Sheena
22.04.2011, 23:13

Das Chaos in ihrem Kopf wurde und wurde nicht kleiner. Es war doch eigentlich Sommer. Nur die Wetterverhältnisse spielten nicht mit. Glaubte man dem Wetter, konnte man meinen, dass Winter war. War es aber nicht. Schluss, Aus, Ende. Doch so einfach ging das nicht. Es endete nicht, es lief alles weiter. Auch ihre, sich immer wieder im Kreis drehenden, Gedanken.
Natürlich war Sheena bewusst, dass Fähen im geschlechtsfähigen Alter läufig wurden, sie selber hatte es bereits erlebt, sie wusste wie es war, wenn sie läufig war. Aber das war nicht im Sommer gewesen. Niemals. Die einzige Erklärung, die sich ihr bot, war die ganze Aufregung und der Wetterumschwung. Anscheinend waren ihre Hormone so durcheinander gebracht worden, dass sie jetzt etwas, für sie erschreckendes, forderten.
Und gleichzeitig war sie so glücklich. Denn sie hatte Jakash, sie war läufig und wenn es vielleicht auch etwas früh erschien, wollte sie nichts lieber, als kleine Welpen mit ihm. Aber jetzt? Vor allem dachte sie daran, wie es werden würde, wenn in einigen Monden bereits wieder Winter werden würde. Die Welpen wären noch so klein und…
All die Gedanken brachten sie nicht weiter, die Entscheidung würde ihr größtenteils sowieso von Tyraleen abgenommen werden. Wenn sie ihre Zustimmung bekam, würde auch alles gut werden. Und wenn nicht, dann hatte sich die Sache sowieso erledigt.
Außerdem hatte sie noch immer Engaya an ihrer Seite, wenn ihre Anwesenheit in dem Tal weniger spürbar war, fühlte sie die Göttin noch genauso stark wie am Anfang.
Ihre Pfoten trugen sie in Richtung ihrer neuen Alphafähe. Sie freute sich für Tyraleen, dass sie sich aufgeschwungen hatte und, zumindest bis jetzt, noch nicht großartig angezweifelt wurde. Aber natürlich lag noch ein weiter, sicher auch schwerer Weg vor der weißen Fähe.
In der Ferne konnte sie sie bereits ausmachen, sehr froh darüber, dass sie alleine zu sein schien.
Mit einem leichten Lächeln auf den Lefzen trat sie behänd auf ihre Priesterschwester hinzu, sacht neigte sie ihr Haupt, ehe sie der Weißen sanft die Schnauze an die Schulter drückte.

„Hallo Tyraleen.“

Sie freute sich ihre Freundin, Alphawölfin und Schwester zu treffen. Wenngleich sie nun auch etwas nervöser geworden war.
Wie sollte sie die ganze Sache nur angehen, wusste Tyraleen überhaupt etwas von ihr und Jakash? Wahrscheinlich nicht, dann würde sie die Sache ganz von Anfang aufrollen müssen.
Sie lächelte noch immer, nun etwas schüchterner, zurückhaltender. Dann senkte sie ihren Blick, nur um ihn erneut zu heben, einige Schritte auf der Stelle zu gehen und dann schaffte sie es auch, Tyraleen in die Augen zu blicken.

„Also… Ich dachte, bei dem ganzen Trubel haben wir schon länger nicht mehr miteinander sprechen können. Also, nicht alleine…“ Ja, verdammt, sie druckste rum. „Irgendwie… Tyraleen, ich weiß nicht was mit mir los ist. Ich glaube… ich glaube, dass ich läufig werde. Alles in mir spielt so verrückt“

Damit war der erste Part schon einmal geschafft. Sie wollte nicht direkt weiterreden, Tyraleen sollte erstmal Gelegenheit bekommen, auch etwas zu sagen. Wobei, was sollte sie großartig zu ihren gestotterten Wörtern sagen?


~Ruhig Sheena…~ ermahnte sie sich selber und blickte Tyraleen abwartend an.

Tyraleen
26.04.2011, 11:14

Als sich der Geruch ihrer Priesterinschwester und Freundin in Tyraleens Nase schlich, legte sich ein Lächeln auf die Lefzen der Weißen. Als sie langsam den Kopf hob und Sheena auf sich zukommen sah, freute sie sich schlicht, ein freundliches Gesicht zu sehen und die Gesellschaft von jemandem erwarten zu dürfen, dem sie weder ihre Autorität beweisen noch ihr Verhalten erklären musste. Auch wenn Sheena ein wenig unsicher schien und ihr Geruch hatte sich leicht verändert. Eine Ahnung schlich sich in die Gedanken der Weißen, doch vorerst würde sie ihre Freundin nicht darauf ansprechen. Vielleicht kam sie aber auch gerade deswegen zu ihr. Lächelnd aber auch ein wenig neugierig berührte sie Sheena an der Nase und legte kurz ihren Kopf auf die Schulter der Weißen.

