Tyraleen
23.12.2009, 14:48

Die Sonne ging leuchtend im Osten auf und lies das Tal der Sternenwinde funkeln und glitzern. Unter einem kleinen Baum am Rande eines rieseigen Sees lagen zwei Fähen, Schwestern und erst kurz bevor hier angekommen. Eine von ihnen regte sich und hob ihre Schnauze zum ersten Mal in den sanften Morgenwind dieses Tals.

Banshee sah sich um, in der Nacht waren sie hier angekommen und hatten sich nur ein ruhiges Plätzchen gesucht. Jetzt sah sie den wunderschönen See und die weiten Berge im Norden. Sie erhob sich leise, um Nyota nicht zu wecken und schritt in den Wald, er war wunderschön und glitzerte wie tausende kleine Sonnen. Sie spürte den Wind, der ihr Fell streichelte und meinte zu spüren, wie sie eins mit ihm wurde. Hier waren sie sicher, hier konnten sie ihr Rudel gründen ...


Ayala war erschöpft... sie war auf der Suche nach einem freundlichen Rudel, das sie aufnehmen würde, sie war schon so lange auf der Suche...
doch plötzlich glaubte sie einen "fremden" Geruch aufzunehmen und war wieder voller Energie. Ihre Ohren richteten sich gerade auf, ihre Rute stieg aufgeregt nach oben und wedelte hin und her, ihre Schnauze zuckte wie wild. Sie wusste es! Hier irgendwo musste es ihre Artgenossen geben! Endlich...

Ayala blieb abrupt stehen - nicht weit von ihr schritt eine weiße Fähe durch den Wald. Ob Ayala wohl zu ihr gehen sollte? Würde sie hier aufgenommen werden? Sie beäugte die Fremde noch eine ganze Weile interessiert und gleichzeitig skeptisch. .



Banshee sah auf, ihre Ohren zuckten und ihr Blick richtete sich langsam auf einen Schatten zwischen den Bäumen. Eine fremde Wölfin stand zwischen diesen und beobachtete sie. Langsam trat sie näher und erkannte eine zierliche weiße Fähe.

"Willkommen, Fremde."

Banshee wusste, dass sie diese Tal noch nicht ihr Revier nennen durfte, erst mussten Nyota und sie die Grenzen markieren, aber durch aus konnte sie behaupten hier die Alpha eines Rudel zu sein. Sofort "wuchs" sie etwas und sah auf die Fähe herab..



Ayala war erleichtert. Es schien nicht so, als würde sie hier abgewiesen werden. Die andere Fähe sah sie zwar etwas seltsam an, aber sie spürte, dass sie hier willkommen war, schließlich war sie ja auch freundlich begrüßt worden.

"Hallo.."

begann Ayala etwas schüchtern.

"Dies hier ist sicher das Revier deines Rudels. Ich bin Ayala und suche ein Rudel, dem ich mich anschließen darf."



Banshee sank sichtlich wieder etwas zusammen, von Ayala ging keine Gefahr aus, sie wollte sich ihrem Rudel anschließen. Banshee freute sich, jetzt waren sie und Nyota nicht mehr alleine!

"Ich bin Banshee, Alpha des Sternenwind Rudels ... schön, dass du zu uns, meiner Schwester Nyota und mir, gekommen bist. Ich muss zugeben, wir sind auch erst vorkurzem hier angekommen. Nyota schläft noch, willst du mit mir mein Revier erkundigen?"

Banshee vertraute Ayala auf Anhieb, die Fähe war noch jung und unerfahren und sicher eine gute Freundin. Lächelnd drehte sie sich um und sah in den Wald. Neugierig zuckte ihre Schnauze.



Ayala war so froh, endlich jemanden gefunden zu haben, der sie annahm und nett zu ihr war. Ja, hier wollte sie gerne bleiben!
Sie blickte zu Banshee, deren Ohren im Wind spielten und lächelte ihn an:

"Ich würde gerne mit dir das Revier erkunden. Du kennst dich hier auch noch nicht so gut aus, oder?"

Dann lief Ayala mit Banshee los und fühlte sich so glücklich und geborgen wie schon lange nicht mehr.



Banshee lief neben Ayala und drehte ihren Kopf einmal nach da, einmal nach dort, ihre Schnauze zuckte noch immer aufgeregt.

"Nein, ich kenne mich noch überhaupt nicht aus, aber wir können schon einmal die spätere Reviergrenze ablaufen und zeigen, dass das hier unser Revier ist."

Banshee schwenkte nach Westen aus und nach einer längeren Zeit des Laufens schnupperte sie interessiert und begann sich im Gras zu wälzen.



Ayala freute sich, dass sie von Banshee gleich mit einbezogen wurde, überhaupt war sie sehr aufgeregt, die anderen kannten sich hier genauso wenig aus wie sie. Das machte sie irgendwie stolz, sie war nicht die einzige "Neue" hier.
Sie warf sich freudig zu Banshee aufs Gras und wälzte sich ebenfalls. Nach längerer Zeit meinte sie:

"Erklär mir doch etwas von deiner Schwester! Seid ihr gleich alt? Und wie seit ihr überhaupt hierher gekommen?"

Sie sah Banshee interessiert und gespannt an.



Banshee erhob sich wieder und lief ein Stücken weiter, umkreisten einen kleinen Hügel und warf sich dahinter wieder ins Gras. Während dessen überlegte sie sich eine Antwort.

"Am besten lernst du sie kennen, wenn wir zurückgehen, dann müsste sie aufgewacht sein. Sie und ich, wir sind gleich alt ... "

Kurz überlegte sie, wie sie hierher gekommen sind ...

"Wir sind einfach davon gezogen ... wollten fort aus dem alten, langweiligen Revier unserer Eltern, so sind wir hier her gekommen ..."



Ayala überlegte. Sollte sie Banshee ihre Vorgeschichte erzählen? Eigentlich scheute sie sich an diese Zeit zu erinnern, aber in Banshees Anwesenheit fühlte sie sich nicht mehr so traurig. Sie setzte sich hin und begann zu erzählen:

"Ich irre schon längere Zeit umher und suche ein Rudel. Im letzten Jahr stieß ich nur auf Abweisungen, keiner verstand mich. Ich war viel zu zurückgezogen und unnahbar. Ich hatte zu lange für mich alleine gelebt, um gleich anderen Wölfen genügend zu vertrauen. Mein Gefährte und mein Bruder meines früheren Rudels waren nämlich aufgrund eines Hinterhaltes meines eigenen Rudels getötet worden. Sie waren die Einzigen gewesen, denen ich wirklich vertraute, aber ich habe sie verloren. Das Rudel habe ich dann so schnell wie möglich verlassen und bei anderen Trost und Verständnis gesucht, aber ich fand es nicht... inzwischen sind meine Wunden so weit geheilt, dass ich vergessen kann - ich muss mich daran gewöhnen, dass nicht hinter jedem unbekannten Busch das Grauen oder as Böse sitzen. Ich hoffe du hältst mich jetzt nicht genauso für seltsam oder krank...ich.."

Ayalas Stimme versagte, sie wusste nicht was sie hätte sagen sollen, damit Banshee sie besser verstehen würde.



Banshee setzte sich auf und betrachtete Ayala, was diese junge Fähe durch gemacht hatte, war hart für ihr Alter, langsam erhob sich Banshee und trat zu ihr. Sanft legte sie ihren Kopf auf ihre Schulter und sagte leise:

"Hab keine Angst, ich werde dich nicht verstoßen, jemand wie du, soll so etwas nicht erleben müssen, wie könnte ich dich da davonjagen?"



Ayala fühlte sich seit langem wieder richtig geborgen und geliebt. Sie hätte Banshee gerne gesagt, wie viel ihr das bedeutet hatte, doch sie konnte es nicht in Worte fassen.

"Ich danke dir von Herzen, Banshee..."

war das Einzige, das sie herausbrachte, doch Ayala konnte genau fühlen, dass Banshee wusste, was in ihr vorging. Sie fühlte sich mit Banshee auf seltsame Weise wie durch ein unsichtbares Band verbunden.
Ayala fing an Banshee über die Schnauze zu lecken und vergrub dann ihren Kopf in Banshees Nackenfell.



Banshee lächelte berührte Ayala noch einmal an der Schnauze und stand dann wieder auf. Noch einmal wälzte sie sich im Gras, dann schlug sie den Weg zurück zu Nyota ein.

"Jetzt wirst du meine Schwester kennen lernen, dann können wir gemeinsam das Revier erkunden."

Gemütlich trabte sie voraus zum See zurück, wo Nyota lag.



Ayala war schon sehr gespannt auf Banshees Schwester, hoffentlich war sie genauso nett wie Banshee.

