12.09.2011, 16:27
Amáya lag ein wenig abseits und ließ ihren hübsch geschwungenen Körper ruhen. Die letzte Etappe ihrer Reise, die sie in ihre Heimat geführt hatte, hatte sie sehr erschöpft. Es wäre wohl besser gewesen, sie hätte mehrere Pausen eingelegt. Die Regentochter hatte es aber nicht mehr ausgehalten. Alles war ihr zu viel geworden, die Einsamkeit, die Gedanken und... Ihre Schwester, die sie verfolgte. Selbst jetzt, selbst in diesem Augenblick fühlte sie sich beobachtet. Sie konnte sie fühlen, die Präsenz ihrer Zwillingsschwester. Früher, bevor sie aus dem Tal der Sternenwinde geflohen war, hatte sie sie nur bei dem See gespürt, zu dem es sie immer hingezogen hatte. Nun, lastete es ihr fast ständig, wie ein Fluch. Sie musste sich schon heftig zurückhalten um nicht die Lider zu öffnen, die über ihren regenblauen Seelenspiegeln lagen. Das Schlimmste wäre, sie würde dann wieder ein Huschen einer Gestalt vernehmen oder ein leises Flüstern. Ja, Amáya musste zugeben, dass es ihr unheimlich war. Es war nicht normal, dass sie plötzlich den Geist oder was auch immer ihrer toten Zwillingsschwester war, es war... Die Düstere konnte es zwar nicht erklären, doch war sie sich sicher, dass es weit mehr als eine Wahnvorstellung war. So trieben die Gedanken der Fenrisgläubigen dahin, während sie sich immer weiter entspannte. Doch sie blieb wachsam, was ihre leicht zuckenden, mit schwarzem Samt besetzten Ohren bewiesen.
18.09.2011, 13:06
Optimistisch beobachtete Daylight die zerbrechlich wirkenden Sonnenstrahlen, die den Himmel und die Erde gleichermaßen erhellten. Bei solchem Wetter fühlte sie sich immer am wohlsten. Sobald Daylight in Kontakt mit dem Sonnenlicht kam war ihr, als hätte man einen Schalter umgelegt, und sie müsste nur noch lachen, grinsen, lächeln und freudig herumhüpfen. So wandelte sie also umher. Ziellos. Es war schon immer eine ganz tolle Angelegenheit gewesen, bei einem solch wunderbaren Wetter alleine durch das Revier zu streifen. Einsamkeit war für die Weiße kein Feind. Nein, im Gegenteil, genauso wie traute Zweisamkeit und Gesellschaft allgemein fühlte sie sich wohlgeborgen und gestärkt. Neugierig betrachtete die Fähe also ihre Vorderpfoten, mit jedem Schritt den sie tat. Wie ein kleiner Welpe tapste Daylight durch die Gegend. Da vernahm sie einen vertrauten, bekannten Geruch. Eine merkwürdige Fährte. Im ersten Moment hob sie überrascht den Kopf und sog noch einmal die Luft ein. Seltsam. Sie kannte den Wolf, welchen sie gewittert hatte, keine Frage. Doch es war, als hätte diese Witterung schon lange nicht mehr den Weg in ihre Schnauze gefunden. Im selben Augenblick hielt die Weiße an – Eine Pfote zum Weitergehen bereits erhoben. Da erkannte sie, wessen Duft sie so an der Nase herumgeführt hatte. Fast öffnete sich ihr Maul schon ein kleinwenig darüber, Amáya wiederzusehen. Sie waren die Gegensätze schlechthin. Genau deshalb hatte Daylight die Schwarze immer besonders in ihr Herz geschlossen. Hatte versucht, die dunklen Wolken mit ihrem leuchtenden Sonnenlicht zu vertreiben. Daylight und Amáya. Sonnenschein und Regenmeer. Schneller als sie es kontrollieren konnte flogen ihre Pfoten über das Terrain, immer zielstrebig in Richung Schwesterherz. Schon in wenigen Metern Entfernung kündigte sie sich vorfreudig an.
"Amáya! Herzallerliebstes Schwesterchen!"
