Ahkuna Caiyé
07.03.2010, 20:09

Wo war die Weiße jetzt schon wieder gelandet? Ein merkwürdiger Platz war dies hier. Überall waren Bäume, die keine Bäume waren. Sie waren so kalt und unbelebt. Warum war sie noch mal hier her gekommen? Ach ja, sie wollte ja das Revier erkunden und dieser Platz, so leid es Ahkuna auch tat, gehörte auch dieser Ort dazu. Ein seufzen entrang ihr, während sie immer wieder ihre Pfoten auf den kalten Boden setzte. Dieser Boden fühlte sich nicht so an, als würde in ihm irgendwas wachsen können und auch sonst waren hier keine Tiere, zumindest vermutete die Weiße das, aufzufinden. Immer gruseliger wurde ihr dieser Platz. Sie hörte eigenartige Geräusche und auch sonst fühlte sie sich etwas verfolgt.
Doch dann war da vorne dieser Lichtblick. Ihre Tante, Tyraleen, war da vorne und das sogar mit Rakshee! Ein heiteres Wuffen kam aus der Kehle Ahkunas während sie ihren Gang etwas beschleunigte. Leicht trabend kam sie ihren Verwandten näher. Eine Kleinigkeit fiel der Weißen wieder ein, während sie sich auf die Fähen vor ihr zu bewegte. Beide waren Priester. Hoffentlich konnten sie die Fragen, die sich in Ahkunas Kopf gebildet hatten, aufklären und verscheuchen.
Die Rute der Weißen wedelte, während sie den Rhythmus in ihrem Gang folgte. Es war ihr erst eben gerade aufgefallen, dass sich ihre Beinpaare alle zu einem unhörbaren Takt bewegten. Auch ohne das Ahkuna ans Laufen dachte, so bewegten sie sich trotzdem. Es war Ahkuna klar, dass diese Erkenntnis schon viel früher kam aber erst jetzt fiel ihr es so richtig auf.

Tyraleen
09.03.2010, 10:49

Wie gut, dass Tyraleen sich mit Sheena an ihrer Seite getraut hatte, den Steinwald zu betreten. Seit diesem ersten Gang scheute sie das Gebilde ihrer Gedanken nicht mehr, sondern wollte es viel eher erkunden, jeden Baum und jede Lichtung kennen und sich so zu eigen machen, wie den Wald in ihrem Kopf. Diesmal begleitete sie Rakshee und auch darüber war die Weiße froh. Sie mochte ihre Nichte und als zwei Priesterinnen war so viel Kontakt wie möglich sicher gut. Jetzt allerdings war ein zweiter Geruch aufgetaucht, der sich schnell näherte und schon tauchte Ahkuna auf, freudig wuffend und mit schwingeder Rute. Rakshees Schwester und ebenfalls Tyraleens Nichte kannte die Weiße nicht ganz so gut, dennoch mochte sie alle ihre Verwandten und begrüßte so den Neuankömmling lächelnd und mit einem kurzen Schlecken über die Schnauze.

"Wie kommst du denn hier her?",

wunderte sie sich noch, immerhin schienen die meisten Mitglieder den Wald zu meiden.

Rakshee
11.03.2010, 19:55

Rakshee hatte den Steinwald bislang nur von außen betrachtet, war Tyraleens Einladung sie hinein zu begleiten jedoch ohne Zögern gefolgt. Sie konnte sich auf diese Art von..Leben? Keinen Reim machen, aber der Gedanke zu weit zu gehen hatte jeden Zweifel hinfortgewischt. Und inzwischen streifte sie so neugierig durch die Bäume wie ihre Tante selbst. So kalt und unnahbar der Wald von Außen wirkte, so viel imposanter und faszinierender wirkte er doch wenn man die ersten Schritte hineingewagt hatte. Die Bäume die sie umgaben waren zudem Blätterlos, was sie noch einmal deutlich bizarrer wirken lies. Aber Rakshee konnte dem kalten, stillen Ort durchaus etwas abgewinnen. So fremd er sich anfühlte, so vertraut schien ihr seine Kälte. Ahkuna tauchte plötzlich zwischen den Bäumen auf, und Rakshee trabte ihr wedelnd entgegen, zog ihrer Schwester freudig am Ohr.

