18.11.2010, 21:05
Wenn es irgendwelche Fragen, Bemerkungen oder sonstiges gibt, ich bin per PN zu erreichen :D
und ich hoffe das ist einigermaßen befriedigend >.<
Was war das hier nur für ein Land? Es sah so anders aus als die anderen. Als sei dies ein neuer Abschnitt der Welt. Vielleicht ja auch ein neuer Abschnitt für Kouros´s Leben. Vielleicht hatte er ja nun endlich das Rudel gefunden, das ihn für seine Sünden bestrafen konnte? Vielleicht… aber er durfte sich nicht zu viel darauf einbilden. Er hatte es schon öfter getan und war enttäuscht worden, da es wieder mal solche Verlierer waren wie die Letzten. Und die davor. Und die DA vor.
Leicht müde bewegte sich der weiße Rüde aus dem Wald heraus. Es war ein schöner Wald gewesen. Er lebte förmlich. Kaum Anzeichen eines anwesenden Rudels waren zu spüren. Hätte er die Duftmarken vorhin nicht mitbekommen, so hätte er geglaubt, hier wäre ein reines Pflanzenfresser und Kleintier Revier. Es war schon fast wieder zu friedlich. Schon fast abartig. Aber trotzdem beruhigend. So beruhigend das Kouros es sich nicht hat nehmen lassen, sich etwas schlafen zu legen. Riskant. Jedoch liebte Kouros dieses Risiko. Wie hätte er es sonst als Einzelgänger überlebt?
Einige Zeit nun schon wieder wach, suchte er sich den Weg zum nächsten Wasservorkommen. Es war ein Fluss der ihm da wieder ins Gedächtnis kam, an dem er vorher mal durch geschwommen war. Herrlich kühl war es gewesen. Hatte seinen Körper wieder auf eine angenehm kalte Temperatur gebracht, nachdem er vorhin so schnell gerannt war. Sein Fell hatte nun endlich wieder seine normale Form angenommen und er sah nicht mehr so struppig aus, wie vor seinem schlaf.
Träge senkte er den Kopf, als er am Fluss angekommen war. Eine kurze Zeit sah er sich an und spielte etwas mit seinen Ohren, nur aus reiner Lust. Es dauerte einige Zeit, ehe seine Zunge sich ihren Weg zum Wasser gesucht hatte. Genüsslich verzehrte er das kühle Nass und schloss dabei die Augen. Vielleicht sollte er doch hier bleiben?
18.11.2010, 21:17
Lyerra lief langsam durch den Wald, spürte den Boden unter ihren Pfoten, kleine Steinchen unter den Fußballen und den sanften wind, der in ihrem Fell spielte, mit ihrem Fell spielte. Er wehte es durcheinander, pustete es in alle nur erdenklichen Richtungen.
Im Wald war eine ruhige und stille Atmosphäre, Lyerra genoss dieses Moment sehr, freute sich endlich mal Zeit für sich selbst gefunden zu haben. Gemächlich trabte sie unter den Bäumen her, schlängelte sich zischen den Stämmen durch. In der Ferne hörte sie schon den Fluss rauschen zu dem sie wollte. Sie hatte Durst, ihre Kehle brannte. Die weiße Fähe lief schneller, rannte jetzt in einem zügigen Galopp. Immer näher kam sie dem Fluss, sie konnte ihn schon fast riechen, die Klarheit des Flusses, diese Reinheit. Der Fluss indem Ethelion verschwunden war, nachdem das Rudel ihn dort verabschiedet hatte.
Kurz verschleierte ihr Blick und sie sah nicht genau wo sie hintrat, stolperte. Als die Fähe wieder aufgestanden war schüttelte sie sich, verärgert über ihre eigene Dummheit. Einige Blätter hingen immer noch in ihrem Fell und Erde ließ das Weiß unrein und dreckig aussehen. Sie lief weiter, war jetzt nur noch wenige Meter vom Fluss entfernt, sie bemerkte den Geruch des Fremden nicht. Als sie endlich beim Fluss war suchte sie sich eine seichte Stelle, machte ein paar zögerliche Schritte in das kalte Wasser, schleckte es mit der Zunge auf, genoss das Gefühl, als das kühle Nass ihre Kehle hinunter rann, dann ging sie vollständig rein, berührte mit den Pfoten noch den Boden, ließ den Dreck und die Blätter vom Wasser fortspülen.
18.11.2010, 21:25
Die Augen von Kouros schlugen plötzlich auf und sein Kopf schoss nach oben. Da war etwas. Irgendwas bewegte sich auf ihn zu. Auch wenn er den Wind im Rücken hatte, so konnte er doch hören, wer da gerade so angetrampelt kam. War es etwa ein Wolf der ihn entdeckt hatte und rausschmeißen wollte? Kouros wartete darauf dass dieser jemand nun heraus gesprungen kam und durch den Fluss hechtete. Natürlich war dies eine absurde Vorstellung. Zumal er während dessen schon viele Möglichkeiten hätte seinen Gegner anzugreifen oder abzuhauen.
Was allerdings aus dem Wald, auf der anderen Seite des Flusses kam, war für ihn so unerwartet, dass er wie eine Statue da stand und das weiße Wesen anstarrte. Anscheinend hatte sie auch gerade geschlafen oder war hingefallen. Ihr Fell sah schon fast miserabel aus. Fast. Es war, das musste er zugeben, ein schönes Weiß. Ein Reines Weiß. Jedoch durfte er sich davon nicht beirren lassen. Aber was sollte er nun tun? Abhauen? Nicht mit ihm. Das würde er nicht einmal tun, wenn dort ein riesiger hässlicher Rüde stehen würde. Reden? Ebenfalls nicht sonderlich empfehlenswert. So blieb er erstmal nur da stehen und sah sich die Weiße an. Er war sich sicher dass es eine Fähe war. Sehr sicher sogar.
19.11.2010, 13:25
Sanft umspülte das Wasser den Körper der Fähe. Sei stand ruhig da, genoss den Augenblick. Kurzschloss sie die Augen, fühlte das kühle Nass, welches ihr Fell säuberte.
Als die Weiße ihre Augen wieder geöffnet hatte drehte sie sich zum Ufer und tapste langsam und vorsichtig aus dem Fluss. Gerade wollte sie ihr Fell schütteln, das nun wieder ein sauberes weiß hatte, da spürte sie den Blick eines anderen Wolfes auf sich ruhen.
Einen Moment lang schaute sie den Fremden an, dann setzte sie ein freundliches Lächeln auf, so wie sie es immer tat wenn sie anderen Wölfen begegnete.
„Hallo Fremder.“
Sagte sie freundlich. Dieser Rüde musste fremd sein, denn sie hatte ihn noch nie gesehen. Er war auch nicht auf der Rudelversammlung gewesen.
Lyerra legte den Kopf schief, betrachtete den Rüden. Braune Augen hatte er, sanfte braune Augen und weißes Fell, so wie sie.
„Was möchtest du hier? Und… bist du alleine?“
Fragte sie noch. Es klang nicht unfreundlich, nicht als hätte sie was dagegen dass er hier war. Einzelne Wasserperlen tropften sanft auf den Boden, hinterließen auf diesem Dunkle, feuchte Flecken.
19.11.2010, 17:24
Die Zeit schien still zu stehen. Es war fast schon wieder wie damals, als sich Ayrla im Wasser säuberte.
Sie war sicherlich ein Rudelwolf. Sie sah so aus wie einer. Sie hatte die Präsens eines Wolfes der in einem Rudel lebte. Anscheinend fühlte sie sich sicher in ihrem Revier. Wie alle von ihnen. Wahrscheinlich glaubte sie sogar noch an die große Engaya die sie vor dem Tod bewahren würde. Ein leises abwertendes Geräusch entrang seiner Kehle.
Als sie endlich ihre grünen Augen auf ihn richtete wartete er gespannt darauf, wie sie nun handeln würde. Würde sie Angst haben und weg rennen oder würde sie da stehen bleiben und ihn vertreiben wollen?
Aber sie handelte entgegen seiner Erwartungen. Als ob er tag täglich hier wäre, begrüßte sie ihn. Misstrauisch verengte er seine Augen. Wieso war sie so freundlich?
„Ich bin nur meinem Weg gefolgt.“
Waren seine Worte. Was sollte er auch sonst sagen? Vielleicht hätte er anders handeln müssen. Schließlich musste er sich endlich einem Rudel anschließen. Musste selbst freundlicher Handeln.
„Wieso rufst du nicht dein Rudel oder sind sie schon längst hier?“
Er konnte einfach nicht dieses Misstrauen abschalten, egal was er versuchte. Aber berechtigt war es schließlich.
19.11.2010, 17:33
Als der Fremde ein seltsames Geräusch von sich gab schaute die Weiße ihn verwirrt an.
„Was ist? Habe ich etwas Falsches gesagt?“
Ihre Stimm klang verunsichert, leise. Sie neigte den Kopf abermals, sah den Fremden an.
Zu seinen ersten Worten nickte sie nur stumm, sagte nichts. Als er dann fragte ob sie nicht ihr Rudel holen wolle schüttelte sie den Kopf und einige Wassertropfen flogen durch die Luft, direkt auf den Rüden zu. Ein freches Grinsen lag auf ihren Lefzen als sie das Maul zum sprechen öffnete:
„Sag mir, Fremder: Warum sollte ich mein Rudel holen. Damit es mich beschützt? Damit wir zusammen beten können, das du uns nichts tust? Oder um dich zu verjagen?“
Sie grinste immer noch, muss leise lachen. Was war das nur für ein Wolf?
