Wenn kein Licht im Dunkeln ist
Wenn du Liebe nur vermisst
Wenn die Angst am meisten brennt
Dich von jedem Handeln hemmt
Wenn du glaubst du bist vom Ausweg weltenfern getrennt


p e r s ö n l i c h e s .
NAME Chivan
BEDEUTUNG 'das Leben'
TITEL Morgendämmerung
UNTERART Mackenzie Valley Wolf
GESCHLECHT Rüde; männlich
ALTER fünf Jahre

RUDEL Rudel der Sternenwinde
RANG Wanderer
GLAUBENSZUGEHÖRIGKEIT zwischen Tod und ewig' Leben
a n t l i t z .
FELLFARBE bunt - grau, weiß, beige, braun, schwarz
AUGENFARBE blasses Blau
GRÖSSE zweiundneunzig Zentimeter
GEWICHT ca. fünfundsechzig Kilogramm
BESONDERES die Farbe seiner Augen
Eines ist sicher – hat man ihn einmal gesehen, einmal kennengelernt, so würde man ihn auch noch nach Jahren in seinem einprägsamen, einzigartigen Pelz erkennen. Es ist schwer, ihn zu beschreiben, allein, weil sich so gut wie jede mögliche Farbe darin finden lässt und man ihn somit in ein herbstlich buntes Fell gekleidet hat. Den Grundton bildet dabei ein helles Beige, welches an Rücken und Brust durch Schwarz und Grau unterbrochen wird. Daher scheint sein Pelz trotz der hellen Grundfarbe mehr dunkel und lässt ihn so im Zusammenspiel mit seiner Größe imposanter wirken. Doch das allein ist es nicht, was ihm solch ein einzigartiges Aussehen verliehen hat, immerhin wiesen auch seine Geschwister und seine Mutter diese dunklere Färbung am Rücken auf, auch, wenn die Natur bei den anderen mehr mit Brauntönen gespielt hatte. Tatsächlich war der Rüde in seinem Rudel der einzige, der mit einem derart dunklen Pelz beschenkt worden war. Doch wie schon erwähnt, ist das nicht wirklich ein Merkmal, was man als ‚einzigartig‘ beschreiben würde. Viel mehr meint man damit die dunkle Maske um seine Augen herum, die sich deutlich vom helleren Grau seines Kopfes abhebt. Auch zieht sich vom Nasenrücken her ein dunklerer Streifen bis hin zu seinen dunklen runden Ohren. Das Zusammenspiel von Grau und Beige bewirkt, dass die meisten wohl sagen würden, dass sich in seinem Pelz auch Braun finden ließe, doch um mehr als ein paar braune Strähnen am Kragen handelt es sich dabei nicht. Der Kragen insgesamt hebt sich deutlich vom Rest des Pelzes durch eine dunklere Farbe ab, bis sein Fell wieder fast schon abrupt in das Beige von Bauch, Läufen und Rute übergeht. Mindestens genauso auffällig wie die dunkle Maske seines Gesichts ist das helle Blau seiner Augen. Sie mögen zwar in einer kühlen Farbe gehalten sein, aber dennoch strahlen sie Wärme und auch Vertrauen aus. Manchmal scheinen seine Seelenspiegel fast grau, an anderen Tagen wiederum kann man das Blau in ihnen deutlich erkennen – es kommt eben ganz darauf an, wie sich das Licht der Sonne in ihnen verliert.

Chivan ist ziemlich kräftig gebaut und auch mit seiner Größe von zweiundneunzig Zentimetern könnte man ihn fast schon als Hüne bezeichnen. Nichtsdestotrotz wirkt er von den Proportionen her ausgeglichen und ‚passend‘ – eben nicht hochgewachsen oder schmal. Auch sein Gewicht von ungefähr Fünfundsechzig Kilogramm deutet darauf hin, dass unter seinem Pelz eine Menge von Kraft ruht, denn dick wirkt er wirklich nicht.


c h a r a k t e r .
STÄRKEN loyal; mutig; optimistisch; zuhörend; ruhig; neutral
SCHWÄCHEN aufopfernd; distanziert; verschlossen; unergründlich; misstrauisch; verträumt
BESONDERES die Verbundenheit mit den Göttern, die ihm eine Bestimmung zugesprochen haben