Sichtlich abgelenkt hatte Amáya sie wohl gar nicht wahrgenommen, bis die Weiße vorfreudig und glückselig in ihre Richtung geprescht war. Nun verlangsamte sie ihre Schritte und ließ die Bewegungen langsam auslaufen, während sie sich der Dunklen gegenüber langsam näherte. Lächelnd legte sie den Kopf schief, mit wedelnder Rute, ein deutliches Anzeichen für die Wiedersehensfreude in ihrem Herzen. Es war gut sie wiederzusehen. Amáya, die triste, dunkle Schwester. Für ihre Art liebte Daylight sie auf eine ganz einzigartigende, Trost spendende Art und Weise. Sie wusste von dem Schmerz im Herz der Fähe. Von den Schmerzen, die verursacht wurden durch den Tod ihrer Zwillingsschwester. Die Weiße hatte sich immer gefragt wie sich wohl ein Zwillingsbund anfühlen mochte. Dabei hatte sie immer aus den Augenwinkeln auf Amáya gesehen, die Schmerzen in ihren Augen registriert. Und auch wenn die Fenrisgläubige nicht immer Auskunft über ihr Innerstes gab, manchmal abweisend reagierte und auch sonst eher für sich war, so wollte Daylight bei jeder Gelegenheit eine Kraft spendende, einfühlsame Schwester sein. Jemand, auf den man sich verlassen konnte. Sie konnte sich nicht beherrschen, auch wenn sie um die Einsamkeit wusste in die sich Amáya hüllte, konnte sie es nicht lassen und trat ganz nah an sie ran. Vergrub ihre Schnauze im schwarzen Fell, rieb ihre Wange an der ihrer Schwester. Und trat anschließend wieder zurück um in die regenblauen Seelenspiegeln zu blicken. So vertraut. Am liebsten würde sie sich zusammen mit Amáya hinlegen, einkuscheln und die Sonne genießen.
"Ich bin so glücklich, dich wiederzusehen! Du hast mir gefehlt. Wir haben uns so schrecklich lange nicht mehr gesehen. Ich bin so froh das es dir gut geht. Tut es doch, oder? Ist alles in Ordnung? Hast du besondere Dinge erlebt? Ist irgendwas Neues geschehen?"
Ein Schwall aus Fragen und Gedanken, musste sie sich doch wirklich beherrschen um nicht vorfreudig auf ihre Schwester zuzustürzen und sie begeistert abzuschlecken. Doch sie wusste, dass man Amáya nicht unbedingt überfordern sollte. Allgemein war diese eher von der stillschweigenden Art. Und trotzdem konnte sie ihre Freude kaum im Zaum halten. Natürlich, mit den Anderen verstand sie sich auf jeweils einzigartige Art und Weise auch gut. Aber für Amáya hatte sie sich immer ein wenig verantwortlich gefühlt. Eigentlich seltsam. Doch sie hatte mit allem immer nur dafür sorgen wollen, ein wenig Sonnenschein zu verbreiten. Dabei hatte die Weiße allerdings vielleicht auch mit der ein oder anderen Handlung eher Negatives bewirkt. Jetzt zumindest war sie froh, wieder mit ihr vereint zu sein und trat demnach wieder näher um ihren Kopf sanft an die schwarze Schulter zu schmiegen. Mit ihrem ganzen Verhalten nahm sie auch wissend in Kauf, Ablehnung zu erfahren. Die Weiße wusste nicht wie Amáya nach all der Zeit auf sie reagierte. Rechnete sogar damit, weggestoßen zu werden. Doch nun waren solche Gedanken egal. Vielleicht würde man sie ja auch mit offenen Pfoten begrüßen.
19.09.2011, 16:47
Ihre Seele hatte in gewissen Sinne etwas Ruhe gefunden, seitdem sie in ihr Heimattal zurückgekehrt war. All die Zeit über, in der sie in fremden Gefilden gewandert war, war es ihr gewesen als wäre ihr ein großes Stück Seele entrissen worden. Nun gut, sie hatte sich schon immer unvollständig gefühlt, aber das war etwas Anderes gewesen.
Die feinen Lider verdreckten immernoch sanft die tiefblauen Seelenspiegel und nur der Wind alleine vermochte ihr langes, glattes Fell zu bewegen und ein wenig zu zerzausen. Ruhe. Endlich Ruhe, unendliche und immerwährende Ruhe. Niemand konnte ahnen, wie sehr sie diese friedliche Zeit zu schätzen wusste und liebte.
Und Daylight erst recht nicht. Erst bemerkten die sensiblen Sinne der Dunklen nur die leichten Schwingungen des Bodens, dann hörte sie das Geräusch von hastigen Pfoten auf Herbstboden. Die samtbesetzten Ohren der Regentochter legten sich missmutig nach hinten an ihren Kopf an, doch sie ließ ihre Augen geschlossen. Wie laut wollte dieser Wolf der da regelrecht angetrampelt kam nun denn noch werden? Amáya hatte die Lust, genervt aufzustöhnen, doch unterdrückte sie dieses Verlangen wiederwillig und versuchte ihre Gesichtszüge zu beherrschen. Vielleicht rannte dieses seltsame Trampeltier in seiner Blindheit ja an ihr vorbei. Ja, das wäre das einfachste für sie Beide.
Aber nein, das Trampeltier welches nun auch behauptete die Schwester der Regenwölfin zu sein hatte keine Lust in ihrem kleinem Plan mitzuspielen. Die Stimme schien Amáya bekannt zu sein, doch hatte sie sie so lange nicht mehr gehört, dass sie sie nicht zuordnen konnte.
