur Seite wenden.
Atalya zuckte leicht zusammen, als er plötzlich bei ihr war. Seine Schnauze berührte ihre, und er war von sich aus so nah gekommen. Vorsichtig erwiderte sie diese sanfte Berührung, strich kurz mit der Nase seine Lefze entlang. Atalys Augen richteten sich wieder auf dir roten des Rüden, bis er eine Frage stellte, die der Grauen nicht behagte. Sie schloß die hellen Augen, ein leises Seufzen verließ ihre Kehle. Ja, wie ging es ihr? Ihr Kopf sank noch ein wenig tiefer, die Ohren eng an den Kopf gelegt. Die Worte verließen nur leise ihren Fang, als wenn sie sich fürchtete, es könnte falsch sein. Es passte nicht zu ihr, so etwas zu sagen. Sich so zu verhalten.

“Ich... habe Angst. Große Angst.“

Nun kniff sie die Augen zusammen, ein leises Wimmern verließ den Fang der jungen Wölfin. Die Angst, dass alles so bleiben würde, wie es jetzt war. Sie würde so viel dafür tun, dass es anders sein könnte. Und doch fühlte sie sich völlig hilflos.

Madoc
03.03.2011, 21:10

Der silberne Rüde war schockiert bei Atalyas Anblick. Sie wirkte verletzlich und schwach, so wie sie da stand, mit gesenktem Haupt und gesenktem Blick. Er kannte sie nicht so, das war nicht die kleine, lebensfreudige Fähe, die er kennengelernt hatte. All seine eigenen Sorgen waren nun in die hinterste Ecke seiner Gedanken zurückgedrängt worden. Im Vergleich zu ihr ging es Madoc hervorranged. Was war bloß aus seiner Atalya geworden? Wer hatte Schuld daran? Er ertrug es nicht, die Graue so zu sehen, es schmerzte, genauso, wie es geschmerzt hatte, als sein verstorbener Bruder aufgrund seiner körperlichen Behinderungen depressiv und verschlossen wurde. Nach außen hin wirkte er jedoch noch immer gefasst. Seine blutroten Augen schlossen sich für den Bruchteil eines Augenblickes, als er die sachte Berührung der jungen Fähe spürte, als er sie wieder öffnete, war ein besorgter Ausdruck in ihnen erschienen. Beim Ertönen ihrer zaghaften Stimme schnippte der Hüne mit den silbernen Ohren, die Worte, die aus ihrem Fang kamen schienen surreal, da er niemals erwartet hätte, dass Atalya jemals so etwas sagen würde. Erinnerungen kamen in ihm auf und er hörte im Geiste die Stimme des jungen Welpen: "Ich bin Atalya die Furchtlose!". Mit einem Kopfschütteln vertrieb er jene vergangenen Momente aus seinem Bewusstsein, sie schmerzten zu sehr.

"Angst ist nur ein Gefühl, Atalya, du kannst die Angst überwinden, wenn du stärker bist als sie. Erzähl mir, wovor du dich so sehr fürchtest"

Forderte Madoc sie mit ruhiger Stimme auf. Er schleckte ihr sachte über die Schnauze und blickte sie dann abwartend an. Vielleicht wirkte es etwas forsch, doch die einzige Möglichkeit, Angst zu überwinden und eine Lösung für Probleme zu finden, war sie zu konfrontieren. Denn wer davonläuft, der würde irgendwann von der Furcht verschluckt werden, denn sie rennt schneller als der schnellste Läufer.

Atalya
03.03.2011, 21:33

Die Augen wieder öffnend blickte Atalya Madoc direkt an, um keine seiner Reaktionen zu verpassen. Was würde er nun tun? Sie hatte sich selbst doch immer als furchtlos vorgestellt. Sie hatte sich doch immer eingeredet, vor nichts und niemandem Angst zu haben. Und nun fürchtete sie sich so vor der Zukunft? Hatte dieser eine Tag sie wirklich so um 180 Grad verändert? Zu gerne hätte sie nun gewußt, was der helle Rüde dachte. Aber die Graue konnte es nur ahnen.
Als Madoc wieder den Fang öffnete, blinzelte die junge Wölfin leicht. Sie wartete, bis er geendet hatte. Sie war dankbar für die Geste, die er dann vollführte. Ein zartes Lächeln schlich ich auf ihre Lefzen, ehe sie vortrat und sich neben den Weißen stellte. Nun konnte sie ihr Gesicht in seinem Halsfell verstecken, seinen vertrauten Geruch einatmen und die sachte Wärme spüren. Die Augen schließend atmete sie tief ein, setzte dann zu einer Antwort an.