“Hallo Sheena, schön, dass du zu mir kommst.“

Ehrlicher hatte sie wohl seit der ganzen Katastrophe keinen Satz mehr gemeint. Doch ihre Freundin schien tatsächlich etwas auf dem Herzen zu haben, beinahe nervös trippelte sie hin und her und wagte es kaum, ihr in die Augen zu sehen. Nun ihrerseits ein wenig verunsichert setzte sich Tyraleen neben die Weiße und blickte sie erwartungsvoll mit leicht schräg gelegtem Kopf in die hellen Augen. Nach einigem Herumgedruckse bestätigte sich dann ihre Ahnung – Sheena war läufig! Strenggenommen war das gar nicht so unwahrscheinlich, immerhin gaukelte ihnen das Tal vor, es wäre Winter. Dass Tyraleen selbst nichts dergleichen spürte war somit vielleicht nur großes Glück. Eine Läufigkeit hätte ihr jetzt gerade noch gefehlt. Doch Sheena selbst schien zwar nervös, doch keineswegs unglücklich. Das Bild von ihr und Jakash bei der letzten Rudelversammlung kam der Leitwölfin wieder in den Sinn … dass mehr, als nur Freundschaft zwischen ihnen herrschte, hatte man nicht übersehen können, aber …

“Das ist zwar ein ungewöhnlicher Zeitpunkt, aber angesichts der Kälte eigentlich nicht unwahrscheinlich.“

Zwar hatte sich ein leises Lächeln in das Gesicht der Weiße geschlichen, doch über ihre Gedanken zu Jakash sagte sie kein Wort. Sheena würde vermutlich bald mit ihren eigenen Gedanken herausrücken, auch wenn Tyraleen sich noch nicht ganz sicher war, was sie erwartete und wie sie darüber denken sollte.

Sheena
03.05.2011, 18:15

Mit was hatte sie gerechnet? Dass Tyraleen sie verurteilte, weil sie läufig war? Sheena belächelte sich innerlich. Schon bei der freundlichen Begrüßung ihrer Freundin, denn gerade sprach sie zu ihrer Freundin und weniger zu ihrer Alphafähe, war ein Großteil ihrer Aufregung von ihr abgefallen, wie Blätter von den Bäumen im lauen Herbstwind.
Anscheinend freute Tyraleen sich ehrlich, sie bei sich zu sehen und kleine Glückswellen strömten durch ihren Körper. Es war schön ihre Freundin entspannt anzutreffen. Das war schwierig bei dem ganzen Trouble.
Auf Tyraleens Erklärung nickte Sheena nur sachte. Irgendwie hatte sie sich ja schon gedacht, dass ihre Läufigkeit mit dem Wetterumschwung zu tun hatte, trotzdem hatte es sie gehörig durcheinander gebracht. Vor allem schien Tyraleen nicht im Geringsten läufig zu sein oder bald zu werden. Ihre Witterung hatte sich nicht verändert. Aber wahrscheinlich war das auch besser so, Tyraleen musste jetzt, vor allem jetzt, den absoluten Überblick behalten und so wie Sheena sich selber erlebte, ging das weniger gut, wenn man läufig war. Da flitzten die Gedanken einfach immer wieder in andere Richtungen. Zu dem Geliebten und… Ganz genau das hatte sie gemeint.
Jetzt lächelte sie wieder leicht. Vielleicht hätte sie das Gespräch lieber mit Jakash anfangen sollen und nicht mit ihrer Läufigkeit. Jetzt würde Tyraleen gleich wissen, wieso sie eigentlich zu ihr gekommen war. Obwohl sie auch mit ihr gesprochen hätte, wenn sie nicht ihre Leitwölfin gewesen wäre.

„Ungewöhnlich hin oder her. Ich bin nicht unglücklich über den Zeitpunkt meiner Läufigkeit.“

Jetzt schaffte sie es sogar, ein schelmisches Grinsen an den Tag zu befördern. Dabei fühlte sie sich unglaublich jung, fast, wie in ihr Jungwolfdasein zurück versetzt, als sie damals ihre Jugendliebe Ilias kennen gelernt hatte und völlig verzückt über ihn, gegen irgendetwas gelaufen war. Güte, war ihr das damals unangenehm gewesen. Jetzt konnte sie nur noch darüber schmunzeln.