Schlecht gelaunt hob sie ihren Kopf und ließ das Sonnenlicht in jene regenblauen Linsen strömen. Leicht angestrengt blinzelnd blickte sie der reinweissen Gestalt entgegen die dort fröhlich Rute wedelnd auf sie zu gelaufen kam. Das Trampeltier war niemand anderes als Daylight. Wer hätte es denn auch sein können, ausser ihrer überdrehten Wurfschwester? Amáya gähnte erst einmal laut und gründlich, wobei sie ihre makellos weißen und doch reissend scharfen Fänge zur Schau stellte. Mit iher üblichen Kühle in die sich immernoch ein wenig Missmut vermischte. Aus war es mit dem Frieden!
"Ja hal-"
Fing sie mit noch muffiger Stimme an und stockte dann jäh als Daylight einfach ihre Schnauze in ihrem Fell vergub und anfing sie auf jede mögliche Art zu liebkosen. Mit einem leichten Schnauben schob sie ihre Schwester von sich weg und funkelte sie ein wenig böse an, während sie sich auf ihre vier Pfoten aufrichtete.
"Nein, lass mich los! Daylight!"
Grummelte sie dabei und gähnte abermals. Oh ja, Amáya war so ein ziemlicher Morgenmuffel. Obwohl, richtig geschlafen hatte sie ja in den letzten paar Minuten ja nicht. Trotzdem. Ein wenig kam sich Amáya vor, wie als sie Beide noch Jährlinge gewesen waren. Doch dies war natürlich nicht so. Unbeeindruckt maß die Dunkle ihre Schwester. Es war wirklich lange her, dass sie sich das letzte Mal getroffen hatten. Und manche Sachen die Amáya ihrer Wurfsschwester vor ihrer Abwanderung gesagt hatte, waren nicht sonderlich schön gewesen. Aber nun gut. Daran sollte sie jetzt lieber nicht denken. Mit leicht spielenden Lauschern hörte sie Daylights typischem Wortschwall zu und nickte dumpf und emotionslos. Am liebsten hätte sie jetzt einen Seuftzer ausgelassen. Womit hatte sie dies verdient?
"Mhm. Nein, ich habe nichts wirklich Neues erlebt, jedenfalls gab es keine so herausragenden Ereignisse, die ich dir erzählen müsste."
Erklärte sie ihr knapp und klar. es war die pure Wahrheit, es gab eigentlich nichts zu erzählen, wenn sie an ihre Reise dachte. Das Einzige was sich geändert hatte war wohl ein wenig ihr Charakter und der Fakt, dass sie nun den Geist ihrer toten Schwester sah. Oder was auch immer jenes Wesen war, von welchem sie nun regelrecht floh. Verstohlen blickte sich die Dunkle um, doch konnte sie nirgendwo einen hellen huschenden Fleck Fell oder ein rotes Glimmen erkennen. Puh. Stirnrunzelnd wandte sie sich zurück an Daylight die von überdosierter Motivation regelrecht zu strahlen schien.
"Und bei dir?"
Sie blickte sie kurz fragend an, aber ohne das richtiges Intresse in den kühlen Augenseen aufzuglimmen schien. Eine einfache Gegenfrage, wie es sich eben so gehörte. Nichts weiteres.
Doch als sich dann Daylight schon wieder versuchte an sie zu kuscheln wurde es Amáya doch zu viel. Entschieden wich sie vor der Fähe zurück und blickte sie strafend an.
"Wäre es denn so schwer, den Kuschelkurs zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort mit jemand Anderem zu vollführen?"
11.10.2011, 16:37
Im Grunde war es der Weißen schon klar gewesen. Sie hatte damit gerechnet. Schließlich war das hier Amáya. Nur zu gut wusste die Wölfin, wie kühl und anteilnahmslos ihre Schwester reagieren konnte. Zwar versuchte Daylight sich deswegen immer sehr maßzuregeln sobald sie in ihrer Anwesenheit war, doch heute gelang es ihr einfach nicht. Schon so lange war es her. So unendlich lange. Dabei hatte sie soviele Erinnerungen an die Zeit, bevor sie sich entschlossen hatte loszuziehen, hinaus in die weite Welt. Amáya war damals nicht gerade freundlich gewesen. Viele Worte hatten sich tief in das Herz der Weißen gebohrt. Hatten sie auch nach Wochen noch zum Denken angeregt. Doch heute war sie anders. Sie war nicht mehr die Daylight, die schmerzlich zurückzuckte. Sie war nichtmal mehr die Daylight, die immer alles sagte was sie dachte und jedem ihr Glück aufzwang. Dennoch freute sie sich einfach, ihre Schwester so gesund und munter zu sehen. Wobei man Zweiteres eher streichen sollte. Schon als sich das Lichterkind auf sie zubewegte, registrierte sie, wie unendlich gelangweilt und desinteressiert ihre Schwester anfing zu gähnen. Auch das anschließende Zurückschieben, wie es härter und abweisender nicht sein könnte, erreichte das Herz der Weißen nicht mehr. Dafür wusste sie zu gut mit dieser Art umzugehen. Es war wirklich nicht schwer zu erkennen, dass Amáya am liebsten geflüchtet wäre. Nun gut. Daylight gestand sich ein, vielleicht auch ein klitzekleinesbisschen übertrieben zu haben. Aber es war ja klar gewesen, dass ausgerechnet Amáya immer noch die Alte war. Das war auch kein Problem. Denn das Lichterkind hatte sich ja verändert. Eventuell sogar so sehr, als dass ein Gespräch mit ihrer miesepetrigen Schwester nicht ganz so unangenehm schmerzlich werden würde wie sonst immer.
