23.03.2011, 20:14
Nun war es so weit. Er hatte sich einem Rudel angeschlossen. Doch um welchen Preis? Er hatte sich unterwerfen müssen. Hatte jemandem die Führung übergeben müssen. Hatte sich für einen kurzen Moment schwach gefühlt. Doch es musste irgendwann einmal so kommen. Schließlich überlebt kein Wolf, lange als Einzelgänger, wenn er älter wurde. Und das wurde der weiße Rüde nun einmal. Also schloss er sich lieber in seinen besten Jahren einem Rudel an, erkämpfte sich einen guten Platz und konnte dann mit gutem Gewissen alt werden, als sich später als alt Wolf in den unteren Reihen wieder zu finden und ständig runter gemacht zu werden.
Ein schnaufen zeigte sein Unwillen, gegen diese Strafe. Nun lag er hier, unter diesem großen Baum. Die Baumwurzeln waren nicht so hart, da sie voller Moss waren. Der Schatten war göttlich, auch wenn es extrem kalt war. Die Schnauze auf den Pfoten aufgelegt und den Blick in Richtung Wasser gerichtet, ließ er noch einmal seine Gedanken schweifen. An dem gleichen Wasserpfad, hatte er sein Lebensziel besiegelt. Verdammte Fähe. Wenn sie nicht gewesen wäre… wäre er einfach so weitergelaufen. Blinder Welpe.
Nun schloss er die Augen und beobachtete das Licht- und Schattenspiel auf seinen Augenlidern. Es war beruhigend, dass er nun alles machen konnte und nicht aus dem Rudel geworfen wurde. Zumindest, solange er sich an gewisse Regeln hielt. Regeln waren was für Anfänger. Für kleine Welpen, die nicht wussten wohin mit sich. Also für ihn. Ein lachendes Geräusch ertönte aus seiner Nase. Selbstironie, war doch was schönes.
So, ihr dürft entscheiden, wer anfängt und wie. Ich hab ihn einfach mal an irgendeine Stelle am Fluss gelegt, wenns einwände gibt, sofort bescheid sagen ^^
24.03.2011, 16:36
Es war wunderschön dieses Gefühl, dieser Frieden in ihr, in ihrem Kopf um sie herum. Eine ruhige Minute, ein schöner Moment. Langsam lief sie den Fluss entlang. Ab und an, wenn sie allein sein wollte lief sie zu dieser Stelle, dorthin wo Kouros sagte er würde sie begleiten. Der Ort war schön, ruhig und abgelegen, niemand war dort. Normalerweise, denn heute konnte Lyerra einen Wolf erkennen, der in der Nähe des Flusses lag. Im ersten Augenblick erkannte sie ihn nicht, doch dann wusste sie urplötzlich wem sie begegnen würde. Kouros. Gerne wäre sie ihrer lieben Freundin Sharíku begegnet, gerne hätte sie ihre kleine Freundin getroffen, doch es war eher unwahrscheinlich, dass diese hierher kommen würde.
Für einige Sekunden blieb sie stehen, blickte zu dem Rüden hinüber. Würde es jetzt wieder Streit geben? Ein wenig unentschlossen ging die Weiße die Meter die sie von Kouros trennten, dann ließ sie sich, ihm gegenüber, nieder. Ihre Muskeln entspannten sich und sie legte ihre Schnauze auf die vorderen Pfoten, schielte zu dem liegenden Rüden hinüber. Wehe er würde jetzt wieder anfangen rumzumeckern..!!
Lyerra schloss ihre Augen, bloß für einen Moment. Es wunderte sie den Weißen hier anzutreffen, bis jetzt hatte sie geglaubt die einzige zu sein die hier herkam, aber anscheinend hatte sie sich geirrt. Seltsam. Einige Augenblicke war sie noch leise, dann flüsterte sie:
„Kouros… Was machst du hier?“
Ein Lächeln schwang in ihrer Stimme mit, sie blickte auf, sah ihn an.