"Wann seid ihr eigentlich hier angekommen und wie weit entfernt liegt euer Tal?"

fragte Ayala interessiert. Sie trabte neben Banshee her und genoss den Wind, der sanft durch ihr Fell strich.



Das Rauschen des Windes hatte Nyota geweckt, und sie hatte ein wenig getrunken, bevor sie der Fährte ihrer Schwester folge. Schließlich entdeckte sie Banshee, mit einer weiteren Fremden, die sich als Ayala vorstellte. Heimlich folgte sie den beiden, ungehört schlich sie durchs Gestrüpp, stolz nicht bemerkt zu werden. Als die zwei Fähen zurück zu ihrem Schlafplatz kehrten, fanden sie ihn leer - dafür stand plötzlich die große schwarze Fähe lachend hinter ihnen.

"Haha! Habt ihr mich wirklich nicht bemerkt?"

Sie grinste schelmisch, und trat dann auf Ayala zu.

"Hallo. Meine Schwester hat dir ja schon eine Menge erzählt. Ich bin Nyota, freut mich dich kennenzulernen"



Banshee sah zu Ayala und verzog leicht das Gesicht, waren sie erst Gestern angekommen? Ihr kam es vor, wie eine Ewigkeit!

"Nun, Gestern, glaube ich, sind wir hier her gekommen ... unser Tal ist weit im Osten, so weit, dass ich es gar nicht glauben kann, hier zu sein ..."

Plötzlich sprang Nyota auf sie zu und Banshee fuhr erschrocken zusammen.

"Nyota!"

Sie knuffte ihre Schwester ins Fell und grinste sie dann an.

"Bist du uns die ganze Zeit gefolgt?"



Ayala war zuerst erschrocken gewesen, jetzt musste sie aber auch herzhaft lachen.

"Hallo Nyota, ich freue mich ebenfalls dich endlich kennen zu lernen und hoffe, dass du mich auch so freundlich wie deine Schwester hier aufnimmst."

Die schwarze Fähe schien Ayala ganz anders als ihre Schwester zu sein, aber sie war ihr trotzdem sympathisch und schien voller Energie zu stecken.



Nyota lachte, während sie die Wirkung ihres plötzlichen Erscheinens beobachtete, und grinste erst Banshee, dann Ayala an.

"Natürlich Banshee...woher sonst sollte ich wissen was du ihr erzählt hast?“

Sie sprang um Ayala herum und stupste sie an.

"Natürlich nicht! Meine Schwester ist lieb, ich bin böse! Grrr, ich jag dich bis über alle Berge!"

Sie hüpfte vor und zurück, und konnte vor lachen kaum noch stehen.

"Ich hoffe du nimmst mich nicht allzu ernst..."

, sagte sie als sie sich wieder beruhigt hatte. Dann erst nahm sie ihr Gegenüber wirklich gründlich in Augenschein. Ayala war deutlich kleiner als sie, und wohl sehr friedlich, umso besser. Sie lächelte, und sah dann zu Banshee.

"Reviergrenzen?"



Ayala war Nyotas überschwängliche Art nicht gwohnt, aber ihr gefiel die Frohnatur. Sie lachte wie schon lange nicht mehr.
Die weiße Fähe lächelte verträumt vor sich hin. Sie hatte das sichere Gefühl, hier glücklich zu werden.
Sie schaute wieder zu Banshee und überlegte, wie es wohl ihrer eigenen Schwester, Yala, ging. mit Thisa hatte sie sich überhaupt nicht verstanden, sie musste zugeben, sie vermisste sie nicht wirklich. Am meisten vermisste sie ihren Bruder...
Ayala verdrängte diese Gedanken, diese Zeit war vorbei und sie hatte jetzt seit neuem wieder die Hoffnung, dass eine neue, glückliche Zeit bevorstand.



Banshee schüttelte lachend den Kopf. Nyota und ihre Späße ... Dann wurde sie wieder etwas ernster und nickte.

"Ayala und ich waren, wie du wohl weißt, schon im Westen ein wenig, aber der Rest braucht noch unser Zeichen."

Mit fröhlich wippender Rute lief sie los, drehte sich einmal um, wuffte kurz und setzte dann ihren Weg fort.



Nyota nickte, und lächelte Ayala zu.

"Komm mit!"

Damit stob sie schon Banshee nach, überholte sie, und raste vergnügt zwischen den Bäumen entlang. Ihre Stimmung hätte kaum besser sein können, mehr als zufrieden tobte sie ihres Weges, keinen Gedanken daran verschwendend das sie allerlei Tiere aufschrecken und verscheuchen könnte. Sie tanzte geradezu im Wind, flog über Gras, Laub und Moos, und sah sich nur ab und an um, ob die anderen ihr folgten. Sie würden nicht lange brauchen ihre Grenzen zu markieren, wenn sie dieses Tempo hielten.



Banshee zog leicht die Lefzen hoch, sie und Nyota waren so verschieden, und doch liebte sie ihre Schwester. Gemächlicher trabte sie hinter her, ab und zu sah sie Nyota, die aber bald wieder zwischen den Bäumen verschwand. Ein Blick nach hinten versicherte ihr, dass Ayala nach kam, dann lief sie etwas schneller und bellte zu Nyota:

"Warte mal, irgendwo müssen wir auch anhalten!"

Mit einem Grinsen schüttelte sie den Kopf und spähte nach Nyota.



Weit hinter sich hörte Nyota irgendwann sehr leise Banshees Stimme, und wechselte mitten im Schritt die Richtung, und stob auf denselben Pfaden zurück auf denen sie gekommen war. Ein breites Grinsen lag auf ihren Lefzen, als sie Banshee erreichte.

"Ach was, alles unsers!"

lachte sie ihr entgegen, und tänzelte zufrieden um ihre Schwester herum.



Ayala wurde von Nyotas Fröhlichkeit richtig angesteckt. Sie begann ebenso ausgelassen um die beiden anderen herumzutänzeln und ließ ab und zu ein freudiges Bellen von sich hören.

"Los, laufen wir doch noch etwas weiter!"

Kaum hatte sie dies ausgesprochen, raste sie auch schon los, sprang über kleinere Büsche und genoss den Wind. So fühlte sich die Freiheit an...



Nyota grinste zu Ayala rüber, und jagte ihr Augenblicklich nach. Die kleine Fähe war schnell, aber nicht schnell genug. Mit einigen Sprüngen überholte sie Ayala, und stoppte plötzlich direkt vor ihr, sodass Ayala in sie herein rennen musste, ob sie wollte oder nicht. Sie lachte, während sie da stand, und schmiss sich urplötzlich und im allerletzten Moment zur Seite, landete auf dem Rücken und blieb lachend liegen.

"Haha, ausgetrickst!"

Hielt sie Ayala entgegen, bevor sie den Kopf zu Banshee wand.

"Komm schon Ban!"



Ayala musste einfach lachen, diese Fähe war einfach zu komisch! Man konnte an ihr nichts ernst nehmen, doch gerade das machte sie auf eine bestimmte Art so liebenswürdig.

"Na warte, das gibt noch früh genug Rache!"

grinste Ayala und warf sich auf Nyota.



Nyota behielt das Grinsen auf den Lefzen, und verbiss sich in Ayas Fell, als diese sich auf sie stürzte, und rollte sich herum. Zwischen die Zähne hindurch rief sie:

"Versuchs!"

Und zappelnd befreite sie sich, ließ Ayas Fell los, und stürmte zu ihrer Schwester zurück.

"Hilfe, hilfe!"

schrie sie lachend, und sprang wieder davon.



Aya hetzte Nyo hinterher so schnell sie konnte, was aber leider nicht schnell genug war. Sie fragte sich, wer oder was diese Fähe je aufhalten könne...

"Ban, halt sich fest!"

rief sie japsent und hetzte weiter.



Nyota war im Waldrand verschwunden, nur um Minuten später an völlig anderer Stelle wieder hervorzukommen, und Ayala zuzugrinsen. Dann verschwand sie wieder, und raste nun wie besessen durch den Wald. Genug gespielt fürs Erste, die Reviergrenzen waren wichtig. Wo immer es ihr nicht mehr gefiel setzte sie eine Markierung, sodass alles was sie schön fand, bald von ihrer Duftspur umzäunt war. Doch dieses Gebiet war groß, und einige Zeit verging, bis sie hechelnd bei Banshee und Ayala wieder auftauchte.

"So...das wäre erledigt!"

sagte sie zufrieden und sah ihre Schwester und Ayala an.

"Ich könnte eine Pause vertragen...gehen wir zurück zum See?"



Banshee hatte die beiden anderen beobachtete und sich dann einfach unter einen Baum gelegt, wie immer, wenn andere tollten, machte sie nicht mit. Nur manchmal, meist wenn sie alleine mit Nyota war, hatte sie genauso ausgelassen sein können. ... seltsam ... Als Nyo schon wieder angesprungen kam erhob sich Banshee wieder und lächelte ihr entgegen.