Die körperliche Nähe zu Amáya war wohl immer noch ein ganz großes Problem. Früher hätte sie sich nun verzogen, beleidigt und deprimiert wie ein kleiner Welpe. Oder sie hätte versucht böse, wütende Worte loszulassen um sich anschließend hochnäsig zu verziehen. Doch mittlerweile hatte Daylight genug gelernt. Sie wusste, das Amáya ein Herz besaß wie jeder Andere auch. Sie war nur so zerstört, dass man dieses eben nicht mehr sehen konnte. Deshalb nahm sie es sich auch nicht zu Herzen als man sie sträflich anfuhr.
"Du bist immer noch die Alte, Amáya.
Anstatt einer quietschenden, hibbelig – kribbelnden Stimme erklang nunmehr der verständnisvolle Ton einer Wölfin, die erwachsen geworden war. Ihr Herzrasen war verschwunden. Sie selbst sah es als Probe ihrer neu gewonnen Fähigkeiten, Dinge mit einer gewissen Distanz zu beobachten und nicht sofort alles persönlich zu nehmen. Bedächtig, geradezu verdächtig ruhig für ihren Charakter setzte sich das Lichterkind mit dem Rücken zu der Schwarzen in ihre Nähe. Nicht weit entfernt, und doch weit genug, als dass die schwarze Fähe ihren Raum für sich hatte.
"Weißt du.." ,
setzte sie an, mit einem Lächeln auf den Lefzen, den Kopf über die Schultern zu den regenblauen Seelenspiegeln gewand. Für die Schwarze war das wissende Lächeln mehr als deutlich zu sehen. Es sollte nicht offensiv, doch auch nicht zurückhaltend wirken. Eher gebildet.
"Ich habe befürchtet, dass es so kommt. Doch das macht nichts."
Immer noch haftete ihr nunmehr entspannter Blick auf ihrer Schwester. Ihre Stimme war gedämpft, erhallte eindringlich und zutraulich leise.
"Immerhin bist du am Leben. Dir geht es gut, und du hast dich kein Stück verändert. Ich bin froh das es so ist. Auch wenn du vielleicht nicht dasselbe empfindest, ich habe dich lieb."
Eine kindliche und wirklich schnulzige Aussage. Sie konnte nicht umhin, ihre neu gewonnene Stärke zur Schau zu stellen. Vielleicht war dies eine neue Chance, eine Chance, wenigstens ein bisschen besser mit ihrer schwarzen Verwandten auszukommen.
"Akzeptier die Tatsache, das wir Schwestern sind, und du Teil meiner Familie bist."
In der Hoffnung, dass die Schwarze auch nur den Hauch von Verständnis aufbringen würde, richtete die Weiße ihren Blick wieder nach vorne. Es lag nun ganz an ihr. Daylight würde sich nicht mehr verletzen lassen.
15.10.2011, 16:27
Amáya streckte ihre Läufe leicht und sog die frische Luft ein. Jetzt war sie endlich einmal aufgewacht. Man musste sie ja auch immer während der friedvollsten Momente stören.
Ihre regenblauen Seelenspiegel weilten nun mehr teilnamslos als genervt auf Daylight, nahmen ihren gewöhnlichen Ausdruck an. Wenn Amáya in einen See schaute und jene Augen betrachtete kamen sie ihr oft wie leere Pfützen vor. Kalt, nichtssagend und irgendwo doch mehr. So sah sie jene runden Dinger die in ihren Gesichtszügen herumsaßen als hätten sie nicht besseres zu tun.
Aber dies war jetzt nicht von Bedeutung, nein. Wen interessierten schon ihre Augen. Nichtmal sie selbst, wenn sie zu sich ehrlich war.
