Atalya
01.08.2010, 18:44

Mit ruhigen Schritten bewegte Atalya sich voran, zurück auf dem Weg zum Rudel. Sie hatte eine ruhige Minute genutzt, um umzusetzen, was Shaén ihr erklärt hatte. Aber so wirklich hatte das mit den Jagen noch nicht funktioniert. De Graue seufzte leise in sich hinein, schloß einen Moment die Augen und blieb stehen. Drei Hasen waren ihr erwischt, aber die hatten auch nicht wirklich krank oder verletzt ausgesehen. Sie musste einfach noch viel üben, soviel war sicher. Gerade wollte sich die Graue wieder in Bewegung setzen, als ein bekannter Geruch vom Wind zu ihr getragen wurde. Kurz neigte sie den Kopf zur Seite, blickte sich dann zu allen Seiten um. War das etwa..? Plötzlich sprintete die junge Wölfin los, preschte durch die Büsche, auf das Rudel zu. Dieser Geruch kam ganz aus ihrer Nähe. Mit fast fliegenden Läufen bewegte sich Atalya vorwärts, den Blick stets nach vorn gerichtet. Und dann sah sie ihn! Er war wieder da!

“MADOC!“

Ihre Rute schwang wild durch die Luft, während sie auf den weißen Rüden zusprang. Ein Grinsen auf den Lefzen machte sie größere Sprünge, und hatte den Rüden nach einigen Sätzen erreicht. Sie bremste nicht, macht nur einen letzten Sprung auf ihn zu. Ein freudiges Fiepen verließ ihre Kehle, als sie über den Weißen sprang, sich sofort umdrehte und nach seinem Ohr schnappte. Eine Pfote auf seinen Rücken stellend zog sie an diesem. Er war wieder da! Und sie konnte ihre Freude kaum zurück halten.

“Wo warscht du?! Isch hab mir Schorgen gemacht!“

Madoc
01.08.2010, 19:12

Er konnte es noch immer nicht glauben, er war wieder daheim. Ja, hier war sein Zuhause, das wusste er jetzt mit Gewissheit. Zwar war die Situation des Rudels weit von Perfektion gewesen, als er wieder hinzugestoßen war, doch die Freude über die Wiederkehr wurde dadurch lediglich leicht gemildert. Nun lag Madoc hier, bei all den anderen Wölfen, von denen er viele kannte, doch auch einige ihm fremde Gesichter waren dabei und erst jetzt merkte er, wie sehr sich alles verändert hatte, seit er gegangen war. Es war, als wäre die Zeit im Galopp vorangeschritten, während er selber gemächlich im Schritt hinterhergehinkt war. Der Silberweiße schüttelte ungläubig das Haupt, er hatte das Gefühl, dass die Wirklichkeit ihm gewagte Streiche spielte und doch wusste er, dass es die pure Realität war. Das einzige, was ihn bisher beunruhigte war, dass er Atalya in all dem Getümmel noch nicht gesichtet hatte. Er spürte ihre Präsenz mit jeder Faser seines Körpers, doch sie schienen bisher aneinander vorbeigerauscht zu sein. Madoc hatte einige Male nach ihr gesucht, doch bisher vergeblich. Nun lag er faul in der Sonne und wartete darauf, dass ihm das Glück in die Arme lief. Der junge Rüde witterte in der Luft, als glaube er daran, dass es so bedingungslos seine Gunst erweisen würde, als tatsächlich die Witterung der grauen Fähe in seine Schnauze drang. Aufmerksam stellte er seine Ohren auf und suchte mit seinem blutroten Blick das Rudel ab, als er plötzlich eine Gestalt erblickte, die mit atemberaubendem Tempo auf ihn zugerast kam. Er brauchte einen Augenblick, um dieses flitzende Etwas mit Atalya zu assoziieren, die ihm noch kaum bist zur Brust ging, als er sie das letzte Mal gesehen hatte. Doch der laute Schrei, dessen Worte seinen Namen sprachen und ihr Geruch, der mit jedem Meter an Intensität gewann verriet, dass es tatsächlich sie war. Bevor Madoc jedoch zu Wort kam, sprach der graue Schatten über ihn hinweg und zog nur Bruchteile von Sekunden später an seinem Ohr. Spielerisch schnappte er nach der Fähe, sein Herz raste und die Freude, die ihn so unerwartet durchflutete überwältigte ihn. Die unverständlichen Worte, die Atalya sprach zauberten das selten gesehene Lächeln auf seine Lefzen.