„In erster Linie möchte ich jetzt mit dir, als Freundin, sprechen.“

Ihr war wichtig, dass Tyraleen dies wusste.

„Dir ist sicherlich nicht entgangen, dass Jakash und ich uns kennen gelernt haben. Wir einander näher gekommen sind und uns schließlich lieben gelernt haben.“

Sie lächelte versonnen. Kurzzeitig flogen ihre Gedanken wieder zu dem schwarzen Fenriswolf.

„Wärst du nur meine Freundin und nicht gleichzeitig mein Alphatier, würde ich dich nun fragen, ob ich es wohl wagen könnte um eine Paarung zu fragen. So muss ich dies in einem tun.“

Damit hatte sie die Worte über ihre Lefzen gebracht. Nun konnte sie nur abwarten. Sie persönlich hielt den Zeitpunkt gar nicht für ungeeignet, nicht nur, weil sie gerne Welpen mit Jakash haben wollte, sondern auch, weil gesunde Welpen dem Rudel wieder aufzeigen würden, dass das Leben weiterging.

Tyraleen
05.05.2011, 17:47

Tyraleen fühlte sich in frühere Zeiten zurückversetzt während sie ihre Freundin so betrachtete, ihr Lächeln wahrnahm und Sheena kein bisschen mehr wie die ernste Fähe bei der Rudelversammlung wirkte. Es lag der Zauber der Läufigkeit über ihr, den nicht einmal Fähen übersehen konnten. Die Leitwölfin wusste nur zu gut, wie es sich anfühlte, was für Gedanken davon hervorgerufen wurden und wie sich Prioritäten verschoben. Es schien alles viel einfacher, Gefahren wurden ungefährlicher, Ängste weniger ängstigend. Tyraleen gönnte ihre Freundin diese Gefühle aus vollem Herzen und nickte auf die Bestätigung Sheenas, nicht unglücklich zu sein. Auch auf die Bitte hin, nun mit Tyraleen als Freundin und nicht als Leitwölfin zu sprechen, nickte die Weiße leicht – ihr war es wichtig, dass die Wölfe, die sie mochte, in ihr nun nicht plötzlich nur noch die Leitwölfin sahen und aus Respekt die Freundschaft vergaßen. Endlich aber rückte Sheena mit den Worten heraus, die ihr auf dem Herzen lagen und der Frage, die sich Tyraleen schon hatte denken können. Ein Wurf Welpen. Zunächst kamen wie bei jeder Leitwölfin die Sorgen, es war zwar nicht klar, was nach diesem Sommer passieren würde, doch die Weiße bezweifelte, dass es wieder Frühling werden würde. Viel eher kämen nun Herbst und Winter – keine gute Zeit um Welpen großzuziehen. Auch bestand noch immer die Gefahr durch die Varge und Fenris‘ Anwesenheit im Tal verstörte, doch … vielleicht könnte allein ihr aufkommendes Licht noch vor ihrer Geburt all diese Sorgen vertreiben. Die Idee flutete Tyraleens Kopf und umspülte ihr Herz. Durfte sie ihre Freundin und deren zukünftige Welpen im Kampf gegen Fenris benutzen? War das verantwortungslos oder brauchte es in diesen schlimmen Zeiten gerade diesen Mut um weiterzubestehen? Welpen waren der Inbegriff des Lebens, die Liebe zwischen Sheena und Jakash ein neue Energiequelle Engayas und beides zusammen vereint in der Geburt von Welpen einer Priesterin … es klang so verlockend hoffnungsfroh, hell und warm, dass Tyraleen nur die Gedanken daran reichten um die Kälte vertrieben zu sehen.
Die Leitwölfin versuchte sich zu sammeln. Sie würde Sheena ihre Gedanken ungefiltert mitteilen, sie waren schließlich Freundinnen und zudem bildeten sie die Rudelspitze. Dennoch war sich Tyraleen nicht sicher, wie die Weiße reagieren würde - doch immerhin hatte sie selbst gefragt, ob es ihr gestattet werden würde.