Daylight, ja. Von dort musste sie anfangen mit dem Nachdenken. Was verband sie mit dieser Wurfschwester? Früher, vor so unendlich langer Zeit so kam es Amáya vor, war da soetwas wie ein wenig Vertrautheit gewesen. Amáya hatte ihr beigestanden als sie halb erfroren war, damals waren sie noch Welpen gewesen. Doch die Dunkle konnte sich kaum mehr daran erinnern, es war unwichtig geworden mit dem Lauf der Zeit. So viel war unwichtig geworden. Nicht so sie selbst, sie war es schon immer gewesen. Es gab niemanden auf dieser Welt der sie brauchte. Ein trübseliger Gedanke, aber er war wahr. Sie war nur hier weil... Sie wusste es eben selbst nicht.
Die Worte der Weißen ließen die mit schwarzem Samt bestzten Ohren leicht zucken und ein leicht bitteres Schmunzeln zog sich über ihre dunklen Leftzen. Sie schüttelte ihren Kopf und schnaubte ein wenig.
"Natürlich. Wer sollte ich denn sonst sein, Daylight?"
Antwortete sie mit einem leichten, sarkastischem Beiklang in iher ruhigen Stimme. Natürlich war sie die Alte. Jeder blieb der, der er war. Das sollte sogar Daylight verstehen können. Ein ein wenig sardnisch klingendes Lachen entwich kurz ihren Fängen, doch war es nur leise und die Augen lachten nicht mit. Sie fühlte sich so verloren, als wäre ihr ganzes Leben ein einsamer Irrgarten. Da konnte Daylight auch so verständnissvoll tun wie sie wollte, sie würde kein bisschen verstehen. Denn der Irrgarten der ihr Leben war, hatte keinen Ausgang, nur immer weitere Verstrickungen und Wiederholungen. In diesem Irrgarten konnte niemand sie erreichen. Es war ihr Gefängnis. Niemand verstand es, niemand würde es je verstehen was das Regenkind fühlte. Eigentlich hatte sie sich schon damit abgefunden. Irgendwann musste man es ja.
Amáya wandte ihren Blick nicht von Daylight ab, folgte ihr mit ihren Augen als sie sich nun unweit entfernt von ihr hinsetzte. Sie konnte es zwar nicht richtig beurteilen, aber die Weiße schien erwachsen geworden zu sein. Irgendwann, in der Zeit ihrer Abwesenheit. Doch half es nichts, ihre jetztige Verhaltensweise. Nichts half ihr, Amáya. Das Lächeln ihrer Schwester machte sie ein wenig wütend, ja. Sie wusste nichts, wie sehr sie es sich auch einbilden mochte. Doch dafür war sie nicht schuldig und deswegen versteckte Amáya ihre leichte Wut. Nein, niemand konnte dafür etwas.
"Hast du also. Bei mir kannst du da nicht sonderlich viel erwarten, dass weißt du nur zu gut. Es gibt welche die ändern sich schnell, andere... Die nicht."
Während sie dies sagte wandte sie ihren Blick leicht ab und ließ ihn über die Bäume gleiten. Stamm an Stamm. Sie kannte jeden einzelnen dieser Bäume. Sie waren ihr Zuhause und doch gab es kein Gefühl der Vertrautheit. Es hatte nie existiert. Ohne eine wirkliche Reaktion zu zeigen hörte sie Daylights Worten zu. Sie hatte sie lieb, soso. Die Finstere wusste selbst nicht warum, doch irgendetwas in ihr streubte sich gegen diese Worte. Sie klangen ihr falsch in den Ohren, auch wenn sie wusste das Daylight nicht log. Oder doch? Wusste sie es wirklich? Hatte Daylight sie wirklich lieb, sie, das schwarze Schaf der Familie? Oh, diese bitteren Zweifel die in ihr aufstiegen, wie sie sie hasste! So unendlich kalt, so unendlich kalt kam sie sich selbst vor. Sie blickte zurück zu Daylight, schürzte leicht die Leftzen. Daylight nahm also von ihr an, sie hätte sie nicht lieb. So leicht vielen sie auf sie rein, so einfach war es für sie zu schauspielern. Doch Amáya war selbst nicht sicher ob sie Daylight denn lieb hatte. Wenn sie über soetwas nachdachte überkam sie immer ein seltsames Gefühl, welches zu beschreiben sie nicht fähig war. Doch sie liebte sie, sie alle. Die, die ihre Familie waren und so weit entfernt ihr eigenes Leben lebten und zusammenhielten. Die Familie, zu der sie nicht gehörte.
Amáya runzelte ihre Stirn. Was wolllte Daylight jetzt eigentlich von ihr? Wieso sollte sie Dinge akzeptieren, die gar nicht stimmten? Klar war Amáya die Schwester Daylights, ja. Verpflichtete dies sie zu etwas? Sie konnte nicht so sein, wie die Anderen, sie war eben anders. Sie gehörte nicht in die Familie, so gerne sie es auch tun würde. Sie stand allein, konnte das Daylight denn nicht sehen?