IN ERSTER LINIE KANN MAN CHIVAN ALS FRIEDLICHEN UND VOR ALLEM FREUNDLICHEN RÜDEN BEZEICHNEN. ER MAG VON KRÄFTIGER STATUR SEIN, DOCH DAS HAT IHN NOCH NIE DAZU GEDRÄNGT, DIESE KRAFT AUCH BEI JEDER GELEGENHEIT ZUR SCHAU ZU STELLEN. EIN ‚SANFTER RIESE‘ ALSO, DER SICH LIEBER AN WORTEN PROBIERT, DENN GENAU WIE SEIN BRUDER SCHEINT AUCH IHM DIE GABE GEGEBEN WORDEN ZU SEIN, AUSSERORDENTLICH GUT MIT WORTEN ZU JONGLIEREN.ANDERS ALS BEI SEINEM BRUDER SEÂTAN ALLERDINGS LIEGT SEIN ZIEL DABEI NICHT DARIN, ANDERE VON IRGENDETWAS ZU SEINEM VORTEIL HIN ZU ÜBERZEUGEN, DENN CHIVAN IST NIEMAND, DER SEINE MEINUNG FÜR DIE EINZIG RICHTIGE HÄLT. DAS HEISST NICHT, DASS ER SICH NAIV VON ANDEREN ÜBERZEUGEN LÄSST, ABER ER IST KEINESWEGS EIN WOLF, DER STURR AN SEINEN ANSICHTEN FESTHÄLT UND SICH NICHTMAL VON GUTEN ARGUMENTEN UMSTIMMEN LÄSST. BESONDERES THEMA WAR ZWISCHEN DEN BEIDEN BRÜDERN STETS DER GLAUBE, DER VOM EINEN ALS UNNÜTZ UND VERBLENDUNG GESEHEN WURDE, WÄHREND DER ANDERE ALL DAS ALS BEREICHERUNG ANGESEHEN HAT. CHIVAN SIEHT IN DEN MYTHEN UND LEGENDEN MEHR ETWAS LEHRENDES, ETWAS, WAS EINEM HOFFNUNG UND KRAFT GIBT, DURCHZUHALTEN. DER BUNTE SIEHT NICHT NUR MIT DEN AUGEN, NEIN, AUCH SEIN HERZ SIEHT FÜR IHN MIT UND SOMIT IST ES FÜR IHN IRRELEVANT, OB DAS, WORAN ER GLAUBT, WIRKLICH AUS FLEISCH UND BLUT IST, ODER DOCH ÜBER DIE ANDEREN SINNE ZU IHM SPRICHT. VIELLEICHT MÖGEN IHN MANCHE ALS TRÄUMER BEZEICHNEN, DOCH DARÜBER LÄSST SICH STREITEN. ES MAG SEIN, DASS SEINE ANSICHTEN NICHT MIT ALLER MACHT AN DAS SICHTBARE UND BEWEISBARE GEKETTET IST, DOCH IST DAS WIRKLICH EIN GRUND, DAVON AUSZUGEHEN, DASS ES NICHT EXISTIERT? MAN SIEHT NUR MIT DEM HERZEN GUT, DENN DAS WESENTLICHE BLEIBT FÜR DIE AUGEN VERBORGEN – EINE WELT BESTEHT NICHT NUR AUS DINGEN, DIE MAN SEHEN KANN, DAVON IST ER FEST ÜBERZEUGT. DOCH UM DAS WESENTLICHE ZU SEHEN, MUSS MAN DAFÜR OFFEN SEIN UND DEN DINGEN DIE CHANCE GEBEN, EINEN ZU ERREICHEN. WENN MAN VON ANFANG AN EINE LÜGE DARIN SIEHT – WIE SOLL ES EINEN DANN SCHON BERÜHREN?

» solang' ich am leben bin «
solange dein glauben nicht zerbricht
werde ich stolz an deiner seite stehen
» denn ich lebe nur für dich «