“Ich hab mir auch Sorgen um dich gemacht, aber dann ist mir eingefallen, dass du ja Atalya die Furchtlose bist, dir kann ja gar nichts passieren“

Neckte er sie und riss ihr mit einem Ruck sein Ohr aus dem Fang. Mit einer eleganten Bewegung sprach er auf stupste sie sachte an und stieß sie dann ohne jegliche Vorwarnung spielerisch zu Boden. Von oben sah er sie mit seinen roten Augen an, sie strahlten Glück und Unglauben aus.

“Schön, dich wiederzusehen, hast du mich vermisst?“

Fragte er sie schließlich, ein Grinsen nun auf seinen Lefzen. Trotz seiner Freude war bei Madoc nur wenig Ausgelassenheit zu sehen, er war eben Madoc und dieses Schauspiel was er hier bot zeugte schon von unglaublicher Zuneigung zu Atalya.

Atalya
01.08.2010, 19:48

Atalya war überglücklich, sie ließ Madocs Ohr nicht los und zog ein bisschen kräftiger daran, als wolle sie ihn animieren, aufzustehen. Wie lange war es nun her, dass sie sich das letzte Mal gesehen hatten? Sie konnte es nicht genau sagen, aber es war eine furchtbar lange Zeit. Auch als der Weiße nach ihr schnappte, ließ sie sein Ohr nicht los, erst als sie seine Worte vernahm und er sein Ohr dann selbst befreite, gab sie nach. Sie grinste.

“Was soll mir auch passieren?“

Schon im nächsten Moment stand Madoc auf seinen Läufen, stupste sie an. Und es verging nur ein Herzschlag, als der Weiße sich auf sie stürzte und sie auf dem Boden landete. Im ersten Moment war die Graue ein wenig überrumpelt, sie hatte ja mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Nein, wirklich nicht. Aber sie war viel zu glücklich, um darüber nach zu denken. Also lachte sie bei den Worten des Rüden kurz auf, schnappte dann nach seiner Schnauze, ohne sie wirklich zu erwischen.

“Wieso sollte ich dich vermissen? Ich wußte, dass du wieder kommen würdest!“

Und doch hatte sie ihn schon vermisst. Aber das wußte er wahrscheinlich auch, ohne dass sie es ihm sagte. Mit einem Grinsen rollte die Graue sich zur Seite, befreite sich und sprang auf die Läufe. Einen Atemzug später machte sie einen Satz nach vorn, sodass ihre Schnauze fast die des Weißen berührte. So konnte sie ihm viel besser direkt in die Augen blicken. Das war vorher nur gegangen, wenn er gelegen hatte. Das breite Grinsen war zu einem warmen Lächeln geworden.

“Soll ich dir ein Geheimnis verraten?“

Mit einem weiteren Satz stand sie neben Madoc, und lehnte sich an seine Seite.

“Ich hab dich vermisst. Aber nur ein kleines bisschen!“

Madoc
01.08.2010, 20:17

Während er so über ihr stand, musterte Madoc Atalya. Sie hatte sich so viel verändert, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte! Er erinnerte sich an jene Tage, in denen er sie noch mühelos im Maul hatte tragen können, sie war so unglaublich groß geworden! Zwar reichte sie bei weiten noch nicht an den Silberweißen heran, doch die kleine Welpin, die er in den Bildern seiner Erinnerung mit sich trug war nicht mehr, immerhin äußerlich nicht. Dass sie noch immer die gleichen Charakterzüge aufwies und die spielerische Neigung und die kindliche Offenheit aufwies befriedigte Madoc, da er das Gefühl hatte, wenigstens dies an ihr wieder zu erkennen. Er lächelte bei ihren Worten.

