Atalya
19.12.2010, 19:30

(Am Abend vom aktuellen Plot =) )

Ruhig lag die graue Fähe am Sternensee, den Kopf zwischen den Läufen gebettet. Die hellen Augen waren gen Horizont gerichtet, verträumt, fast abwesend. Die Bilder der vergangenen Stunden verschwanden nicht mehr aus ihrem Kopf, immer wieder sah sie diesen Bären, wie er aus dem Gebüsch brach, und den weißen Jungwolf Nihil unter sich begrub. Und sie selbst wurde noch immer von diesem merkwürdigen Gefühl gefangen gehalten, diese unerklärliche Energie, die sie in ihrem Bann hielt. Und dennoch lag sie nur da, blickte gelegentlich zum Rudel zurück, nur um wieder in die vorherige Position zurück zu kehren. Anfangs hatte sie dieses wunderbare Gefühl von ihren eigentlichen Gedanken abgelenkt. Aber jetzt kamen auch die Bilder von vor drei Tagen zurück, das mit Blut befleckte Fell ihrer Mutter.
Stumm biß die Graue die Fänge fest aufeinander, versuchte diese Gedanken mit einem Kopfschütteln zu vertreiben. Aber es half nichts. Zu stark war der Wunsch, dass alles wieder normal war, dass sie sich nicht zwischen Mutter und Vater entscheiden mussten. Wieso konnte ihre Oma nicht hier sein? Sie hätte sicher eine Lösung gefunden.. dessen war sich Atalya sicher. Sie hatte immer gewußt, was zu tun war. Und wenn sie sie wirklich beobachtete.. wieso konnte sie nicht helfen? Sah sie nicht die Verzweiflung und die Trauer, die über ihrer Familie lag? Es musste doch irgend etwas geben, was man tun konnte, um alles wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Um die Sonne in diesem Tal wieder scheinen zu lassen. Die Graue hatte so wenig Sonnentage erlebt, und nun schien der Feuerball wieder so unendlich fern. Die Kälte machte ihr nach wie vor kaum etwas aus, nur manchmal verspürte sie den Drang, sich in das wärmende Fell eines Wolfes zu kuscheln. Aber in diesem Moment wollte sie allein sein, zusehen, wie der Tag sich dem Ende neigte. Um dann zu verarbeiten, was sie erlebt hatte. Der Himmel war noch immer grau, und kalter Wind zog an ihrem dunklen Pelz. So konnte sie nur erahnen, wo die Sonne sich dem Horizont näherte. Irgendwann ließ die junge Fähe den Kopf schließlich sinken, bettete ihn wieder zwischen den Läufen und schloß die hellen Augen. Gegensätzlich zu dieser Energie, die durch ihren Körper strömte, fühlte sie sich müde. Dieser Tag hatte an ihren Kräften gezerrt, und sie wünschte sich, dass er endlich zu Ende ging.

Tiberius
19.12.2010, 19:57

Es war eine seltsame Stimmung und als Außenstehender nicht zu begreifen. Das gesamte Rudel schien in schrecklicher Erinnerung zu schwelgen. Gemeinsam schwiegen sie und waren damit, scheinbar oder viel mehr offensichtlich glücklich. Der Graue akzeptierte die geschlossene Trauer. Es blieb ihm nichts anderes. Gemächlich und die Ruhe selbst irrte er ziellos umher, besah sich seiner Artgenossen und verschaffte sich einen Überblick. Etwas Vergleichbares hatte er zuvor noch nicht erlebt. Bekanntlich war, dass der Canis Lupus ein Rudeltier war, aber das war noch kein Beleg für etwaige Trauerszenarien, die das ganze Pack erfassten.

Und so wurde eine graue, junge Fähe auch nur Opfer des Zufalls. Tiberius' Aufmerksamkeitsträger. Sie lag alleine am Seeufer, hatte den Kopf zwischen den Pfoten gebettet und tat es den Anderen gleich. Entweder Gedankenverloren oder ebenso erschrocken von besagten Geschehnissen. Was es auch war, keine gelungene Ausrede um den Rüden abschrecken zu können. Allerdings ließ er sich viel Zeit, um der junge Wölfin näher zu kommen. Sie hatte ihn schon längst bemerkt, bevor er endlich an ihrer Seite Platz fand. Zuerst schwieg er, versuchte Ruhe in seinen chaotischen Geist zu bringen und besann sich wieder auf die erfreulicheren Gepflogenheiten.

“Erklärst du es mir?“,

Tiberius brauchte nicht zu erklären, was er meinte. Offensichtlich handelte es sich um die gedrückte Stimmung im Tal.