„Soll ich dir was sagen? Ich bin eigentlich ziemlich gerne alleine, ich mag die Lautstärke nicht die entsteht, wenn das ganze Rudel zusammen ist. Und ich glaube auch nicht an die Götter. Ich glaube weder an Fenris noch an Engaya.“
Sie sah ihn an, richtete ihre grünen Augen auf ihn, versuchte seinen Blick aufzufangen. Warum sagte er so was? Sah sie denn so aus, als ob sie sofort wegrennen und ihr Rudel holen würde, nur weil ein Fremder da war?
19.11.2010, 18:14
Zu ihrer frage hatte er nur den Kopf geschüttelt. Sie hatte nichts falsch gemacht. Noch nichts. Es störte ihn ein wenig das sie so zaghaft war. Sie hätte ihm entgegen schreien können. Vielleicht war das ja so das Beste.
Um den Tropfen auszuweichen schritt Kouros ein wenig zurück. Zwar waren es nur winzige Tropfen, aber auch die würden ihn nass machen und er war erst gerade trocken geworden.
Das freche Grinsen gefiel ihm gar nicht. Sie hatte doch sicher etwas vor.
„Wieso solltest du es nicht tun?“
Ein Rudel war ja immer da wenn man Hilfe brauchte. Für jeden einzelnen Schwächling. Sie war gerne alleine? Sowas hatte er noch nie gehört. Ein Rudelwolf der gerne alleine war. Ein Einzelgänger in einem Revier der geduldet war? Unglaublich.
„Wieso lebst du dann noch in einem Rudel, wenn du diese Geräusche verachtest?“
Ihre Worte zu den Göttern ließen ihn etwas aufhorchen. Sie glaubte nicht an sie? Gab es solche Wölfe wirklich? Zu viele glaubten an sie und verschmutzten die Gedanken der ungläubigen mit ihren Worten. Aber sie glaubte nur nicht an sie. Er verachtete sie. Glaubte er also an sie?
„Ist dein Rudel denn ein Anhänger der verdammten Götter?“
Schon fast wäre ihm ein grollen aus der Kehle gerutscht. Fast.
19.11.2010, 18:40
Kurz lachte sie auf. Wirklich, was war das für ein verrückter Wolf?
„Sehe ich so aus, als hätte ich es nötig immer mit dem Rudel rumzulaufen?“
Sie lächelte nicht mehr. Schaute den Fremden einfach nur an. Er war doch verrückt. Ja, so musste es sein, er war ein verrückter Einzelgänger.
„Gut, nenn mir einen vernünftigen Grund, warum ich das tun sollte.!“
Das ‚ich’ hatte sie besonders betont. Es sollte unterstreichen, dass s nicht darum ging warum man es im Allgemeinen nicht tat, sondern warum sie, nur sie, dies tun sollte.
Auf seine Frage hin zuckte sie mit dem Ohr. Was wollte dieser Rüde eigentlich von ihr..?
„Wie wäre es, wenn du mir erstmal deinen Namen verrätst, bevor wir weiter reden.“
Sie drehte den Kopf etwas, schaute sich um. War das eine Falle? Lenkte er sie von irgendetwas ab?
„Ich verachte die Geräusche nicht. Ich mag nur die Lautstärke nicht. Ich laufe eigentlich gerne allein oder in Begleitung herum, um nachzudenken.“
Sagte sie noch, bevor der Weiße wieder etwas sagte. Sagte? Nein, er grollte, knurrte es fast. Ob sie alle Anhänger waren? Nein.
„Es sind nicht alle Anhänger der Götter. Einige sind Ketzer, andere glauben an ihre verstorbene Alphera, manche glauben an Fenris, die anderen an Engaya, und manche in diesem Rudel glauben an ihre eigenen Götter.“
Erklärte sie dem Rüden.
20.11.2010, 22:59
„Normalerweise tun kleine Fähen das.“
Natürlich klang das abwertend. Natürlich könnte sich die weiße Fähe nun angegriffen fühlen. Wenn sie wollte dürfte sie ihn nun sogar angreifen.
„Warum du das tun solltest… weil du wie die anderen voller Angst lieber hinter einem großem Rudel stehst. Warum wärst du dann sonst hier?“
Er war heute anscheinend in Gesprächslaune. Vor allem wollte er sie nun reizen. Es war ihm nun einfach in die Gedanken gekommen. Wie lange sie wohl ihre gute Laune aufrecht erhalten kann und wann sie ihn wohl anknurrt?
„Eigentlich nennt man ja zuerst seinen eigenen Namen, bevor man nach dem des anderen fragt.“
Während dieser Worte bewegte er sich auf die Weiße zu. Das konnte noch lustig werden. Nach den ersten paar Schritten blieb er stehen.
„Alleine oder in Begleitung? Wo ist denn dein großer Beschützer, kleine Miss?“
Hatte er die Götter vorhin eigentlich schon einmal angesprochen gehabt? Naja, er hatte aufjedenfall erreicht dass sie ihre gute Laune verloren hatte.
„Sie glauben an einen toten Leib eines Wolfes? Sind die Krank? Ich verstehe nicht einmal warum sie an die Götter glauben, aber das sie hier sogar an einen toten glauben ist echt das Letzte.“
Seine Augen starrten genau in die ihren. Er versuchte zu sehen, wie sie darauf reagierte. Zwar hatte sie gesagt sie sei nur eine ungläubige, doch würde wenigstens das sie etwas aufwühlen.
naaaw, stunden zu spät xD
21.11.2010, 19:22
‚Normalerweise tun kleine Fähen das’
Aufgebracht schüttelte die Weiße ihren Kopf.
„Normalerweise laufen kleine Fähen auch nicht alleine rum und lassen sich auf Gespräche ein“
Konterte sie den Kommentar des Rüden. Als er wieder begann zu sprechen knurrte die Weiße leise. Was war dieser Rüde für ein Idiot. Was wollte er von ihr? Wollte er sie solange reizen, bis sie ihn angriff? Diesen Gefallen würde Lyerra den Fremden nicht tun.
„Weißt du, ich habe keine Angst. Nicht vor dir und nicht vor dem Tod. Warum sollte ich mich also ängstlich hinter einem Rudel verstecken, wenn es doch nichts gibt was ich zu verlieren hätte?“
‚Außer Volk Zubami, den lieben Volk’
Böse schaute sie den Fremden an, doch dieser redete schon wieder. Dachte er wirklich, sie würde sich zuerst vorstellen? Sollte er sie doch weiter reizen, sie würde ihm nicht den Gefallen tun und angreifen, so war sie nun wirklich nicht. Ihr Misstrauen dem Weißen gegenüber wuchs mit jeder Sekunden. Was wenn er doch etwas Böses im Schilde führte?
„Nenn mir deinen Namen, oder lass es eben bleiben“
Meinte die Weiße, und schnippte kurz mit den Ohren. Wenn er seinen Namen nicht nennen wollte, bitte, sie störte das nicht, dann war er eben für immer ein Fremder. Erst jetzt schaute sie den Rüden wieder an. Stand er nicht eben noch weiter weg?
‚Pah, soll der doch näher kommen, ich gehe nicht zurück’
Die relativ kleine Fähe versuchte für sich selbst stark zu sein und abermals sprach der Namenslose. Wo ihr Beschützer war? Der einzige Beschützer der ihr einfiel war Volk Zubami, und wo dieser gerade war das wusste sie nicht. Lyerra schnippte mit den Ohren. Kleine Miss. Dieser Rüde schien es wirklich auf Ärger anzulegen.
„Ich bitte um Entschuldigung, dass mein Beschützer nicht hier ist um das alles mit dir zu klären, Fremder. Ich schätze ich muss das jetzt ohne ihn klären, aber wie du siehst, kann ich auch selbst sehr gut sprechen. Vor allem hätte er nie für mich geredet. Ich denke er weiß, das ich rede wenn ich gefragt werde, also lass ihn da raus.“
Sie nannte Volks Namen nicht, sprach einfach von ‚ihm’ ihrem Beschützer. Ihre Stimme klang kühl, etwas spöttisch. Sollte dieser Rüde doch warten, sie würde nicht angreifen, egal wie sehr er sie provozieren würde.
Sie hob den Blick, starrte dem Weißen direkt in die Augen. Warum starrte er ihr denn in die Augen? Sie konnte den Blick nicht lösen, hatte das Gefühl in einem Bann zu sein. Langsam atmete sie aus. Sie würde sich von diesem Fremden nicht provozieren lassen.
[dafür dass deiner so spät war, ist meiner jetzt lang.. xDD]
22.11.2010, 01:18
Er hatte es geschafft. Sie hatte ihn angeknurrt. Endlich kam sie aus sich heraus. Zwar kannte er sie noch nicht so lange-genauer gesagt kannte er sie gar nicht- aber er wusste dass sie eine leise Persönlichkeit war. So waren viele gewesen, mit denen er etwas zu tun gehabt hatte.
„du hast recht.“
Kleine Fähen. Er hatte sie echt garstig gemacht.