“Vor dem, was kommen wird. Das alles so bleibt, wie es jetzt ist... so kalt zwischen uns allen.“

Sie machte eine kurze Pause, strich dann mit der Schnauze durch das Fell ihres besten Freundes.

“Ich wünschte, das wäre alles nie passiert.“

Madoc
03.03.2011, 21:57

Geduldig wartete Madoc auf Atalyas Reaktion und hoffte, sie nicht zu sehr gedrängt zu haben. Er wusste, dass es das Beste war, darüber zu sprechen und somit die Angst zu überwinden, doch sich die Ereignisse noch einmal ins Bewusstsein zu rufen konnte auch für Rückschläge sorgen. Sollte die Graue sich weigern darüber zu reden, so würde er sie nicht drängen, dennoch hoffte er darauf, dass sie ihm so weit vertraute, um offen über ihre Probleme zu sprechen. Als er das schwache Lächeln sah, welches sich auf ihren Lefzen formte, konnte er nicht anders, als dieses zu erwidern, wie sehr er doch das fröhliche Lachen der kleinen, verspielten Welpin vermisste, seit er das Rudel verlassen hatte, hatte er es nie wieder vernommen. Er bereute es, er wünschte, er wäre hier geblieben, um sie zu schützen, um für sie da zu sein.
Plötzlich spürte der Silberne, wie sich Atalya an ihn schmiegte, er spürte ihre Wärme und gleichzeitig auch ihre Verzweiflung. Ein resigniertes Seufzen entfloh seiner Kehle, bei dem Gedanken, wie sehr sie sich verändert hatte. Dann legte er sein Haupt auf ihren Nacken und fuhr mit der Schnauze sachte durch das graue Fell. Seine Ohren schnippten, als sie zu sprechen begann und seine blutroten Augen schlossen sich bei dem Schmerz, der in den Worten mitschwang. Eine Pause entstand, nachdem Atalyas Stimme in der eisigen Luft verhallt war.

"Ich weiß, dass du dir das wünschst, ich glaube alle wünschen sich das. Doch keiner ist stark genug, etwas gegen diese Situation zu tun. Siehst du, was nun passiert, da alle nur wünschen und keiner etwas tut?"

Sprach Madoc schließlich, seine Stimme hatte die gewöhnliche Neutralität verloren, sie war sachte, beinahe flüsternd. Er hielt einen Augenblick inne, bevor er fortfuhr.

"Sicherlich ist dies keine Hürde, die innerhalb kurzer Zeit überwunden werden kann. Doch wenn du die Situation genauer betrachtest, besteht diese Hürde lediglich aus zwiespältigen Gefühlen, aus Schuld und Unrecht. Alleine kann keiner etwas dagegen tun, doch wenn alle nach einem neuen Frieden streben, könnt ihr etwas erreichen"

Der Hüne öffnete die rubinroten Augen. Er konnte ihr nicht helfen und dies war schlimmer als jegliche Furcht. Sie alleine würde auch nichts tun können, denn ihre Familie, Tyraleen, Avendal, Averic, sie waren genauso involviert wie Atalya. Solange keiner vergeben konnte, würde die Situation so bleiben. Madoc versuchte keine tröstenden Worte zu finden, denn in diesem Fall konnte er wirklich nicht garantieren, dass alles so werden würde wie früher.

Atalya
05.03.2011, 17:38

((Vergib mir, dass doch erst heute nen Text kommt xDD))

Atalya hielt die Augen geschlossen, genoß die Wärme, die in der Berührung ihres Freundes lag. Ihre Ohren neigten sich leicht zurück, als der Silberne seufzte, und dann zu einer Antwort ansetzte. Die Graue lauschte seinen Worten, hob den Kopf, als er geendet hatte. Ihre hellen Augen suchten seinen Blick, als wartete sie auf die Antwort auf seine endende Frage. Die graue Fähe atmete tief durch, als er erneut ansetzte, sie wußte nichts auf seine Worte zu erwidern. Natürlich konnten sie nur etwas ändern, wenn sie zusammen hielten. Aber sie war dieses Thema Leid. Viel zu oft dachte sie darüber nach. Sie würde noch oft genug damit konfrontiert werden.

