Revier

Ein Vulkan, der lange unentdeckt in unserem Gebirge geschlummert hat ist ausgebrochen und hat mit einem Ascheregen das Tal komplett verdunkelt. Es wurde unbewohnbar und so musste das Rudel fortziehen. Momentan befindet es sich auf Wanderschaft, das heißt, dieses Revier ist nicht mehr unser Spielort.



Das Revier ist circa 6000 km² groß. Ein Wolf braucht von der westlichen bis zur östlichen Reviergrenze im schnellen Lauf etwa 4 Tage, von der nördlichen bis zur südlichen etwa 3 Tage. Geographisch liegt das Revier im Nordwesten Kanadas mit gemäßigtem Polarklima. Im Winter kann es in den Nächten bis zu - 30°C kalt werden, im Sommer können Tageshöchsttemperaturen von 20°C erreicht werden. Durchschnittlich gibt es 5 Sonnenstunden am Tag und circa 15 Regentage im Monat. Das Tal wird neben den Wölfen von Schwarz- und Braunbären, Luchsen, Vielfraßen, Mardern und Füchsen bewohnt. Beutetiere stellen Elche, Rotwild, Biber, Hasen, Ratten, Mäuse und Waldhühner dar. Der große See ist Lebensraum für Enten, Schwäne, Reier und allerlei andere Vögel, unter ihnen auch vereinzelt der Weißkopfseeadler.

Nördlicher Mischwald
Der nördliche und der zentrale Mischwald zeichnen sich durch ihre vielen hellen Lichtungen und die zahlreichen kleinen Bäche, auf die man immer wieder trifft aus. Hell und fruchtbar sind sie der Lebensraum der Rotwildherden und bergen somit ideale Jagdgründe für Wölfe. Viele Vögel haben hier ihre Nistplätze und auch die Wurfhöhlen der Kaninchen und Mäuse sind hier anzutreffen. Selbst die Mutterwölfinnen suchen sich in diesem Waldstück die Geburtshöhlen ihrer Welpen. Wenn sich das Rudel nicht am Rudelplatz aufhält, sind die meisten Wölfe im Nördlichen Mischwald zu finden, denn neben der hellen Freundlichkeit bietet er auch viele Versteckmöglichkeiten und die zahlreichen Bäche stillen jeden spontanen Durst.



Inmitten des nördlichen Mischwaldes liegt der Trauerweidenhain - ein magischer Ort, an dem man den Göttern ganz nahe ist. Obwohl mitten im Wald wächst im ganzen Hain starkes, satt grünes Gras und verleiht dem Ort etwas Unwirkliches. Circa 20 Trauerweiden bilden einen kleinen Wald im Wald, in dessen Mitte die Gedenkstätte Banshees und Acollons Tod liegt. Zwei kleine Bäumchen wachsen dort ineinander verschlungen auf einer Lichtung, das eine trägt schwarze, das andere weiße Blätter. Hier starben im Sommer des Jahres 662 nach Engayas und Fenris' Tod Banshee und Acollon im Kreis ihrer Familie. Besucht man diesen Ort heute, so scheint die Anwesenheit der beiden Götterkinder noch immer greifbar nah. Er ist einer der wenigen Stellen des alten Reviers, die nicht vom Nichts verschluckt worden sind.



Von der Grasebene vor dem nördlichen Mischwald gut erreichbar und sich doch ins Gebirge schmiegend liegt die Schlucht, in der Nyota und Kylia im Herbst des Jahres 662 nach Engayas und Fenris' Tod in den Tod stürzten. Nach dem Tod der beiden Fähen schenkten die anwesenden Familienmitglieder den Toten eine blaue, wunderschöne Blume, die sie zuvor Caylee genannt hatten. Nun blühen in der ganzen Schlucht tausende Caylees und umgeben zwei kleine, blumenfreie Grashügel. Sie stellen die Gedenkstätte Nyotas Tod dar. Die Schlucht ist etwa 200 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 500 Metern. Man betritt sie von Westen, direkt aus der Ebene kommend, von oberhalb aus dem Gebirge gibt es keinen Zugang, selbst der Weg an ihr entlang ist zu steil und zu gefährlich. Sie ist ebenso wie der Trauerweidenhain ein Ort des alten Reviers, der nicht vom Nichts verschluckt wurde.



Der Muschelbaum sieht im Winter, Frühjahr und Sommer aus wie jeder andere Laubbaum, ähnelt einem Kirschbaum. Ende Frühling bis Mitte Sommer blüht er mit zahlreichen orange-roten Blüten. Erst im Herbst offenbart er seine Besonderheit, wenn an seinen Ästen keine Früchte, sondern kleine Muscheln hängen. Sie sind blass rot bis sandbraun und sehen Venusmuscheln sehr ähnlich. Im Winter fallen die Muscheln zu Boden und sind im nächsten Frühjahr verschwunden. Es sind keine lebendigen Muscheln, sondern lediglich die eine Seite des Panzers - so wie sie einst Neruí von ihrer Patin Kylia geschenkt wurde. Der Muschelbaum entstand im Zuge der Neuerschaffung des Reviers nach der Besiegung des Nichts und wurde von Neruí erdacht. Er steht am Rande der Blumenwiese am Wasserfallteich.