„Es gibt nichts was du zu verlieren hättest? Wieso suchst du dir nichts?“
Er hatte das damals auch getan. Hatte sich nach seinem Rudel etwas Besseres gesucht und es gefunden. Nach Ayrla suchte er sich noch etwas, was sich zu leben lohnt.
Auf ihren Konterspruch wegen seines Namens musste Kouros innerlich lachen. Sie war echt amüsant.
„also hast du einen Beschützer, ich wusste es. Wieso redet er denn nicht für dich? Ein Egoist? Oder doch eher jemand der dich für einen anderen fallen lassen würde? Oder bist du für ihn nur eine kleine Affäre?“
Ayrla hatte das damals getan und doch war er der schuldige. Er hätte es eher merken müssen. Nun viel ihm etwas ein. Seine beiden Ohren legten sich eng an seinen Körper und seine Nackenhaare stellten sich langsam auf. Sein Kopf ging in Lauerhaltung und sein Körper versteifte sich.
„Du hast also keine Angst vor mir oder dem Tod? Wie wärs wenn ich das ändere?“
Ein grollen entsprang seiner Kehle und er kam mit langsamen wissenden Schritten auf sie zu. Er hatte er öfter so gemacht. Und das wollte er ihr zeigen.
22.11.2010, 19:43
Lyerra seufzte innerlich. Warum diskutierte sie über solche Themen mit einem fällig Fremden..?
„Weiß du, Fremder, ich hatte jemanden, der mir unendlich viel bedeutet hat, ich hatte eine beste Freundin, die mich ganz alleine hier gelassen hat. Ich hatte doch jemanden“
Der letzte Satz war leise gewesen, ein geflüsterter Satz.
„Warum sollte ich mir noch einen suchen, der mir so viel bedeutet? Mein Gefährte… er hat mich verlassen, einfach so. Er wollte mich, er liebte mich, alles war gut… und dann starb er..“
Die Weiße redete leise. Den Fremden ging es nichts an, warum sollte sie lauter reden?
Als er über ihren Beschützer redete, wurde sie sauer. Volk Zubami, eine Affäre? Was bildete sich dieser Fremde nur ein? Volk war ihr Freund, ihr bester Freund.
„Er ist nicht meine Affäre und auch nicht mein Gefährte oder sonst etwas. Volk Zubami ist mein bester Freund… aber wenn er meine Affäre wäre.. was würde es dich angehen?“
Lyerra würde nicht zulassen, das so ein dreister Fremder schlecht über Volk reden würde. Der schwarze Rüde war herzensgut und ihr Freund, sie verstanden sich so gut…! So ein Fremdling durfte nichts Schlechtes über ihn sagen, nie.
‚Du hast also keine ‚angst vor mir oder dem Tod? Wie wär’s wenn ich das ändere?’
Böse starrte Lyerra den Rüden an. Sollte er doch, sollte er sie das fürchten lehren. Mutig schaute die Weiße dem Rüden in die Augen. Würde er sie wirklich angreifen?
Falls er es täte, wäre es denn schlimm? Ihr seltsam chaotisches Leben wäre verkürzt und sie bei Ethelin, wie sie es ihm versprochen hatte.
23.11.2010, 21:24
Sie erzählte ihm echt etwas von ihrer Vergangenheit. Von ihren Schmerzen. Ein fataler Fehler. Später könnte er sie dort treffen und entweder unendlich wütend oder traurig machen. Egal was es bewirkte, es würde ihm einen Vorteil verschaffen. Wenn er sie denn angreifen wollte. Und das tat er auch.
Der Weiße hatte es geschafft, auch ohne seinen Trumpf sie sauer zu machen. Anscheinend mochte sie diesen Rüden. Sehr sogar. Na dann sollte sie dafür auch gerade stehen und es ihm ins Gesicht sagen. Bester Freund. Schwachsinn.
Also hatte sie keine Angst vor ihm. Gut. Sie sollte keine Angst haben vor etwas wie dem Tod. Aber der Respekt sollte ihr nicht verloren gehen. Den wird er ihr schon einheimsen.
Ohne noch einen weiteren Atemzug damit zu verschwenden, noch etwas wie eine Warnung auszusprechen, bewegte er seinen Körper wie mit einer Schleuder nach vorne. Er riss sein Gebiss auf, aber anstatt sie zu beißen, senkte er den Kopf und stieß sie wie ein Rammbock ins Wasser. Es war dort weicher. Sie würde sich nicht unbedingt weh tun. Ein wenig Wasser schlucken war normal und würde sie nicht umbringen.
Es war wie eine Lektion die er ihr erteilte. Sie hatte zu schnell ihre Abwehr sinken lassen und war somit ein relativ leichtes Opfer gewesen. Er brachte ihr also bei, wie sie sich eher verhalten sollte. Ein weiterer Aspekts seines Beschützerinstinkt.
so, dann hast du mal was, worauf du antworten kannst xD
23.11.2010, 21:36
Eben noch hatte der Weiße Rüde da gestanden, im nächsten Moment war er auf sie zugesprungen. Erschrocken war Lyerra zur Seite gehüpft, aber er hatte sie trotzdem getroffen.
Er hatte sie hart getroffen, ihr für einige Sekunden den Atem genommen. Erschrocken japste sie nach Luft, doch erst nach einigen versuchen bekam sie welche in die Lungen.
Mit einem lauten Platsch war die Fähe im Wasser gelandet, hatte dort versucht zur Ruhe zu kommen, schaffte es jedoch nicht. Verwirrt und etwas ängstlich plantschte sie hilflos umher, hatte das Gefühl jeden Moment sterben zu müssen.
Der Fluss nahm sie mit sich, die Fähe drohte immer wieder unterzugehen, kämpfte sich noch etwas über Wasser, atmete. Die Kälte raubte ihr die Kräfte und der Schock ließen sie hilflos umherpendeln.
In diesem Moment konnte die Fähe nicht sauer sein und sie hatte auch keine Angst zu sterben oder ähnliches, sie war einfach nur schockiert und verängstigt. Warum tat der Fremde das?
Der Fluss hatte sie mittlerweile etwas aus dem seichten Wasser herausgeholt, er war noch nicht stark würde es aber bald werden. Wenn der Fremde Lyerra nicht helfen würde, würde sie vielleicht nicht wieder kommen. Nie.
Abermals versuchte die Weiße sich über Wasser zu halten, als sie von den Wassermassen runtergedrückt wurde.
Ein leises:
„Hilfe“
Kam aus ihrem Maul, bevor sie wieder untertauchte und länger nicht hochkam.
DRAMA..! xDD
Zu viel..?
25.11.2010, 22:04
Mit wachsamen Augen besah sich der weiße Rüde, wie der kleine Körper der Fähe von dem Wasser umspült wurde und ihre Form in der Bewegung des Wassers verschwommener wirkte. Er wollte nicht dass sie stirbt. Er hatte auch keinen Spaß am töten anderer Wesen.
Während sie immer wieder von dem kühlen Nass runter gedrückt wurde, ging er langsam neben ihr her. Alleine lassen wäre nun fies. Ob sie wohl diese Probe bestehen würde? Nein. Sie schien zu ertrinken. Wollte er ihr nun hinterher springen?
Ja. Er tat es. Er sprang ins Wasser. Mit einem Satz segelte er durch die Luft. Für einen kurzen Moment flog er, ehe er mit einem riesigen Platschen im Wasser landete. Das Wasser umhüllte ihn. Als seine Beine den Boden berührten, stieß er sich ab und holte wieder Luft, als er seine Nase wieder außerhalb des Wassers hatte.
Nun versuchte er sich zu orientieren. Wo war sie? Der weiße Fleck dort schien sie zu sein. Ohne wirklich drüber nachzudenken schwamm er zu ihr und ließ sich wieder untergehen. Er hasste es, wenn Wasser in seine Ohren kam und er generell nicht mehr atmen konnte aber was sein muss, muss sein.
Etwas gröber packte er die kleine Fähe und drückte sich wieder mit den Pfoten vom Boden ab, wobei er diesmal mehr kraft anwenden musste, zumal er sie nun mit hoch nehmen musste und sein Fell mittlerweile sich mit Wasser vollgesogen hatte.
Endlich am Ufer wieder angelangt legte er sie etwas weiter vom Wasser entfernt ab. Endlich konnte er wieder richtig atmen. Er tropfte wie ein alter Sack. Na klasse. Erst vor ein paar Stunden sah er genauso aus.
Nachdem er sich etwas weiter weg von der Fähe bewegt hatte, schüttelte er sich kräftig. Um ihn herum war alles nass. Aber er hatte sich alles Wasser aus den Ohren geschüttelt!
Grummelnd drehte er sich wieder zurück zur kleinen Dame und legte sich gelassen auf einen trockenen Platz. Mit dem Kopf erhoben und den Blick nur auf sie gerichtet, wartete er nun auf den Wut Ausbruch oder das bedanken. Oder auf eine ähnliche Reaktion.
Nein, wars nicht. Ist schön zum antworten. Ich hoffe der ist jetzt nicht zu sehr Baywatchmäßig xDD
26.11.2010, 20:02
Lyerra hatte Angst, paddelte panisch umher, bis sie nicht mehr konnte. Ihre Glieder wurden müde und auch ihr Kopf wollte nicht mehr, sie konnte nicht mehr denken.
