Chanuka
08.01.2011, 21:54

((wenn der Zeitpunkt nicht passt, gib bescheid. Ich dachte ich leg los, wenn ich schon am Powerposten bin))

Chanuka konnte einfach keine Ruhe finden, zu sehr beschäftigten ihn die Ereignisse des vergangenen Tags. Tascurios Tod, der gleichzeitig Tyraleens Mord war und dann der Kampf seiner Eltern, der Streit des Rudels, die Wut die plötzlich da war, seine Eltern, die er von nun an nicht mehr als ein Ganzes betrachten durfte. Es war so kalt geworden, in der Gemeinschaft. Er wusste nicht mehr, zu wem er sich flüchten sollte. Er fürchtete sich davor, seiner Mutter zu begegnen und hatte im nächsten Augenblick Angst davor, seinen Vater nicht finden zu können. Er suchte ihn, stellte er in diesem Augenblick fest. Unbewusst suchte er ihn, während er orientierungslos und ruhelos herumirrte. Eigentlich wollte er auch mit Tyraleen sprechen, aber er brauchte noch ein bisschen Zeit. Ganz wichtig war ihm aber, klarstellen zu können, dass er die noch lieb hatte, auch wenn er traurig fand, dass sie getan hatte, was Tascurio prophezeit hatte. Er hätte es nicht geglaubt, wenn es nicht geschehen wäre. Es machte ihm wirklich Angst. Alles, was geschehen war. Am meisten fürchtete er sich aber davor, dass er einen Elternteil verlieren könnte. Vielleicht wollten sie sich nicht mehr sehen, weil sie so wütend waren und dann würde einer von ihnen gehen. Chanuka wusste nicht warum, aber bei seinem Vater machte er sich größere Sorgen.

Averic
12.02.2011, 20:02

Die schwarzen Pfoten hingen leicht über den Uferrand, der große Kopf war gesenkt und die dunkelblauen Augen starrten den Flusslauf hinab. Seit dem gestrigen Abend war er hier am Fluss und fühlte sich auch jetzt noch nicht bereit dazu wieder zurück zu gehen. Beim Rudel erwartete ihn nichts mehr, für das es sich lohnen würde zurück zu gehen. Averic wusste nicht, wie er nun in den Augen seiner eigenen Kinder aussah und er fürchtete sich davor es heraus zu finden, nachdem ihm Avendal Gestern schon einen ersten Eindruck geliefert hatte. Aber am allerwenigsten wollte er Tyraleen sehen. Er konnte es einfach nicht. Es war fast wie damals, als Cylin gestorben war ... und doch nicht vergleichbar. Denn Gestern hatte es seine ganze Familie getötet. Noch schlimmer, seine geliebte Gefährtin hatte sie getötet und der Gott, dem eigentlich er die Treue geschworen hatte. Und neben all dem saß irgendwo in seiner Brust ein bitteres Gefühl darüber, dass er einen Sohn verloren hatte, der ihm wahrscheinlich ähnlicher gewesen war als jeder andere in der Familie und den er doch nicht gekannt hatte.

Chanuka
23.02.2011, 17:44

Chanuka entdeckte seinen Vater in einiger Entfernung, am Fluss, der Tascurio zu den Göttern gebracht hatte. Unsicherheit erfüllte ihn, geradezu aufkeimende Panik, als er Averic so sah. Es war ein merkwürdiges Gefühl von Hilflosigkeit, die ihn plötzlich durchströmte. Der Vater, zu dem sich ein Sohn gerne flüchtete, wenn er nicht weiter wusste, war augenblicklich keine Zufluchtsmöglichkeit. Eher im Gegenteil. Chanuka hatte das Gefühl, selbst stütze sein zu müssen. Jedenfalls wenn er Averic so aus der Ferne beobachtete. Dieser Rollentausch verwirrte und beunruhigte ihn zugleich. Es fühlte sich falsch an. Es machte ihm Angst.
Geduckt trat er näher, beinahe lauernd, als wüsste er nicht, ob er wirklich weiter gehen sollte. Er fühlte sich nicht im Stande, die richtigen Worte zu finden, ganz gleich, über was sie beide nun reden würden. Und er fürchtete sich davor, das Falsche zu sagen. Das war das schlimmste. Die Eventualität, seiner neuen Aufgabe nicht gewachsen zu sein.