"Na das ging ja schnell ... aber gut, ich würde gerne zurück zum See."

Langsam schlenderte sie voraus und sah sich einmal um, zog dann die frische Luft ein und lächelte glücklich.



Nyota nickte, und mit hängender Zunge trabte sie zurück zum See, diesmal deutlich langsamer. Sie trank gierig das frische, kühlende Wasser, und lies sich dann erschöpft an den See fallen...nun waren sie also drei...sie freute sich schon auf den Tag, da sie mehr waren, ein gaaanz großes Rudel, mit gaaanz tollen Rüden....


Ayala war rundum glücklich...
ihr Durst war nun gestillt, sie war zwar kurz vorm Eindösen, aber dann robbte sie noch ein wenig näher zu Ban und Nyo und schlief selig ein.
Sie träumte von einem Wald, von Sonne überflutet, der Wind strich leise durch die rauschenden Blätter...sie ließ sich treiben, wurde selbst zum Blatt im Wind und ließ sich endlos weiter tragen ...



Banshee sah lächelnd zu der schlafenden Ayala und ließ dann ihren Blick zu ihrer Schwester weiter wandern. Ohne ein Wort gesagt zu haben, wusste Banshee, dass ihre Schwester an Rüden dachte, sie kannte sie schon zu lange, um das nicht sehen zu können.

"Hmmm, wem ist der erste?"

Fragte sie mit einem Grinsen und legte sich neben Nyota.



Nyota öffnete die Augen wieder, und grinste Banshee an. Es war schon sehr komisch, vor ihr konnte sie keinen Gedanken geheim halten...doch zugleich viel es ihr schwer die Frage zu beantworten, wo sie doch selbst keinen Rüden mehr kannte...

"Ich weiß es nicht...geh und such mir einen"

Sie lachte leise, hatte sie wohl bemerkt das Ayala eingeschlafen war, und wollte sie nicht wecken.



Banshee sah auf und schüttelte grinsend den Kopf.

"Oh nein, wenn ich einen finde, gehört er mir."

Lachend sprang sie auf, verstummte dann aber schnell wieder, sie wollte Ayala nicht wecken. Leiser fragte sie.

"Wollen wir uns nicht mal eine Höhle suchen?"



"Ach was, mir gehören alle!"

Nyota grinste und erhob sich ebenfalls. Eine Höhle wäre durchaus ganz praktisch, besonders wenn es wieder Winter werden würde...

"Gut...Ayala wird uns rufen wenn sie wieder wach ist...teilen wir uns auf?"



Banshee kräuselte leicht die Lefzen, ersparte sich aber eine Antwort auf den ersten Satz ihrer Schwester. Den zweiten musste sie überdenken und wog leicht den Kopf hin und her.

"Ich weiß nicht ... ist es nicht schöner zu zweit?"



Nyota nickte, und sah zum Waldrand herüber. Die Sonne war nun schon hoch am Himmel angekommen, der Tag hatte nun so richtig begonnen...

"Wie immer hast du Recht"

lachte sie, und deutete gen Wald.

"Wo lang?"



Banshee grinste und sah sich dann um.

"Mhh, beim See fände ich eine Höhle sehr schön ... im Westen beginnen die Berge, vielleicht finden wir da ein schönes Plätzchen und haben unseren See."

Sie rannte los und mit der untergehenden Sonne packte auch sie langsam die Spiellust. Mit einer fließenden Bewegung schlüpfte sie ins dichte Unterholz und verharrte reglos, wartete, bis Nyota an ihr vorbeilaufen würde.



Nyota antwortete nicht mehr, sondern folgte ihrer Schwester nur, wenn auch etwas langsamer als vorhin, da sie all ihre Kraft noch nicht wieder zurückerlangt hatte. Banshee war aus ihrem Blickfeld verschwunden, doch ohne darauf zu achten oder ihrem Geruch Beachtung zu schenken, lief sie direkt an ihr vorbei. Der Wald ringsum war goldbefleckt vom Sonnenlicht das sich seinen Weg durch die Blätterwände suchte...


Banshee beobachtete zufrieden, wie Nyota an ihr vorbei lief, dann sprang sie mit lautem Kläffen aus dem Beüsch und genau auf Nyotas Rücken. Die beiden brachen zusammen, aber Banshee war schnell wieder auf den Pfoten und umkreiste ihre Schwester ausgelassen wuffend.


"UWAAAAAAAAAAAAAAAAH!"

Unter dem Gewicht von irgendetwas, das sich plötzlich auf sie geschmissen hatte, zusammenbrechend, brüllte Nyota los, sie hätte als letztes mit einem Angriff gerechnet. Schon wollte sie aufspringen und dem Wesen ein Ende bereiten, als sie Banshee erkannte, die um sie herum sprang. Ihr Fell, welches sich über ihren ganzen Rücken gesträubt hatte, wurde wieder glatt, und sie schüttelte, nun grinsend, den Kopf.

"Man, hast du mich erschreckt...ich dachte schon du wärst irgendwas das mich umbringen wollte!"



Breit grinsend duckte sich Banshee schwanzwedelnd zum Spiel auffordernd vor Nyota und erwiederte.

"Hmmm, wer weiß, wenn du mir meinen Rüden weg schnappst, kann ich schon mal zu diesem Irgendetwas werden!"

Lachend setzte sie erneut zum Sprung auf ihre Schwester an und zwinkerte ihr gleichzeitig zu.



Nyota wuffte, und sprang auf Banshee zu, setzte sofort zurück, und tänzelnd und springen umrundete sie ihre Schwester.

"Deinen Rüden? Seit wann hast du einen hm? Und her damit!"

Sie lachte und warf sich plötzlich auf Banshee, fiel mit ihr, und lag auf ihr drauf, so dass sie sich nicht befreien konnte.

"Rüde oder Freiheit!"

forderte sie kichernd.



Banshee versuchte sich frei zu strampeln, schaffte es nicht und knurrte dann gespielt.

"Tja, ich halte ihn in einer Höhle versteckt und er will nur mich! Du kannst ihn nicht bekommen! Also kannst du mich ja freilassen ..."

Sie versuchte sich zu bewegen, schaffte es aber nicht und knurrte dann nur furchterregend.



Acollon streunte wieder durch ein fremdes Revier. Wieder andere Wölfe, wieder ein Kampf, wieder alleine und einsam. Er trottete langsam weiter.
Kurz vor einer Lichtung hielt er inne und heulte laut und kräftig auf.
.oO(Na wunderbar! Ich bin gespannt ob ich dies Mal nicht Ausgestoßen werde?!) dachte Acollon und blieb stehen.



Ein freches Grinsen legte sich auf die Lefzen der Schwarzen..

"Nur...was wenn ich die Höhle vor die gefunden hab?"

Lachend sprang Nyota auf, und peste auch schon davon. Immerhin würde die Sonne nicht mehr allzu lange am Himmel verweilen, und eine Höhle hatten sie noch immer nicht gefunden...



Banshee holte ihre Schwester ein und hörte dann das Heulen, sofort hielt sie an und grinste ihre Schwester an.

"Na siehst du ... ich hab es ja gesagt!"

Breit grinsend drehte sie ab und rannte in die andere Richtung, in die des Heulens. Während dessen heulte sie selbst immer wieder auf und hieß den Fremden willkommen, wohl etwas übermütig, aber das lag nur an Nyota ...



Nyota stoppte, als sie das Jaulen hörte, dermaßen abrupt, das sie beinahe auf die Schnauze fiel. Sofort beantwortete sie es lautstark, und jagte eiligst Banshee nach. Sie durfte ja wohl nicht vor ihr bei dem Rüden sein! Wie besessen raste sie, Banshee kam näher...


Banshee hörte Nyota deutlich hinter sich ... na warte ... . Sie beschleunigte ihre Schritte noch mehr und hechelte jetzt stärker, fast hätte sie vergessen, dass sie einen neuen Wolf begrüßen wollte, im moment wollte sie nur Nyo ärgern. Aber plötzlich nahm sie seinen Geruch auf und stoppte, langsamer lief sie weiter, Nyo sollte sich aber in Acht nehmen!


Ayala träumte immer noch. Sie stand auf einer Lichtung und genoss die letzten wärmenden Sonnenstrahlen, dann hörte sie plötzlich ein Heulen, sie hob ihren Kopf, da stand ihr gegenüber ein fremder Wolf...sie hörte seinem Heulen zu, es war irgendwie beruhigend...doch, halt. Ayala wurde abrupt aus ihrem Traum gerissen, da heulte doch jemand in Wirklichkeit!
Sie trabte los, dem Heulen entgegen. Plötzlich bemerkte sie, dass Ban und Nyo fehlten...wo waren sie bloß? Doch Ayala rannte weiter, wo auch immer sie waren, sie würden das Heulen ebenfalls hören und ihm Folgen, das wusste sie genau...