Plötzlich spürte sie die Zähne des Rüden an ihrem Nacken, spürte wie er sie mit nach oben zog, japste als sie endlich wieder atmen konnte.
Der Fremde hatte sie gerettet, sie auf dem Trockenen abgelegt und sich dann geschüttelt. Die Kälte zehrte an Lyerras Körper, nagte an ihren Knochen und ließ sie erzittern. Ihr ganzer Körper zitterte, sie hatte das Gefühl, dass selbst ihr Herz kalt war.
Der Weiße hatte sich inzwischen in ihrer Nähe niedergelegt und schaute sie an, sie spürte seinen Blick. Ein seltsames Geräusch kam aus der Kehle der Fähe bevor sie sprach.
„Vielen Dank, Fremder. Du hast mir geholfen, ich verdanke dir vermutlich mein Leben. Magst du mir nicht wenigstens jetzt sagen wie du heißt?“
Ihre Stimme klang schwach und matt. Abermals erschauderte sie, es war so kalt. Kurz hob sie den Kopf, schaute den Rüden an, doch dann viel er mit einem dumpfen Geräusch wieder auf den Boden.
Ihre Augen schlossen sich für einige Sekunden, bis sie sich flatternd wieder öffneten. Warum hatte der Rüde sie erst ins Wasser gestoßen, um sie danach zu retten? Was sollte das?
Selbst das denken viel der kleinen Fähe schwer, diese unendliche Kälte die sich an ihren Körper klammerte, dieses kalte Gefühl in ihrem Herzen. Was war nur los?
Warum war dieser Rüde hier?
Abermals schlossen sich ihre Augen für einige Sekunden, dann öffnete Lyerra sie wieder. Sie drehte den Kopf, sah den Fremden an.
28.11.2010, 21:36
Seine Kastanienbraunen Augen sahen sie die ganze Zeit. Er bemerkte jedes schütteln ihres Körpers. Jede Abwehrreaktion gegen die Kälte. Jede noch so kleine Atembewegung.
Sie war fast wie Ayrla. Fast. Er hasste sie dafür. Wollte sie eigentlich dafür bestrafen. Aber warum? Sie konnte nichts dafür. Zumal war er nicht dazu berechtigt, ihr etwas anzutun. Er könnte es nicht einmal.
„Kouros“
Eigentlich wollte er sich das bis zum Schluss aufheben. Es wäre lustiger gewesen. Aber nun war es raus. Länger ärgern wollte er sie nicht mehr. Schließlich lag sie nun da. Vollkommen hilflos der Kälter ausgesetzt. Natürlich war ihm auch kalt. Er unterdrückte aber die Zitterbewegungen.
Nun stand er auf. Schüttelte sich noch einmal den Dreck aus dem Fell und machte den platt gedrückten weißen Pelz um ihn herum wieder etwas fluffiger. Dann bewegte er sich langsam zu ihr und schritt über sie herüber, nur um auf der anderen Seite von ihr, sich mit seinem Rücken hin zu legen.
„glaub ja nicht, ich mach das hier wegen dir.“
Murmelte er und legte seinen Kopf von ihr abgewandt auf seine Pfoten.
29.11.2010, 18:51
Lyerra spürte seinen Blick auf sich ruhen, wusste nicht warum er sie die ganze Zeit ansah. Sie spürte, wie sich seine Augen in ihren Körper bohrten, hatte das Gefühl zwei Äste würden sich in ihr Fleisch bohren.
Als er endlich seinen Namen sagte, öffnete sie die Augen, blinzelte. Dann flüsterte sie leise:
„Kouros…“
Ein sanftes, zaghaftes Lächeln huschte über ihre Lefzen, bevor ihre Augen sich wieder schlossen. Was für ein schöner, starker Name.. Kouros.
Als der Rüde auf sie zu ging hörte sie sein Herz und seine Schritte, regte sich aber nicht, wollte ihn nicht noch einmal reizen.
Als Lyerra dann plötzlich seine Wärme an ihrer Seite spürte zuckte sie zusammen. Was sollte das jetzt? Und dazu seine Worte: ‚Glaub ja nicht, ich mach das hier wegen dir’.
Was sollte das denn schon wieder?
Sie schlug ihre grünen Augen auf, drehte den Kopf ein wenig, so dass sie auf Kouros’ Hinterkopf schaute.
„Sag mir Kouros“ bat sie ihn “Warum tust du das dann? Nenn mir doch einen Grund für dein Verhalten…“
Sie blickte auf sein weißes Fell, blickte auf seine Ohren. Was war das bloß für ein seltsamer Rüde…
30.11.2010, 21:49
Sein Name klang aus ihrem Mund wie eine Melodie. Wie eine wohl tuende Medizin und nicht wie eine Sünde.
Aber noch immer kannte er ihren Namen nicht. Das würde sich sicherlich bald beheben lassen. Und wenn nicht… dann blieb sie halt die kleine Weiße vom Fluss. Ihm machte das nichts aus. Wirklich nicht. Ihr Gesicht würde dann nur ein weiteres auf seiner Tafel voller Namenloser sein. Aber sie würde strahlen. Wie Ayrla es damals getan hatte.
„Warum tu ich was??“
Eher wie nebenher gesagt schmiss er ihr diese Worte genervt entgegen. Sie solle bloß nicht glauben, dass er mitterlweile weich geworden war. Aber ihn interessierte die Antwort. Das tat es immer.
Mit einem Seufzer schloss er kurz die Augen und öffnete sie zu gleich wieder.
Kein weltbestseller aber immer hin etwas ^^" Tut mir leid
01.12.2010, 19:41
Lyerra schrie innerlich fast auf. Wie konnte dieser Rüde nur so unsensibel und kaltherzig sein? Wie konnte er ihr diese Worte wie Speere ins Herz schmeißen? Nicht das es bedeutende Worte gewesen wären, aber trotzdem trafen sie die Fähe hart, mitten ins Herz.
Sie schaute den Rüden an, wollte dass er ihr in die Augen blickte, wollte Ehrlichkeit in seinen Augen sehen. Wollte wissen dass er seine Antwort ernst meinte. Eine unausgesprochene Frage hing in der Luft, eine Antwort die sie noch nicht gegeben hatte könnte bald wichtig werden. Ohne dass er etwas dazu sagte, sie nach ihrem Namen gefragt hatte flüsterte sie:
„Lyerra, das ist mein Name“
Sie blickte wieder auf seinen Hinterkopf, dachte nach, wusste nicht genau was sie auf seine schmerzenden Worte antworten konnte. Schließlich sagte sie leise:
„Warum liegst du hier? Warum rettest du mich, wenn du mich vorher ins Wasser schubst? Warum bist du noch hier? Wohl kaum um die kleine ängstliche Fähe heile zum Rudel zurück zu bringen, weil sie ja so kleine und mutlos ist und sich hinter ihrem Rudel versteckt..!“
Mit diesen Worten ging sie noch einmal auf seine Worte und auf ihre Worte am Anfang des Gespräches ein, auf die Worte die er gesprochen hatte bevor sie panisch im Wasser getrieben hatte, als Spielzeug des nassen Elementes.
01.12.2010, 21:50
Die weiße Fähe schien seiner Frage ausweichen zu wollen. Sie mochte ihn wohl erstmal auf die Folter spannen. Wie lange sie ihn wohl an seinen Nerven hängen lassen wird? Sie waren sowieso schon strapaziert aber sie mochte es ihn zu ärgern. Aber das war gut. Eine kleine Herausforderung war noch nie schlecht gewesen.
Lyerra war also ihr Name. Interessant. Es war kein hart klingender Name. Er war weich und beinhaltete keine scharf ausgesprochenen Buchstaben. Ein Name zum Merken.
Jetzt endlich rückte sie mit ihren Worten heraus. Sie definierte ihre Frage und am liebsten hätte er ihr, als sie Richtung Ende ging, die Schnauze zu geknallt. Die Pfote drauf gehauen und sie am liebsten auf ihre Zunge beißen lassen.
„Weil mir kalt ist. Weil ich dich testen wollte und du durchgefallen bist. Wo sollte ich sonst hingehen? Wieso sollte ich dich zu deinem Rudel bringen? Findest du den Weg nicht zurück? Außerdem, wieso sollte ich mitkommen wenn ich dann später noch von deinem Beschützer angegriffen werde?“
Eine schlechte Art, ironisch zu sein. Es wirkte fies, aber sie lud sich ja auch schon die ganze Zeit an seinen Worten auf.
Endlich hob er seinen Kopf und drehte ihn zu ihr.
„Wieso guckst du mich so an?“
Er versuchte wenigstens halbwegs fragend auszusehen, wo es doch eher zur eigenen Belustigung gedacht war.
Wenn mein PC schrott ist, komm ich öfter zum posten als sonst o0 blöd
02.12.2010, 14:41
Lyerra fühlte sich bei Kouros Antwort unwohl. Er war unfreundlich, so wie Ethelion damals, aber bei dem weißen Rüden konnte sie nichts, rein gar nichts Liebes und nettes entdecken.
Sie blinzelte, schaute ihn einige Sekunden unverwandt an, bevor sie den Blick zu Boden richtete.