Wasserfall
Der Fluss des Wasserfalls entspringt irgendwo im Gebirge des Sternensees, sucht sich seinen Weg hinab ins Tal und mündet dann durch den fast 200 Metern hohen Wasserfall in einem kleinen Teich, der durch den Bach in den See läuft. Umgeben von der Blumenwiese, die im Frühling und Sommer in allen Farben der Natur leuchtet, ist der Wasserfall ein idyllisches Plätzchen. Er lädt zum Verweilen und Träumen ein und lockt allerlei Bergbewohner an. Oft sieht man oberhalb des Wasserfalls Bergziegen oder eines der scheuen Murmeltiere. Es ist ein Ort, an dem Engaya ab und an zu verweilen scheint.

Bach
Der Bach fließt aus dem kleinen Teich inmitten der Blumenwiese aus in den Sternensee. Teilweise schmiegt er sich eng an den nördlichen Mischwald, dann fließt er wieder frei in der Ebene. Freundlich und ohne starke Strömung ist er ein schönes Fleckchen um im Wasser zu spielen oder erst Jagdversuche nach Fischen zu unternehmen. Sehr viel lebt in dem kleinen Bach nicht, aber ab und an verirrt sich ein Fisch dorthinein und in seinen vielen Windungen trifft man stets allerlei Frösche und Kröten. In warmen Sommernächten gibt es lautstarke Quakkonzerte und wenig später tausende von Kaulquappen.

Gebirge und Sternensee
Der Sternensee bildet den Mittelpunkt des Tals und gleichzeitig auch den Mittelpunkt des Lebens im Tal. An seiner längsten Stelle hat er einen Durchmesser von 30 Kilometern, wie tief er ist, hat kein Lebenwesen bisher erforscht. Viele Felsformationen säumen sein Ufer, teilweise mehrere Meter hoch und viele von ihnen können auch die Wölfe erklettern. Von dort aus kann man die Sternenwinde beobachten, die in jeder klaren Nacht über den Himmel huschen und sich in der weiten Oberfläche des Sees spiegeln. Das Wasser bietet den Lebensraum für tausende von Wasservögeln, Fischen, Krebsen, Muscheln und anderen Lebewesen, die so tief unter der Oberfläche schwimmen, dass kein Wolf sie bisher gesehen hat. Das waldgesäumte Ufer ist an vielen Stellen mit dichtem Schilf bewachsen, im Nordwesten - wo der Rudelplatz an den See grenzt - ist der Übergang jedoch fließen, feiner bis grobkörniger Sand bietet ideale Möglichkeiten zum Schwimmen und Herumtollen. Der Rudelplatz selbst erstreckt sich vom Rand des nördlichen Mischwaldes bis zum Sternensee, leicht abfallend und vereinzelt von kleinen Baum- oder Strauchgruppen bewachsen.
Der Blick auf das Gebirge ist vom Sternensee aus ungehindert und atemberaubend. Es erhebt sich im Osten des Reviers und darüber hinaus, ist selbst im Sommer schneebedeckt und kein Lebensraum für Wölfe. Nur noch wenige aus dem Rudel erinnern sich an die Zeit, die sie in den Bergen hatten verbringen müssen, doch ob es dort oben noch immer so aussieht wie vor der Zeit des Nichts, kann keiner sagen.

Himmelsfelsen
Der Himmelsfelsen ragt durch einen Ausläufer des Gebirges in das Revier hinein, von ihm aus kann man das gesamte Tal überblicken. Himmel und Erde scheinen sich zu berühren, wer den Göttern nahe sein möchte, sucht sie hier. Betreten werden kann der Himmelsfelsen durch einen steilen Pfad, der südlich des Wasserfalls in der Ebene beginnt. Fast 300 Meter geht es von der Spitze hinab in die Tiefe, ein Sturz wäre tödlich.

Einöde - Totes Land
Das tote Land liegt an den südlichen Ausläufern des Gebirges. Hier bildet es den Übergang zwischen der steinigen Bergwelt und dem fruchtbaren Tal und ist doch noch toter, als ein Berggipfel je sein könnte. Schwarzes oder graues Gestein, viel Sand und Staub erstrecken sich über mehrere Kilometer bis über die östliche Reviergrenze hinaus. Es ist ein kalter Ort, an dem Fenris' Atem über den Stein zu streichen scheint. Leben gibt es hier keines, nur selten verirrt sich ein Raubtier hier her - für Beutetiere bedeutet die ewige Weite ohne Deckung den sicheren Tod und selbst Vögel kreisen selten am Himmel.



Der Mittelpunkt des toten Landes ist der gespaltene Baum - eine Seite ist tot wie seine Umgebung, die andere Seite immergrün, selbst im Winter. Es scheint, als wäre der Baum einst vom Blitz getroffen worden, doch warum die eine Seite daran gestorben, die andere beinahe übernatürlich wurde, kann kein Wolf erklären. Er bildet den einzigen kleinen Lichtblick in seiner Umgebung, immerhin leuchten selbst im tiefen Schnee seine Blätter lebendig grün. Er trägt keine Früchte und keine Blüten, gehorcht keinem Naturgesetz und ist doch ein Funke Hoffnung in der grauen Welt.