"Oh, da bist du ja!"

Meinte sie lächelnd. Es war nicht selbstverständlich dass sie ihre Geschwister sah, und vorallem von Kursaí und Sharíku konnte sie gerade nicht sagen wo sie waren. Mehr als alle anderen Wölfe des Rudels schienen ihre Schwestern stets verstreut - einzig Jakash war immer da gewesen wenn sie ihn gesucht hatte. Umso überraschender war es, Ahkuna ganz alleine an diesem schweigsamen Ort anzutreffen.

"Was hälst du von diesem Ort?"

Wollte sie sogleich neugierig wissen.

Ahkuna Caiyé
15.03.2010, 19:23

Anscheinend war sie bei den beiden Fähen willkommen. So sah es zumindest aus. Ob sie die beiden wohl aufgeschreckt hatte? Wollten sie vielleicht ein kleines Gespräch unter Priestern halten und Ahkuna war einfach so dazwischen geraten? Egal was sie dort gemacht hatten, sie hatten es für Ahkuna unterbrochen.
Freudig lief sie zuerst ihrer Schwester und dann Tyraleen entgegen. Rakshee gab sie ein knuffen in die Seite ihres Halses und Tyraleen bekam einen Schlecker über die Nase. Ahkuna wusste nicht so richtig wie sie Tyraleen begrüßen sollte. Nicht viel hatten sie miteinander zu tun. Rakshee hingegen war so auflockernd. Sie war immer so freundlich und entgegen kommend.
Auf die Frage Tyraleens wusste Ahkuna selbst keine gute Antwort.

„Ich? Ich komm von irgendwo dahinten…“

Sie ließ ihren Kopf kurz nach hinten nicken

„und dachte mir, dass dies hier ein Stück Erde sei, welches sich noch zu erkunden lohnt.“

Die Weiße spielte ein wenig mit den Ohren, ehe sie der Frage von Rakshee entgegen trat.

„Ich mag diesen Ort nicht. Er wirkt so kalt und unnahbar. Außerdem fühl ich mich hier beobachtet.“

Vorsichtig schmiegte sie sich an ihre Schwester und zog nochmal an dessen Ohr.

„Und ihr? Von wo und warum seit ihr hier? Oder ist das ein Grund, der lieber unter euch bleibt?“

Ein wenig Smalltalk würde es der Weißen erleichtern, ihre Frage über die Lefzen zu bekommen. Es hing ihr jetzt schon schwer im Magen, diese Frage zu stellen. Sie wusste nicht, ob dies eine Frage war, die man lieber nicht stellte. Zumal, nun auch noch Tyraleen da war, die Ahkuna nicht so recht einschätzen konnte. Ihre Schwester war hingegen besser ein zu schätzen, auch wenn Ahkuna dort nicht wusste, ob sie es sich so bei ihr verscherzte.

Tyraleen
02.04.2010, 11:46

Ahkuna schien sich zu freuen, Rakshee und Tyraleen zu sehen – hatte sie sie möglicherweise gesucht? Die Weiße war sich nicht ganz sicher, zumindest machte ihre Nichte keine Anstalten, wieder zu gehen. Einer vagen Erklärung von wo sie kam, was eigentlich nicht ganz der Inhalt Tyraleens Frage gewesen war, folgte der Grund, was sie in diesen Wald getrieben hatte. Gleich darauf beteuerte sie, den Ort nicht zu mögen, was Tyraleen ihr nicht übel nahm, obwohl sie es fast wie Kritik an sich aufnahm – immerhin entstammte der Steinwald ihrer Fantasie. Trotzdem konnte sie Ahkunas Gefühle nachvollziehen.

“Er ist nur dann kalt und unnahbar, wenn du ihn mit den falschen Gedanken betrittst. Aber ich kann dich verstehen …“

Ihr Blick glitt kurz über die starren Bäume, streifte lächelnd Rakshee und wandte sich dann wieder Ahkuna zu.