Atalya
19.12.2010, 20:14

Atalya hatte den Gedanken an das allein sein kaum zu Ende gedacht, als ein völlig fremder Geruch die Luft erfüllte. Vielleicht wieder einer dieser Wölfe, die kamen, kurz beim Rudel verweilten, und dann wieder verschwanden? Ohne jegliche Spur, ohne ein Wort des Abschiedes. Ein leises Seufzen verließ die Kehle der jungen Fähe, während sie die Augen leicht zur Seite wandte, jedoch noch nichts in ihrer näheren Umgebung wahrnehmen konnte. Aber dieser Geruch bewegte sich deutlich auf sie zu, wenn auch nicht unbedingt schnell. Aber so sehr sie sich auch anstrengte, sie konnte ihn nicht zu ordnen. Also musste es ein Fremder sein, glaubte sie doch deutlich den Geruch eines Rüden wahr zu nehmen.
Schließlich, als sie Schritte hörte, und einige Herzschläge später auch eine Stimme neben sich vernahm, stellte sie die Ohren aufmerksam auf, hob jedoch nicht den Kopf. Erst ließ sie ihn aussprechen. Sie sollte es ihm erklären? Sie konnte nur erahnen, was er meinte, und hatte dennoch nicht gerade Lust darauf, ihm ihr Herz auszuschütten. Wo sie ihn noch nie in ihrem Leben gesehen hatte. Nicht einmal seinen Namen kannte. Nun hob Atalya den Kopf, blinzelte zu dem grauen Rüden empor. Was sollte sie nun auf solch eine Frage antworten, von jemandem, den sie nicht kannte?

“Vielleicht, wenn du mir erst Mal verrätst, wer du bist und warum du hier bist. Ich kann mich nicht daran erinnern, dich schon einmal in diesem Tal gesehen zu haben.“

Die Graue blieb liegen, blickte nur abwartend zu dem Älteren herauf. Hätte sie sich vielleicht zuerst vorstellen sollen? Aber immerhin war er zu ihr gekommen, hatte sie etwas gefragt. Aber wenn se so genau darüber nachdachte, war Gesellschaft nun das, was sie brauchte. Um wenigstens nicht ganz allein mit diesen Bildern, diesem Gefühl zu sein. Auch wenn sie vielleicht lieber Madoc bei sich gehabt hätte, als einen namenlosen Fremden, der einfach Mal so die Situation des Rudels erklärt haben wollte.

Tiberius
19.12.2010, 20:38

Obwohl sie es nicht aussprach, wusste der Graue, dass sie ihn nicht belehren wollte. Welche Gründe dahinter stecken mochten, standen außen vor. Und eigentlich konnte der Ältere sich auch die meisten Erklärungen denken. Es war nicht das erste Mal und es würde auch nicht die letzte Situation sein, in der er nur fragte und ungern Antworten gab. Undurchsichtig, ja, vielleicht. Oder vielmehr vorausschauend. Er dachte weiter, als die meisten Wölfe bereit waren, sich ihm zu öffnen. Gerade deswegen schien er forsch mit den Gefühlen und dem Gedankengut seiner Artgenossen.
Die rostbraunen Augen sahen an Tiberius empor.

“Tiberius“,

das war eine recht einfache Antwort. Es gab kein entweder-oder. Eine eindeutige Aussage und an ihr gab es nichts zu rütteln. Anders sah es mit seinen Beweggründen aus. Er war hier im Tal, gut soweit, aber warum er gerade hier war, konnte er nicht beantworten. Unschlüssig ließ er sich auf die Hinterpfoten nieder und überlegte, was er sagen konnte, ohne zu viel zu verraten oder wirre Details Preis zu geben.

“Gut beobachtet. Ich bin noch nicht allzu lange in eurer Gesellschaft“,

alles zutreffend. Er beschloss, es dabei zu belassen. Alles Weitere wäre nicht von Relevanz, nicht wichtig und würde die junge Fähe nur langweilen. Als Entschädigung ließ er ein leichtes Lächeln über die Lefzen huschen und sah sein Gegenüber offen an. In dem verschwindenden Sonnenlicht erkannte man, dass es nicht nur Bernstein war. Fast so rotbraun wie ihre Augen, strahlten auch seine Seelenspiegel.

“Und du? Wie heißt du und was hält dich in diesem Tal?“,

seine Frage gewillt und bestimmt in diese eindeutige Richtung gelenkt.