„Doch ich finde alleine zurück“ sagte sie mutig ,,Du magst mich nicht oder? So ist es doch.. Warum verschwindest du nicht, lässt mich hier alleine und schmeißt anderen Wölfen diese unfreundlichen Worte entgegen? Warum kannst du nicht wen anders prüfen und verletzten? Warum?“
Ihre letzten Worte waren eine Mischung aus einem Schrei und Schluchzern. Warum konnte sie diesen Tag nicht mit Volk Zubami verbringen? Warum musste sie ausgerechnet heute hier hoch laufen?
Sie blickte Kouros in die Augen, blickte stark und entschlossen.
„Volk würde dir nie etwas tun, nie! Er ist nicht so unfreundlich wie du, er hätte gar nicht erst so einen Mist gemacht. Ich bin also durchgefallen, ja? Tja, dann soll es so sein, das ist nicht meine Sache. Wenn ich für dich durchgefallen bin, viel Spaß, such dir wen anders den du ins Wasser werfen kannst“
Lyerras Worte waren fast schon ein Zischen, überhaupt nicht mehr ihre Worte, eher die Ethelions oder die eines anderen Wolfes, aber nicht die ihren, das konnte nicht sein. Verwirrt schüttelte die Weiße ihren Kopf, senkte den Blick.
„Entschuldige, das bin nicht ich, das sind nicht meine Worte. Ich bin anders..“
Sagte sie leise. Als der Rüde sie dann auch anschaute und fragte warum sie ihn so anschaue schwieg sie kurz, blickte nur auf den Boden, dann sagte sie:
„Ich wollte dir alles was ich gesagt habe, ins Gesicht sagen, wollte nicht schwach aussehen. Ich wollte dass du begreifst, dass ich entschlossen und auch stark bin“
Sie schaute ihn an, blickte ihm einfach nur in die Augen.
Das ist schön ;)
02.12.2010, 20:45
Ihre Worte waren einschneidend. Wie ein scharfes Messer. Es schnitt ihn ins Fleisch und schien ihm förmlich das Fell abziehen zu wollen.
Ein knurren verließ seine hochgezogenen Lefzen. Sein Blick war nun vollkommen auf sie gerichtet. Er hatte sie aussprechen lassen, bis zum letzten Wort. Bis zu ihrer Entschuldigung. Der weiße Riese hatte sich aufgerichtet und sah sie nun durchdringender an. Er wollte sie eigentlich nicht anknurren. Doch er konnte gerade nicht anders.
„Woher soll ich wissen ob ich dich mag, wenn das einzige was du machst, blöd daher reden und ertrinken ist. Sag mir das mal. Ich prüfe dich um zu wissen ob du wirklich eine würdige Fähe bist. Ob du stark genug bist, das Leben zu meistern oder dich nur hinter anderen Versteckst.
Muss jeder am Anfang überfreundlich sein zu dir? Soll ich mich dir vor die Füße werfen? Pah! Du musst lernen das nicht jeder zu deiner Wattewelt passt!“
Eigentlich wollte er nicht so klingen. Er wollte sie mit ruhigen Worten zurecht rücken, sie in eine Richtung drängen, die er ihr vorgab. Er mochte sie. Das konnte er sich selbst nicht verschweigen. Aber ihr schon. Er wollte nicht so ausrasten. Aber sie gab auf. Sie gab ein Spiel auf, das ihr Leben bestimmte.
Weil er sie nicht weiter anmachen wollte, sah er sie noch ein letztes Mal an und drehte sich dann weg. Er wollte ihren Gesichtsausdruck nicht sehen. Wollte das Entsetzen nicht sehen.
„Dann leb du mal weiter in deiner kleinen falschen Welt, Lyerra…“
Ihr Name klang vollkommen anders, wenn er ihn aussprach, als wenn er ihn nur denken würde. Er ließ sich dieses Gefühl auf der Zunge zergehen und genoss es, auch wenn das vielleicht das erste und einzige mal bleiben wird. Sie war nicht wie Ayrla. Ayrla war aufgeschlossener gewesen. Versuchte alles zu verstehen und konnte immer lächeln. Sie aber nicht. Oder lag es nur an ihm?
02.12.2010, 21:04
Lyerras Beine zitterten als die Fähe sich aufstellte, als sie stand und als sie einige vorsichtige Schritte machte. Ihr ganzer Körper zitterte vor Anstrengung und Kälte. Sie blickte ihn an, die Augen vor entsetzten und Trauer weit geöffnet, der Gesichtsausdruck schockiert, verletzt.
Sie schaute ihn an, setzte zu einer Antwort an:
„Was für eine Wattewelt? Die Welt in der ich mich verstecke um nicht zu leiden? Die Welt in der ich traurig sein kann, nicht immer lachen muss nur um andere glücklich zu machen? Die Welt die du meinst, ist nicht die meine. Die Welt die du meinst entsteht wegen dir. Das bin nicht ich, all das was passiert ist, ist nur wegen dir, ohne dich hätte ich nie so reagiert.“
Ihre Stimme klang verzweifelt und einige Tränen brannten bereist in ihren Augen. Was hatte er denn schon für eine Ahnung, was wusste er denn schon über sie? Nichts, und genau das war das Problem.
Die Weiße stand immer noch, ihre Gelenke knickten ein, doch sie stellte sich wieder hin, gab nicht auf. Sie durfte ihr Leben nicht aufgeben, nicht diese Spiel verlieren. Sie musste stark sein, auch wenn es für diesen Rüden war.
Als der Rüde wieder sprach waren Lyerras Augen immer noch glasig, glänzend und durch die Tränen seltsam verschleiert.
Sie hörte ihm zu, ein leises Schluchzen bahnte sich ihren Hals hinauf, doch sie unterdrückte es, nur ihre Ohren schnippten kurz nach hinten.
„Es ist keine falsche Welt. Es ist meine, sie ist nur wegen dir entstanden“
Flüsterte die Fähe, die Augen auf Kouros gerichtet.
02.12.2010, 21:25
„was macht diese Gefühle besser, wenn du sie vor anderen versteckst? Wieso entsteht sie wegen mir? Wir kennen uns erst seit ein paar Augenblicken und schon hab ich in dir eine eigene Welt?“
Es war absurd. Natürlich war es das. So sehr weh getan hatte er ihr nicht, dass sie schon eine solche Schutzvorrichtung bekommen musste. Sehr lange war sie ihm auch nicht ausgesetzt gewesen. Noch nie hatte jemand ihm gesagt dass er etwas ausgelöst hatte. Vor allem schon einmal nicht eine Welt. Das war echt hart.
„Auch wenn sie dir gehört, muss sie nicht richtig sein.“
Er war stehen geblieben und sah sie an. Noch immer hatte er sich nicht zu ihr gedreht. Nur sein Kopfzeigte in ihre Richtung. Er wollte nicht hier bleiben. Zumindest sagte er sich das immer wieder selbst. Aber er konnte jetzt nicht gehen. Nicht wo sie gerade so hilflos aussah. Es würde ihn zerreißen, eine solche Wölfin alleine zu lassen. Außerdem würde es ihn nicht schlafen lassen und er liebte seinen schlaf.
"Hör auf zu weinen, kleine."
Er konnte die Tränen nicht sehen, die sich ihren weg aus ihren Augen suchen wollten. Es machte sie beide verletzlich.
02.12.2010, 21:53
Einige Sekunden schaute Lyerra den Rüden nur an, schwieg, versuchte ihr Zittern unter Kontrolle zu bringen, dann sagte sie leise:
„Weißt du, es ist nicht nur wegen dir. Ich habe Angst andere so schnell zu mögen, ich habe angst die, die ich mag zu verlieren, ohne ein Abschiedswort, ohne eine Erklärung. Und ja, du hast eine Welt, nämlich meine. Du hast in diese wenigen Augenblicken die wir uns kennen alles verändert, hast mein kleines unperfektes Leben zerstört, meine Wattewelt geschüttelt.“
Sie wusste dass ihre Worte wirr waren, aber in dem Moment wusste Lyerra nicht, wie sie es sonst hätte ausdrücken sollen. Sie schaute auf den Boden, in den Fluss, unterdrückte das Zittern ihrer Glieder. Ja, sie war stark, sie konnte das Spiel gewinnen wenn sie nur wollte. Doch wofür gewinnen? Was brachte ihr der Sieg denn schon?
Seine weiteren Worte deutete Lyerra als richtig. Er hatte recht, nur weil es ihre Welt war musste sie nicht perfekt sein. Stumm nickte sie, schüttelte danach den Kopf und einige Tränen flogen durch die Luft.
Als er dann meinte, sie solle aufhören zu weinen begannen die Tränen erst wirklich zu kommen, Lyerra biss die Zähne aufeinander und zwang die Tränen zu verschwinden, sie sollten nicht da sein.
Sie war stark, für wen auch immer.
05.12.2010, 21:32
Es war nicht nur wegen ihm. Sie hatte Angst. Er roch ihre Angst. Er besaß eine Welt bei ihr. Ihre Welt. So schnell schon? Noch immer war es für den Weißen ein absurder Gedanke. Anscheinend war sie nun einmal so. Damit musste man klar kommen. Das „ohne ein Abschiedswort“ schien sich wohl auf ein vergangenes Ereignis zurückführen zu lassen. Irgendwer schien ihr wohl das Herz gebrochen zu haben. Wenn er wüsste wer, würde er ihm etwas brechen. Wie konnte man nur ein solch reines Geschöpf so durch den Dreck ziehen? Man musste einfach so ein vollkommener Idiot sein, wie Kouros.