“Ich habe Rakshee gefragt, ob sie mit mir den Wald erkunden möchte. Du kannst uns aber gerne begleiten, wenn du möchtest.“

Tyraleen nahm jede Gelegenheit, ihre Familie besser kennen zu lernen dankbar an.

Rakshee
02.04.2010, 21:30

Rakshee lachte Ahkuna entgegen, als diese ihr Antwortete. Tatsächlich war es kühl - aber je mehr man sich auf die steinernen Zweige besann, je weiter man sich auf die gefühlte Einsamkeit einlies, desdo weniger erschreckend wirkte sie.
Rakshee schenkte Ahkuna ein Lächeln, und strich mit der Wange über Ahkunas Gesicht, als diese sich anschmiegte.

"Man gewöhnt sich daran, wenn man sich nicht darauf konzentriert. Vielleicht bist in Wirkichkeit du es, die beobachtet, und der Wald reflektiert dich bloß?"

Versuchte sie sich lächelnd an einer Erklärung, und nickte dann zu Tyraleens Worten, lachte Ahkuna entgegen und stieß sie mit der feuchten Nase an.

"Keine Sorge, das ist kein Geheimnis. Wie gesagt, schließ dich uns gerne an Schwesterherz"



Ahkuna Caiyé
04.04.2010, 16:03

Dieser Wald war nur so kalt und unnahbar, wenn man ihn mit den Falschen Gedanken betrat? Hm. Vielleicht war dem so. Vielleicht schwirrten in ihrem Kopf zu viele Fragen umher und zu viele Erinnerungen vernetzten ihr Gedächnis, das sie die Schönheit nicht sehen konnte. Rakshee schien es zu tun. Noch unheimlicher fand Ahkuna ihre Aussage. Er reflektierte? Ihr Fell stellte sich etwas auf. Ein schauer durchlief ihren Körper.

„Oh Rakshee! Jetz hab ich noch mehr Angst!“

Mit einem gespielten beleidigten Ton knuffte sie ihrer Schwester in die Seite.

„Ich würde euch liebend gerne begleiten, jedoch habe ich eine Frage… An euch beide. Ich weiß aber nicht, wie ich sie stellen soll.“

Etwas verlegen sah Ahkuna nach unten. Vielleicht war dieser Ort doch der perfekte Ort um darüber zu reden. Also warum wollten ihr diese Worte nicht einfallen?

„Ich habe eine Frage wegen den Göttern und unserem Tal.“

Immer noch zwang sie sich dazu, die richtigen Worte zu finden. Jedoch klang alles sehr merkwürdig in ihren Ohren. Sie musste es also einfach mit den Worten versuchen, die ihr gerade zur Verfügung standen.

„Wieso ist unser Tal, das Tal Engayas? Gibt es denn auch irgendwo ein Tal von Fenris? Oder ein Tal, wo beide Verehrt werden? Ich meine, das Leben und der Tod gehören doch so sehr zusammen wie… du und Averic, Tyraleen oder du und ich, Rakshee. Also wieso hassen wir ihn so? Wenn es keinen Tod gibt, dann gibt es auch kein Leben oder nicht? Schließlich töten wir doch auch! Das Wild was wir jagen, stirbt und dafür wird irgendwo ein neues Tier geboren. Der Tod gehört dazu! Ohne ihn, würde unser ganzes Tal von Tieren überschwemmt sein!“

Selbst Ahkuna war über diese Worte überrascht. Sie dachte, es käme jetzt nur etwas Schlimmes heraus. Beim genauen Betrachten ihrer Worte, klang es auch so. Ahkuna ließ die Rute sinken und die Ohren dazu. Ihr Blick war auf dem Boden gehaftet und sie setzte sich, wie ein Welpe der auf die Strafe von seinen Eltern wartet.

„Es tut mir leid… Es hatte mich nur interessiert. Wenn ihr nicht wollt, dann geh ich auch ruhig wieder.“

Sie kam sich gerade so hilflos vor. So Allein.

Tyraleen
05.09.2010, 13:28

((Sorry, sorry, sorry x.x Das hatte ich total vergessen.))