“Ja, das ist mir nicht entgangen. Ich freue mich für euch.“, leitete sie zunächst auf Jakash Bezug nehmend ein. “Ich will ehrlich zu dir sein, Sheena, so wie wir es immer zueinander waren. Das Rudel und dieses Tal erlebt eine schlimme Zeit und normalerweise wäre es Irrsinn, nun Welpen zu zeugen. Doch in mir keimt und wächst die Hoffnung, dass vielleicht gerade ein solch gewagter Schritt uns aus unserer Not befreien könnte. Liebe und Welpen, Leben, Geburt, Zusammenhalt, Glück … all das lässt Engaya stark werden. Und wir müssen sie nun stärken, wir müssen sie zurückholen. Ich möchte nicht dich und deine Welpen benutzen, aber ich glaube, sie könnten das Licht werden, das wir so bitter benötigen.“

Sie hielt kurz inne, sammelte sich und fuhr dann fort.

“Hättest du mich nicht selbst um Erlaubnis gefragt, so hätte ich nicht gewagt, dich zu diesem Schritt aufzufordern. Doch wenn du es dir ebenfalls wünschst und wir als Rudel zusammenhalten um den Welpen ihren schwierigen Start ins Leben so leicht wie möglich zu machen … dann glaube ich, dass Jakash und du mehr zu unserer Rettung beitragen könnt, als jeder andere.“

Sheena
08.05.2011, 12:28

Im ersten Augenblick war Sheena entsetzt über die Aussage ihrer Freundin. Ihre Welpen, als ein Versuch wieder Licht ins Tal zu bringen. Versuchswelpen, in der Hoffnung, dass alles gut gehen würde, dass der Winter nicht zu hart werden würde, sodass die Welpen nicht sterben würden.
Doch nach weiterem Zuhören legte sich dieses Entsetzen wieder. Natürlich, sie war mit der Bitte nach Welpen zu Tyraleen gekommen, nicht Tyraleen mit einer Bitte zu ihr. Und wenn sie nun eine Fähe wäre, die nicht an Engaya glaubte, würde sie vielleicht noch mal einen Rückzieher machen oder es wäre ihr egal vor welchem Hintergrund sie ihre Welpen bekommt, aber da sie nun mal eine Priesterin Engayas war, war dieser Hintergrund ihr nicht egal.
Aber anstatt, dass sie der Gedanke nun abschreckte, weil das Rudel in der letzten Zeit so vieles hatte durchmachen müssen und Engaya das Tal immer mehr verlassen hatte, war sie nach kurzem Nachdenken, sehr fasziniert von Tyraleens Gedankengängen.
Sie war sich sicher, dass Welpen nun helfen konnten, um das Gleichgewicht wieder herzustellen, um das Licht wieder zurück zu holen. Sie waren ein großes Rudel, ihre Welpen würden gut versorgt werden können und auch frieren würden sie im Winter wenig.
Außerdem würden die Welpen noch eine ganz andere Bedeutung erhalten, wenn sie vor diesem Hintergrund zustimmte.
Diesen Gedanken verwarf sie gleich wieder.
Der erste Grund, warum sie Welpen haben wollte war, dass sie Jakash liebte und das Gefühl hatte, dass es Zeit wurde. Schließlich wurde sie auch nicht jünger. Der Zeitpunkt war nur eine glückliche Fügung und eine Chance etwas für das Rudel zu tun.

„Dann werden wir das Licht zurück ins Tal bringen. Mit den Welpen von Jakash und mir. Aber alle sollten wissen, dass der Gedanke aus der Liebe zu Jakash entsprungen ist.“

Warum sie keine Angst hatte? Weil sie Engaya in sich spürte, die Wärme durch den Körper flutete und der Schnee und die Kälte nur noch nebensächlich waren.

Tyraleen
19.05.2011, 12:40

Es fiel Tyraleen nicht schwer, das Entsetzen Sheenas zu erkennen und augenblicklich ein schlechtes Gewissen zu bekommen. War sie zu weit gegangen? Durfte sie als Leitwölfin ihre Beta und Freundin so rücksichtlos dem Risiko aussetzen, eine Mutter ohne Welpen zu werden? Und durfte sie die ungeborenen und nicht einmal gezeugten Welpen so blind in ihren möglichen Tod laufen lassen? Sie begann sich innerlich zu sträuben, sicher war eine Geburt im Herbst ein großes Risiko, doch ihr Rudel war so stark und groß und Engaya erfüllte dieses Tal – vielleicht momentan nicht gerade erkennbar, doch eben durch diese Welpen würde die Göttin erstarken. Vielleicht war Tyraleen auch geblendet von der Hoffnung und überwältigt von der Möglichkeit, die die Liebe zwischen Sheena und Jakash und deren möglichen Welpen bot – doch sie konnte sich nicht einmal von dem Entsetzen in den Augen ihrer Freundin davon abbringen lassen, an dieser Idee festzuhalten. Dennoch war sie erleichtert, als sich der Gesichtsausdruck Sheenas wandelte und sie ebenso begann, vom Licht der Hoffnung beschienen zu werden. Und dann sprach sie die erlösenden Worte, stimmte ihr zu und merkte noch an, dass die Hoffnung trotz allem nicht der Hauptgrund sein sollte. Die Leitwölfin nickte lächelnd.