“Naja, dir ist bestimmt viel passiert, während ich nicht an deiner Seite war, du bist eben nur unversehrt geblieben!“

Meinte er und in seine Stimme klang zum ersten Mal seit langem wieder die vergessene Freude seiner Kindheit mit, die nur noch im Unterbewusstsein in ihm existierte. Er blickte sie aus seinen rubinroten Seelenspiegeln an, die voll Wärme zu glühen schienen. Als sie täuschungsweise nach seiner Schnauze schnappte, wich er nicht zurück, bei niemandem würde der misstrauische Rüde solche Späße und Berührungen dulden lassen, Atalya war eine absolute Ausnahme. Als ihre liebliche Stimme wieder erklang, musterte Madoc sie eingehend, in der Hoffnung zu erfahren, ob sie sich wirklich so sicher war er würde zurückkehren. Eigentlich war es ihm aber egal, er freute sich, sie wieder zu sehen und alles andere zählte nicht weiter. Dennoch reizte es ihn, nachzufragen und kaum merklich wurde seine Stimme ein wenig ernster.

“Wieso warst du dir da so sicher?“

Er beäugte sie, während abermals ein Grinsen seine silbrigen Lefzen kräuselten.
Als Atalya sich unter ihm wegrollte, ließ er sie gewähren und sah zu, wie ihr schlanker Körper sich erhob. Er konnte es noch immer nicht fassen, dass sie so groß geworden war. Dass sie seine Schnauze beinahe mit ihrer berührte, unterstrich seine Verblüffung. Früher wäre es ihr gar nicht möglich gewesen, wenn er stand, nicht einmal, wenn sie in die Höhe gesprungen wäre! Doch ihre Worte interessierten ihn weit mehr als die Verwunderung über ihr Wachstum. Er blickte sie neugierig an, als sie von einem Geheimnis sprach, konnte aber aus ihren Augen ablesen, dass es kein wirkliches Geheimnis war. Dennoch spitze er seine Ohren in ihre Richtung und blickte sie herausfordernd an. Er schlechte ihr liebevoll über die Schnauze, als sie sich an seine Seite lehnte, eine Geste, die er seit langem vollführte. Der unnahbare Sternentänzer schien verschwunden. Als sie ihm das Geheimnis verriet konnte er ein leises Kichern nicht unterdrücken.

“Ich hab dich auch ein kleines bisschen vermisst. Darum bin ich wiedergekommen um nach dem Rechten zu sehen! Da es dir gut geht, kann ich ja wieder gehen“

Scherzte er und spielte vor er würde, indem er auf einmal davon rannte. Schon nach wenigen Kräftigen Sprüngen blickte er jedoch zurück und lief zu ihr zurück um sie sachte anzustupsen. Für ihn war sie wie eine kleine Schwester. Er würde sie schützen, selbst wenn es seinen Tod bedeutete, genau wie einst für seinen Bruder.

“Natürlich verlass ich dich nicht, ich verlass dich nie wieder“

Flüsterte er schließlich leise ins Ohr, seine blutroten Augen hatten alle Bedrohlichkeit verloren.

Atalya
01.08.2010, 20:52

(*kann nich aufhören zu hibbeln und zu tanzen*)

„Ich wußte es einfach!“

Lachend kuschelte sich Atalya an die Seite ihres Freundes, grinste ihn breit an, als er ihr über die Schnauze schleckte. Sie konnte selbst nicht erklären, wieso sie es gewußt hatte. Aber sie hatte Recht behalten, immerhin stand er nun neben ihr und kicherte. Und er scherzte rum. Hah, als wenn sie ihm das glauben würde! Und doch blickte sie ein wenig verwundert drein, als er von ihr weg sprang, und setzte einen Schritt nach vorn. Erst als er sich wieder umdrehte, stellte die Graue die Ohren auf. Mit einigen Sätzen war er wieder bei ihr, stupste sie an und Atalya wandte gespielt beleidigt den Kopf zur anderen Seite und schloß die hellen Augen. Sie lächelte trotz allem. Aber das musste sie ihm heim zahlen. So eine Gemeinheit.

“Du wolltest doch gehen?“

Erst, als er ihr leise Worte zuflüsterte, wandte sie den Blick wieder auf den Weißen. Sie lachte leise, machte dann einen Satz auf ihn zu und schleckte ihm durchs Gesicht.