“Ich will nur, dass alles wieder gut wird...“

Noch einmal schloß die sie Augen, versteckte ihr Gesicht im hellen Pelz des weißen Rüden. Sie wollte sich ablenken, auf andere Gedanken kommen. So neigte sich Atalya zu seinem Ohr, schnappte vorsichtig danach und zog daran.

“Lass uns um die Wette laufen. Zum Steinwald.“

Mit diesen Worten ließ die junge Wölfin Madocs Ohr los, blickte ihm noch einmal ins Gesicht und rannte ohne weitere Vorwarnung los. Sie blickte nicht zurück, biß nur fest die Fänge aufeinander und lief so schnell sie konnte. Jedoch hatte sie nicht einen Moment Zweifel daran, dass Madoc ihr folgen würde.

Madoc
05.03.2011, 20:18

Schweigsam verharrte Madoc in seiner Position und während er auf Atalyas Reaktion wartete, spürte er die Wärme, die von ihrem Körper ausging. Er fuhr abermals sachte mit der Schnauze durch ihr Fell, bis sie sich von ihm löste um Blickkontakt aufzunehmen. Die blutroten Augen nahmen nun einen sanften, liebevollen Ausdruck an, etwas, was er einzig und allein Atalya zeigte, etwas was er nur ihr zeigen konnte. Die Worte, die sie sprach klangen verzweifelt, sehnsüchtig und wieder hatte der silberne Rüde das Gefühl von Machtlosigkeit, da er nicht in der Lage war, ihr zu helfen.
Als sich die graue Fähe erneut an ihn schmiegte ließ er sie gewähren, denn dies war das Einzige, was er tun konnte, er konnte für sie da sein, ihr Trost und Wärme spenden, nicht mehr. Plötzlich spürte er, wie sich Zähne um sein Ohr schlossen und wenngleich es eine sachte Geste war, kam sie unerwartet. Was ihn jedoch noch mehr überraschte waren die Worte, die folgten. Mit allem hätte er gerechnet, nur nicht mit einem Wettrennen, doch wenn es Atalyas Wunsch war, so würde er ihn ihr sicherlich erfüllen. So wie sie jedoch wegrannte, schien es Madoc vielmehr, als versuchte sie vor ihren Problemen zu fliehen, anstatt als erste beim Steinwald anzukommen. Mit einem Seufzen setzte er sich jedoch in Bewegung und beschleunigte, bis er langsam zu der Grauen aufholte. Als er wieder an ihrer Seite war, blickte er sie aus den Augenwinkeln her an, sagte jedoch nichts.

Atalya
05.03.2011, 20:38

Atalya lief, ohne anzuhalten. Ihr Herz raste vor Aufregung, vor Anstrengung. Sie würde nicht anhalten, nicht bevor sie ihr Ziel erreicht hatte. Ihre Läufe trommelten über den Boden, wirbelten den Schnee auf, der sich auf dem kalten Boden fest gesetzt hatte. Und es schien wirklich so, als könne sie für diesen Moment vergessen, was ihr Herz belastete. Sie rannte einfach. Selbst, als ein Gefühl von Schwere ihre Pfoten beschlich, wurde sie nicht langsamer. Sie biß nur fester die Fänge aufeinander, versuchte dieses Gefühl zu ignorieren.
Dann hörte sie Madoc bei sich. Er war ihr gefolgt, so wie sie es erwartet hatte. Es dauerte nicht lang, als er direkt neben ihr war. Die graue Fähe spürte seinen Blick auf sich ruhen, und wandte den Kopf leicht zur Seite, um ihn ansehen zu können. Jedoch konnte sie so nicht auf den Weg achten, konnte nicht sehen, wohin ihre Pfoten traten. Es war ein kleines Loch, welches ihr zum Verhängnis wurde. Eine ihrer Läufe erwischte dieses Loch, brachte sie augenblicklich zum stolpern, zum wanken. Sie stolperte nach vorn, flog kurz durch die Luft und landete schließlich auf dem Bauch. Nun zuckte Schmerz durch ihren Lauf, durch ihren Rumpf. Völlig überrumpelt hob die Graue den Kopf, blinzelte um sich. Dann wandte sich ihr Blick auf Madoc. Sie hatte noch nicht einmal richtig registriert, was geschehen war, und genau das würde er wohl in ihrem Blick erkennen. Dann verließ ein leises Lachen ihren Fang. Das musste nun wirklich... komisch ausgesehen haben.