„Welches unperfekte Leben? Jedes Leben ist unperfekt, aber das ist ja, was wir anstreben. Die Perfektion.“
Es war doch sehr kühle Worte. Eigentlich hatte Kouros weicher kleinen wollen. Wollte ihr eigentlich Trostspenden. Stattdessen hat er sie wohl mitten ins Gesicht getreten. Selbst das anzusehen war schon grausam.
Auf eine gewisse Weise entwickelte er gerade schuldgefühle. Er wollte sie nicht weinen sehen. Wollte sie nicht so zittern sehen. Nicht so schwach.
„Was kann ich machen, damit du damit aufhörst?“
07.12.2010, 18:46
Lyerra hatte das Gefühl, dass der Rüde in ihrer Nähe Kälte verströmte, was natürlich Quatsch war.
Als Kouros seinen Fang öffnete um zu sprechen blickte Lyerra ihn an. Sie verstand seine Worte und eigentlich waren sie auch richtig, aber sie konnte nicht glauben, dass irgendwer jemals wirklich perfekt sein würde. Wozu also versuchen perfekt zu sein? War nicht jeder mit Fehlern toll, so wie er nun mal war?
„Kouros, ich verstehe dass du meinst, dass jeder die Perfektion anstrebt, aber denkst du wirklich dass man jemals perfekt sein könnte? Glaubst du ein Wolf oder eine Wölfin könnte es jemals schaffen keinen einzigen Fehler mehr zu besitzen? Das wäre absurd, unnormal. Perfekt.. ich glaube so kann niemand sein.“
Flüsterte sie. Die Kühle in seiner Stimme hatte sie ignoriert, versucht sie in Licht und Wärme zu sehen, doch sie hatte es nicht ganz geschafft.
Kouros Worte schienen wie ein Schlag ins Gesicht zu sein, schmerzte auf seltsame Art und Weise. Als der Weiße dann abermals sprach schein in seinen Worten etwas Wärme mitzuschwingen, sie schienen schwerer, gedämpfter aber auch weicher und freundlicher zu sein, als alle anderen Worte die Lyerra bis jetzt von ihm gehört hatte.
Sie antwortete nicht direkt, stellte eine Gegenfrage:
„Was könntest du tun? Was würdest du riskieren, nur um mich nicht so zu sehen?“
Sie blickte ihm in die Augen, ein leerer Ausdruck und ihren eigenen Seelenspiegeln.
07.12.2010, 20:55
„Wenn wir der Perfektion nicht nachstreben, wer tut es dann? Außerdem, wenn du es gar nicht erst versuchst, kannst du dich gleich sterben legen.“
Es war schon von jeher das Lebensziel eines jeden Wesens gewesen, diese Perfektion zu erreichen. Die Perfekte Balance aus vielen Fähigkeiten und dem Wissen. Es müsste ein reines aber auch gleichzeitig verdorbenes Wesen sein. Etwas, das von jedem Tier etwas hat, aber nie überfüllt wirkt. Eine Gestalt, vor der niemand und alle Angst haben. Eine göttliche Figur. Wer sagte, das sie es nicht sein können?
Seine Frage beantwortete sie nicht wirklich. Ihre Frage ließ ihn von ihr den Kopf abwenden. Er sah nun nach oben und sah sich für eine Weile die Blätter an.
„ich werde dir ein Stück Perfektion bringen.“
Er lehnte sich wohl sehr weit aus dem Fenster. Es war praktisch eine Unmöglichkeit und doch war es im gleichen Moment ein Wink mit dem Zaunpfahl.
07.12.2010, 21:10
Angespannt lauschte Lyerra den Worten des Rüden, fand aber nicht den Mut weiter zu diskutieren. Unsicher wackelte sie mit den Ohren, lauschte dem Fluss, indem sie soeben noch panisch umher gestrampelt hatte.
Als Kouros wieder redete schwenkten ihre Ohren sofort in seine Richtung. Was hatte er gesagt? Er wolle ihr ein stück Perfektion bringen?
Verwirrt sah sie ihn an, lächelte versuchshalber, ging ein paar Schritte auf den Rüden zu.
„An welche Art der Perfektion denkst du?“
Fragte sie sanft, leise. Unruhe breitete sich in ihrem Körper aus. An was dachte dieser Rüde jetzt wieder? Was redete er nun?
War das wieder eine seiner Prüfungen?
07.12.2010, 21:39
An welche Art Perfektion hatte er gedacht? Eine gute Frage. Nicht einmal er kannte den genauen Grund, warum er das gesagt hatte und wie er es überhaupt hinkriegen will, ihr etwas davon zu schenken. Es würde wohl ewig. Vielleicht musste er sie dafür in der Ewigkeit suchen und ihr nach seinem Tod dieses unentbehrliche Geschenk geben. So konnte sie vielleicht als Engel auf ihre Liebsten aufpassen.
„Gibt es denn so viele Arten der Perfektion?“
Es gab immer jemanden, dem man so die Hoffnung wieder schenken konnte. Er hatte es zumindest geschafft, das sie nicht mehr weinte. Auch ihr zittern hatte nach gelassen. Er hörte auch, wie ihr Atem langsam ruhiger wurde und auch in ihrem Geruch nahm dieses stechen ab. Es war nun einfach wunderschön. Kouros hatte es geschafft.
„komm, gehen wir ein wenig.“
Nun setzte er sich wieder in Bewegung. Richtung Reviergrenze. Er durfte nicht zu lange hier bleiben, das würde ihr nur Schwierigkeiten bringen. Ihm war egal, ob er sich nachher irgendwem stellen musste, das musste Kouros immer, aber sie hatte es nicht verdient. Denn so wie sie es darstellte, hatte sie schon oft den kürzeren gezogen.
09.12.2010, 19:44
Auf Kouros Frage wusste Lyerra nichts mehr zu sagen. Sie blinzelte, blickte ihn einfach nur an. Was hätte sie schon sagen sollen? Es gab Perfektion, aber doch nicht in Wölfen, oder?
Als er dann meinte, er wolle ein bisschen gehen zögerte sie einige Sekunden, folgte dem weißen Rüden dann aber.
Erst stumm, und dann verwirrt wurde sie etwas schneller. Warum ging Kouros zur Rudelgrenze, warum begleitete er sie nicht weiter ins Tal, zum Rudel?
„Kouros, warum gehst du zur Rudelgrenze? Zum Rudel geht es in eine andere Richtung…“
Stur stelle sie sich ihm in den Weg, schaute ihm in die Augen. Was dachte er eigentlich wer er war, dass er einfach wieder weg gehen durfte?
Wütend schüttelte sie den Kopf, schaute ihn trotzig an.
„Du wirst doch.. hier bleiben…!?“
Sie blickte ihn an, ein wenig Unsicherheit in der Stimme.
16.12.2010, 21:47
„Warum ich zur Rudelgrenze gehe? Teile dieses Wort in zwei. Dann hast du die Wörter, ´Rudel´ und ´Grenze´. Zum ersten gehöre ich nicht und das Zweite hätte ich nicht überschreiten dürfen.“
Schon jetzt war Kouros klar, was sie ihm entgegnen würde. Für einen kurzen Moment wog er ab, ob er nun ihr zuvor kommen wollte oder sie es doch allein sagen lassen wollte. Er entschied sich gegen das vorweg nehmen. Sie sollte ja etwas zu sagen haben, außerdem war ihm gerade nicht danach, soviel auf eigene Rechnung zu sagen. Vielleicht würde sie es ja verstehen.
Und da kam sie. Die Frage. Sie sagte es ihm sogar ins Gesicht. Sie hatte sich also vor ihn gestellt und versuchte anscheinend durch seine Augen sein Vorhaben zu erblicken.
„Ich werde gehe. Vielleicht komm ich ja wieder. Überzeug mich doch.“
Er hatte ihre Unsicherheit gehört. Versuchte sie aber mit einer kleinen Herausforderung wieder verschwinden lassen.
17.12.2010, 21:10
Lyerra folgte Kouros in einigem Abstand, lief brav hinter ihm her, lauschte seinen Worten mit aufgestellen Ohren.
Als sie das zweite mal gesprochen hatte entgegnete der Rüde etwas was die Weiße nur noch mehr verunsicherte. Sie osllte ihn überzeugen...?
"Sag mir wie, Kouros. Sag mir was ich tun soll..."
sie wusste dass ihre Worte naiv waren, aber Lyerra konnte nicht anders. Auch wenn sie Kouros kaum kannte wollte sie nicht dass er einfach so ging. Einige Schritte lief sie schneller als der Rüde, überholte ihn und stellte sich in seinen Weg.
"Bitte bleib"
flüsterte sie. Die Fähe und der Rüde standen ziemlich dicht beieinander und Lyerra konnte den Atem des Weißen spüren.
Bittend sah sie ihn an, nur kurz in die Augen, dann fixierte sie einen Punkt in seinem Gesicht. Was sollte sie bloß tun um ihn davon zu überzeugen zu bleiben?Unsicher blickte sie ihn an, ging jedoch nicht zur Seite, ließ ihn nich vorbei.
Sie stand still da, schwieg jetzt, man hörte nur ihren Atem, die Bewegung ihres Brustkorbes und das Klopfen ihres Herzen.