“Und wenn ich dich verlasse?“

Natürlich waren ihre Worte nicht ernst gemeint. Aber man konnte ja Mal so tun, als wären sie es. Und mit einem letzten Grinsen direkt in sein Gesicht wandte sich die Graue ab und sprintete los. Ihr Kopf drehte sich zurück, um die Reaktion des Weißen sehen zu können.

Madoc
01.08.2010, 21:28

Madoc musterte Atalya belustigt, als sie ihm nachzulaufen gedachte und sich schließlich in gespielter Beleidigung von ihm abwandte. Er ließ sie lächelnd gewähren und dachte verbittert im Geheimen, dass sie wahrlich Grund dafür gehabt hätte, dieses lediglich aus Spaß entstandene Verhalten zu empfinden, da er ihr doch tatsächlich nicht nur einmal die Schulter gekehrt hatte. Während er sich noch mit gefrorenem Lächeln dieser Schuldgefühle ersonn, erklang neben ihm jedoch schon das glockenhelle Lachen, dass seine Gedanken prompt wieder zu der währenden Freude dieses Augenblickes pendeln ließ und ein weiteres Mal seinen warmen Blick entfachte. Abermals spürte er die liebkosende Zunge der grauen Fähe, die feucht und warm über sein Gesicht wanderte und ihm wie schon so oft das herrliche Gefühl von Akzeptanz und Verständnis gab. Selten war er bisher mit Wölfen konfrontiert worden, die ihm so schamlos ihre Zuneigung bezichtigten, umso besonderer war die herzhafte Atalya, die sich fernab jeglicher Vorurteile in ein vertrautes Freundschaftsverhältnis mit ihm eingelassen hatte.

“Wieso macht es dir denn was aus, wenn ich gehe? Du weißt ja ohnehin immer, dass ich zurückkomme und außerdem vermisst du mich ja nur ein bisschen“

Sprach Madoc mit ruhiger, amüsierter Stimme und schlug sie somit mit ihren eigenen Worten. Ein breites Grinsen bildete sich erneut auf seinem Silberfang als sein blutroter Blick herausfordernd aufblitzten.
Trotz all dem Spaß ließ sich der Sternentänzer allerdings für den Bruchteil einer Sekunde von den gewagten Worten Atalyas in Verwunderung bringen, die jedoch nur als ein stummer Schatten ungemerkt über sein helles Antlitz wanderte. Einen Moment lang überlegte er sich eine Antwort, doch im nächsten hatte die Fähe bereits einen gewaltigen Satz gemacht und läuferisch einen klaren Vorsprung errungen. Ruhigen gemühtes Blick der Rüde jedoch stehen und sah der laufenden Freundin schelmisch in die Augen, als sie zurückblickte. Einen Augenblick wartete er, um zu sehen, ob sie stehenbleiben möge, um seine Antwort zu hören, doch ohne jegliche Rektion abzuwarten, sprach er bereits.

“Wenn du mich verlässt? Dann warte ich, bis du zurückkommst, ich bin mir nämlich auch sicher, dass du immer wieder zurückkehrst“

Meinte er mit aller Gelassenheit und preschte dann ohne jegliche Vorwarnung los. Seine langen Läufe, zwischen denen etliche Meilen zerflossen waren holte die junge Fähe schon bald ein. Und während er spielerisch nach ihr schnappte fügte er sorglos hinzu.

“Oder ich hol dich einfach wieder, so wie jetzt!“

Mit diesen Worten schlossen sich seine Fänge sachte über die dehnbare Haut am Nackenbereich, wo in Welpenzeiten die Mütter ihre Jünglinge zu packen suchten und hielten sie sachte fest. Um ihr keine Verletzungen zuzufügen, lief er weiter mit ihr mit und wartete geduldig darauf, bis sie von selber zum Halt kam. Währenddessen war sein Lächeln niemals verblasst, solches Glück hatte Madoc schon lange nicht mehr gespürt.