Madoc
05.03.2011, 20:54

Mit langen Sprüngen lief Madoc neben Atalya her und als sie ihren Kopf zu ihm neigte, schenkte er ihr ein kurzes Lächeln. Doch nur den Bruchteil einer Sekunde später, sah er, wie sie strauchelte und nach vorne stolperte. Der zierliche graue Körper stürzte nach vorne und landete schließlich auf den gefrorenen Boden. Und obwohl der Rüde jede Bewegung erfasst hatte, geschah alles doch so schnell, dass er keine Zeit hatte, um zu reagieren, sie irgendwie abzufangen. Er bremste jedoch sofort ab und kam wenige Augenblicke darauf neben der Fähe zum Halt. Er sah, wie diese das Haupt hob und ihn aus verwirrten Augen ansah. Madoc blickte ein wenig besorgt zurück, doch bevor er seine Stimme erheben konnte, vernahm er bereits das leise Lachen, das Atalya von sich gab. Nun verzogen sich auch seine Lefzen zu einem Grinsen und er war erleichtert darüber, dass sie ein wenig Lockerheit in die Atmosphäre gebracht hatten. Dann senkte der der silberne Rüde seinen Kopf und stieß die Fähe sachte an.

"Hast du dich verletzt?"

Fragte er leise, um sich zu vergewissern, dass sie wohl auf war. Dann schleckte er ihr über den Schnauzenrücken, während sich abermals ein Grinsen auf seinen Lefzen zeigte.

"Aus dem Wettrennen wird wohl nichts mehr?"

Fragte er ein wenig auffordernd, denn er wollte nicht wieder in ein ernstes Thema verfallen, was sie beide düster stimmte.

Atalya
05.03.2011, 21:13

Es dauerte nicht lang, bis Madoc selbst auch zum stehen gekommen war, und zu ihr trat. Auch auf seine Lefzen schlich sich ein Lächeln, welches sie nur erwidern konnte. Ihre Rute wischte kurz über den Boden, als er den Kopf zu ihr neigte, und sie sanft berührte. Kurz blickte sie zu ihren Pfoten, neigte den Kopf dann ein wenig schief.

“Nein... nein, ich glaube nicht.“

Sie grinste leicht schräg, als er ihr über die Schnauze schleckte, und stupste ihm leicht gegen die Lefzen, bevor er wieder anfing zu sprechen. Atalya seufzte leise, blickte den hellen Rüden dann ein wenig hilflos an.

“Wer weiß.“

Die graue Fähe atmete noch einmal tief durch, stützte sich dann auf die Pfoten, um aufzustehen. Gerade, als sie aufrecht auf den Läufen stand, durchzuckte ein aufkommender Schmerz die Pfote, die so unglücklich aufgetreten war. Ein leises Aufjaulen verließ ihren Fang, als sie zur Seite taumelte. Für einen Moment hatte sie vergessen, dass Madoc neben ihr stand. Nun stieß sie mit der Seite an seine Flanke, konnte sich so gegen ihn stützen und Halt finden. Nun hob sie die Pfote an, um sie zu entlasten.

“Ok... es tut doch weh...“

Die Graue biß die Fänge fest aufeinander. Dennoch tat ihre Pfote weh.