DENNOCH BEZIEHT SICH DER BUNTE BESONDERS, WENN ES UM SEINE GEFÜHLE GEHT, MEHR AUF SEINEN VERSTAND UND BEMÜHT SICH, ALLES AUS EINER GEWISSEN DISTANZ HERAUS ZU SEHEN. ER URTEILT NICHT UND VERSUCHT AUCH DIE ZU VERSTEHEN, DIE IM ERSTEN AUGENBLICK UNERGRÜNDLICH UND UNSYMPATHISCH SCHEINEN. ER IST NIEMAND, DER WIRKLICH OFFEN ZEIGT, WENN ER ANTISYMPATHIE GEGENÜBER EINEM ANDEREN HEGT UND BIETET AUCH DIESEN WÖLFEN STETS SEINE HILFE AN. SEINE BEMÜHTE NEUTRALITÄT MACHT IHN ZU EINEM GUTEN BERATER UND ZUHÖRER, DA ER OBJEKTIV AN DINGE HERANGEHT UND AUCH DIE MEINUNGEN MIT EINBEZIEHT, DIE SICH NICHT MIT SEINER EIGENEN DECKEN. MEISTENS SOGAR FORMULIERT ER DABEI SO OFFEN, DASS MAN GEZIELT DANACH FRAGEN MUSS, WAS ER DENKT UND NICHT, WAS SEINE VERNUNFT IHM SAGT. DURCH DIESE DISTANZ ERLAUBT ER AUCH NICHT JEDEM DIREKT EINEN EINBLICK IN SEINEN CHARAKTER. OHNEHIN STEHT ER DEN MEISTEN ZUMINDEST INNERLICH ANFANGS MEHR MIT GESUNDEM MISSTRAUEN GEGENÜBER, AUCH WENN ER NACH AUSSEN HIN ZIEMLICH OFFEN WIRKT. ER BEWAHRT STETS DEN ABSTAND UND ANSTAND, DEN ER SICH SELBST WÜNSCHT UND ERFRAGT NUR SELTEN PERSÖNLICHE DINGE ANDERER. ES IST MEHR SEINE ART, SICH OFFEN ALS ZUHÖRER ANZUBIETEN UND DEM GEGENÜBER SOMIT SELBST DIE ENTSCHEIDUNG ZU GEBEN, IHM ETWAS ANZUVERTRAUEN, OHNE IHN DABEI MIT DER DIREKTEN FRAGE DANACH IN DIE ENGE ZU TREIBEN.

» solang' ich am leben bin «
solange dein herz noch für mich schlägt
werde ich für uns beide kämpfen
» weil es meinen namen trägt «


SO GERN ER SICH AUCH ALS ZUHÖRER UND HELFENDE PFOTE ANBIETET – MANCHMAL BRAUCHT AUCH ER MOMENTE, IN DENEN ER SICH EINFACH SCHWEIGEND SEINEN GEDANKEN HINGEBEN KANN. IM HINTERKOPF RUHEN STETS DIE GESICHTER DERER, DIE ER BEREITS AUF DER SUCHE NACH SEINER AUFGABE VERLOREN HAT UND ALS ‚EINFACH‘ WÜRDE WOHL NIEMAND DIESE ERLEBNISSE BESCHREIBEN. NICHTSDESTOTROTZ HAT DAS NICHTS AN SEINEM HÖFLICHEN UND OPTIMISTISCHEN CHARAKTER GEÄNDERT. ER VERLIERT DABEI DIE REALITÄT NIE AUS DEN AUGEN, DOCH EIN SCHWARZMALER IST ER GEWISS NICHT. ER VERLIERT NIE DIE HOFFNUNG UND IST IMMER BEMÜHT, SIE AUCH DEN WÖLFEN IN SEINER UMGEBUNG (ZURÜCK) ZU GEBEN. JA, TATSÄCHLICH IST ER EIN LOYALER UND TREUER FREUND, WENN ER EINEN ERSTEINMAL IN SEINER DIREKTEN, SEELISCHEN NÄHE DULDET UND BEGRÜSST, DER SICH ZURÜCKSTELLT UND STETS EIN OFFENES OHR HAT. UND HAT MAN IN IHM ERSTEINMAL EINEN FREUND GEFUNDEN, SO KANN MAN SICH GEWISS SEIN, DASS ER EINEN AUCH MIT DEM LEBEN BESCHÜTZEN WÜRDE, WÜRDE ES SOWEIT KOMMEN. DABEI SIND AUCH STREITEREIEN ODER ANDERE UNSTIMMIGKEITEN SCHNELL VERGESSEN. CHIVAN MAG VIELLEICHT ETWAS NACHTRAGEND SEIN, DOCH AUCH DA STEHT WIEDER HERZ GEGEN VERNUNFT. PROVOKATIONEN NIMMT ER MIT EINEM KÜHLEN KOPF ENTGEGEN UND AUCH SONST BLEIBT ER MEIST RUHIG, OBSCHON ER AUCH EINE LEIDENSCHAFTLICHE UND KINDLICHE SEITE HAT, DIE ALLERDINGS WIRKLICH NUR DIE ENGSTEN FREUNDE VON IHM ZU GESICHT BEKOMMEN.
f a m i l i ä r e s .
GEBURTSRUDEL wölfe des morgens
EHEMALIGES RUDEL schicksalsträumer
RANG mitglied