Acollon wartete auf eine Reaktion und schließlich hörte er ein Heulen. Er wartete geduldig, auf Wölfe auf sein baldiges Zusammentreffen mit fremden Wölfen. Innerlich knurrte er etwas.


Banshee sah den Rüden schon durch die Bäume, sie stoppte, schüttelte sich noch einmal und betrat fast gleichzeitig mit Nyota die Lichtung.

"Hallo, fremder Wolf, ich bin Banshee, Alpha des Sternenwind Rudels. Wer bist du?"



Acollon sah gelangweilt und kühl zu der erschienen Wölfin. Eine große Bedrohung war sie nicht. Langsam öffnete er seine Schnauze und sprach arrogant und kühl:
"Guten Abend, schöne Wölfin! Ein schöner Name, wenn ich es so sagen darf. Mein Name ist Acollon.“
Seine Stimme triefte vor Sarkasmus.



Banshee war augenblicklich nicht merh ausgelassen, da hatten sie sich ja einen schönen Rüden gesucht ...
.oO(Du kannst ihn haben, Nyota)
Allerdings dachte sie das nur, sagen würde sie das ganz bestimmt nicht.

"Willkommen, Acollon, was führt dich zu uns?"

Sie versuchte ihre Stimme so ruhig, wie möglich zu halten, was ihr gut gelang.



Ayala hatte inzwischen Nyo und Ban antworten gehört...sie rannte weiter, lange durfte es nicht mehr dauern, hier irgendwo mussten sie sein .oO(War ja klar, dass sich Ban und Nyo nicht entgehen ließen, erste zu sein)
... sie nahm den fremden Geruch auf, sie folgte der Fährte und erblickte die drei Wölfe durch die Baumstämme hindurch. Ayala hatte das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht stimmte, Ban und Nyo wirkten ziemlich abweisend und angespannt, nichts mehr von Nyos stürmischer Art war geblieben - sie war jetzt die stolze Führerin des Rudels und völlig verändert.


Acollon sah die fremde Wölfin an und neigte seinen Kopf leicht.
"Ist es mir verboten hier zu weilen?"
fragte er angrifflustig. Er zog seine Lefze leicht an.



Banshee unterdrückte ihre Wut gekonnt und ließ ihre Stimme ein wenig arrogant klingen.

"Dies ist mein Revier und ich entscheide, wer hier weilen darf und wer nicht."

Was hatte dieser Wolf vor?



Leicht hechelnd war Nyota zeitgleich mit Banshee angekommen, und hatte den Rüden eindringlich gemustert...jedoch ärgerte sie sein Ton! Sie trat vor.

"Wir könnten es dir zumindest verbieten!"

fauchte sie angriffslustig, er sollte bloß nicht denken er könne sich, nur weil er ein gut aussehender Rüde war, alles herausnehmen! Sie nickte Ayala kurz zu.



Acollon bellte lachend auf und sah die Wölfin mit seinen grauen Augen durchdringend an.
"Dein Revier?"
fragte er hämisch, doch förmlich. Langsam umkreiste er die Fähe und starrte sie kühl doch interessiert an.
Eine weiter Fähe mit schwarzem Fell war erschienen auch sie sah er skeptisch an.
"Mag sein, dass ihr es versuchen könntet es mir zu verbieten..."
sagte er leise und drohend.



Wie immer, wenn sie wollte, wuchs Banshee, ihre Ruhe ließ nicht nach, aber ihre ganze Haltung war drohend und mit Nyota an ihrer Seite hatte sie nun wirklich nichts zu befürchten. Außerdem war sie selbst stark, wenn sie es zeigen wollte ... und das wollte sie jetzt!

"Acollon, was suchst du bei uns? DIes ist mein Revier und ich kann dir das auch zeigen, wenn du das wünschst."



Dieser Stolz und die Stärke dieser Fähe beeindruckte Acollon und er ließ sich herab etwas freundlicher zu sein. Er neigte seinen Kopf erneut zu einer Verbeugung und sagte immer noch hämisch:

"Ich wäre erfreut wenn ihr dies tätet, schöne Wölfin!"

Acollon erhob seinen Kopf und sah die Wölfe stolz an. Er war größer und kräftiger gebaut. Doch schienen die Fähen auch gut bei Fassung zu sein.



Nyota hob eine Augenbraue, dieses Gerede wurde ihr zuviel. Sie und ihre Schwester beanspruchten dieses Gebiet als ihres, und er hatte das zu akzeptieren, ob er wollte oder nicht! Sie sprang auf ihn zu, und schnappte knapp neben sein Ohr, eine Art Warnung, bevor sie sich in Trab setzte, und ihn nun knurrend umkreiste, als warte sie nur darauf ihn ernsthaft anzugreifen...Worte brauchte sie nicht mehr!


Banshee kräuselte leicht verächtlich die Lefzen und antwortete Acollon ruhig.

"Ich habe nicht die Absicht das zu tun, und ich werde dich noch einmal fragen: Was willst du hier? Suchst du ein Rudel?"

Ihr Schnauze zuckte und sie fragte sich, ob sie ihn in ihrem Rudel akzeptieren würde. Dann fing Nyota plötzlich an aggressiv zu werden!

"Nein, Schwester, was wird es uns bringen? Lass ihn, er ist verwirrt und misstrauisch."

Jetzt war sie über sich selbst erstaunt, dass sie so etwas von diesem Rüden sagen konnte ...



Acollon lachte bellend auf und sah die beiden Fähen ruhig und kühl an:
"Verwirrt? Misstrauisch? Das ich nicht lache"
dann wandte er sich an die Fähe die nach ihm geschnappt hatte.
"Überleg es dir lieber noch einmal ob dich mich angreifen willst, oder hast du vielleicht nicht gelernt, dass man fremden Wölfen nichts tun sollte?"
Er setzte sich und überlegte über die Frage der Fähe mit dem hellen Fell nach.
"Nun ja …" fing er an "Ich ziehe umher, ist das verboten?"
schloss er langsam. Sein Nackenfell sträubte sich und er sah noch gewaltiger und stärker aus, doch nun knurrte er etwas.



Nyota warf Banshee einen erstaunten Blick zu - derartige Naivität hätte nicht einmal sie selbst an den Tag gelegt...Auch sparte sie sich eine Antwort, und fixierte stattdessen den Schwarzen mit ihren drohenden Blicken, bevor sie, deutlich und mit unverkennbarem knurrenden Unterton, das Wort ergriff.

"Was ich gelernt habe ist nicht weiter relevant...eher was du gelernt hast...oder eher nicht...zum Beispiel den jeweiligen Alphas in ihren Revieren den gehörigen Respekt zu erweisen!"

Ihre Stimme wurde immer härter während sie sprach, sie spuckte ihm die Worte förmlich vor die Füße...



In Banshee drin tobte ein Krieg, ein Krieg zwischen ihrer ruhigen Seite und ihrem Zorn über diesen Rüden. Doch je länger sie wartete, desto mehr gewann die ruhige Seite, schließlich antwortete sie ihm:

"Es ist verboten hier herum zu wandern, wenn wir es dir nicht erlauben. Und ich verstehe dich nun wirklich nicht, was soll die Quatsch hier?"

Sie funkelte kurz Nyota an, wie immer sah ihre Schwester nicht, dass man hier nicht mit Gewalt oder Beleidigungen weiter kommen würde.



Acollon blieb ruhig, als die schwarze Wölfin ihn die Worte vor die Füße schleuderte. Er schloss genervt die Augen.

"Zufällig sind eure Regeln nicht die meine! Ich habe gelernt, denjenigen zu töten, der sich als falsch erweißt".

Acollons Stimme wurde belegter als er sprach, noch nie hatte er mit einem anderen Wolf über seine Ausbildung oder seine Vergangenheit gesprochen. Doch schließlich blieb er sitzen und verneigte sich wieder, diesmal noch spöttischer.

"Aber wenn euch mein Verhalten zuwider ist, werde ich mich euren Regeln anpassen!"

Sein Spurwechsel war ruckartig gewesen. Er sah die helle Wölfin an.

"Nun ich werde friedlich sein!"



Ayala schaute vom Gebüsch aus erschrocken dem Geschehen zu. Dieser fremde Rüde nahm sich ganz schön viel raus! Aber wahrscheinlich wäre es besser, Ban und Nyo das alleine mit ihm ausmachen zu lassen...schließlich war sie ja kein Alpha...sie wartete weiter hinter dem schützenden Blattwerk und beobachtete die anderen weiter.