"Ich kann nichts akzeptieren, was nicht stimmt."
Natürlich konnte die weiße Schwester dies nicht sehen. Niemand konnte sehen wer der Regen war, niemand konnte hören was er flüsterte. Die Regenblauen Seelenpfützen verengten sich.
"Wir sind Schwestern, ja. Aber stimmt das wirklich? Und die Familie. Die Familie. Es stimmt einfach nicht. Es ist nicht alles so, wie du es dir vorstellst."
Ihre letzten worte klangen etwas harscher als Beabsichtigt, kalt und entschlossen. Daylight mochte es so sehen, wenn sie es wollte. Aber die Wahrheit konnte nicht nur aus einem Blickwinkel betrachtet werden. Sie gehörte nicht zu der Familie. Es war so einfach. Es gab überhaupt keine Möglichkeit, wie sie je dazu gehört haben könnte. Eine Hälfte unter vielen Ganzen. Wie sollte das funktionieren? Und Daylight könnte sie ruhig starrköpfig nennen, ja das war ihr auch egal. Sie war es nunmal. Ein verdorbenes Etwas, welches in der dunkelsten Ecke des Universums lag und nicht einmal richtig zum Leben fähig war. Ja, sie hatte kein Leben. Eine bloße Existenz war sie, eine verirrte einsame Wahnvorstellung. Die Leere in ihrem Herzen würde nie gefüllt werden. Sie würde es nie alleine schaffen und andere kümmerten sich darum keinen Dreck. Sie gehörte nirgendwo hin und genau dort befand sie sich. Im Nirgendwo.
06.12.2011, 19:22
Zuvor war sie noch gefasst und selbstsicher gewesen, doch als die schneidenden Worte Amáyas auf sie niederprasselten, fühlte sich Daylight wieder verloren wie in Welpentagen. Das altbekannte Gefühl des blanken Horrors erfasste sie in einer schrecklich kalten, einsamen Welle der Angst. Ja, es war der einzige Weg gewesen, die damals noch aufgedrehtere Welpin wieder zurück auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Der einzige Weg, sie wirklich zu verletzen. Die sensible Fähe war verwundbarer als sie es sich eingestehen wollte. Doch wenigstens schützten sie ein paar Mauern, schützten und behüteten sie. Sorgten dafür, dass sie den erwachsenen Blickwinkel beibehalten konnte, um hinter die wahre Bedeutung des Gesagten zu blicken. Tief im Inneren war sich das Lichterkind sicher, dass Amáya und sie sich wenigstens ein bisschen verstehen konnten. Aber was konnte sie tun? Was? Sollte sie wohlmöglich die Starke spielen? Oder sollte sie ganz einfach zeigen, wie sehr sie die Distanz verletzte? Schlussendlich entschied sich Daylight zu der hoffnungsvollsten Variante: Sich einfach so geben wie sie war, vielleicht ab und an ein wenig nachdenken bevor sie irgendwas sagte, und auf ein Wunder hoffen. Ein Wunder, ja. Es war unwahrscheinlich, absurd und vermutlich total aussichtslos, aber Etwas tief im Inneren der Weißen ließ diesen Gedanken nicht mehr gehen. Und Daylight hatte mehr als einmal bewiesen bekommen, dass die innere Führung die weiseste war. ...Ich fühle mich so hilflos. Es gibt nichts, was ich für sie tun kann. Es gibt nichts, was ich tun kann, um ihr näherzukommen. Und das nur weil da diese riesige Kluft zwischen uns ist, die ich nicht überwinden kann...
"Ich weiß nicht, vielleicht habe ich einfach gehofft, dass es mittlerweile eine Möglichkeit für mich gäbe, dir gegenüberzutreten ohne mit jedem Wort was ich sage etwas falsch zu machen."
Gegen Ende des Satzes hin schlich sich eine beinahe traurige, gedankenverlorene Maske auf ihr Gesicht, und entstellte das vorherige Lächeln zu einem Schauspiel der Melancholie. Sogar das Lachen ihrer Schwester klang auf eine seltsame Art und Weise herzzerreißend grausam. Kurz leuchteten ihre Augen auf. Es war kein lichtes, helles Leuchten wie sonst immer – Diesesmal war es dunkel und trüb. Daylight setzte sich in einiger Entfernung neben ihre Schwester, schloss die Augen und atmete tief ein.
"Meine Wortwahl war nicht passend. Es klang, als wäre es falsch dass du immer noch du selbst bist. Dafür entschuldige ich mich. Ich dachte nur.. Naja, wieschon gesagt. Ich habe gehofft einen Weg zu finden.."