Atalya
19.12.2010, 21:15

Ihr heller Blick ruhte weiterhin auf den Augen des fremden Rüden, sie machte jedoch keine Anstalten aufzustehen. Auch nicht, als der Graue seinen Namen mit einem einzigen Wort preis gab. Tiberius. Diesen Namen hatte sie in der Tat nie zuvor gehört. Aber die Graue regte sich nicht, beobachtete nur, wie der Fremde sich schließlich setzte, lauschte der halben Antwort auf ihre Frage. Schön, nun war geklärt, dass er nie zuvor hier gewesen war. Alles andere ließ er aus. Aber.. es sollte ihr Recht sein. Sie war nicht der Typ Wolf, der in anderen nach Fragen bohrte, wenn diese anscheinend nicht auf eben solche antworten wollten. Es war ihm überlassen, was er verriet, und was nicht. Schließlich, als der graue Rüde zu lächeln begann, erhob sich auch Atalya, saß nun aufrecht neben ihm. Und noch bevor sie auf seine Worte antworten konnte, stellte er seinerseits die nächste Frage. Die Ohren der jungen Fähe neigten sich leicht zurück und einen Moment wandte sie den hellen Blick auf den See. Stille Momente vergingen, ehe sie den Grauen wieder anblickte, nun auch ein ganz leichtes, vorsichtiges Lächeln auf den Lefzen. Sie war keines Falles unhöflich.. nur ein wenig in Gedanken versunken. Sie suchte seinen Blick und setzte dann zu einer Antwort an.

“Mein Name ist Atalya. Und was mich hier hält.. meine Familie. Ich wurde in diesem Tal geboren, und habe auch nicht vor, es so schnell wieder zu verlassen. Ich habe hier schon einiges erlebt.. und es bindet mich zu viel an meine Heimat, als dass ich fort gehen könnte.“

Ihre Ohren zuckten leicht durch den kühlen Abendwind, und ihr Blick ruhte auf dem Gesicht des Rüden. Hatte sie zu viel verraten? Nein, eher nicht.

“Es gibt viele Wölfe, die hierher kommen und schnell wieder verschwinden. Manche bleiben nur wenige Tage, und dann sieht man sie nie wieder. Was hast du vor? Wirst du in diesem Tal bleiben, oder verschwindest du auch wieder, und man hört nie wieder etwas von dir?“

Tiberius
19.12.2010, 21:55

Sie stellte keine weiteren Fragen bezüglich seiner Herkunft, was dieses Zusammensein ein wenig erträglicher, fast angenehm gestaltete. Obgleich er ihr in keinerlei Hinsicht eine Erklärung schuldig war, verstand sich nicht jeder Wolf in Akzeptanz. Trotz ihres jungen Alters war sie reif genug. Dieser Aspekt stimmte Tiberius ein wenig rüde. Ja, es kribbelte sogar für einige Momente unter seinen Pfoten. Ein seltener Genuss und doch wusste der Graue diese kurzen Sekunden zu schätzen. Und als passende Zugabe erhob sich die Wölfin, saß nun gerade neben ihm. Ihre Ohren neigten sich zurück, ihr Blick wanderte auf den See. Zu gern hätte er der Grauen nachempfinden wollen, doch er wartete auf einen weiteren Kontakt. Und tatsächlich senkte sie einige Augenblicke später ihre Seelenspiegel wieder auf ihn, lächelte dabei. Noch zaghaft, aber ein guter Anfang.
Atalya war also hier geboren. Das Erbe des Rudels. Anders als ihn, schien ihre Familie sie an diesen Ort zu binden. 'Heimat' nannte sie es fast liebevoll. Deswegen litt sie auch mit dieser Gemeinschaft.
Ein kurzes Ohrenzucken und wieder wurden ihm fragen gestellt. Auf diese wusste er allerdings gewillt zu antworten. Das war etwas, was er gern mit Atalya teilen würde.

“Ich weiß es nicht, Atalya“,

er senkte seine Augenlider. Das Lächeln wurde ein wenig breiter. Und als er wieder in das hübsche Gesicht der jungen Wölfin sah, lag etwas in seinen Zügen, dass man liebevoll mit 'Schalk im Nacken' betiteln könnte.

“Vielleicht bleibe ich nur wenige Tage und verschwinde wie andere Wanderer. Es könnten Freundschaften und andere Bindungen entstehen, die mich zum bleiben bewegen. Vielleicht bist sogar du der Grund, warum ich nicht gehen möchte“,

nein, er hatte keine offensichtlichen Hintergedanken. Er sprach das aus, was er dachte. Ohne Scham.

Atalya
19.12.2010, 22:22

Die graue Jungwölfin fand es immer wieder interessant, auf neue Wölfe zu treffen. Mit den meisten aus diesem Rudel hatte sie zumindest kurz etwas gesprochen, oder kannte zumindest ihre Namen. Und neue Wölfe waren.. immer ein kleines Abenteuer. So wußte man doch nie, wie sie reagieren würden. Auf Fragen, auf die eigenen Worte. Und eigentlich gingen einem nie die Fragen aus. Und man selbst konnte die Fragen des anderen beantworten. Ihr Blick ruhte fest auf dem Rüden, bei seinen Worten neigte sich ihr Kopf ganz leicht zur Seite. Sie konnte sehen, wie er die Augen schloß, wie sein Lächeln breiter wurde. Ein Ohr neigte sich zurück. Er wußte es nicht. Natürlich, woher sollte er auch wissen, was in einer oder zwei Wochen war? Das wußte ja nicht einmal sie.
Als der graue die Augen wieder öffnete und sie anblickte, richtete auch sie den Blick wieder in die Augen, dessen Farbe ihrer so glichen. Aufmerksam, nun wieder mit aufgestellten Ohren lauschte sie Tiberius‘ Erklärung, und es war nicht schwer, seine Begründung zu verstehen. Vielleicht würden ihn Freundschaften an diesen Ort binden. Das Ende seiner kurzen Erklärung ließ sie dann einen Moment lang inne halten. Sie blinzelte, ein wenig überrumpelt von diesen Worten. Einen Atemzug später hatte sie sich aber wieder gefangen, lachte leise auf.