Nyota wollte sich gerade auf ihn stürzen, nur mit Mühe hielt sie sich zurück, und auch seine weiteren Worte konnten sie nicht beruhigen oder sie gar von ihren feindschaftlichen Gedanken ablenken. Ein leises Knurren blieb, und auch ihr Rückenfell, das zur Bürste geworden war, würde sobald nicht wieder glatt liegen...

"Dann tut das...und zwar möglichst bald!"

Ihre Augen blitzten auf, Rüde hin oder her, sollte er so weitermachen, würde sie ihn zweifelsohne angreifen müssen. Sie wand sich von ihm ab, und trat an Banshee vorbei, irgendetwas murmelnd, was sich wohl auf den Schwarzen bezog und nicht sehr nett klang...



Acollon lachte leise und hitzig auf.

"Das werde ich"

flüsterte er der Wölfin hinterher. Er sah die weiße Wölfin musternd an, etwas in ihm begann sich zu regen, etwas Schmerzvolles und Grausames war es.
Eine andere Wölfin wachte hinter einem Gebüsch, Acollon warf ihr einen Blick zu.



Ayala schaute direkt in Acollons Augen. Zuerst durchfuhr sie ein Schauer, in diesem Blick lag eine eisige Kälte...
und doch, Ayala wollte ihn nicht einfach so verurteilen, es musste einen Grund für sein zweifellos unmögliches Verhalten geben, sie wusste es ja selbst, wie schnell man von anderen missverstanden und gehasst wurde. Trotzdem hätte sie wahrscheinlich als Alpha ähnlich gehandelt wie Nyo, Ban handelte ihrer Meinung nach genau richtig, sie hatte einfach kein so überschäumendes Temperament wie Nyo und handelte trotzdem bestimmt und stolz.



Acollon sah die Fähe die hinter dem Gebüsch verborgen war durchdringender an. Wer war das? Doch sein Blick ruhte wieder auf der hellen Wölfin.


Am Waldrand drehte Nyota, und begann dort auf und ab zu gehen, bemüht ruhig, aber trotzdem eben nicht ruhig. Sie sah kurz in Ayalas Augen, die unweit von ihr stand, dann wanderten auch ihre Blicke zurück zu ihrer Schwester. Wieso war sie derart friedlich, gegenüber jemand so respektlosem? Sie konnte sie nicht verstehen, ihre Träume hatte sie hinten angestellt, und wachsam, lauernd geradezu legte sich ihr Blick nun wieder auf den Rüden.


Acollon sah sich um und erfasste den Blick der schwarzen Fähe. Sie war nicht mit seiner Anwesenheit zufrieden, dass wusste er, doch ihn kümmerte das kaum. Er hatte schon oft gesehen, dass die Wölfe ihn so ansahen und er war es gewöhnt.


Plötzlich setzte Nyota sich, mitten in der Bewegung und ohne jeglichen ersichtlichen Grund.

"Banshee...ich gehe eine Höhle suchen...vielleicht sitzt da ja jemand..."

knurrte sie mehr als das sie es sagte, während sie sprach starrte sie, nun mit ausdruckslosen Augen, in die von Acollon, erhob sich dann, ohne ihn auch nur mit einem weiteren Wort zu bedenken, und wandte sich, als sie im Schatten der Bäume verschwunden war, an Ayala.

"Kommst du mit? Nettere Rüden suchen?"

Sie grinste, aber es war unverkennbar das sie sich so schnell wohl nicht mit dem Schwarzen abfinden würde...Also trabte sie los, in die Nacht hinein.



Banshee saß einigermaßen zufrieden im Gras. Immerhin, sie hatte erreicht, dass sich niemand wirklich stritt und Acollon war mehr oder weniger friedlich. Langsam erhob sie sich, um ihrer Schwester zu folgen. Zu Acollon hin sagte sie noch:

"Wirst du mit uns kommen? Oder was hast du nun vor?"

Sie wartete nicht auf seine Antwort, sondern folgte Nyota um sie noch einzuholen. Ein kurzer skeptischer Blick über Acollon galt Ayala, die sich im Gebüsch versteckt hielt, dann war sie neben ihrer Schwester.

"Wütend?"



Als Banshee neben ihr war, sah Nyota sie lange an. Sehr komisch das Ganze...

"Natürlich! Was denn sonst? Da freu ich mich so auf Rüde, und was kommt?"

Sie grummelte vor sich hin, während sie ihren Weg fortsetzten.

"...ein perfekter Omega Kandidat..."

merkte sie mit einem gehässigen Lächeln an...

"Zumindest falls er bleibt..."

Sie hob eine Augenbraue und sah Banshee fragend an. Was sollte sie mit diesem Rüden nur anfangen?



Acollon sah der Fähe hinterher, die jetzt bei ihrer Schwester war. Würde er mitkommen? Was war das?! Er konnte doch nicht einfach seine Ausbildung über Bord werfen. Er hatte immer töten müssen und gesehen wie welche getötet wurden. Konnte er sich anpassen? War er nicht die Einsamkeit schon gewöhnt?
Er setzte sich missmutig hin und starrte den Fähen nach.
Ein Hase graste vor einem alten Baumstamm und schien sich nicht durch Acollons Anwesenheit stören zu lassen. Er zog eine Lefze hoch.
Er erhob sich und schlich auf den Hasen zu.
.oO(Deine Gelassenheit wird dein Tod sein.)
Acollon sprang mit einem großen Satz auf den Hasen zu. Der versuchte in Panik weg zu springen, doch der Baumstamm versperrte ihm den Weg. Acollon schnappte nach dem Hasen und hob ihn in die Luft, jedoch tötete er ihn nicht sonder biss nur so fest zu, dass es schwere Wunden davon trug.
Dann ließ er ihn fallen, der Hase hoppelte schwächlich davon, doch Acollon holte den Hasen spielerisch leicht wieder ein und schnappte nach dem Ohr, es riss ab. Dem Treiben ein Ende zu bereiten biss er noch einmal kräftig in die Flanke des Tieres und schmiss es gegen einen Baum. Das Tier war auf der Stelle tot und zuckte nicht einmal mehr.
Das Blut tropfte Acollon von der Schnauze hinab. Sein Bluttrieb hatte wieder eingesetzt, ohne dass er es wirklich wollte. Erschrocken und doch zufrieden wandte er sich ab und schritt auf einen Felsen zu. Er war höher gelegen und von oben aus, hatte man eine bessere Sicht zum Mond. Er sprang kurz hoch und ließ sich nieder.
Den Hasen wollte er nicht fressen, all zu viel Hunger hatte er nicht, und wenn er ehrlich zu sich selbst war, wusste er auch nicht warum er überhaupt noch leben sollte.
Der Mond war klar und hell zu sehen, die Sterne herum funkelten, nur vereinzelte Wolken zogen sich über den Himmel. Acolllon seufzte laut und legte seinen Kopf auf die Vordertatzen.



Banshee verstand Nyotas unausgesprochene Frage sofort und wiegte leicht den Kopf hin und her.

"Nun ... ich würde sagen, wenn er bleibt, dann bleibt er eben und wenn er geht, dann geht er eben. Ist er bei uns, muss er sich uns unterordnen ... mal sehen, wies wird. Und jetzt wird er uns unseren schönen Tag nicht vermiesen! Komm, suchen wir eine Höhle und nette, gut aussehende, charmante und verständnisvolle Rüden"

Banshee sprang voraus und schnupperte in der Luft herum, es beschäftigte sie aber noch immer, was wohl Acollon tun würde, würde er bleiben?



Nyota musste bei Banshees Antwort lachen.

"Du hast Recht...ist ja auch nur ein Angeber. Und wenn er sich halt nicht unterordnet..."

Sie sprach in lustigem Tonfall aus was sie nicht einmal bezweifelte...er würde mit Sicherheit noch Ärger ,machen, aber sie hatte es noch nie nötig gehabt einem Kampf auszuweichen, auch wenn Banshee sicher dagegen wäre.

"Sieh mal da vorne!"



Acollon betrachtete den See, der sich vor ihm erschöpfte.
.oO(Warum bloß kann ich nicht einmal einsehen und Regeln akzeptieren?)
Acollon war über seine Gedanken erschrocken und schüttelte seinen Kopf. Der Rüde schritt zum Wasser und trank drei Schlucke, doch er hatte nicht wirklich Durst, er wollte nur irgendetwas tun, was ihn ablenken würde.



Banshee sah auf.

"Häh? Was?"

Sie spähte umher sah aber nichts und schaute fragend zu Nyota.



Nyota deutete schräg vor sich.

"Na daaaa!"

Sie lief los, begann zu rennen, und stand plötzlich im Eingang einer geräumigen Höhle. Eilig schnupperte sie alles ab, und kam wieder heraus.

"Ist leider kein Rüde drin..."