Ahkuna schien von Tyraleens und Rakshees Worten ein wenig verschreckt zu sein. Sie war zwar Rakshees Wurfschwester, doch manchmal schien es, als sei sie noch viel jünger. Sicher lag es daran, dass die Braune bereits eine Priesterinnenausbildung hinter sich hatte. Auch Tyraleen hatte gemerkt, wie sehr sie daran gereift war. Ahkuna dagegen war eine ganz normale Tochter, zudem ohne Vater. Beruhigend stupste die Weiße die Jüngere an und lächelte ihr aufmunternd zu. Als diese zu sprechen begann, lauschte sie ihr aufmerksam und tat dabei die ersten Schritte in den Wald hinein. Lächelnd wartete sie ab, bis Ahkuna geendet hatte und schüttelte leicht den Kopf. Man hatte der Weißen viel zu wenig erzählt.

“Ich weiß nicht, warum gerade dieses Tal, das Tal Engayas ist, aber einst wurde die Göttin des Lebens hier geboren. Es gibt auch ein Tal, in dem der Gott des Todes geboren wurde, aber es liegt weit entfernt.“

Sie hielt kurz inne und betrachtete ihre jüngere Cousine aufmerksam.

“Wir hassen den Tod nicht. Unser Glaube besagt genau das, was du sagst. Dass Fenris so nötig ist wie Engaya, dass ohne Tod auch kein Leben existieren könnte. Ich weiß nicht, ob dir schon einmal die Legende von Leben und Tod erzählt wurde. Normalerweise werden sie allen Welpen erzählt, doch deine Geschwister und du wurden in einer schwierigen Situation geboren. Möglicherweise hat man es versäumt. Lass es mich nachholen.“

Sie schwenkte leicht die Rute und rief sich die so oft gehörten Worte ins Gedächtnis.