Ihre Stimme versagte. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sollte sie etwa wirklich sagen, dass sie eine friedliche Beziehung zu ihrer Schwester führen wollte? Das klang nicht angemessen. Es klang so, als gäbe es keinen Frieden zwischen ihnen. Und doch war dieser irgendwie da. Es herrschte eine kleine Pause vor, bis Daylight die richtigen Worte gefunden hatte, um fortzufahren. Und vor allem, bis sie den Mut zusammengekratzt hatte, das zu sagen, was sie wirklich dachte.
" Ich wollte einen Weg finden, zu dir durchzudringen. Vielleicht einmal neben dir zu sitzen, und zu wissen, dass das die Amáya ist, die ich aus Welpentagen noch kenne. Ich wünschte es wäre so leicht. Letzendlich wäre ich einfach gerne für dich da."
Es war unglaublich schwer, für Daylight, dieses Eingeständnis zu machen. Ihre Stimme festigte sich wieder, und sie zog schnell noch geistige Maßnahmen um sich für jegliche Bemerkungen zu wappnen. Daylight würde sich nicht mehr von leeren Worten verhöhnen lassen. Sie würde sich von nun an jedesmal bemühen, hinter die Worte und die Fassade zu blicken. Irgendwo dort drin war doch die echte Amáya! Der Atem des Lichterkindes beruhigte sich ein wenig.
Die weiteren Worte der Regentochter fielen Daylight nur noch mehr zur Last. Es war unglaublich schwer, gegen sie standzuhalten, die Mauern nicht fallen zu lassen und laut loszuschreien. ...Wieso siehst du es denn nicht, Amáya? WIESO?...
Die Gedanken des Lichterkindes grenzten an pure Verzweiflung, sie musste etwas sagen, das wusste sie, aber ihr fiel nichts ein. Doch da leuchtete auf einmal etwas in ihr auf. Ihr Licht, ihre Kraft, sie leuchtete schwach auf. Auf dieses Zeichen hin beruhigte sich das Lichterkind plötzlich und intensiv. Eine wohlige Wärme fuhr durch ihre Glieder und erfüllte sie mit bedingungsloser Ruhe, Frieden, und vor allem mit Liebe.
"Denkst du wirklich, das Familie dadurch zerstört wird, das einer von ihnen in einer Krise steckt? Denkst du, dass es irgendetwas ändert, wenn sich einer von ihnen verloren fühlt? Sie lieben denjenigen trotzdem. Sie sind trotzdem für ihn da. Sieh doch, Fenris wird auch an der Seite von Engaya akzeptiert! Und wir lieben dich. Sieh es doch. Ich bitte dich, sieh es doch. So wie ich sehe, dass auch in dir Gefühle stecken. Selbst wenn ich mich damit noch irre – Selbst wenn ich dich nicht kenne. Soweit es mir möglich ist zeige ich dir, dass ich dich wertschätze und wahrnehme. Auch wenn du Fassaden, Masken und abweisende Worte erschaffst."
Es sprudelte nicht aus ihr heraus, wie sonst auch. Ihre Worte wahren gewählt. Daylight war sich vollkommen darüber im Klaren was sie sagte. Und es war die Wahrheit. Es war die einzige, die sie in dieser Hinsicht nutzen konnte, und deshalb würde sie auch damit nicht verletzt werden können. Egal was Amáya sagte.
"Ich war immer verletzt, weil ich dich doch nur lieb hatte und nie verstehen konnte, wieso du mich abweist. Ich war unsicher und unreif. Aber das hat sich jetzt geändert. Jetzt weiß ich, was wahr ist. Und deshalb kannst du mich auch mit deinen Worten nicht mehr erreichen. Auch ich lerne dazu. Und ich hoffe, dass du mich verstehst. Vor allem aber hoffe ich, dass ich dich verstehe. So gut es geht. So gut ich kann."
Die Verzweiflung war aus ihrem Geiste gewichen, und nunmehr war der Frieden in Daylight eingekehrt. Egal was nun kam, kein Wort der Welt könnte sie diesem Frieden, dieser Fassung berauben.
Daylight war froh, dort zu sein. Dort neben Amáya. Neben ihrer Schwester.