“Natürlich. Das Rudel soll von beidem wissen, von eurer Liebe, aber auch von der Hoffnung auf Licht. Sie müssen verstehen, warum wir nun Welpen zeugen, dann werden sie uns auch unterstützen.“

Das Lächeln Tyraleens wurde noch ein wenig breiter, zum ersten Mal seit langem fühlte sie sich wieder hoffnungsfroh, fröhlich und leicht. Möglicherweise wäre all das Leid bald zu Ende. Was für ein wunderbarer Tag. Schon erhob sich die Weiße, berührte ihre Freundin an der Nase und machte eine leichte Schnauzenbewegung.

“Geh zu ihm und erzähle ihm von unserem Gespräch. Und wenn auch er einverstanden ist, dann wünsche ich dir alles Gute. Es ist ein wunderschönes Gefühl.“

Was sie mit es meinte, blieb offen. Doch eigentlich war alles an dem, was Sheena bevorstand, wunderschön. Die Paarung, die Vorfreude, die Geburt, das Muttersein. Und Tyraleen gönnte es ihrer Freundin von Herzen. Mit einem letzten Schnauzenschlecker verabschiedete sie sich von der Weißen und trabte davon, noch immer beseelt von dem Gedanken an das Licht.


(( Jakash darf kommen! =) ))

Sheena
25.05.2011, 22:09

Natürlich war Tyraleen nicht entgangen, dass sie zuerst erschrocken reagiert hatte, aber ebenso natürlich hatte sie verstehen können, warum Sheena dies getan hatte. Trotzdem hatte sie gemerkt, dass Tyraleen der Gedanke gefangen hielt. Hätte sie versucht Sheena zu überzeugen, wenn sie es nicht von selbst getan hätte?
Sie wollte ihrer Freundin nichts unterstellen, aber manchmal begingen Wölfe durch die Anwesenheit ihrer Götter, Taten, die sie normalerweise nicht begangen hätten.
Doch Schluss damit, sie hatte sich von der Idee, der Hoffnung, Tyraleens anstecken lassen und fieberte dem Ereignis nun noch ein wenig mehr entgegen, als zuvor schon. Erstaunlich, dass das überhaupt noch möglich war.
Die Freude der Weißen war ansteckend, kurz lachte sie hell auf, erleichtert diesen Schritt gewagt zu haben, erleichtert ihre Freundin so entspannt und hoffnungsfroh zu sehen. Ihre Verabschiedung erwiderte sie ebenfalls mit einem Lecken über die Schnauze und dann war Tyraleen auch schon verschwunden. Nur ihr letzter Satz hing noch in der Luft. Es ist ein wunderschönes Gefühl… Dem konnte sie nur zustimmen, schon jetzt fühlte sie sich wunderbar und es konnte wohl nur noch besser werden. Oder?
Langsam krochen wieder Zweifel in ihr hinauf. Was, wenn Jakash gar keine Welpen wollte, was, wenn er nicht mit der Idee Tyraleens, nun auch ihrer, einverstanden war?
Er war ein Anhänger Fenris, wenn auch eher ungewollt, er hatte sich dadurch trotzdem, oder besser, natürlich, verändert. Vielleicht verstießen Welpen mit diesem kleinen Hintergedanken, gegen das Abkommen der beiden.
Allerdings mussten Engaya und Fenris doch im Gleichgewicht bleiben. Ohne den Einen auch nicht der Andere.
Nein, nein, sie musste sich beruhigen. Sie schluckte die Zweifel hinunter, ein bitterer Nachgeschmack blieb dennoch zurück.
Ein rasches Schütteln, dann waren auch die letzten Zweifel hinfort, raus in die kalte Wintersommerluft.
Um Abstand zwischen sich selbst und die schlechten Gedanken zu bringen und, an erster Stelle, möglichst rasch Jakash zu finden, begann sie aus dem Stand einen Sprint, der sie mit kräftigen Tritten vorwärts brachte.
Und sie musste nicht lange suchen, sein Geruch befand sich immer in ihrer Nase.
Schon von weitem erkannte sie den Schwarzpelz und bellte laut auf.