“Das nehme ich jetzt Mal als Kompliment an.“

Wieder schenkte sie ihm ein freundliches Lächeln, so wie er es zuvor getan hatte.

“Aber außer mir gibt es hier noch viele andere Wölfe, mit denen du Freundschaft schließen kannst. Im Moment ist alles nur ein wenig.. angespannt.. es sind Dinge geschehen, die das Rudel gespalten haben, und..“

Ihre Stamme versagte, und das Lächeln wich von ihren Lefzen. Dinge, die das Rudel gespalten hatten. Die Mutter, die ihren Sohn getötet hatte. Die Eltern, die sich hassten.. und sich doch eigentlich lieben sollten. Kurz und kräftig biß die Graue die Fänge aufeinander, verwarf diese Gedanken mit einem Kopfschütteln. Sie wollte nicht die ganze Zeit daran denken.

“Soll ich dir das Tal zeigen? Du hast sicher noch nicht viel davon gesehen. Es gibt hier wunderschöne Orte.“

Ein Versuch, sich selbst von diesen bitteren Gedanken abzulenken.

Tiberius
19.12.2010, 23:14

Einen kleinen Moment lang schien Atalya tatsächlich überrumpelt. Sie hielt inne und blinzelte ihn durch ihre rostbraunen Augen hindurch an. Tiberius machte keinen Hehl daraus. Er mochte die Verblüffung seiner Artgenossen. Meist verrieten solche Augenblicke mehr über sein Gegenüber, als man es in vielen, tausenden Worten könnte. Ihr leises Auflachen zeugte von ihrer großzügigen Art. Sie nahm es dem Älteren nicht übel und fasste das Ganze schließlich als Kompliment auf. Als was es nun tatsächlich gemeint war, stand zur wilden, spekulativen Interpretation frei. Ein Nicken war seine stumme Zustimmung. Ihm war es sichtlich lieber, sie würde es nicht als eine grobe, plumpe Anmache sehen. Denn das – mit Verlaub – hatte der Graue nicht nötig. Und als das freundliche Lächeln wieder auf ihren Lefzen Platz fand, kam Tiberius nicht umhin sich über ihre Gesellschaft zu freuen. Ihre nächsten Worte allerdings, ließen Atalyas Lächeln verblassen. Wie der Regen den Schlamm aus den Fugen wusch, so war auch ihre anfängliche Begeisterung verschwunden. Anders als man es aus Mitgefühl getan hätte, behielt Tiberius sein Lächeln.

“Aber kein anderer Wolf ließ sich auf ein Gespräch mit mir ein“,

fast wirkten diese Worte aus dem Zusammenhang gerissen. Doch wer den Grauen kannte (was bekanntlich eher selten der Fall war, leider), der wusste, dass kein Satz ohne Sinn gesprochen wurde. So dienten seine Worte Atalyas Aufmunterung. Tatsächlich könnten das die ersten Schritte in Richtung Freundschaft sein. Oder sie wären mit dem bitteren Geschmack des Gegenteils behaftet. Die Beiden hatten ja bereits festgestellt, dass nichts vorhersehbar war.

“Ich würde mich über einen Rundgang durch das Tal freuen, Atalya“,

wieder sprach er ihren Namen aus. Versuchte nicht allzu rau in seinem Stimmtenor zu klingen. Weiterhin mit dem Lächeln in seinen Zügen erhob sich der stattliche Rüde, ließ die Jüngere nicht aus den Augen.

“Es scheint dich sehr zu belasten“,

er würde schweigen, wenn sie ihn unterbrechen wollte.

Atalya
20.12.2010, 13:30

Die Graue wandte den Blick ab, wollte dem Rüden in diesem Moment der Schwäche nicht in die Augen blicken. Ihr Blick wandte sich auf den See, ohne einen festen Punkt anzusehen. Unsicher, ohne Ziel. Einen Moment herrschte Schweigen um sie, dann erhob der Graue wieder die Stimme, und nun wandte Atalya den Blick wieder herum, um ihn erneut anzusehen. Jedoch kehrte das Lächeln nicht auf ihre Lefzen zurück. Ein leises, kaum merkliches Seufzen verließ ihre Kehle, als er geendet hatte.