Lyerra versuchte sich etwas grüßer zu machen als sie war, reckte den Kopf um nicht so klein zu wirken.
09.03.2011, 21:31
Sorry sorry sorry!!!! Ich werd mich bemühen >.<
„Wenn ich es dir sagen würde, könnte ich mich auch selbst überreden.“
Er würde es ihr nicht leicht machen. Würde ihr alles abverlangen. Wenn sie wirklich wollte, dass er blieb, müsste sie sich schon etwas Besseres einfallen lassen, als einfach nur schön auszusehen. Ja, sie war schön, aber Schönheit würde niemals der Schlüssel zu allem sein.
Als sie sich ihm in den Weg stellte, blieb er stehen und sah sie fragend an. Jetzt würde wohl etwas kommen, was ihn überzeugte, oder etwa nicht?
Entgeistert sah er sie nach ihren letzten Worten an. Hatte sie ihn gerade gebeten? Ihre Stimme war sehr leise geworden. Anscheinend wollte sie dies nicht sagen oder konnte einfach nicht laut sprechen.
Er sah in ihre grünen Augen und war wahrhaftig falsch erwischt worden. Wer konnte schon eine bitte ausschlagen? Wie sollte er darauf nun reagieren? Konnte er damit überhaupt umgehen? Wollte er es überhaupt? Kouros schloss die Augen, die Lyerra nun schon so lange angesehen hatten. Ein tiefer Seufzer entrang seiner Lunge und senkte den Kopf.
„Verstehe es bitte. Ich kann mich nicht allzu lange in deinem Revier aufhalten, Lyerra. Ich gehöre nicht dazu, aber wenn es dich glücklich macht, kannst du mich bis zur Grenze begleiten und dort ein wenig mit mir verweilen.“
Er musste einfach aus diesem Revier, bevor er ihr ärger machte. Langsam wandte er seinen Kopf von ihr ab und streifte so nah wie möglich an ihr vorbei, um weiter seinem Weg zu folgen. Während ihre Körper sich berührten zog er noch einmal ihren Duft tief ein. Das würde sehr schwer werden.
12.03.2011, 21:48
Die Worte des Rüden schnitten ihr direkt ins Fleisch. Nein, er durfte nicht gehen. Er sollte es nicht tun. Allein war er nicht das, was ein Wolf nun mal war. Ein Rudeltier. Allein war er vielen Gefahren ausgesetzt, allein war sie nicht bei ihm. Ohne dass sie ihn wirklich kannte wusste Lyerra dass sie ihn vermissen würde. Ohne wirklich zu wissen wer er war, ahnte sie dass sie es bereuen würde, wen sie ihn jetzt gehen ließe.
„Dann überrede dich selbst..“
Flüsterte sie. Es war wichtig dass er blieb. Es war ihr wichtig. Er sollte nicht einfach gehen, den damit würde ein schöner und süßer Moment ihres Lebens gehen, ein Moment den sie nicht vermissen wollte. Sie schaute ihm in die Augen, hielt seinen Blick fest. Beinahe meinte die kleine Fähe etwas wie Unsicherheit in den Augen des Rüden zu sehen, oder täuschte sie sich da? Seine Worte taten ihr abermals weh, dennoch versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen.
‚Verstehe es bitte. Ich kann mich nicht allzu lange in deinem Revier aufhalten, Lyerra. Ich gehöre nicht dazu, aber wenn es dich glücklich macht, kannst du mich bis zur Grenze begleiten und dort ein wenig mit mir verweilen.‘
Nein. Das durfte er nicht. Einige Sekunden nach seinen Worten wandte er den Kopf ab, ging an ihr vorbei. Nah. Er war so nah und dennoch so weit weg. Wie konnte sie so etwas fühlen, obwohl er beinahe unbekannt war? Sie fühlte Kouros Fell, spürte wie er sie berührte und ein sanfter Schauer durchfuhr ihren Körper. Nein, er durfte nicht gehen, sie würde versuchen es ihm so schwer wie möglich zu machen. Einige Augenblicke nur sah sie ihm nach, dann ging sie ihm hinterher, holte schnell lauf und lief kurz darauf schon neben ihm, sagte beinahe ohne den Zusammenhang zu seinen vorherigen Worten:
„Warum willst du gehen? Du kannst dazu gehören. Du bist ein Wanderer, und Tyraleen ist nicht böse. Niemand wird dich verjagen, und wenn dann müssen sie mich mit wegjagen. Dieses Rudel ist freundlich, auch mich haben sie ohne großes Zögern aufgenommen. Niemand wird dich fortjagen, bestimmt nicht.“
Ihre Stimme war klar, ihre Worte nicht unbedingt sorgfältig gewählt und dennoch stimmten sie. Ja, sie hätte es besser ausdrücken können, aber es war die Wahrheit. Ohne ihn würde sie nicht bleiben. Wer war hier schon, der sie wirklich brauchte? Shariku vielleicht, aber war sie überhaupt noch hier? Schon länger hatte die Weiße nichts von ihrer Freundin gehört. Ethelion, er war fort, tot. Es gab niemanden, warum sollte sie also nicht mit ihm gehen. Kurz wandte sie den Kopf zu ihm, blickte ihn an.
„Bitte bleib.“
Flüsterte sie abermals, auch wenn sie nicht sicher war ob er es hörte.
14.03.2011, 13:01
„dann überrede dich selbst..“ Es war nur ein Hauch von Stimme vorhanden. Nur ein leiser Anflug von ausgepresster Luft. Beinahe hatte er ihre Worte überhört. Er sollte sich also selbst überreden? Dies war theoretisch und praktisch unmöglich. Zwar musste Kouros unbedingt einem Rudel beitreten, jedoch konnte und wollte er nicht zu einem Rudel gehören, bei dem er erst gerade ins Revier gestürmt ist und dann plötzlich vor einer Fähe stand. Ohne ein weiteres Wort darüber, war er an ihr vorbeigegangen. Er hatte alles gesagt, was er zu sagen hatte.
Als sie dann mit ihm auf gleicher Höhe lief, sah er sie kurz an. In gewisser Weise hatte sie sicherlich recht.
„Da liegst du im Unrecht. Denn ich werde mich nicht einfach einem fremden Wolf unterwerfen. Du bist etwas anderes, du bist schutzbedürftig aber ich… ich kann auf mich selbst aufpassen und bringe meistens nur Ärger. Willst du das dieser leen-irgendwas antun?“
Er sprach extra mit so offenen Worten. Denn er wollte nicht, dass sie sich so an ihm klammerte und er später noch da blieb, nur weil sie hier war. Es wäre ja dann so, als würde er einem anderen Wesen folgen und dies wäre ein schlechter Weg für den Weißen.
„Du verstehst es einfach nicht oder? Vielleicht willst du es ja auch nicht verstehen! Es geht NICHT das ich hier bei dir bleibe! Ich werde mir überlegen ob ich zurück komme aber hier bleiben werde ich jetzt nicht!“
Mit voller Absicht begleitete jedes seiner Worte ein tiefes Grollen. Mittlerweile war er wieder stehen geblieben und starrte sie wieder an. Er wollte sie zu Boden starren, wie alle anderen seiner Gegner. Ihr den Weg zu seinem Verstand versperren. Zu seinem Geist und seiner Seele. Wie konnte sie es nur wagen, sich seiner Entscheidung entgegen zu stellen?
(boah, ich muss mich echt ersteinmal in den alten Jungen reinfühlen... o.o Naja, hoffe sie winselt gleich nicht ^^ )
14.03.2011, 19:09
Die Kälte die scheinbar von dem Rüden ausging ließ Lyerra zittern. Wie konnte er bloß so sein? Wie konnte er so abwesend und gefühllos sein? Niemand, verdammt noch mal niemand war so. Er musste doch auch Gefühle haben? Das konnte doch nicht sein, dass ihm wirklich alles egal war ?!
Sie blickte ihn an, große, grüne Augen, wie die von Welpen, fixierten den Rüden, fixierten seinen Blick. Kurz schaute auch er sie an, das spürte Lyerra. Dann seine Worte. Verrückt, gerade dazu da um sie anzuzweifeln. Unsicher lachte sie, versuchte das Gefühlschaos in sich zu überwältigen. Verdammt noch mal, das war so viel.
„Tyraleen wird schon wissen was sie tut, und ja, ich will es ihr antun wenn du dafür bleibst. Ich hätte dich gerne an meiner Seite, ich wüsste dich gerne in dem Rudel anwesend in dem auch ich lebe. Außerdem.. du unterwirfst dich nicht, du akzeptierst. Unterwerfen und akzeptieren sind sehr unterschiedliche Dinge. Niemand verlangt von dir, dass du dich unterwirfst…!“
Sie blickte ihn nun nicht mehr an, starrte lieber auf den Boden. Warum verstand er das nicht? Die Offenheit seiner Worte überspielte sie gekonnt, auch wenn es sie verletzte dass es nun so seltsam sprach, ließ sie es sich nicht anmerken, das wäre ja noch schöner. Die nächsten Worte erschreckten sie zutiefst. Außerdem grollte er sie an, und grollen war beinahe knurren. Sie stieß ein erschrockenes und verwirrtes Quicken aus, sprach einige Sekunde nicht. Sie hielt dem Blick des Rüden dennoch stand, wollte sich nicht vor ihm beugen. Sein starrer Blick ließ sie nun kalt, interessierte sie nicht, da war das Grollen viel, viel schlimmer gewesen. Sie winselte leise, sanft und beinahe verängstigt wie ein Welpe. Was bezweckte er mit seiner ‚ich bin ja so böse’ Art? Was versprach er sich davon? Dass sie heulend die Flucht ergriff? Hah, da konnte er lange warten, denn sie würde nicht einfach aufgeben, nicht jetzt, nicht wo er sich seinem Sieg irgendwie sehr sicher zu sein schien. Abermals ließ sie ein leises Winseln ertönen, blickte ihn mit großen Augen an.