“ Einst, als die Welt noch nicht ihr heutiges Antlitz trug und uns unwirklich und fremd vorgekommen wäre, lebten alle Wesen in Chaos. Eine jede Art zeugte Nachkommen ohne innezuhalten und doch konnte keiner von ihnen sterben. Tod war ein Wort, welches diese Wesen nicht kannten, doch es gab auch kein Leben. Sie mussten nicht essen und nicht trinken, brauchten keinen Schlaf und sehnten sich auch nicht nach Gemeinschaft und Liebe. Sie waren lebend Tote, ohne je gelebt zu haben oder gestorben zu sein. Es gab auch kein Licht und keine Dunkelheit, nur diffuses Grau. Es gab keine Kälte und keine Wärme, nur Taubheit.
In dieser Welt lebten Wölfe, doch ihr Blick war leer und ihre Herzen ohne Gefühl. Sie empfanden keine Freude, aber auch kein Leid. Sie wandelten auf der Erde ohne Sinn, zeugten Nachkommen und bald gab es zu viele von ihnen. Sie fielen von den Rändern der Welt in das Nichts hinein, ohne dass ein Wesen Kenntnis davon nahm. Bis eines Tages, in zwei Tälern dieser leeren Welt, zwei Welpen geboren wurden. Die Fähe hatte reinweißes Fell, der Rüde Tiefschwarzes. Sie waren die ersten Wölfe, die keinen grauen Pelz trugen. Nicht nur die Farbe ihres Fells unterschied sich von dem anderer Wölfe, auch ihre Herzen waren erfüllt mit der Hoffnung auf eine andere Welt. Alleine brachen sie aus ihren Tälern auf und bald schon begegneten sie sich. Sie erkannten einander als Wölfe, die sich von all den anderen unterschieden und spürten die Macht, die ihnen innewohnte. Gemeinsam zogen sie los, um ihre leere Welt zu verändern und das Grau in Weiß und Schwarz zu trennen. Die Wölfin hauchte ihren Atem über die Lande und ließ Wärme die Herzen der Wesen fluten, der Rüde spie Kälte in eine andere Richtung. Das Grinsen des Schwarzen wurde zu Dunkelheit, das Lächeln der Weißen zu Licht und sie einigten sich darauf, den Tag gerecht aufzuteilen. Daraufhin nahm die Fähe das warme Strahlen ihres rechten Auges und formte aus ihm die Sonne. Das helle Glitzern des linken Auges wurde zum Mond und den vielen Sternen am Nachthimmel. Der schwarze Rüde ließ Schatten aus dem Boden wachsen, wenn die Sonne schien und ließ den Mond Abgabe leisten für jede Nacht, in der er scheinen durfte. Von da an musste der Mond jeden Tag ein Stückchen seiner selbst an den Rüden zahlen. Doch die weiße Fähe schenkte ihm stets etwas zurück, sodass wir heute das Zu- und Abnehmen des Mondes beobachten können. Die beiden Wölfe begannen nun, die Zeit in Jahre aufzuteilen, die von da an einen immerwährenden Kreislauf bilden sollten. Die Hälfte eines Jahres würde die Fähe viel Wärme und Leben spenden dürfen, in der anderen Hälfte würde Kälte und Tod über die Lande ziehen. So war gesichert, dass nie einer der beiden mächtiger werden und eines Tages den anderen verdrängen könnte. Als nächstes wollten die Fähe und der Rüde das Grau ihrer Welt in Farben verwandeln. So begann die Weiße ihr Blut über die Welt zu gießen, schenkte warme Töne, die im Sommer aus den Gesichtern der Blumen lachen und die Fellfarben der Wölfe zieren sollten. Aus dem Blut des Schwarzen wurden die Farben der Kälte und des Eises, er schuf das Blau eines Gletschers und das Grün dunkler Tannen. So verschwand die Leere der farblosen Lande und wurde zu einem Spiel aus Farben, die von da an jedem Lebewesen innewohnten. Dann machten sich die beiden Wölfe daran, Gefühle in die Herzen der Wesen zu sähen. Die weiße Fähe streute Liebe und Zufriedenheit, Glück und Freude und eine jede Art begann vor Fröhlichkeit alles zu vergessen, tollte wild herum und genoss ihre Ausgelassenheit. Doch der schwarze Rüde erkannte, dass keiner von ihnen so überleben konnte und schickte ihnen Sorgen, Hass, Unzufriedenheit und Unglück. Von nun an sollten alle Wesen die helle und die dunkle Seite ihres Daseins erkennen und genießen können. Zum Schluss mussten die beiden Wölfe etwas wahrhaft Großes erschaffen. Die weiße Fähe teilte ihr Herz in unzählbar viele Stücke und gab jedem Wesen einen kleinen Teil, schenkte ihnen Leben und machte aus den Wesen Lebewesen. Auch der Rüde teilte sein Herz in unzählbar viele Stücke und gab jedem Wesen einen kleinen Teil, nahm ihm damit die Unsterblichkeit und brachte den Tod über die Welt. Nunmehr hatten beide Wölfe kein Herz mehr, gehörten nicht mehr in diese Welt und wurden so zu Göttern, die wir noch heute als die Göttin des Lebens und den Gott des Todes kennen.

Der Ort, an dem die beiden Götter sich zum ersten Mal begegneten kennt man noch heute als den Berg Nécar, der in manchen Nächten Feuer speit. Das Tal, in dem die weiße Wölfin geboren wurde, nennt man das Tal der Sternenwinde, das Geburtstal des Rüden trägt den Namen Tal der Raben. Der Berg Nécar liegt zwischen diesen beiden Tälern, deren Ort nur die dort lebenden Wölfe kennen.

Seit diesen Tagen, in denen der dunkle Wolf und die helle Wölfin die Welt veränderten, schicken sie zwei Erben zu den Lebenden, damit kein Wolf je vergisst, wie die Welt, in der er lebt entstand und wie wichtig der Tod für das Leben ist. Die Göttin des Lebens schickt eine Tochter, der Gott des Todes einen Sohn, die unsterblich sind. Ihre Aufgabe ist es, das Gleichgewicht der Welt zu halten, niemals darf der Tod über das Leben siegen, doch auch das Gegenteil würde die Ordnung zerstören. Gelingt es den Kindern der Götter nicht, sterben sie und andere Wölfe treten an ihre Stelle.“


Nach diesen vielen Worten schwieg sie erst einmal erschöpft und war doch stolz, sie erzählen zu dürfen.