“Das kommt sicher noch.. irgendwer ist immer hinter den neuen her, versucht sie kennen zu lernen. Bei dir wird es sicher nicht anders sein.“

Die graue Fähe bemühte sich wieder um ein Lächeln, auch wenn es vielleicht ein wenig schräg wirken mochte. Auf die Worte der Zustimmung seinerseits nickte die graue Jungwölfin dann leicht. Sie würde ihm nicht alles zeigen können, aber so lernte er wenigstens die wichtigsten und schönsten Orte kennen. Die Blumenwiese, den Himmelsfelsen.. Sie tat es ihm gleich, erhob sich langsam und dachte in diesem Moment darüber nach, welchen Weg sie wählen sollte. Aus den Gedanken gerissen wandte sie den Kopf herum, als der graue Rüde erneut etwas feststellte. Einige stille Momente ruhte der Blick der Wölfin auf seinen Augen. Was sollte sie ihm erzählen, was nicht? Im Prinzip ging es ihn nichts an, was ihre Mutter getan hatte. Die Graue schluckte, wandte den Blick dann nach vorn und setzte sich ruhig in Bewegung. Nur kurz wandte sie den Blick über die Schulter zurück, um zu sehen, ob er ihr folgte.
Stille Momente zogen an ihnen vorbei, in denen sie nachdachte, welche Worte richtig gewählt waren.

“Kennst du die Geschichte unserer Götter? Fenris, der den Tod verkörpert. Und Engaya, das Leben. Der eine kann nicht ohne den anderen existieren. Ein ewiges Gleichgewicht. Und dieses Gleichgewicht wurde vor einigen Tagen gestört.. es sind Dinge passiert, die nicht hätten passieren dürfen. Eine Wölfin hat ihren eigenen Sohn getötet.. Fenris stellte sie vor die Entscheidung. Entweder musste ihr Sohn sterben, oder er würde ihren Gefährten, seinen Vater töten. Sie entschied sich für ihren Gefährten und beging einen schwerwiegenden Fehler. Ich weiß nicht, was geschehen wäre, wenn sie ihn nicht getötet hätte.. Die eine Seite des Rudels versteht ihr Handeln.. die andere Seite sieht nur das, was sie getan hat. Ohne die Gedanken, die Gefühle, die sie dabei empfindet.“

Atalya versuchte möglichst neutral zu klingen und doch den Grund für das Handeln ihrer Mutter zu betonen. Das es sich um ihre Familie handelte, verschwieg sie bewußt. Genau wie die Tatsache, dass diese Wölfe, ihre Eltern, nun getrennte Wege gingen.

Tiberius
20.12.2010, 15:10

Der Gedanke hatte sie betrübt. Was auch immer sie gedacht hatte, woran sie sich erinnerte, es raubte ihre helle Stimmung. Natürlich fühlte der Graue mit, irgendwie. Aber ihr trauriges Gemüt erreichte ihn nicht. So wie alles an dem Rüden abprallte, so blieb er auch jetzt von tiefer Verbundenheit verschont. Es war keine böswillige Absicht. Er hatte zu viel gesehen, zu viel erlebt, als dass ihn noch irgendetwas tief in einen Bann ziehen könnte. Zumindest war Tiberius fest davon überzeugt. Um der Grauen nicht vor den Kopf zu stoßen, ließ er das Lächeln ein wenig mitfühlender wirken.
Ihrem Lächeln folgten Worte, die der Rüde einfach so stehen ließ. Es gab neugierige Wölfe, die an ihren Artgenossen interessiert waren. So war ein Wanderer schnell mal eine willkommene Abwechslung. Ob er dieser Willkommensheißung zugetan war, würde sich dann entscheiden.

Endlich gewann sie wieder die Kontrolle über ihre Gesichtszüge, quälte sich zu einem Lächeln. Tiberius' wäre es lieber gewesen, sie würde nicht der Konversation zu Liebe diesen Versuch starten. Höflichkeit, eine gute Erziehung. Atalya wollte ihn nicht an all ihren Sorgen Teil haben lassen. Verständlich. Der Rüde war jedoch erfahren genug, um ihren Zwang dahinter zu erkennen. Sie setzte sich in Bewegung, warf noch einen Blick über ihre Schulter und der Rüde trat an Atalyas Seite. Ihrer Erzählung schenkte er viel Aufmerksamkeit. Sortierte die Gedanken und schloss ein eigenes Urteil. Götter. Der Glauben an ein höheres Wesen. Der Konflikt zwischen Wahn und Gehorsamkeit. Die Mutter hatte folglich ihren Sohn getötet. Weil ein Gott sie vor die Wahl gestellt hatte. Knnnte höhere Mächte so etwas zulassen? Scheinbar schon. Ob Tiberius nun daran glaubte oder nicht. Das spielte keine wesentliche Rolle.

