Amáya
06.03.2010, 12:48

((um noch mal das Rollenspiel aufzugreifen))

Leise und unbemerkt begann es unter der Oberfläche der Schwarzen zu brodeln. Wut züngelte an ihren Eingeweiden hoch, leckte und labte sich an ihrer Seele.
Dieser Rüde... wie konnte er es wagen!?
Am liebsten hätte Amáya vergessen wo sie waren, hätte verdrängt, wer er war und hätte sich schlicht der Wut hin gegeben, dem Honigwolf das Lächeln aus dem Gesicht gewischt.
So bleckte sie nur deutlich die Zähne, das Nackenfell wie elektrisiert gesträubt. Doch so schnell wie die Welle kam, war sie auch wieder abgeflaut. Die Drohgesten wurden in den näheren Hintergrund geschoben, dass Fell glättete sich bis zu ihrer herkömmlichen Verwegenheit.

Dein Lachen geht mir auf die Nerven.

Kühl und distanziert hielt sie ihre Worte, die Lefzen aufeinander gepresst, als müsste sie die Worte erst drei Mal kauen, bevor der Todesengel sie hervor würgen konnte.
Auf seine folgende Ansprache zuckten nur die Winkel ihrer dunklen Lefzen. Was für ein Unsinn.

Du würdest mir am liebsten die meisten meiner Wünsche erfüllen, ja? Wie lächerlich.

Die blauen Augen durchbohrten das Gold, Spott schwang in ihrer Stimme mit. Einen Augenblick hielt sie inne, lief ein paar Schritte schweigend weiter.

Du willst also wissen, was ich mir wünsche, ja? Nur zu....

Weiter kam die Schwarze nicht, denn mit einer raschen Bewegung hatte sich der lächelnde Wanderer vor sie geschoben und hinderte sie am Weitergehen.
Rückartig schoss Amáyas Kopf in die Höhe, die Pfoten drückten gegen den Boden. Die Ohren waren wachsam aufgestellt, Argwohn und Missbilligung in ihrem Blick.

Was soll das?

Leicht schritt sie nach vorne, versuchte mit geschmeidigen, tänzelnden Schritten an Yerik vorbei zu kommen, ihm den Rücken zu zukehren. Sie war viel, aber gewiss nicht dumm. Ihre Aufgabe war eine andere, als sich von so einem Unsinn umbringen zu lassen.

Wenn du sterben willst brauchst du es nur zu sagen. Ich helfe dir gerne dabei.

Obwohl sie den kühlen, provozierenden Unterton hielt, so wussten sie doch beide, dass ihr Blutdurst keine Priorität hatte. Es gab kein Schema, kein bestimmtes Raster, nachdem die Schwarze handelte. Es war nach freier Lust und Laune heraus, ihr eigener Wille.
Ein leises, nerviges Stimmchen erklang vom Boden zu ihren Ohren hinauf und sofort senkte sich der eisige Blick.

Du schon wieder.“, war die liebevolle Begrüßung ihres Patenkindes. Eine nervige, dumme Pelzkugel, die an ihr klebte und der sie den Beinamen ‚Klette’ verpasst hatte.

Kleine Kinder halten lieber den Schnabel und ziehen weiter.“, gab sie mürrisch zurück, legte die Ohren wieder an. „Das Gleiche gilt für vorlaute und neumalkluge Rüden.


[bei Yerik und Tascurio]

Yerik
06.03.2010, 13:20

Der bräunliche Wolf musste Schmunzeln. Doch verharrte er still auf seiner Stelle, machte nicht die Anstalten Amáya aus dem Weg zu gehen.
Wollten sie doch einmal sehen, wie taff sie wirklich war.

"Ich denke nicht daran zu sterben. Ich bin nur interessiert wie weit du gehst."

Gab der Wanderer zurück und lehnte den Kopf leicht schief.
Tascurios Auftauchen verschärfte es allerdings ein wenig. Wenn er einen Welpen in Gefahr brachte, dazu auch noch einen Welpen Tyraleens, war das unschön. Und er wollte es eigentlich auch nicht.
Doch ein bisschen, ein kleines Stückchen konnte er dieses Spiel vielleicht noch weiter spielen, ohne sie alle in alzu große Gefahr zu bringen.

"Hallo Tascurio", begrüßte der Rüde den Welpen locker und stellte sich dann erneut Amáya in den Weg, die gerade versuchte an ihm vorbei zu gelangen. "Wenn du schon mal weiter möchtest, nur zu. Amáya muss allerdings noch ein wenig hier bei mir bleiben."

Tascurio
06.03.2010, 15:02

Tascurio grinste hämisch, auf die ersten Worte seiner Patentante.

“Du warst auch schon überzeugender, alte Wölfin.“

Er stolzierte an ihr vorbei, bis er neben Yerik herging. Irgendwie schien er sich mit dem Rüden ja ein bisschen einig. Amáya durfte man einfach nicht so ernst nehmen, dann konnte man wunderbar mit ihr auskommen. Sie war nur zu dämlich, diese Offensichtlichkeit zu durchschauen.

“Sterben willst du nicht, leben tust du auch nicht… hm, was ein Blödsinn.“

Der weiße Welpe grinste düster in sich hinein, sah eine Weile auf seine Pfoten, als ließe sich da etwas sehr interessantes erkennen, ehe er lachend an den Beiden vorbei zog.

“Hört auf über den Tod zu diskutieren, bestimmt habt ihr noch ein überaus tragisches, sehr langes Leben. Und in dieser langen Zeit wird sich Amáya vielleicht irgendwann selbst Leid… würde mich ja interessieren, wer von euch beiden das längere Durchhaltevermögen hat. Im nerven und genervt werden, meine ich.“

Er quasselte einfach darauf los, ohne eine Spur von Angst. Das Nichts interessierte ihn nicht, er ließ sich nicht die Laune davon verderben, dass sie alle in Lebensgefahr schwebten. Eher davon, dass das Nichts die schönen Blumen gefressen hatte. Dass machte ihn wirklich wahnsinnig.