Laubwald
Der Laubwald ist eine grüne Oase. Dicht bewachsen, mit wenigen Lichtungen und voller Gräser, Farne und Büsche kann er auch schnell zu einer grünen Hölle werden. Allerlei Insekten gibt es hier, ein stetiges Summen und Brummen lässt keinen Zweifel an der Fruchtbarkeit des Gebietes. Auch Vögel nisten gerne hier, während sich größere Räuber und Beutetiere eher selten blicken lassen. Es gibt wenige Weidegründe, jedoch wachsen sehr viele Strauchfrüchte an den zahlreichen Büschen. So verirren sich Wölfe und Bären in den Wald um die süßen Beeren zu verspeisen, die eine willkommene Abwechslung auf dem sonst so einseitigen Speiseplan der Raubtiere darstellt.

Sumpfgebiet
Ganz im Südosten des Laubwaldes und somit das Ende des Reviers markierend liegt das Sumpfgebiet. Feucht, stickig, voller Insekten und im Sommer unerträglich ist es kein Ort für Wölfe. Einige Stellen sind tückisch, gerät man einmal zu tief hinein, könnte es auch für einen geschickten Schwimmer zum Tod durch Ertrinken kommen. Das Sumpfgebiet wurde ebenfalls nicht vom Nichts verschluckt, doch warum gerade dieser, von den Wölfen so gemiedene Ort diese Ehre zuteil wurde, weiß niemand.

Südlicher Nadelwald
Der südliche Nadelwald ist düster, sehr dicht und beinahe ein wenig unheimlich. Lichtungen gibt es nur sehr wenige, überwachsen von Moosen und Farnen oder voller Dornengestrüpp. Bären fühlen sich in diesem Teil des Waldes sehr wohl, man sollte also Vorsicht walten lassen, wenn man sich hineinwagt. Abgesehen von den großen Dickpelzen sollen auch Vielfraße hier wohnen, die man selbst als Wolf nicht unterschätzen sollte. Es existieren einige Schauergeschichten über die Schatten dieses Waldes, die die Wölfe gleichzeitig abschrecken und neugierig machen. Ein Ort für Entdecker und Abenteurer. Vor vielen Millionen von Jahren muss hier einmal ein Gebirge gewesen sein, viele Steinblöcke liegen heute noch, von Moosen durchwachsen, zwischen den Baumstämmen.

Großer Fluss
Der große Fluss fließt vom Sternensee aus nach Westen aus dem Revier hinaus. An vielen Stellen gibt es kleine Wasserfälle und immer wieder verbergen sich zwischen den Felsen gefährliche Strudel. Es gibt jedoch auch Abschnitte, in denen das Wasser ruhig und friedlich fließt, teilweise sogar so flach, dass ein Welpe darin herumwaten kann. Der Fluss hat viele Gesichter und sollte somit nicht unterschätzt werden. Im Herbst trifft man oft Bären an seinem Ufer, die auf Fischjagd sind, im Frühling kann es vorkommen, dass das Wasser sein Bett verlässt und die angrenzenden Wiesen und Wälder überflutet. Dank seiner starken Strömung und seiner Breite friert der Fluss im Winter nicht zu.



Der Federbaum stellt den Mittelpunkt der südlichen Blumenwiese dar. Ähnlich wie der Muschelbaum sieht auch der Federbaum aus wie ein ganz normaler Laubbaum. Seine Blüten im Frühling sind weiß bis zart rosa und unterscheiden sich nicht von anderen Obstbäumen. Erst im Herbst offenbart der Federbaum sein Geheimnis, wenn an seinen Zweigen viele kleine Federn hängen. Orange bis rot flattern sie im Wind und wirken manchmal, als hätte sie ein Vogel hier vergessen. Im Winter werden sie vom Wind fortgetragen. Der Federbaum entstand im Zuge der Neuerschaffung des Reviers nach der Besiegung des Nichts und wurde von Chanuka erschaffen. Die Blumenwiese um ihn herum ist ebenso schillernd und farbenfroh schön wie die Blumenwiese am Wasserfall.



Der Steinwald grenzt ganz im Norden an den Nadelwald und südlich an den Fluss. Auf den ersten Blick wirkt der kleine Hain wie ein normaler Wald im tiefsten Winter. Grau, ohne Blätter und Leben und so still wie sonst nirgendwo. Doch kommt man näher, so lässt sich erkennen, dass die Bäume nicht aus Holz, sondern aus Stein sind. Unbeweglich und starr ragen die grauen Äste in den Himmel, blattlos selbst im Sommer. Kein Lebewesen scheint diesen Hain zu bewohnen, immer ist es totenstill. Dennoch ist die Atmosphäre nicht beängstigend oder abschreckend - viel eher scheint in der Stille etwas Erhabenes zu liegen. Engaya ist diesem Ort nicht fern, so sehr er auch nicht zu ihr zu passen scheint. Er entstammt Tyraleens Gedanken.