“Ich glaube nicht, dass dieser Konflikt eine Schuldfrage ist. Die Mutter entschied sich für ihren Sohn“,

seine Worte klangen hart, aber nur für einen Moment lang. Die klaren, ehrlichen Augen auf das Seitenprofil der hübschen Jungwölfin gerichtet.

“Wenn sie ihren Sohn nicht getötet hätte, würde er eines Tages mit der Schuld leben seinen eigenen Vater ermordet zu haben. Ist der Tod so viel schlimmer als die Schuld, solch einen verursacht zu haben? Ein kurzes, glückliches Leben oder eines, welches sich nicht mehr lohnt. Keiner kann sich darüber ein Urteil erlauben, nicht einmal eure Götter“,

eiskalte Ansichten, ohne Gefühl und Mitleid. Aber das würde Atalya auch nicht brauchen. Es bedurfte keinen weiteren Wolf, der entweder die Mutter oder den Sohn verurteilte. Das hatte bereits das gesamte Rudel für Tiberius übernommen.

“Der Tod ist nicht immer grausamer als das Leben. Nichts kann diesen Mord rückgängig machen und Urteile verschaffen nicht den klaren Durchblick, der jedem besser dienen würde als Zorn und blinde Wut“,

endlich wandte er seinen Blick ab. All diese Worte hätten von einem klugen, weisen Wolf stammen können. Sie waren aber von dem grauen Rüden. Noch immer das leichte Lächeln, noch immer keine Ehrfurcht vor Göttern, dem Tod oder etwaigen anderen Gewalten.

“Du nennst ihr Handeln einen Fehler. Ob es nun aber wirklich ein Fehler war, kannst du und kein anderer Wolf abschätzen. Denn keiner musste ihre Entscheidung treffen. Sie hatte nur diese eine Wahl. Würdest du sie auch Mörder nennen, wenn sie nicht gehandelt hätte?“,

damit kam er zum Kernproblem. Denn egal welchen Weg diese Wölfin eingeschlagen hatte – einer hätte sterben müssen. Obgleich das ein schwieriges Thema war, blieb der Graue distanziert. Seine Stimme war ruhig, klang fast gleichgültig.

“Wie willst du damit umgehen, Atalya?“,

der Blick wieder auf ihr Gesicht gerichtet.


(entschuldige, ich bin irgendwie ausschweifend geworden ^^)

Atalya
22.12.2010, 17:38

Atalyas heller Blick blieb nach vorn gerichtet, um den grauen Rüden nicht ansehen zu müssen. Nur kurz wandte sie den Blick leicht zur Seite, erkannte sein Lächeln und konnte es doch erwidern. Die ganze Zeit wich es nicht von seinen Lefzen, und für einen kleinen Moment fragte sich die Fähe, ob er sie überhaupt ernst nahm. Nur ein leises Seufzen verließ ihre Kehle, und damit verwarf sie diesen Gedanken wieder. Das war Schwachsinn. Für einen Moment war sie unkonzentriert, zuckte leicht zusammen, als der graue Rüde wieder zu sprechen begann. Ihre Ohren neigten sich leicht zu ihm, und sie spürte seinen Blick auf sich ruhen. Aber sie blickte nach vorn, immer auf den Weg achtend, dem sie folgten. Auf eine Worte hin biß die junge Wölfin die Fänge fest aufeinander, atmete tief durch. Sie ließ ihn aussprechen, machte sich zu seinen Worten ihre eigenen Gedanken. Während er so weiter sprach, neigten sich die Ohren der Grauen nach hinten, Leicht schüttelte sie den Kopf hin und her, als sie seinen Blick nicht mehr auf sich spürte. Doch noch immer verließ kein Ton ihren Fang, wollte sie doch zuerst seinen Worten bis zum Ende lauschen. Erst, als er schließlich geendet hatte, setzte die graue Fähe zu einer Antwort an. Ihre Stimme war ruhig, und die ersten Worte waren von einem leichten Zittern unterlegt.

“Wer sagt, dass er seinen Vater getötet hätte? Was wäre, wenn diese.. Vision eine Lüge war, nur um die Wölfin auf einen falschen Weg zu führen? Wir werden es nicht mehr erfahren.. aber was wäre, wenn sie beide hätten leben können? Wenn niemand hätte sterben müssen?“

Die Graue schluckte, ihr Blick fiel auf den Boden unter ihren Pfoten. Es gab keine Möglichkeit, dies heraus zu finden. Tascurio war tot, ihre Eltern ertrugen die Anwesenheit des anderen nicht.