Atalya
02.08.2010, 13:58

Nur einen kleinen Augenblick ließ Atalya den Kopf zurück gewandt, drehte ihn dann wieder nach vorn, um nicht zu stolpern oder gar gegen einen Baum zu laufen. Die Worte des Weißen hatte sie noch klar und deutlich vernommen, aber sie antwortete nicht, sondern lächelte nur in sich hinein. Noch ein Mal für einen Herzschlag den Kopf zurück wendend erkannte sie, dass Madoc ihr nun auch folgte. Hah! So hatte sie sich das gedacht! Automatisch wurde die Graue langsamer, sodass er sie schnell eingeholt hatte. Sie machte einen kleinen Schritt zur Seite, als der Rüde nach ihr schnappte, blickte ihn aber nicht weiter an. Erst als er nach ihrem Genick packte, drehte sie die Augen leicht in seine Richtung. Wäre doch gelacht, wenn sie sich nicht befreien konnte. Einige Schritte lief sie noch weiter, da Madoc ebenso nicht anhielt. Du plötzlich, ohne jede Vorwarnung, schmiß die junge Fähe sich zur Seite. Sie hatte nur wenig Schwung gebraucht, und es reichte, um Madoc von den Pfoten zu werfen. Nur sich selbst hatte sie bei diesem Manöver nicht mit eingeplant.
Atalya wurde natürlich mit gezogen, rollte seitlich über den nun am Boden liegenden Rüden und landete mit dem Rücken im Dreck. Einen Moment schien sich alles zu drehen. Aber wenigstens war sie wieder frei. Damit hatte er sicher nicht gerechnet. Leicht taumelnd und wackelig drehte Atalya sich auf den Bauch und stand auf. Kurz musste sie die Augen zusammen kneifen, damit alles aufhörte sich zu drehen. Dann schüttelte sie den grauen Pelz, um ihn von Staub und Dreck zu befreien. Überlegen stand die Graue nun über Madoc und ließ sich dann vor ihm auf den Bauch sinken. Sie lächelte ihn direkt an, blickte in seine roten Augen.

“Na, dann musst du aber noch einiges lernen, wenn du mich hier festhalten willst!“

Madoc
18.08.2010, 22:39

Als Atalya sich von seinem Griff befreite und ihm ohne jegliche Vorwarnung in die Seite stieß, taumelte Madoc verwundert und ließ sich gezwungenermaßen zu Boden fallen. Eigentlich ließ er sich selten von seinen Pfoten schlagen, doch bei einer solch unerwarteten Situation konnte selbst der Weiße nichts tun und er wollte es auch nicht. Lächelnd blickte er die Graue aus seinen kühlen Seelenspiegeln warm an. Kaum zu glauben, dass so eine freche junge Fähe ihn dazu bewegen konnte, den Rückweg anzutreten und sich auf die langwierige Suche nach dem Rudel zu machen. Diese Art von Zuneigung kannte er bloß aus jener Zeit, in der sein jüngerer Bruder Llywarch noch gelebt hatte, dass solche Gefühle jemals wieder in ihm aufleben würden hätte er nicht einmal in seinen kühnsten Träumen geglaubt. Auf welch sonderbaren Welt sie doch lebten!
Mit einem herzhaften Auflachen kugelte der Silberweiße über den Boden, während sich feine Erdklumpen an seinem samtigen Pelz anhafteten. Mit seinen blutroten Seelenspiegeln sah er, wie sich Atalya wieder erhob und blieb letztendlich so lange liegen, bis sie über ihm stand.

“Atalya die Furchtlose, nicht war?“

Meinte er lächelnd, seine Stimme tief und ruhig, aber dennoch warm. Erst als sich die Jungwölfin auf den Boden legte, erhob sich der Sternentänzer und schmunzelte über die Worte, die sie sprach. Welch freche Wölfin doch aus ihr geworden war! Doch es erinnerte ihn beinahe an sich selber, wenngleich er deutlich kritischer, aggressiver und verbissener gewesen war. Mit einem zufriedenen Seufzen legte sich der Silberpelz neben die Graue und schleckte ihr mit der Zunge über die Schnauze. Die Wärme die er empfand, wenn er in Atalyas Nähe war, war etwas sonderbares, aber doch so wundervoll. Es gab ihm das Gefühl von innerem Frieden und seelischer Ruhe.

“Ich glaub aber, dass ich gar nicht lernen muss, du wirst ohnehin nicht weggehen“

Meinte er mit ruhiger Stimme, während sein rubinroter Blick zu glühen schien.