22.03.2011, 20:17
Lyerra war so hilflos wie ein neugeborener Welpe. Zu Blind um seine Körpersprache zu deuten und zu taub um seine Worte richtig zu hören. Wie Ayrla. Innerlich zerriss er diesen Gedanken in Fetzen. Er durfte keine Vergleiche mit ihr machen. Sie war ein Engel gewesen und Engel waren nicht mehr wölfisch. Sie waren Wölfe, die gestorben sind und nun wieder auf dieser Erde wandelten. Lyerra lebte auf jeden Fall noch. Sie würde ihn nicht in seinen schlaf verfolgen und ihm dort Albträume bereiten.
„Du willst, dass ich in bei dir bleibe?“
Ein verspottendes Lachen entrang seiner Kehle. Sie war echt naiv.
„Du kennst mich doch nicht einmal. Du hast doch keine Ahnung, wer ich bin. Was ich bin. Was ich getan habe. Wie viel Blut an meinem Fang klebt. Nur weil ich mich nicht unterwerfen konnte, habe ich jemanden ins Verderben gezogen und seelisch zerstört. Ist dir das bewusst?! Nein, natürlich nicht. Denn du denkst lieber daran, mir einen solchen Weg so schwer zu machen…“
Er vollendete diesen Satz nicht. Er wollte ihn nicht beenden. Konnte ihn nicht beenden. Wie hätte dieser Satz auch enden sollen? Er war zu aufgebracht, um seine Gedanken wirklich soweit folgen zu können. Außerdem hatte sie angefangen zu winseln. War er echt so hart gewesen? Aber es musste so sein. Sie würde ihn sonst nie gehen lassen. Denn auch er war sich nicht wirklich sicher, ob er gehen wollte. Vielleicht war dieses Rudel ja das, mit dem er sich am besten Richten konnte. Vielleicht war sie seine Richterin. Sein Verderben. Er hoffte es.
23.03.2011, 17:32
Ihr Herz flatterte. Wie ein kleiner Vogel. Es flog. Vor, zurück, vor, zurück. Schneller. Schneller als früher, oder?
Diese Verzweiflung. Wie konnte sie nur so dumm und naiv sein? Wie? Es war kindisch, beinahe schon peinlich. Leise grummelte sie. Seine Worte waren dumm, unfair.
„Ja“
Sagte sie leise. Ja, es war ernst gemeint, es war die Wahrheit. Sie spürte den Spott der von ihm aus ging, wusste dass er sie dumm und kindisch fand. Ein Knurren erklang aus ihrer Kehle, lauter als beabsichtigt.
Seine Worte machten sie wütend, doch sie würde ihm nicht den Gefallen tun auszurasten.
„Meinst du denn dass du dich selbst kennst? An deiner Stelle würde ich das nämlich nicht tun. Ich schätze du hast selbst keine Ahnung wer du wirklich sein sollst, wie könnte ich es da wissen? Verspotte mich nur, ich denke wenn du so handelst weißt du einfach nicht was du alles verpasst, dass du dein Leben verspielst. Wertvolle Zeit die du in Einsamkeit verbringst geht verloren, wertvolle Zeit in der du so viel Schönes erleben könntest. Ich denke es ist wirklich deine Entscheidung was du tust, ich will dich nicht wenn du den Spott nicht verbannen kannst, er verletzt mehr Wölfe als du glaubt.
Ich werde nun gehen, und ich würde mich sehr freuen wenn du mir folgen würdest, aber wenn du den Schatten in dir nicht überwinden kannst ist das bloß traurig für uns. Es tut mir leid wenn du es nicht kannst, aber ich muss nicht damit leben, es ist deine Sache was du tust. Begleite mich wenn du denkst du kannst es schaffen, mit mir in dem Rudel leben, in dem auch ich nun lebe.“
Ihr Blick lag noch einige Sekunden lang auf dem Rüden, einige Augenblicke nur dann wandte sie sich ab. Es hatte keinen Sinn hier zu bleiben wenn er sie doch nur verletzen wollte, wenn er ihr bloß wehtat. Auch jetzt schmerzte es, sie wollte ihn nicht alleine lassen, dennoch zwang sie sich weiter zu laufen, sie zwang ihre Beine sich zu bewegen.
Einige Meter, noch ein paar mehr, dann drehte sie sich um, blickte zurück, schaute ihn an und hoffte er würde mitkommen.
23.03.2011, 19:59
Ihr Herz raste. Was hatte er mit seiner Art nun bewirkt? Sie hatte schiss vor ihm. Innerlich biss er sich in den Hintern. Aber sie musste es lernen… aber warum von ihm? Er war kein Lehrer und auch kein Rudelmitglied. Er durfte sich nicht einmal einmischen.
Als ein Knurren erklang, sprangen beide Ohren von Kouros nach vorne. Knurrte sie ihn gerade an? Jedem anderen hätte er nun einmal ordentlich den Hintern versohlt, doch sie durfte es. Er war viel zu weit gegangen. Sie hätte ihn auch nun beißen können. Aber so war er nun einmal. Wenn sie damit nicht klar kam, war es ihr Problem, oder nicht?
Bei ihren Worten wurde er ganz still. Er ließ sämtliche Gedanken, die ihm durch den Kopf gingen, still stehen und lauschte ihren Worten. Als sie dann ging, war ihm immer noch nichts eingefallen, was er hätte sagen können. Nichts schlagfertiges viel ihm darauf ein. Sein Blick folgte ihr auch nicht, als sie sich von ihm abwand. Es wurde alles ruhig. Keine außen Geräusche trafen auf seine Ohren. Nur ihre Worte. Woher konnte sie so viel von ihm wissen, wenn er es nicht einmal selbst tat?
Nun bemerkte er, wie er wieder angesehen wurde und seine Augen starrten zurück. Es gefiel ihm nicht, wenn man so viel über ihn sagte. Wenn man ihn so verurteilte. Somit musste er ihr zeigen, dass er nicht so war. Deswegen ging er im gemäßigten Schritt zu ihr und sah sie die ganze Zeit dabei an. Als er nun endlich bei ihr war, sah er ihr noch immer in die Augen.
„Wage es nicht, mich noch einmal so zu verurteilen. Ich weiß, wie viel Freude ich mir hiermit nehme, aber ich nehme mir damit auch den Schmerz, den die anderen mir zufügen würden.“
Er hatte seine Stimmte gedämpft. Wollte ihr Herz nicht noch einmal so rasen lassen. Zumindest nicht jetzt.
" Und ICH entscheide, wenn ich mich deinem Rudel anschließen will und nicht du. Ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen, dass habe ich dir schon einmal gesagt."
23.03.2011, 20:17
Ihr Blick ruhte auf dem Rüden, ihre Augen wanderten über sein Gesicht. War er eigentlich vollkommen verblödet? Sie zog ihre Lefzen zurück, knurrte laut. Das Geräusch kam tief aus ihrer Kehle. Was für ein dämlicher Idiot dieser Kouros doch war. Nie, nie hatte Lyerra jemanden so angeknurrt, aber dieser Rüde war jawohl wirklich total dumm, was sollte man da schon tun?
Sie starrte ihn an.
„Nie habe ich behauptet für dich entscheiden zu dürfen, nie. Es war schon immer deine Entscheidung, es war immer der Weg den DU gehen musstest, nicht ich. Ich habe meinen Platz gefunden, ich bin zufrieden. Ich habe dir lediglich angeboten mitzukommen, aber was du hier tust geht wirklich zu weit. Erst bringst du mich halb um, dann rettest du mich und jetzt denkst du dass du das Recht hättest mich hier anzuschnauzen und mich zu verletzen nur weil ich so bin wie ich nun mal bin..!! Bist du eigentlich vollkommen irre? Nein, du darfst es nicht. Verdammt kapierst du es nicht? Ich wollte nett sein und ich hätte mich gefreut wenn du wirklich mitgekommen bist, aber ich glaube ich verstehe warum du dich nicht unterordnen willst. Du bist ein verdammter, ignoranter Rüde. Fühlst du nicht wenigstens ein bisschen wie sehr du andere verletzt? Bist du so.. kalt?“
Bei ihren letzten Worten war Lyerra leiser, so viel leiser geworden. Ihre Stimme war angespannt, ihre Augen glänzten. Wie sehr er sie nervte.
„Geh, los geh wenn du es unbedingt willst. Ich werde dich nicht noch einmal aufhalten!“
Sie blickte ihn an, ernst. Immer noch ruhte ihr Blick auf ihm. Die ersten Worte hatte Lyerra gebrüllt, doch die letzten waren wieder leise gewesen. Verstand dieser rüde eigentlich gar nichts?