» ELTERN Chayenne & unbekannt
Wir waren der erste Wurf meiner Mutter und obgleich wir unseren Vater nie zu Gesicht bekamen - er fehlte auch nicht wirklich. Ich muss gestehen, dass ich mir seinen Namen nie gemerkt habe. Er war nicht wichtig und das Rudel ersetzte ihn in seiner Aufgabe perfekt. Wir brauchten keinen Vater – unsere Familie war auch so vollkommen komplett. Unsere Mutter ist eine herzensgute Wölfin, die uns so viele Freiheiten wie möglich ließ, allerdings auch nicht davor zurückschreckte, uns zurechtzuweisen, wenn wir unsere Grenzen überschritten. Diese Strenge hielt meist aber nicht lang, was nichts daran änderte, dass der Tadel uns meist doch im Gedächtnis blieb und wir daraus lernten.
» WURFGESCHWISTER Seâtan (x) & Maekyth (x)
Wir drei waren wie zwei Ufer eines Sees – Maekyth und ich waren uns gar nicht mal so unähnlich. Wir lernten früh, Verantwortung zu übernehmen und nahmen die Regeln ernst, die man uns vorsetzte. Wir gaben uns Mühe, zu verstehen und richteten uns nach den Legenden der Götter, die man uns erzählte – ja, man könnte sogar sagen, dass wir davon fasziniert waren und keinen Moment daran gezweifelt hatten. Damals schon ahnte ich, dass ich nicht wie sie war – oder dass wir alle drei nicht wie die anderen Wölfe waren und mehr damit zutun hatten. Ich spürte es tief in mir drin, aber Maekyth habe ich trotz unserer engen Vertrautheit nie davon erzählt. Nicht, weil ich fürchtete, sie würde mich für verrückt halten, sondern mehr, weil ich glaubte, dass es einfach nicht ausgesprochen werden wollte. Sie hätte mich verstanden, oh ja – wenn mich einer verstanden hätte, dann wäre sie es gewesen. Sie starb an meiner Seite, als wir die anderen Wölfe in Sicherheit bringen wollten.

Seâtan hingegen war ein Gegenstück zu uns beiden. Er distanzierte sich früh von uns und höhnte über die Geschichten, die meine Schwester und ich so spannend fanden. Er höhnte über den Glauben und spottete über die Götter und ließ sich keine Gelegenheit nehmen, seinen Unmut auszudrücken. Wir gaben uns Mühe, mit ihm zurecht zu kommen, doch all das schien ihn nur noch mehr zu amüsieren. Ich bin ehrlich – ich mochte ihn nie. Er war abgehoben, unfreundlich und egozentrisch. Ein Wolf, der eigentlich niemals dazu fähig gewesen wäre, sich in einem Rudel zurechtzufinden, wenn er nicht irgendetwas gehabt hätte, was die Wölfe überzeugte. Er war wahrlich ein guter Redner und der erste von uns, der das Rudel verließ, um seinen eigenen Weg fernab von uns ‚Geblendeten‘ zu gehen. Doch später trafen wir wieder aufeinander – der Gute unausstehlicher denn je. Doch dieses Mal sollte es nicht lange währen. Auch er starb an der Seite seiner Geschwister. Unsere Leben schienen dichter verbunden, als er wahrhaben wollte.
» GESCHWISTER Mhaira & Mekur & Neyra
Als das Frühjahr heranrückte, bekamen wir erneut Zuwachs im Rudel. Unsere Mutter brachte einen weiteren Wurf zur Welt und Maekyth und ich unterstützten sie mit dem Rest des Rudels, so gut wir konnten. Es waren zwei Fähen und ein Rüde, die nicht minder begeistert von den Geschichten waren, die uns in unserer Welpenzeit erzählt worden waren. Auch sie entwickelten also zu Wölfen, die den Sinn für Fantasie und Mythen nicht aus den Augen verloren und dennoch mit allen vier Läufen im wahren Leben standen. Sie glaubten die Geschichten und ließen sich davon auch nicht von Seâtans höhnischen Bemerkungen abbringen. Ich glaube, für sie war er ungefähr genauso rätselhaft und unsympathisch wie für Maekyth und mich und sie gaben sich weniger Mühe, dies zu verbergen. Vielleicht hat auch das in den Wahnsinn meines Bruders und seine arrogante Art mit hineingespielt. Doch er war wie er war und auch im Nachhinein hätte ich nichts an seinem verkorksten Charakter ändern wollen. Mhaira, Mekur und Neyra sahen das vielleicht anders, doch wäre er anders gewesen, wären wir alle sicher nicht die, zu denen wir uns entwickelt haben. Es sollte so sein.