Amáya
07.03.2010, 02:32

Gut, ok. Man wollte sie also doch allen Ernstes dazu bringen, dass sie sich vergaß. Zumindest deutete alles sehr darauf hin. Scharf sog die Fähe die Luft ein, die Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.

Mach das du aus meinem Weg kommst...“, knurrte sie, die Ohren angelegt und wieder sträubte sich ihr Nackenpelz.

Aus der Haut fahren tat Amáya aber dann doch nicht, riss sich – so gut sie eben konnte – am Riemen. Ihr Geduldsfaden musste einfach länger werden.
Eigentlich. Dann wiederum schienen es ihre netten Begleiter förmlich darauf abgesehen zu haben.

Du wirst in jedem Fall weder ein langes, noch ein glückliches Leben haben, wenn du dich nicht in Kürze vom Acker machst.

Die funkelnden Augen durchbohrten den weißen Welpen, der an ihnen vorbei stolziert war und nur kindische Kommentare vom Stapel ließ.

Los, los. Verhuschel dich! Und du auch!“, gab die schlecht gelaunte Fähe an den braunen Wanderer und drängte ihn nun schlicht weiter. Wenn er sie schon nicht vorbei ließ, würde sie es halt mit der Brechstange versuchen und sich den Weg halt frei drängeln.

Garrett
08.03.2010, 09:45

Einen Moment lang bewunderte Yerik die gelassene Stimmung des Welpen. Man müsste ja meinen das zumindest die Kleinsten unter ihnen Angst vor der Bedrohung haben sollten, die das Nichts doch für sie alle war. Doch scheinbar hatten sich hier die Wölfe versammelt die sich auch gerne mal mit einem Vampir zum Abendessen treffen würden.
Auch wenn Amáya bereits näher am Vampir Dasein zu sein schien, als es er selbst oder Tascurio waren.

"Hier stirbt heute keiner, keine Sorge."

Gab er stimmig und gelassen zurück. Tatsächlich glaubte er kaum daran das sie sterben würden, wenn sie das Nichts erreichte. Aber alles auf eine Karte legen wollte er dann doch nicht. Lebensmüde war er ja eben doch nicht.

"BIsher bin ich aber glücklich mit meinem Leben, Amáya, was willst du dagegen machen?"

Er lehnte den Kopf schief und blcikte die Fähe aus seinen Honiggoldenen Augen an.
Seine Ohren lehnten sich jedoch in Tascurios Richtung, den er nun so nicht mehr im BLickfeld hatte.

"Gegen mein Durchhaltevermögen kommt sie nicht an, da kann sie noch so Dickköpfig sein."

Yerik musste grinsen.


(-.- falscher char xD egal, fällt nicht auf =D)

Tascurio
08.03.2010, 11:21

((du weißt aber, dass man auch löschen kann? xD))

Tascurio grinste seine Patentante bei ihrer Bemerkung verspielt an. Sie war so berechenbar, ihre Worte, ihr Verhalten so leicht vorauszusehen. Man gewöhnte sich einfach daran und nichts konnte sie tun oder sagen, dass daran etwas änderte, da sie ihren bewusst geformten Charakter vor sich trug, wie ein Schild. Ein genauer Pfad, von dem sie nicht abwich. Nur in den größten Ausnahmefällen, wie er wusste. Und er wusste es ganz genau, hatte sie immerhin genau im Auge behalten.
Triumphierend und überlegen sah er sie an, ohne ihr genau zu sagen oder zu zeigen, wie sein Blick zu erklären war. Im Anschluss wandte er sich Yerik zu, mit dem er sich gut und gerne gegen Amáya hätte verschwören können. Nur um die Gute zu ärgern, natürlich.

“Ich seh schon. In fünf Jahren geht dass zwischen euch noch genauso. Wie ein altes Pärchen.“

Er kicherte, sah zu den beiden zurück und wie Amáya nach dem ‚mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Prinzip’ weiter ging. Kaum zu glauben, dass sie so alt wie seine Mutter war. Mit dem erwachsen werden schien sie sich ewig Zeit lassen zu wollen.

“Gegensätze ziehen sich an, oder… wann gibt’s Welpen?“

Stichelte er weiter, lachte, tappte Schritt für Schritt, ohne Eile voran.

Amáya
16.03.2010, 09:34

Das Herz der Fähe pochte gegen ihre Rippen und voller Wut hätte sie sich am liebsten auf die unkonventionelle Art ihres Problems entledigt. Leider hatte die Schwarze ihrer Mutter gegenüber geschworen... nunja, man konnte doch auch eine Ausnahme machen.

Unterhaltet euch ruhig weiter, ich gehe.

Was interessierte sie es, was die beiden Verrückten besprachen. Sollten sie quatschen, bis sie sich überdrüssig waren. Man konnte die Situation auch ganz anders klären. Geflissentlich die Worte des Welpen überhörend rammte der Todesengel schlicht ihre Schulter gegen den goldenen Wanderer, um ihn aus ihrem Weg zu drängeln.

Dann stirbst du halt glücklich, interessiert mich doch nicht. Ich für meinen Teil will hier nicht versauern, kapiert? Weder das Rudel noch das verschwindende Tal jucken mich. Es ist vorbei. Und wenn schon. Ich gehe weiter und weder Tod, noch Teufel halten mich auf.

Sie warf Yerik einen finsteren Blick zu.

Und du auch nicht.