„Jakash!“

Freudig springend näherte sie sich ihm weiter. Natürlich musste sie ihm nicht erst erzählen, dass sie läufig war, ihr Geruch musste sie schon von weitem verraten.
Hach, sie hatte wirklich einen hübschen Rüden gefunden. Und, sie war wirklich sehr verliebt.





Jakaaaaash (:

Jakash Caiyé
29.05.2011, 11:28

Es fiel ihm zunhemend schwerer, sich nicht ständig in Sheenas Nähe auf zu halten, und er war sich dessen bewusst. War das immer so, wenn man verliebt war? Bei den Göttern, das war ja wie eine Sucht! Er war süchtig nach ihrer Nähe, süchtig nach ihren Liebkosungen, süchtig nach ihrem Lachen, süchtig nach ihrem Duft, der zu dem mit jedem Tag verführerischer zu werden schien. Liebe war offenbar nicht nur ein Gefühl, sondern auch ein Rausch der Sinne, und wäre es nicht so wundervoll, hätte er befürchtet noch wahnsinnig davon zu werden. Denn wozu fürchten, was man ersehnte und genoss?
Jakash streifte ruhelos umher, auf der Suche nach - na, wem wohl? Er versuchte gar nicht erst sich einzureden, er würde nicht nach IHR Ausschau halten. Seine Gedanken kreisten unentwegt um seine Liebste, und auch sein Herz erinnerte ihn mit jedem viel zu schnellen Herzschlag an sein ersehntes Ziel.
Ruckartig änderte er den Kurs, als seine Nase einen Duft auffing, den er unter tausenden anderen herausgefiltert hätte. Er musste sich zusammenreißen, nicht sofort in einen schnellen Sprint loszubrechen, wollte er doch wenigstens ein bisschen die Illusion für sich bewahren, dass er sich unter Kontrolle hatte. Er war ein erwachsener Rüde und kein Welpe, also wirklich! Ein liebestoller Rüde vielleicht, aber immernoch erwa-
Da war sie, rief seinen Namen! Sämtliche anderen Gedanken wurden aus seinem Bewusstsein gefegt. Rutenpendelnd lief er auf sie zu und vergrub als erstes das Gesucht in ihrem Halsfell, dabei tief diesen süßen, köstlichen Geruch inhalierend. In seinen Lenden stellte sich ein eigenartiges Prickeln ein, aber Jakash kannte das schon als eines der neueren Symptome akuter Verliebtheit, das mit jedem Tag ein bisschen stärker wurde und seine Gedanken in ungekannte Richtungen schweifen ließ...

"Liebste, du bist heute noch schöner als sonst",

grüßte er sie und schleckte ihr zärtlich über die Wange.




Bin schon da^^

Sheena
01.06.2011, 13:18

Als sie ihn erblickte, sah er erst etwas verhalten aus, als er sie dann aber erblickte änderte sich dies blitzschnell. Zu Sheenas großen Erleichterung. Zwar hüpfte er nicht so ausgelassen auf sie zu, wie sie es tat, aber man konnte durchaus erkennen, dass er sich zu zügeln versuchte, was aber nicht sonderlich gut gelang. Schließlich eilte er dennoch mit großen Schritten auf sie zu. Sie lächelte, deshalb hatte sie gar nicht erst versucht so zu tun, als ob sie sich nicht freuen würde.
Nun war er angekommen, sie war angekommen. Bei dem Wolf, bei dem sie sich immer zu Hause fühlen würde. Egal wo sie sich befinden mochte, hier wäre sie immer heimisch, immer Willkommen.
Seine Berührungen lösten Schauer in ihr aus, diese jagten unter ihrem Fell entlang, dass sie fast verrückt wurde. Kurz stockte ihr der Atem, als seine Zunge, genauso wie seine Worte, liebkosend über ihre Wange fuhren. Ihr Herz stolperte und ein leises Keuchen entfuhr ihrer Kehle. Was war das? Sie fühlte das Kribbeln in ihrem Körper, das unglaubliche Verlangen nach ihrem Rüden nahm unerwartete Dimensionen an. Doch intuitiv wusste sie, ohne jemals so gefühlt zu haben, wonach es sie lüstete.
Doch zuvor sollte sie ihm von ihrem Gespräch mit Tyraleen berichten. Doch dieses war in weite Ferne gerückt. Jegliche Aufforderung ihrerseits an ihr liebestolles Gehirn scheiterte und verflog in einem gefühlsvollen, aber ansonsten völlig leeren Raum.
Sie erwiderte seine Zärtlichkeit, fuhr mit ihrer Zunge sanft die Wange hinauf bis zu seinen Ohren, an diesem knabberte sie zart, dabei drückte sich ihr Körper instinktiv näher an den Seinen. Sie wollte ihn bei sich spüren. Das Kribbeln sollte niemals enden.
Mit seinem Ohr im Maul wagte sie einen neuen Versuch.