Madoc
05.03.2011, 21:33

Der Silberne nickte versichert bei Atalyas Reaktion. Er war erleichtert, vor allem auch, weil sie nun abgelenkt war und nicht mehr dazu gezwungen war, an die unangenehmen Sorgen zu denken. Als sie nun auch noch Andeutungen machte, dass Wettrennen fortzusetzen, musste Madoc schmunzeln. Es erinnerte ihn an die kleine graue Welpin, die er vor einem Jahr kennen gelernt hatte, die so entschlossen und so furchtlos war. Er erfreute sich daran, dass diese Atalya von damals mindestens für diesen kurzen Augenblick zu ihm zurückgekehrt war. Nun hatte er das Gefühl, er wäre wirklich wieder zu Hause, für diesen Moment. Doch bevor er diese Freude auskosten musste, sah er bereits, wie der Graue Körper wieder zu wanken begann und mit einem Mal gegen ihn kippte. Etwas erschrocken gelang es Madoc standhaft zu bleiben, um seiner Freundin zu stützen. Er sah sie besorgt an, als sie von ihrem Unglück berichtete und stieß sie sachte mit der Schnauze an.

"Ist es sehr schlimm? Kannst du gehen?"

Erkundigte er sich schließlich mit ruhiger Stimme und blickte auf ihren rechten Vorderlauf, welchen sie nun schonend angehoben hatte. Ihm entging nicht, dass sie ihre Fänge aufeinanderbiss und er hoffte, dass es nichts Ernsthaftes war.

"Wenn sie zu sehr schmerzt, können wir auch eine Weile hier bleiben, damit du dich ausruhen kannst"

Schlug Madoc nun vor. Atalya hatte so viel Pech nicht verdient, auch wenn es sich nun lediglich um einen kleinen Unfall handelte.

Atalya
06.03.2011, 17:51

Nicht wirklich begeistert blickte Atalya zu ihrer Pfote, die nun recht nutzlos in der Luft hing. Aber wenigstens konnte sie sich gegen den hellen Rüden lehnen, um nicht gleich wieder um zu fallen. Und auch Madoc schien sich gerade noch halten zu können. Ein entschuldigendes Lächeln trat auf ihre Lefzen, als Madoc sie anstupste und sich erkundigte, ob sie laufen konnte.

“Ich weiß nicht. Das werde ich ja gleich sehen.“

Sie wartete noch, bis das letzte Wort von seinen Lefzen verklungen war, dann setzte sie sich vorsichtig in Bewegung. Aber kaum berührte ihr rechter Vorderlauf den kalten Boden, flammte wieder Schmerz in ihm auf. Ohne zu zögern blieb die Graue wieder stehen, ließ sich mit einem dumpfen Geräusch auf den Bauch, in den Schnee fallen. Ausnahmsweise musste sie sich wohl geschlagen geben. Nun hob sie den Kopf, blickte ruhig zu Madoc. In den Augen den Wunsch, ihren Freund näher bei sich zu haben. Der Schnee war noch immer unangenehm kalt.

Madoc
06.03.2011, 18:48

Ein wenig besorgt betrachtete Madoc die graue Fähe und beobachtete ihren vorsichtigen Versuch, die verletzte Pfote zu belasten. Als sie sofort wieder stehen blieb und sich auf den Boden fallen ließ, war er sofort dicht an ihrer Seite. Sein blutroter Blick begegnete dem Atalyas als sie zu ihm aufblickte, sie machte ganz den Anschein, als würde sie eine kleine Pause gut gebrauchen. Ein sanfter Ausdruck schlich sich nun in Madocs Augen, als er seinen Kopf zu ihr hinabsenkte.

"Scheint so, als wäre ich der Gewinner des heutigen Wettrenennes"

Wisperte er ihr sachte in Ohr, während seine Stimme etwas Aufmunterndes in sich trug. Dann ließ er sich mit einer eleganten Bewegung neben ihr nieder und spürte den kalten Schnee an seiner Unterseite. Er rückte etwas näher an Atalya heran, um ihr mit seinem Körper Wärme zu spenden. Er genoss die Zweisamkeit, die er so sehr vermisst hatte und wieder flackerten Erinnerungen auf, von jener Zeit, bevor er das Sternenwindtal verlassen hatte. Es beruhigte Madoc, dass er bei seiner grauen Freundin sein konnte, dass er wusste, dass sie in Sicherheit war.

"Ruh dich ein wenig aus, das Wettrennen können wir jeder Zeit nachholen"

Sagte er dann mit einem Augenzwinkern. Es störte ihn nicht im Geringsten, dass sie nicht zurückgehen konnten.