"Ah...m. Papa?"

Er war fünf Wolfslängen hinter ihm stehen geblieben. Die Bezeichnung 'Papa' fühlte sich fremd an, obwohl sie Vertrautheit und Zugehörigkeit ausdrücken sollte.

"Willst du lieber allein sein?"

Chanuka rührte sich nicht von der Stelle. Er wollte sich auf keinen Fall aufdrängen und schon gar nicht stören. Schwer zu sagen ob sein Vater lieber allein sein wollte, oder ob es in Ordnung war, wenn er sich zu ihm gesellte.

Averic
05.03.2011, 17:45

Ein leichtes Ohrenzucken, als der Pechschwarze Schritte hinter sich vernahm. Ganz leise, schleichende Schritte. Averic hob den Kopf leicht, drehte ihn aber nicht herum, sondern warf nur einen Blick aus den Augenwinkeln hinter sich. Chanukas Witterung wehte ihm entgegen. Er spürte, wie sich sein Magen zusammenkrampfte. Chanuka und Turién waren dabei gewesen. Sie hatten alles gesehen und er wusste nicht, wie viel sie auch gehört hatten. Was würde ihn jetzt erwarten, warum suchte Chanuka ihn auf? Er wollte nicht noch mehr abfällige Worte hören, ganz besonders nicht von seinem kleinen Sohn, der eigentlich nicht sein Sohn hatte sein dürfen.
Und ganz besonders deswegen erstarrte er fast, als er die Worte „Papa“ aus dem Mund des Schwarzen hörte. Bisher hatte er ihn nie so genannt, sondern immer nur beim Vornamen. Kurz trat ein schmerzlicher Ausdruck in seine Augen. Sollte ihn das nun freuen, oder sollte es ihm deutlich machen, wie sehr zerbrochen jetzt alles war, dass man sich mit aller Macht an die letzten übriggebliebenen Stränge klammern musste? Er wischte es fort und ließ die Kälte zurückkommen. Die Ausdruckslosigkeit, die alles erheblich leichter machte. Weder Wut, noch Trauer. Nichts. Als Chanuka fragte, ob er lieber allein sein wollte, drehte Averic schließlich ganz den Kopf zu seinem Sohn herum und setzte sich auf. Er durfte vor seinen Kindern keine Schwäche zeigen.

Du kannst dich gerne zu mir setzen.“

Chanuka
03.05.2011, 15:51

Chanuka setzte sich dicht neben Averic und kuschelte sich in dessen Pelz. Eigentlich suchte er keinen Schutz und keinen Trost, obwohl er das Verlangen danach hatte. Im Augenblick wollte er seinem Papa einfach nur nah sein und bei ihm bleiben. Während er neben ihm saß spukten tausend Gedanken gleichzeitig durch seinen Kopf, so dass er mühe hatte, sie überhaupt wieder zu ordnen. Und jedesmal, wenn er glaubte, weniger durcheinander zu sein, stob alles in ihm wegen irgendeiner Kleinigkeit wieder auseinander.

"Du wirst doch nicht fort gehen, oder?"

Hauchte er flüsternd in das Fell seines Papas. Diese Angst überwog jeglichen Schmerz über die Trennung seiner Eltern und die Liebe, die wohl zwischen ihnen verloren gegangen war. Ohne Averic wollte Chanuka nicht sein. Nicht jetzt und vielleicht nie. Aber das wusste er nicht so genau. Vielleicht könnte er ihn ziehen lassen, wenn er älter wäre, aber so recht vorstellen konnte er sich das nicht. Averic hatte in seinem Leben immer einen besonderen Platz gehabt. Er war der erste aus seiner Familie, dem er ein bisschen nahe gekommen war und der erste, bei dem er sich zugehörig gefühlt hatte.