“Sie hatte eine andere Wahl. Sie hätte warten können. Es hätte vielleicht einen anderen Weg gegeben.. aber auch das werden wir nie heraus finden. Und wenn sie anders gehandelt hätte, gäbe es keinen Grund, sie Mörder zu nennen.“

Nun machte die graue Jungwölfin eine kurze Pause, ließ sich seine Frage wieder und wieder durch den Kopf gehen. Wie wollte sie damit umgehen? Wie oft hatte sie sich selbst diese Frage gestellt, ohne eine Antwort gefunden zu haben. Vielleicht würde er es besser verstehen, wenn er wußte, um was für Wölfe es sich handelte, wenn er wußte, dass es um ihre Familie ging, um das Glück ihrer Eltern, ihrer Geschwister, das zu Scherben zerbrochen war? Ihr heller Blick wandte sich kurz zu dem Grauen herum, blieb einen Moment auf seinen Augen ruhen und wandte sich dann wieder nach vorn.

Ich weiß es nicht, Ich denke.. das wird sich noch zeigen. Es ist nicht leicht zu verkraften, wenn die eigene Mutter den Bruder.. getötet hat.“

Erneut biß sie die Zähne fest aufeinander, lockerte sie dann sofort wieder.

“Aber ich kann sie nicht hassen. Keinen von ihnen.“

Tiberius
22.12.2010, 20:18

Er wusste nicht wohin dieser Weg die Beiden führen würde. Das Tal schien sich zu beiden Seiten endlos weit zu erstrecken. Es war so wie mit dem Leben. Es gab keine Ecken und Kanten an die man stoßen konnte – es gab keine Grenzen. Sofern man sie sich nicht selbst setzte. Der Grund, warum Tiberius noch nicht aufgegeben hatte, warum er wartete. Tag für Tag, Stunde um Stunde. Mal geduldig, mal unruhig. Aber er wartete. So wie er jetzt auf die Atalyas Antwort. Erstaunen flammte in dem Grauen auf. Sie war anders, irgendwie. Sie glaubte und folgte nicht blind, verurteilte nicht ungerechtfertigt und behielt dabei einen gewissen Grad an Persönlichkeit. Und sie hatte erkannt, dass es kein 'wenn' oder 'aber' geben würde. Ihre Fragen waren nur rhetorisch. Das mochte der Rüde. Doch je weiter sie in das Thema eintauchten, desto unglücklicher wurde sie. Die Gedanken zerrten und nagten an ihr.

Nach einer kurzen Pause schien sich das Rätsel zu lösen. Ihr Blick ruhte auf seinen Seelenspiegeln bis sie schließlich wieder auf den Weg achtete. Es handelte sich also dabei um ihre Familie. Sie war in diesem Sumpf gefangen und war nicht nur Zuschauer. Natürlich, das erklärte ihr Verhalten. Bevor Tiberius zu einer Antwort ansetzten, verringerte er den Abstand zwischen sich und der jungen Atalya. Seine Flanke berührte kurz ihre und für einen Moment hielt er in dieser Position inne, um sich anschließend langsam wieder zu lösen. Manchmal tat eine kleine Geste mehr, als es Worte konnten.

“Dann waren meine Worte sehr hart“,

gestand er und ließ sein Lächeln wieder breiter werden. Er wollte niemanden verletzen, das war zu keiner Sekunde seine Absicht. Allerdings konnte der Rüde auch nicht aus seiner Haut. So ehrlich wie die hübsche Atalya mit ihm war, so schlecht würde er über seine Bedenken reden können. Es war einfach zu kompliziert.

“Und dennoch wird deine Mutter ihre Wahl sehr bedacht getroffen haben. Selbst wenn diese 'Göttervision' ein Irrtum war; und glaube mir, kleine Atalya: so mancher Wolf irrte in seinem Glauben an eine göttlichen Macht; sie glaubte daran. Sie hielt es für die Wahrheit“,

nein, damit beschwichtigte er nicht ihr Handeln oder wollte der jungen Grauen das beruhigende Gefühl von Verzeihen einbläuen, sondern viel mehr die Missetat des Lebens erklären. Es gab viele Wahrheiten und die Stärkste war die, die jeder Wolf für die Richtige hielt.

“Wenn du keinen hassen möchtest, dann ist das doch ein guter Anfang. Mit Verlaub, sie liegen dir am Herzen“,

eine kurze Pause, ein seichtes Kopfschütteln,

“Keiner würde so ein Gefühl von dir verlangen und keiner wird dir einen Vorwurf machen, wenn du dich nicht zwischen Vater und Mutter entscheidest“,

das waren Worte des Vertrauens.