14.12.2011, 10:48
Niemand würde sie je wirklich brauchen, dass wusste die Dunkle nur zu genau. Egal was Daylight sagte, ihre Illsuionen waren eben nicht weiter als Hirngespinnste. Wunschvorstellungen, denen sie nicht erliegen würde. Sie würde sich selbst nicht anlügen. Sie gehörte hier nicht hin, weniger als jeder Fremde der diese Ländereien betrat. Sie wusste es seit ihrer Reise ins Nirgendwo, eigentlich hatte sie es schon immer irgendwo in der Tiefe ihrer Seele gewusst. Sie gehörte zu den Toten. Sie war als lebende Tote geboren worden. Unvollendet, weil ihr das Leben nie geschenkt worden war. Da durfte man von Engaya reden, so viel man wollte. Amáya wusste es einfach. Sie war tot, da konnte man nichts ändern. Doch wenn sie dies laut herumposaunen würde, würde man sie nur noch für noch verrückter erklären, als sie sie eh schon hielten. Daylight hatte sich wohl etwas falsches erhofft, als sie auf sie zugerannt gekommen war. Sie war nicht das kleine Welpchen von damals, auch wenn sie auch nicht die Gleiche wie vor einem Jahr war. Sie konnte nicht beurteilen, ob es ihr besser oder schlechter ging. Wahrscheinlich schlechter, aber es würde ja eh niemanden interessieren. Eigentlich wollte Amáya Daylight nicht verletzen, auch wenn sie zusehen musste, wie ihre Euphorie und ihr Enthusiasmus immer weiter dahinschmolz. Eigentlich hatte die Regentochter nie jemanden Unrecht oder Schmerz zufügen wollen. Es war eben immer nur so gekommen. Zusammen mit den Worten ihrer Schwester verließ den Maul der Fenrisgläubigen ein leichter Seuftzer. Wann verstand sie endlich, dass sie nichts wirklich falsch machte? Es war die Schuld der Regentochter. Es war Amáya, die die Fehler machte, nicht die Anderen.
Ihre Schwester wirkte so hilflos, dass es irgendwo in Amáyas Brust schmerzte. Es schmerzte ihr, anderen Schmerzen zuzufügen. Sie konnte sehen, wie sich die Goldäugige damit quälte, die richtigen Worte zu finden. Sie wusste selbst nicht, wieso sie nie etwas dagegen tat. Wieso sie so kaltherzig blieb, wieso sie nichts gegen sich selbst unternehmen konnte. Amáya wartete, ließ ihre Wurfschwester ausreden. Weiß, wie ihre andere Schwester. Amáya war schon immer das schwarze Schaf gewesen. Als kleiner Welpe war es den Anderen vielleicht noch harmlos erschienen. Hätte man sie retten können? Hätte irgendjemand die Regenwölfin retten können? Sie hasste sich für diesen Gedanken. Natürlich. Was versuchte Daylight im Moment? Vielleicht wäre sie nicht so allein, wenn sie selbst etwas dagegen tun würde, wenn sie sich nur überwinden könnte. Wieso tat sie es nicht? Amáya kannte keine Antwort, leider.
"Es ist in Ordnung, Daylight. Ich glaube nicht, dass man mir helfen kann. Dabei beisst du dir nur die Zähne aus."
Leise kamen die kühlen Worte, von der seltsamen Ruhe begleitet die die Worte der Schwarzen fast immer beinhalteten. Sie richtete die regenblauen Seelenspiegel auf die weiße Schwester.
Gib auf. , flüsterte ihr Inneres. Ihe Schale hatte ihr Inneres übernommen. Sie hatte keine Hoffnung mehr, konnte und wollte nicht gegen sich selbst ankämpfen. Akzeptanz, war das Schlüsselwort. Sie akzeptierte ihre Lage größtenteils, auch wenn sie darüber zerbrach und verzweifelte. Vielleicht war es doch nicht Akzeptanz. Vielleicht hatte sie einfach den Glauben an eine Möglichkeit der Verbesserung verloren. Vielleicht glaubte sie sich selbst schon längst als verloren.
Du bist tot, Amáya... , flüsterte die fremde und doch vertraute Stimme. Ja, sie war tot. Und Tote konnte man nicht zum Leben erwecken, oder?
Daylight schien neue kraft geschöpft zu haben, um eine erneute Rede zu halten. Amáya fühlte sich derweil einfach nur müde. Viel zu müde für diese Welt. Sie hatte es doch verstanden. Sie hatte verstanden, das Daylight sich bemühte. Hatte sie dies wirklich? Wahrscheinlich nicht.
"Daylight. Lass mich Klartext reden. Auch wenn die Familie mich liebt, werde ich nie dazugehören. Auch wenn sie mich verstehen würden, würde ich sie nicht verstehen. Ich weise euch ab, weil ihr mir fremd seid. Trotzdem schätze ich es, dass du es wenigstens versuchst, mich zu erreichen. An welchem Ort ich auch sein mag."
Sie blickte direkt in die goldfarbenen Augen ihrer Schwester. Sie würde die Welt in denen sie lebten nie verstehen. Sie war ein Geist, ein Tropfen Regenwasser. Mehr nicht. Irgendwie tat es ihrem malträtierten Herzen gut, ja. Daylights Worte taten ihr gut und es schmerzte sie deswegen umso mehr, dies ihr nicht zeigen zu können. Ihr nichts Gutes tun zu können. Wenn man am Grunde einer tiefen Grube war, viel dort alles möglcihe hinein. Doch raus konnte nur schwer etwas. Nach oben konnte man nicht fallen.