„Weischt du, isch war eben bei Tyraleen…“ nuschelte sie, ehe sie sein Ohr losließ.

Sie wusste jedoch nicht genau, wie sie weiter sprechen sollte. Ihre Welpen. Würde er sie verstehen? Doch jede aufkeimenden Zweifel wurden erstickt von einer riesigen Welle Hormone, Glücksgefühle die jede vorhandene Vernunft wegspülen wollte. Doch sie klammerte sich an das letzte bisschen, was noch in ihrem Kopf vorhanden war. Sie durfte und wollte ihn nicht übergehen.

„Ich habe mit ihr reden können. Über unsere Liebe, unsere Zukunft. Und auch über Hoffnung.“ Mit großen, liebenden Augen blickte sie ihn an. „Ich habe ihr von meinem Wunsch nach Welpen erzählt… Sie war einverstanden… Jedoch nicht nur unserer Liebe wegen, sie hat die Hoffnung, dass unsere Welpen ein wenig Licht in unser Tal zurückbringen könnten. Und diese Hoffnung hat sie auch in mein Herz gesät.“

Ihr Blick sank zu Boden, erhob sich aber rasch wieder, als ihr klopfendes Herz sie erinnerte, dass dies der wesentlich kleinere Teil war, weswegen sie ihn nun nach Welpen fragte.

„ Es wäre zusätzliches Glück, wenn die Welpen das Licht zurückbringen würden. An erster Stelle möchte ich sie mit dir zeugen, mit dir großziehen, wie jedes andere Elternpaar es auch tun würde. Ich möchte unsere Liebe fortpflanzen. Und…“

Sie stockte, was erzählte sie ihm da? Sie trat einen Schritt nach hinten, beobachtete ihn. Was hielt er von dieser Idee? War er nun abgeneigt von ihr? Gegen Welpen hatte er sicherlich nichts einzuwenden. Aber wie sah es aus mit der Rückkehr des Lichts?
Doch sie wollte ihm nichts verschweigen.

„Jakash, ich liebe dich.“

Sie flüsterte nur noch. Sie hatte Angst vor seiner Reaktion und während ihr Inneres sich nach seinen Berührungen verzehrte, hatte sich eine Regungslosigkeit in ihrem Körper ausgebreitet, der sie nicht mehr zu einer Bewegung befähigte, ehe er nicht eine Reaktion gezeigt hatte.