Atalya
16.01.2011, 13:50

(Nochmal sry für die lage Wartezeit ^^‘ Soll nicht wieder vorkommen. *neu motiviert in die Schlacht zieht*)

Nun hatte sie ihm doch mehr verraten, als sie gewollt hatte. Aber für sie selbst konnte es nur gut sein, würde sie doch sonst alles in sich hinein fressen. Auch wenn sie sicher immer mit Madoc, Avendal und Liam sprechen konnte.. eine völlig neutrale Meinung, ein Wolf, der keinerlei Beziehung zu ihrer Mutter hatte konnte nicht so über sie urteilen wie ihre Tochter. Außerdem verlor der Graue kein schlechtes Wort über sie.. und die Graue glaubte kaum, dass seine Worte nur geheuchelt waren. Dazu hätte Tiberius sicher keinen Grund. Und selbst wenn.. was gesagt war, war nun einmal gesagt.
Sie wandte den Kopf leicht zur Seite, als der Rüde näher kam, und sich kurz an ihre Seite schmiegte. Ihr blieb kaum Zeit, darauf zu reagieren, den im nächsten Moment war die Wärme des Grauen schon wieder von ihrer Seite verschwunden. Ein kurzes Lächeln huschte über ihre Lefzen, und auf seine Worte hin zuckte sie mit den Schultern. Gesagt war gesagt. So war das eben. Aber auch Tiberius lächelte. Nein, er heuchelte ihr sicher nichts vor. Leise seufzend atmete die graue Fähe aus, um dann einen tiefen Atemzug zu nehmen und den Kopf leicht anzuheben, den Blick nach vorn gewandt.

“Es ist egal, ob es meine Mutter war, oder ein anderer Wolf. Ich glaube.. das Gefühl würde trotzdem das Gleiche bleiben.“

Ihr Blick wandte sich wieder zur Seite, wo der graue Rüde lief, um seine Worte besser verstehen zu können. Ihre Ohren waren leicht nach hinten geneigt. Ihre Mutter hielt es für die Wahrheit. Und ihr Vater für eine Lüge? Was war in solch einer Zeit schon Wahrheit, was Lüge? Nun fiel ihr Blick wieder auf den Boden vor ihren Läufen.

“Ich will einfach nur, dass alles wie vorher wird. Ich wünschte, dieser Tag wäre nie so geschehen.“

Ihre Stimme wurde leise, von Hoffnungslosigkeit getränkt.

Tiberius
18.01.2011, 14:24

Seine Worte und die kurze, sachte Berührung verfehlten ihre Wirkung nicht. Es zauberte der grauen Atalya ein leichtes Lächeln auf die Lefzen. Es war nur eine kleine, aber doch soziale und förderliche Geste, die nicht nur von einem sehr nahe stehenden Wolf geschenkt werden konnte. Und das hatte sich der Gestromte zu Nutze gemacht. Dabei war es für ihn nicht immer ganz einfach. Durch sein fehlendes Gefühl, die Feinheiten einer jeden Gestik zu perfektionieren, musste er abwägen, was richtig angebracht sein und was ihm nur schmerzhafte Bisse einbringen würde. Volltreffer. Auch sein Lächeln wurde noch eine Spur breiter und das Gesicht erhellte sich kurz.
Seufzend hob sie ihren Kopf an und hielt den Blick auf den Weg.

“Du würdest auch so fühlen, wenn ich einen Mord begangen hätte? Ich glaube eher, du würdest mich hassen“,

er meinte es nicht so hart, wie es sich anhören musste. Während des langen Atemzuges betrachtete er ihr Profil, versuchte sie einzuschätzen. Es würde einen leichten Unterschied machen. Ihre Mutter konnte sie nicht verabscheuen, weil – ja, weil es ihre Erzeugerin war. Die Wölfin, die ihr das Leben schenkte und, so war es in der Regel, zu der sie eine feste Bindung pflegte. Tiberius hingegen, war nur ein Fremder.

“Aber die Tatsachen ändern sich nicht, da gebe ich dir Recht“,

auch er schaute nach vorn. Jeden Tag starben Artgenossen und nur eine Sekunde später wurden Welpen in die Welt getragen. Sie wuchsen heran und würden irgendwann den Kreislauf fortsetzen. Obwohl der Gestromte es nicht fühlen konnte, so wusste er, dass auch er eines Tages seine Nachkommen betrachten wollte. Neugierige, quirlige Welpen, die ihren Vater ansahen und von ihm lernen wollten.

“Ich fürchte, dass es nie mehr so sein wird wie es vorher war. Das wird es nie. Es haben sich Dinge verändert und bevor man sie richten könnte, haben sie sich verfestigt und haften bleiern an jedem Gedanken“,

nur so hatte Tiberius lernen können. In Prinzip war es auch nichts anderes. Prinzipiell.

“Aber keine Sorge: nicht jede Veränderung bedeutet Schlechtes und wenn doch, dann lernst du damit zu leben. Wir Wölfen sind veränderbar und besonders gut anpassungsfähig“,

ein kurzes Zwinkern untermalte seine Zuversicht.