Sagte sie, enttäuscht spielend.



Acollon sah auf das funkelnde Wasser. Es war verlockend, doch auch irgendwie abschreckend hell. Durch den Mond beschienen war es weiß und blass, der Wind fegte darüber hinweg und ließ den Mond auf dem Wasser glitzern.
.oO(Was mache ich hier bloß?)
Langsam trat er tiefer ins Wasser, das Hasenblut roch er immer noch. Acollon hasste diesen Gestank und hielt seine Schnauze ins Wasser.
Ein merkwürdiges Verlangen überfiel ihn.
Sein Körper richtete sich langsam auf, sein Nackenfell stellte sich hoch, seine Schultern waren gerade gerichtet und er sah zum Himmel.
Langsam öffnete er seine Schnauze und streckte seinen Kopf in den Himmel.
Ein langes und ausgedehntes Heulen entsprang seiner Kehle. Es war das Heulen der Wölfe. Die Kraft, die Macht, der Stolz, das Rudel...
Dieses Heulen war für jeden Wolf.
Normalerweise konnte Acollon nicht heulen, man sprach verlorene Welpen konnten nicht heulen.



Banshee stand strahlen im Eingang der Höhle und schnupperte interessiert.

"Sieht schön aus ..."

Plötzlich erklang ein Heulen und sie stieß mit dem Kopf an die Höhlendecke. Verwirrt fiepte sie auf und sah dann zu Nyo ... was sollte das denn schon wieder?

"Was macht dieser Acollon eigentlich?"



Nyota wand den Kopf in die Richtung aus der Acollons Jaulen erklang, und legte den Kopf schief.

"Hörst du doch. Er jault."

Sie lachte leise, und schleckte Banshee über den Kopf.

"Tuts sehr weh?"



Banshee grummelte etwas in ihr Fell und hob dann den Kopf.

"Lassen wir ihn einfach Heulen?"

Sie drehte sich zum Eingang und spähte in die Dunkelheit.

"Wir sollten zu ihm gehen und ihn noch einmal fragen, ob er hier bleiben will ... und Ayala sollten wir auch mal finden."



Ayala starrte den Schwarzen durch die Baumstämme und das Gebüsch immer noch nachdenklich an. Ihre Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt und sie sah für die Verhältnisse recht gut. Sie wollte sich gerade umdrehen und Nyo und Ban suchen
.oO(Wo stecken die schon wieder? wollen sie mich los werden? Immer ziehn sie alleine los...)
doch irgendwie fühlte sie, dass sie bleiben musste, sie wusste nicht warum, aber der Rüde ließ ihren Geist nicht ruhen. Sie war entsetzt gewesen, wie brutal er das Kaninchen getötet hatte, es entsprach nicht das kleinste bisschen dem Verhalten der Wölfe, er tötete zum Spaß! Aus ihm sprach ein für sie unerklärbarer Hass. Aber eine Frage ließ sie einfach nicht los: "WARUM?" Woher kam er, was konnte ihm nur widerfahren sein, dass er so geworden war?
Wie in Trance setzte Ayala Pfote vor Pfote, sie folgte seinem Heulen, sie lief weiter und immer weiter, bis sie fast vor ihm stand. Er heulte immer noch, aber Ayala wollte ihn nicht stören, sie sagte nichts, setzte sich einfach nur nahe von ihm hin und wartete ab, wie er auf ihre Gegenwart reagieren würde...



Nyota seuftzte schwer. Doch sie nickte nur, und begann in tänzelnden Schritten den alten Weg zurückzulaufen. Vielleicht würde er auch wieder gehen...nur was wenn Banshee in sein Jaulen einstimmen würde? Es bedeutete Zusammengehörigkeit, und sie konnte nicht gerade behaupten so etwas zu verspüren wenn sie an den Schwarzen dachte...sie unterdrückte ein Knurren, als sie den Schatten der Bäume verlies, und die vom Mondschein erhellte Lichtung betrat. Ihr skeptischer Blick lag auf Acollon, sie blieb stehen.


Acollon verstummte in seinem Heulen und sah zum See hinaus, dann verspürte er die Anwesenheit der Fähen, er drehte sich langsam um. Und blickte sie abwechselnd an.
Der Mond schimmerte in ihren Fellen wieder. Wie seltsam es doch war. Sie hatten auf sein Heulen reagiert! Das war das erste Mal in seinem Leben.
Das Wasser um seine Pfoten herum war eiskalt und als er ans Ufer ging, spürte er sie kaum.
Wortlos sah er sie an.



Nyota erwiederte seinen Blick, in ihrer Mimik spiegelte sich nun nicht die geringste Gefühlsregung. Oh ja, was ging es ihn an wie sie fühlte oder dachte? Solange er nicht kooperativer wäre, nichts! Auch ihre Augen spiegelten nur das Mondlicht, wobei sie fast golden zu glänzen schienen. Sie ging an ihm vorbei, wobei sie ihn, bis sie vorbei war, anstarrte, und knapp striff sie ihn. Am See trank sie, und sah sich dann nach Banshee und Ayala um.


Banshee trat vor und fragte mit fester und bestimmter Stimme:

"Acollon, willst du unserem Rudel bleiben, oder nicht?“

Sie wollte jetzt endlich eine Entscheidung von ihm.



Acollons Blick war starr, keine Reaktion. Genau wie an diesem Tag als er das Geschehen ansehen musste. Er setzte sich und starrte ins Leere.
Sein Leben bedeutete jetzt nichts mehr, doch wollte er bei diesen Fähen bleiben. Dieses Gefühl kannte er noch nicht.
Ein leises Grollen drang aus seiner Kehle und er überlegte seine nächsten Worte.



Abwartend setzte sich Banshee hin und ließ Acollon nicht aus den Augen, diesmal würde er antworten, dass wusste sie. Nur ob er da bleiben würde ... eigentlich konnte es ihr egal sein! Sie stand wieder auf und fixierte Acollon erneut.
Acollons Brust hob und senkte sich. Er knirschte mit den Zähne und das letzte Hasenblut vermischt mit Wasser tropfte ihn von der Schnauze.
Der Wind wog die Bäume leicht hin und her. Das Rascheln der Blätter war beruhigend und das Ächzen der Äste war weich.
Der Rüde öffnete seine Schnauze und schloss sie wieder.

"Ich werde hier weilen, wenn ihr es erlaubt"

sagte er unschlüssig und kalt. Seine Worte waren sauber gewählt und doch fand er sie schauderig und unwürdig. Langsam neigte er den Kopf und schloss die Augen.



Nyota richtete ihre Blicke wieder auf den Rüden, tänzelte um ihn herum, nicht drohend diesmal, sondern fragend, nicht ihn fragend, nicht Banshee fragend, nicht Ayala fragend, sondern einfach nur sich selbst und Engaya fragend...was würde er tun? Sie glaubte nicht das er gehen würde, wusste auch nicht so recht ob sie es hoffen sollte, und ihre Blicke bekamen einen Neugierigen Ausdruck zurück...Doch plötzlich stoppte sie ihren Tanz, sah gen Mond, und dann zu Banshee. Was das zu bedeuten hatte, konnte vermutlich auch ihre Schwester nicht deuten, irgendetwas hatte die Schwarze gesehen...
Und dann klangen die Worte des Rüdens in ihren Ohren, und ihr Blick verharrte auf Banshee...sollte sie entscheiden, Nyota würde es ihm nicht als Erste gestatten...



Acollon richtete sich nicht auf, sondern blieb in seiner Haltung und sagte:

"Ich werde auch weiterziehen können, der Mond wird mich zu einem nächsten Rudel führen!"

Seine Worte klangen tief und dumpf. Der Wind wehte kurz noch doller auf, doch dann säuselte er nur wieder leicht.
.oO(Sie werden mich weiterziehen lassen.)
Der Mond verschwand hinter einer Wolke.



Banshee atmete hörbar erleichtert auf.

"Schön, dann darf ich dich in meinem Rudel willkommen heißen. Willst du unsere eben gerade gefundene Höhle sehen?"

Banshee versuchte so freundlich, wie möglich zu sein, schließlich war er nun Mitglied ihres Rudels. Ganz gelang es ihr aber auch wieder nicht, denn einmal verrutschte ihr Lächeln ...



Acollon lachte bellend auf und erhob seinen Kopf wieder.

"Du brauchst nicht freundlich zu mir sein, anders bin ich es auch nicht gewöhnt!"

Er stand auf und warf dem Mond einen verheißungsvollen Blick zu.



Banshee trat einen Schritt vor und hatte nun das Lächeln ganz gelassen.

"Ich hoffe, das wird sich bald ändern. Kommst du nun mit?"

Ihre Stimme klang ehrlicher als vorher und diesmal waren ihre Worte auch ehrlich ... na also. Sie warf Ayala und Nyota einen Blick zu, wollten die beiden nicht auch mal ihr helfen?