Jakash Caiyé
02.06.2011, 09:02

Auf seine Berühungen hin entfloh ihr ein Keuchen, und so leise und kurz es auch war, es brachte sein Blut in Wallung. Er drängte näher an sie, wollte sich am liebsten auf ganzer Länge an sie pressen, und Schauer breiteten sich von den Stellen aus, an denen sie sich tatsächlich berührten. Die Zärtlichkeiten, mit denen sie die Seinen erwiderte, entlockten seinem Zwerchfell ein tiefes, genüssliches Brummen. Aber das alles reichte einfach nicht. Nicht mehr. Seine Instinkte wusste, da gab es noch etwas, und in ihm wuchs immer stärker das Verlangen zu erfahren, wie dieses Etwas sich anfühlte. Denn musste es nicht wundervoll sein, wenn sein Geist danach gierte und diese Gier direkt an den Körper weiter gab?
Der Klang ihrer Stimme brachte Jakash jedoch zunächst wieder zur Besinnung. Seine Augen suchten die Ihren, voller Neugier und Erwartung. Sein Lächeln wuchs in die Breite. Welpen! Sie durften Welpen zeugen - er würde Vater werden! Sein Herz machte einen Satz in seinem Brustkorb und schien nie wieder mit normaler Geschwindigkeit schlagen zu wollen. Was sie ihm jedoch anschließend anvertraute, ließ für einen Moment einen Schatten über sein Gesicht huschen. Seine Welpen, aus bloßer Hoffnung gezeugt?! Seine Söhne und Töchter, noch vor ihrer Geburt belastet mit den Erwartungen auf eine bessere Zukunft?! Sheenas eigener Einwand, das Stocken und die vier kleinen Worte, die seine Welt ausmachten, ließen jedoch wieder ein fast nachsichtiges Lächeln auf seinem Gesicht erscheinen. Sie wollte diese Welpen ihrer Liebe wegen, um eine Familie zu gründen - und er wollte genau das gleiche. Er wollte sie nicht dafür anklagen, dass sie außerdem noch mehr Hoffnungen hatte - Hoffnungen, die Tyraleen ihr eingepflanzt hatte. Sie beide, Tyraleen und Sheena, waren Engayawölfe - sie konnten gar nicht anders als zu hoffen und zu träumen. Sie würden niemals damit aufhören. Sollten sie sie behalten, ihre Hoffnungen, aber sie beide würden Jakash kennen lernen, wenn sie noch mehr von seinen Welpen verlangen sollten!
Den Schritt, den sie zurück gemacht hatte, überbrückte er nun zu ihr hin und stieß seine Schnauze sanft gegen ihre Wange.

"Das ist mir Grund genug, liebste Sheena",

erwiderte er auf ihre letzten Worte hin.

"Ich liebe dich auch."

Er presste seine Wange gegen die Ihre, grub seine Schnauze durch ihr Halsfell und wanderte weiter zu ihrer Flanke. Ihr Duft ließ seine Gedanken erneut abgleiten, während sein Fang auf ihrem Rücken entlang zur Rute und gegen den Strich wieder hinauf zu ihrem Nacken glitt. Er konnte die Schauerwellen spüren, die das auf ihrer Haut auslöste, und seine Instinkte ließen ihn sich aufbäumen und mit den Pfoten Halt auf ihrem Rücken finden...



(Mach ruhig weiter soweit wie du willst ^.~)

Sheena
06.06.2011, 21:46

Jede seiner Berührungen lösten ein Feuer in ihrem Körper aus, das sie fast verrückt werden ließ. Sie wand sich ein wenig, drückte sich aber gleichzeitig näher an ihn heran. Ihr Rüde, ihr Rüde und bald der Vater ihrer gemeinsamen Welpen. So sollte es sein. Licht hin oder her. So wollte sie es, so wollten sie beide es.
Seine Worte bestätigten ihre Gedanken nur noch, ein glückliches Lachen entfuhr ihrer Kehle und wurde gleich wieder unterbrochen, als seine Schnauze ihren Körper erneut entlang wanderte. Das Schauern auf ihrem Rücken wurde stärker und schon spürte sie, wie sein Körper sich aufbäumte und seine Pfoten Halt auf ihrem Rücken suchten.
Und dann wusste sie, was es war, wonach sie sich verzehrte. Es war genau das. Nie hatte irgendwer mit ihr darüber gesprochen, instinktiv war das Wissen in ihrem Kopf vorhanden und so drückte sie ihre Rute an die Seite und brachte sich ihm entgegen. So war das also.
Nun würde ihre unbändige Lust befriedigt werden, so würden sie hoffentlich ihre Welpen zeugen.
Welpen, die Hoffnung auf das Licht, all das rückte in weite Ferne. Das Brummen Jakashs hallte noch in ihrem Kopf nach, ihre eigenen wohligen Laute mischten sich darunter.
Es war unglaublich, diese Gefühle die in ihr tobten, nun bekamen Tyraleens Worte eine ganz andere Bedeutung.
Es ist wunderschön…
Das war es. Definitiv. Und sie genoss es, nicht nur, weil sie endlich mal wieder die Zweisamkeit mit ihrem Rüden gefunden hatte, sondern auch, weil ihr etwas Besonderes bevorstand. Sie fühlte es bis in die Pfotenspitzen hinein, es konnte nur noch besser werden.
Sie wuffte glücklich auf und drückte sich näher an ihn heran. Viel näher ging es nun kaum noch…

Jakash Caiyé
19.06.2011, 16:57

(Da ich nicht zu sehr ins Detail gehen will - immerhin haben wir mindejährige Spieler in unseren Reihen - und der Post andererseits dadurch aber sehr kurz ausfallen würde, verzichte ich gänzlich auf ihn. Ihr könnt euch den Rest eh denken XD)