Atalya
06.03.2011, 19:02

Atalya hob leicht eine Augenbraue, als sich der helle Rüde seinen Kopf zu ihrem Ohr neigte. Dieses schnippte kurz durch die kalte Luft. Hmm... naja. Eigentlich konnte man das nicht so sagen. Sie hatten das Rennen ja nicht einmal wirklich zu Ende bringen können. Also gab es auch keinen Gewinner. In diesem Sinne. Sie gab nur ein leises „Tz!“ von sich, als sich der helle Rüde neben sie sinken ließ und näher an sie heran rückte. Nun war es wenigstens an einer Seite nicht mehr all zu kalt.

“Natürlich holen wir das nach! Das kann ich so nicht auf mir sitzen lassen! So leicht lasse ich dich nicht gewinnen!“

Mit einem triumphierenden Lächeln schnappte sie erneut nach seinem Ohr, rollte sich dann auf die Seite, sein Ohr nicht los lassend. Wenigstens hatte dieser... kleine Unfall die Trauer aus ihrem Kopf verbannt. Zumindest für diesen kleinen Moment.

Madoc
06.03.2011, 19:24

Madoc musste Lächeln, ihm entging Atalyas "Tz" nicht und er wusste genau, was sie dachte. Praktisch gesehen, mochte er nicht gewonnen haben, doch wer nicht mehr weiter konnte, hatte verloren, nicht wahr? Innerlich musste er schmunzeln, es war bereits so lange her, dass er solche … verspielten Gedanken gehabt hatte und die einzige momentan, die ihm solche entlocken konnte, war wohl diese graue Fähe.
Bei ihrer fast energisch wirkenden Antwort musste der silberne Rüde unwillkürlich lächeln, das war die Atalya, die er damals kennen gelernt hatte, Atalya die Furchtlose, die sich niemals geschlagen gab. Bevor er antworten konnte, spürte er bereits ihre Fänge, die ein weiteres Mal den Weg zu seinem Ohr gefunden hatten. Er grinste sie an und als sie sich zur Seite rollte, war er gezwungen, seinen Kopf zu beugen, damit sie ihm nicht das Ohr abriss. Kurz auflachend rollte er sich nun ebenfalls auf die Seite, jedoch darauf bedacht, ihre verletzte Pfote nicht zu berühren.

"Das werden wir ja sehen!"

Sagte Madoc dann mit einem frechen Unterton und befreite mit einem Ruck sein Ohr aus ihrem Fang, nur um seinerseits nach ihrem zu schnappen. Er zog einmal sachte daran, ließ es jedoch wieder los, um ihre Reaktion abzuwarten. Es erfreute ihn, dass sie es geschafft hatten, für diesen Augenblick aus dieser traurigen Lage herauszukommen und diese kurze, kostbare Zeit miteinander zu genießen. Das letzte Mal, dass er so gespielt hatte, war bevor er das Rudel verlassen hatte. Es war Zeit, sein Leben etwas aufzulockern, das gleiche galt auch für Atalya. Spielerisch wuschelte er mit seiner Schnauze durch ihr weiches Halsfell und genoss diesen Augenblick in vollen Zügen.

Atalya
06.03.2011, 19:40

Vorsichtig und doch bestimmt hielt die junge Wölfin das Ohr ihres Freundes fest. Sie hörte sein Lachen, spürte dann, wie er sich zu ihr neigte, um den Zug an seinem Ohr zu lockern. Auf seine Worte hin grollte die graue Fähe nur leise auf, da es ihr kaum möglich war, mit seinem Ohr im Maul zu sprechen. Wenn sie erst einmal groß genug war, würde sie ihn leicht abhängen, dessen war sie sich sicher. Und wenn sie bis dahin noch viel üben musste. Aber in diesem Moment konzentrierte sie sich eher auf das Ohr, das nun mit einem Ruck aus ihren Fängen gezogen wurde. Zuerst startete die Graue einen Versuch, es noch einmal zu erwischen. Aber da war es schon zu weit weg, als das sie es noch hätte erreichen können. Aber nun gut. Das würde sicher nicht ihr letzter Versuch gewesen sein.
Nun zerwuschelte der Helle ihr Fell, schien dabei sehr glücklich zu sein. Atalya selbst rollte sich darauf hin nur auf die andere Seite, sodass ihr Rücken nun an seiner Flanke lag. So konnte sie jeden Versuch abwehren, sie zu ärgern. Dann rollte sich Atalya auf den Rücken, blieb einen Moment so liegen, ehe sie den Kopf zu seiner Schnauze reckte. Ihre Rute wischte leicht über den Schnee. Dann fuhr ihre Zunge sanft über seine Lefze, ein verspieltes Lächeln auf den Lefzen.