Acollon musterte die Fähe. Sie war hübsch und auch recht jung. Eine Erinnerung durchschoss ihn und er keuchte kaum hörbar.

"Mach dir keine Umstände!" sagte Acollon "Ich werde diese Nacht lieber wohl noch draußen verbringen!"

Er warf den beiden anderen Fähen einen Blick zu.

"Nicht dass ich noch zum "schwarzen Wolf" werde"

Er grinste unangenehm und setzte sich wieder.



Banshee beobachtete ihn aus zusammen gekniffenen Augen.

"Nun dann, ich meinte nicht, dass wir in der Höhle schlafen würden, sie ist eigentlich für den Winter, Sturm oder anderen Gefahren gedacht. Ich persönlich bin auch lieber unterm Sternenhimmel."

Sie schwieg kurz und fügte dann mit dem ersten ehrlichen Lächeln hinzu:

"Hier gibt es ja auch unserer Sternenwinde."



Acollon war erstaunt über dieses Lächeln der Fähe.

"Sternenwinde"

wiederholte er. Er hatte von solchen gehört, doch hatte er sie nie zu Gesicht bekommen.
Er stand auf und schritt am Ufer entlang und sah sich um.

"Und wo kann man die am besten sehen?"

fragte er so höflich wie er konnte, doch war er sich sicher, dass es etwas bedrohlich geklungen haben musste.



Banshee grinste, wieder ehrlich.

"Du musst in den Himmel schauen. In diesem Tal sieht man sie fast jede Nacht. Schnelle Sterne, die über den Himmel ziehen und die uns Engaya sendet."

Banshee sah nun auch nach oben und spähte nach einer Bewegung, doch noch konnte sie keine Sternschnuppe erkennen.



"Du bist bereits schwarz..."

sagte Nyota zwischen die Zähne hindurch, und nickte Banshee knapp zu. Sie würde ihn akzeptieren, doch nicht ohne gut auf ihn aufzupassen...

"Du siehst sie überall...aber da wo ich jetzt hin geh ist die Sicht am schönsten..."

Der Themenwechsel war eine gute Idee gewesen, ihre Laune hatte sich sogleich gebessert. Sofort raste sie los, am Ufer entlang, bis sie zu einem Felsen kam, der doppelt so groß war wie sie. Dennoch war sie mit einem einzigen geschickten Sprung oben, und setzte sich, das Gesicht dem See zugewandt. Schon begannen die ersten Lichter über den Himmel zu rasen, und im See spiegelten sie sich wunderschön.



Banshee spürte, wie wieder Freude in ihr erwachte und sie raste ihrer Schwester hinter her. Laut bellend und nach Ayala und Acollon rufend, kam sie bei Nyo an und sprang ihr nach.

"Wunderschön ..."

Sie lächelte glücklich in den Himmel und schien Acollon vergessen zu haben, der sie eben gerade noch so genervt hatte.



Ayala sah den Lichtern fasziniert zu, den über den See schwebten...es sah alles so wunderschön, einmalig, aber so grausam unwirklich aus...sie wusste, dieses Gefühl, das sie gerade erlebte, würde sie nie mehr empfinden...sie spürte ihren Geist durch die sanften Winde der Nacht fliegen, sie löste sich von ihrem Körper, spürte nur noch sich und ihren Geist vereint, sie wollte fliegen, weiter und weiter...

"Ayala?"

Ruckartig kehrte sie in ihre eben nicht mehr spürbare Körperhülle zurück, verwirrt blickte sie sich um. Da saßen alle drei Wölfe und blickten sie erwartungsvoll an. Wer hatte sie wohl gerufen? Sie glaubte, dass es Ban gewesen sein musste, doch sicher war sie sich nicht. Was war eigentlich mit Acollon geschehen, er wirkte so anders...irgendwie glücklicher als vorher... sie konnte sich nicht erklären warum, aber sie hatte das Gefühl irgendwann froh zu sein, dass er sich ihnen doch angeschlossen hatte.



Acollon sah zum Himmel und schnaufte verächtlich.
"Ja, die Sternenwinde".

Knurrend erhob er sich und schritt zu einem dunklen und schattigen Platz. Acollon legte sich hin, er war von dem Mondlicht verschont.

"Sie sehen nur schön aus, aber bezwecken nichts, sie können nichts ändern"
zischte er zwischen seinen Zähnen hervor.
Die Worte der schwarzen Fähe hatte ihn etwas getroffen, er wäre der schwarze Wolf. Klar war er schwarz, sein Fell, seine Seele, seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Doch was wussten denn diese Fähen schon?!



Als Banshee ihr folgte, rückte Nyota ein Stück zur Seite, um ihr Platz zu machen, doch wand sie nicht den Kopf zu ihrer Schwester, nur lehnte sie sich leicht gegen sie. Wie Blitze fast so schnell zischten die Schnuppen über den Sternenhimmel, und auch der Blick auf den Mond war nun wieder freigegeben...ein Splitter eines der Sternwinde versank platschend und blubbernd im See...ihren Augen sahen verträumt den Kreisen auf dem Wasser nach. Wo Acollon blieb war ihr ziemlich egal, und trotzdem sie die Bedeutung seiner Anspielung erahnte, dachte sie nicht weiter darüber nach.


Banshee hörte Acollons Worte und wurde wieder wütend.

"Die Sternenwinde schickt uns Engaya als Boten und das ist nicht sinnlos! Engaya gibt uns Mut und Stärke mit ihnen und manchmal auch mehr als das."

Zum ersten Mal wurde auch sie streitlustig. Engaya war ihre Göttin und niemand durfte sie so vor ihr in Zweifel ziehen.



Acollon war gesprungen bei den Worten der hellen Wölfin.

"Ach ja?" knurrte er laut "Und warum sind diese Boten sinnlos? Warum helfen sie keinem Wolf? Warum mussten so viele Welpen sterben?"

Jetzt war es ihm heraus gerutscht. Stille kehrte ein. Er hatte sich verraten.

"Kein Stern hilft"

Sagte er leise. Er war seltsam wütend und aggressiv, wieso kümmerten ihn diese dummen Sterne? Warum diese Welpen?
Er warf seinen Blick auf einen Baum. Wieso war er so wütend und doch traurig?



Nyota schreckte auf, als ihre Schwester derart ungewohnt reagierte. Nyota selbst hatte Acollons Worte überhört, doch worum es ging war ja logisch, wenn man Banshees Worten folgte. Sie stand eben falls auf, nun wieder mit gesträubtem Fell, und sah auf den Rüden herab. Nicht nur weil sie auf einem Felsen stand...

"Was weißt du von ihr? Was weißt du von der Welt? Vermutlich wenig! Erfahrung bedeutet nicht Weisheit! Alles hat seinen Grund!"

fauchte sie, seine Frage zunächst ignorierend, ihre Augen funkelten böse...Sie wand sich an Banshee und flüsterte in ihr Ohr.

"...Omega..!"

Acollon und auch Ayala konnten diese Worte nicht hören, aber Banshee dürfte es wohl verstehen. Für eine Beleidigung Engayas gab es keinerlei Entschuldigung!

"Wieso sie sterben mussten? Warum bist du NICHT gestorben?!"

Das letzte schrie sie beinahe. Natürlich konnte auch sie nicht die Welt erklären, aber sie kannte Grausamkeiten und Glück gleichermaßen, und vertraute immer auf ihre Göttin.



Anstatt zu knurren, lachte Acollon bei den letzten Worten.

"Nun, frag das doch deinen Gott!"
Sagte er ruhig und drohend. Seine Stimme war still und klar.
Er sah zum See, einige Sterne erloschen in ihm.

"Oder töte mich doch einfach, wenn mein Anblick dir so zuwider ist! Oder bin ich es nicht wert?!"

Fragte er provozierend. Seine Stimme wurde leise und ruhig:

“So viele Male hätte ich sterben können, doch es hat die Welpen erwischt".

Der Rüde blickte zur schwarzen Fähe hoch.

“Hast du schon mal gesehen, wie einem Welpen der Kopf abgerissen wurde?"

Fragte er ganz leise und ruhig.

"Widerlich, was?"

Er stand auf und schritt zum Ufer.

"Vielleicht kannst du es ja nicht verstehen, aber wer so etwas gesehen hat, der glaubt an keinen Gott, auch wenn es ihn geben mag!".



Nyota antwortete bissig.

"Ich frage es aber dich!"

Sie bleckte die Zähne, bei seiner folgenden Frage, und ihr Blick veränderte sie nicht. Kalt und bestimmt war ihre Stimme nun, nicht mehr so hitzig, doch war ihr Ärger nicht einmal für einen Tauben zu überhören, er erfüllte ihre ganze Aura.