“Ich hab dich lieb, Madoc.“

Madoc
06.03.2011, 21:03

Amüsiert betrachtete Madoc Atalya, als diese sich nun auf die andere Seite rollte, um weiteren "Angriffen" zu entgehen. Egal in welcher Situation sie sich befand, tief im inneren schien sie immer der Welpe zu bleiben, den er so lieben gelernt hatte. Er sah sie wie eine jüngere Schwester, er würde sein Leben für ihre Sicherheit opfern, genauso, wie er es einst für seinen Bruder getan hätte. Auf einer merkwürdigen Weise fühlte sich der silberweiße Rüde für sie verantwortlich, hatte das Gefühl, dass er für ihr Wohl sorgen musste und sie beschützen musste.
Als sich die graue Fähe auf den Rücken rollte, musste Madoc wieder lächeln. Er erwiderte ihre sanfte Berührung, indem er sie sachte anstieß und über ihren Schnauzenrücken schleckte. Der Hüne erfreute sich an ihrem welpenhaften Verhalten und es stimmte ihn glücklich, mit ihr zusammen zu sein. Schließlich war er nur wegen Atalya zum Rudel zurückgekehrt, wenn er es ihr auch nie direkt gesagt hatte.
Beim erklingen ihrer Stimme spitzte er die Ohren und schmunzelte zufrieden. Er empfand nicht weniger für sie, er nahm geistig dir Rolle ihres Bruders und gleichzeitig besten Freundes an und er liebte sie mindestens genauso sehr, wie er damals Llywarch geliebt hatte. Einen Moment lang ließ Madoc diese lieblichen Worte auf sich wirken, dann beugte er sich leicht über Atalya, sodass sich sein Kopf schräg über ihrem befand und doch so nah, dass er ihren Atem spürte.

"Ich dich auch, ich bin froh, dich wieder zu haben"

Sagte er mit sachter, tiefer Stimme. Mit diesen Worten bezog er sich nicht nur auf seine Rückkehr zum Rudel, sondern auf diesen Moment, in dem sie wieder die Atalya war, die er von früher kannte.

Atalya
13.03.2011, 15:42

Für diesen Moment ließ sie alle Sorgen los, die sie bedrücken. Und auch die Wut, die sie immer wieder ergriffen hatte schien in diesem Moment ganz weit fort. Sie lächelte leicht, als der helle Rüde ihr über die Schnauze leckte, und ihr seinerseits zulächelte. Sie blinzelte leicht, als Madoc sich über sie beugte, jedoch verblasste das Lächeln auf ihren Lefzen nicht. Kaum hatte er geendet, pfotete sie mit der gesunden Pfote nach seiner Schnauze. Ihr immer noch währendes Lächeln war die Erwiderung seiner Worte.
Atalya neigte sich noch einmal zu ihm, berührte kurz seine Schnauze und drehte sich dann wieder auf den Bauch. Sie wollte nicht hier herum liegen. Nur rennen konnte sie nicht. Leicht schmunzelnd erhob sich die graue Wölfin, schwankte leicht, bis sie ihr Gleichgewicht gefunden hatte. Nun schüttelte sie den Schnee aus ihrem Pelz, glücklich darüber, dass in diesem Moment nicht noch mehr Flocken vom Himmel fielen. Kurz hob sie den Blick zu den grauen Wolken, schnippte mit den Ohren durch die kalte Luft und richtete den Blick dann wieder auf Madoc, sich leicht in Bewegung setzend.

“Lass uns trotzdem zum Steinwald gehen. Ich war schon lange nicht mehr dort.“