"Nicht dein Anblick ist was mich stört, sondern was ich sehe!"

Ihr Blick verlor an Aufregung, wie ihre Stimme zuvor, Kälte schlich sich auch in ihre Mimik, und Bestimmtheit. Mochten ihre Worte ihn verletzen, es war ihr egal, solange er so war wie er war, war er für sie ein Nichts. Sie ignorierte die Erwähnung der Welpen erst, als er jedoch näher darauf einging sah sie sich gedrungen wieder zu antworten. Sie wusste, als sie ihre Worte zurechtlegte, Banshee wäre geschockt davon, doch ihm Recht geben? Etwas sagen was er als Schwäche sehen konnte? Niemals!

"Auch du warst ein Welpe... Auf die Dauer macht es keinen Unterschied wen man tötet! Und, nein, ich verstehe es nicht! Es ist mir bewusst das diese Welt kein Paradies ist, und ich glaube nicht das es Engaya gibt, ich weiß es!"

Mit diesen Worten sprang sie von dem Felsen, funkelte ihn ein letztes Mal an, und schritt mit erhobenem Kopf davon, bis der Wald sie schützend umschloss. Sie sank an einem Baum zusammen, Tränen liefen stumm über ihre Wangen, und kein Licht fiel nunmehr auf ihr Fell. Sie verfluchte sich für ihre Eigenen Worte, denn sie waren so falsch gewesen, das wusste sie und sie hatte es immer gewusst. Wieso nur musste der erste Rüde in ihrem Revier, auf den sie sich ohne ihn zu kennen so gefreut hatte, gerade SO sein? Wieso nicht ein charmanter Traumwolf? Zitternd erhob sie sich nach einiger Zeit wieder, und verschwand tiefer in den Wald...es wäre eine Katastrophe wenn sie so von einem der drei anderen gefunden würde... Nein, vor dem Schwarzen würde sie sich immer behaupten müssen, und leicht wäre das nicht...sie kam an einen winzigen See, nicht einmal groß genug um darin zu stehen, und von Buschwerk umgeben. Dort legte sie sich hin, und starrte traurig aufs Wasser, erst jetzt merkte sie das der Mond genau auf die glatte Wasseroberfläche schien...



Acollon wusste das sein Verhalten verletzend war, doch anders hatte er es nicht gelernt. Er war sich auch bewusst, dass er bei der schwarzen Fähe jetzt vorsichtig sein musste.
Natürlich war er ein Welpe gewesen, aber nun war er ein Wolf, er war genauso kalt wie sein Vater.
Langsam schritt er wieder ins Wasser. Knurrend zog er die Lefzen hoch, das Wasser war eiskalt und klar.
.oO(Was versteht die denn schon?!)
dachte er sich. Die Sterne schossen über den Himmel, doch als er zornig und wütend nach oben sah, schienen sie für einen Augenblick zu erlischen.
Acollon wusste, dass sein Verhalten genauso warm war wie das Wasser in dem er sich befand, und das würde sich auch nicht ändern. Und plötzlich, ohne weitere Erwartungen, schien das Wasser wärmer zu werden.
Verdutzt und erschrocken sah Acollon ins Wasser, doch da war nichts zu sehen. Ein Sternschauer schoss wieder über den Himmel, eine verfehlte das Wasser knapp. Der Rüde stampfte noch weiter rein, das Wasser stand schon bis zu seinen Flanken.
.oO(Wenn es dich geben sollte, Engaya, Göttin des Lebens, warum mussten sie sterben, warum musste sie sterben? Wenn du über Leben und Tod entscheiden kannst, dann gib mir eine Antwort warum gerade ich leben soll? Für dich hielt ich mich am leben, aber langsam zweifle ich an deiner Entscheidung.)
Ein Stern schoss ins Wasser und schob eine Welle nach oben. Acollon wurde von dieser ertränkt und ins Wasser gezogen. Schüttelnd stand er wieder auf und starrte zum Himmel. War das eine Ermahnung, dass er ihre Entscheidungen nicht anzweifeln sollte?! Nein, er glaubte nicht mehr an sie, außerdem fielen viele Sterne ins Wasser. Der Rüde lief immer weiter ins Wasser, bis seine Tatzen den Boden nicht mehr berührten.

Ein wildes Glitzern begann sich plötzlich auf dem Wasser zu spiegeln, als Acollon begonnen hatte zu schwimmen. Nur noch Paarweise, in Mustern geradezu, vielen die Sternwindbrocken ins Wasser, Muster um ihn herum, keiner der Sternwinde kam ihm bedrohlich nah herunter...Banshee mochte von ihrem Felsen aus dier Muster erkennen, falls sie sie kannte...Runenähnlich waren sie, doch einfacher...und ihre Bedeutung war die Antwort auf seine Frage.

~Frage nichts was du niemals verstehen kannst~

Würde Banshee die Muster erkennen, sie deuten können und ihren Sinn verstehen? Die Göttin schien sich darauf zu verlassen, sonst hätte sie wohl anderes vollbracht. Das flimmern am Himmel endete abrupt, und wie zuvor, fielen in unregelmäßigen Abständen Sternschnuppen auf die, stetig von Wellen gekräuselte, Wasseroberfläche.



Banshee stand stumm dabei und kniff die Lefzen zusammen.
.oO(Hört auf! HÖRT AUF!)
Schrie sie in Gedanken und eine kleine Thräne rollte ihr übers Gesicht. Ihr tat es weh, wie er ihre Göttin in den Dreck zog und dabei Nyota verletzte. Doch trotzdem blieb sie stumm stehen und ließ ihre Thränen fließen. Noch nicht einmal eine tröstende Sternschnuppe, die nur sie alleine sehen konnte, da war sie sich sicher, half ihr. Selbst als die beiden schon wieder fort waren schrie sie noch immer in Gedanken und weinte bitterlich. Mittlerweile wusste sie nicht mehr, warum, ob es wirklich noch wegen Nyota und Acollon und seine verletzenden Worte war, oder einfach um ihre ganze Trauer zu verlieren. Ihre Trauer ... worüber? Sie wusste es doch selbst nicht doch die Tränen und die Nähe der Göttin machten sie leichter. Sie sah die Zeichen auf dem See durch einen Schleier der Tränen und musste leicht Lächeln, obwohl die Worte nichts mit ihr zu tun hatten, spendeten sie ihr Trost und gaben ihr noch mehr der Nähe der Göttin. Ganz leise flüsterte sie:

"Danke ..."



Acollon bemerkte diese unheimliche Stimmung. War es möglich, oder sprachen die Wölfe wirklich mit der Göttin?! Acollon war zornig, weil sie ihm keine Antwort gab und knurrte so laut, dass man es fast bis ans Ufer hören konnte.

"Warum?"

fragte er laut. Er war außer sich vor Zorn, all die Wut die sich gestaut hatte, brach heraus, doch mit Mühen unterdrückte er sie und sah in den Himmel.

"Warum?"

flüsterte er jetzt. Ein heller Stern flog auf ihn herab und verfehlte ihn nur knapp.
.oO(Ich wusste, dass sie mir nicht richtig antworten würde, weil sie glaubt ich würde es nicht verstehen, dabei versteht ein Wolf.) dachte er.



Ein anderes Schauspiel nahm, in direkter Folge zu Acollons Gedanken, seinen Lauf:
Ein Wind kam auf, warm und sanft, und er trug Blätter mit sich...rote Blätter, wie es sieh im Herbst zuletzt gegeben hatte, doch sie schienen ganz frisch...kein Baum im Wald trug rote Blätter, woher kamen sie? Eine Neue Antwort in Runenform legte sich auf die Oberfläche des Sees, und nach wenigen Minuten begannen die Blätter zu sinken, als seien sie Steine...

~Du verlangst zuviel, doch ein einziges Mal sei dir der Blick in das was so fern ist, gewährt~

Acollons Gedanken wurden plötzlich abgelenkt, Bilder erschienen vor seinem geistigen Auge, die er nie gesehen hatte, und niemals wieder sehen würde...
Die Welpen, deren Tod er damals mit ansehen musste, wuchsen auf. Sprunghaft sah er ihr Leben vorüberziehen, das nicht im Geringsten besser war als das seine, eher noch schlechter sogar... Wieder ein Sprung...und die damaligen Welpen, als ausgewachsene Wölfe, waren alle Alphas geworden, grausame Alphas, schlimmer als sein eigener Vater, und sie brachten gemeinsam Unheil in alle Wälder, stellten sich gegen die Gesetze der Natur, mordeten Grundlos und nur aus Vergnügen, machten nicht vor Rüden noch Fähen halt...

Die Vision endete plötzlich, und auch der Wind war verschwunden, es war, als wäre nie etwas geschehen...


- Finished -