» ERSTER WURF
mit Bakura // Aveny Tawaan & Ronen Taweel
Ich würde niemals behaupten, sie sei meine Gefährtin gewesen und dennoch hat sie mich irgendwie fasziniert. Freundschaft auf den ersten Blick – so konnte man es vielleicht beschreiben. Wir schienen uns zu verstehen, ohne, dass viele Worte nötig waren. Bakura begleitete unser Rudel nur kurze Zeit, doch das reichte für unsere Freundschaft. Sie ist niemand, den man einfach vergisst. Sie mochte ein wenig launisch gewesen sein, doch das musste nicht zwangsläufig eine Schwäche bedeuten. Manchmal war es schwer, an sie heranzukommen, zu verstehen, wie sie reagierte oder insgesamt, sie einzuschätzen, doch darüber setzte ich mich einfach hinweg. Es brauchte nicht lange zu lernen, wie man sie lesen konnte – nicht für mich und vielleicht ist das auch der Grund, weshalb diese Freundschaft auf ewig etwas Besonderes bleiben wird. Nichts ist von Dauer und auch, wenn ich sie seitdem Tag vor einigen Jahren nicht mehr gesehen habe, weiß ich, dass ich mich noch immer auf sie verlassen könnte.
» ZWEITER WURF mit Sathriella // Imoué & Lounel & Hovercraft
Sie war eine Reisende, die bei unserem Rudel auf ihrem Weg rastete. Seâtan war zu dieser Zeit bereits auf seinen eigenen Wegen und somit kann man sich vorstellen, dass es ruhiger, friedlicher und angenehmer in unserer Gruppe geworden war. Dennoch wollte sie nicht bleiben und ihren Weg weiter bestreiten – zu dieser Zeit hatte ich öfter das Gefühl gehabt, dass es auch mich wegzog in fremde Weiten. Etwas schien mein Herz zu rufen. Es war, als wolle mein Schicksal nun endlich, dass ich den Ort aufsuche, an dem es für mich meine Rolle zu erfüllen gab. Ich begleitete die goldene Fähe also zurück zu ihrem eigenen Rudel. Der Weg schweißte uns zusammen und somit wurde auch daraus eine Freundschaft, die ich niemals vergessen werde. Ich trauerte meinem Rudel nicht nach. Natürlich, ich vermisste sie, doch es fühlte sich richtig an und der Gedanke, zurückzukehren, kam keinen Moment auf. Bei ihrem Rudel angekommen, stellte sich heraus, dass sie aus einer grausamen, ungerechten Linie stammte, aus einem Rudel, welches ein gesunder Wolf im Grunde direkt wieder verlassen musste. Doch sie gehörte dorthin und auch, wenn es mehr einer wirklichen Herrschaft ähnelte als einem Rudel, so wollte sie bei ihrer Familie bleiben. Ich bat sie darum, mich zu begleiten und weiter durch das Land zu streifen, denn mein Gefühl wollte mir keine Pause gönnen – davon abgesehen, dass das wirklich kein Ort war, an dem man an eine Rast dachte – und so ließ ich sie zurück, um weiter meinem Herz und dem Ruf der Götter zu folgen.
Später allerdings trafen wir erneut aufeinander – in dem Rudel, welches mir zu dieser Zeit eine Heimat bot, meine Rastlosigkeit kurze Zeit beendete und auch ihr ein Leben fernab von dieser Herrschaft ermöglichte. Ob sie die Lawine überlebt hat, die einen großen Teil des Rudels unter sich begrub, weiß ich nicht.
» ZIEHSOHN Kishou (?)
Er war noch ein Welpe, als ich ihn fand – einsam und allein am Rande des Reviers der Wölfe, die uns beide kurz darauf in ihren Reihen aufnahmen. Ich weiß nicht – auch nach der Zeit nicht, die wir gemeinsam verbracht haben – wieso er vollkommen allein an diesem Ort gewesen war. Es war keine Frage, dass ich ihn von diesem Moment an ohne zu zögern unter meine Fittiche nahm und ihn aufzog. Ich zeigte ihm, wie man jagte, wie man überlebte. Er war wie ein richtiger Sohn für mich ich hätte ohne zu zögern mein Leben für ihn gegeben. Es spielte keine Rolle, dass nicht das gleiche Blut durch unsere Adern floss. Auch sein Leben war es, welches ich an jenem Tag in Sicherheit bringen wollte. Ich bin mir nicht sicher, doch er müsste die Lawine überlebt haben. Ich hoffe es zumindest und ich hoffe, dass es ihm gut geht; dass er sich zurechtfand und ihn das Rudel aufgefangen hat, als ich nicht mehr für ihn da sein konnte.


» GEFÄHRTIN keine
Ein rastloses Herz kann sich nicht binden, nicht, wenn es von einer unsichtbaren Macht immer weitergezogen wird. Ja, vielleicht gab es mal eine Zeit, in der ich glaubte, am Ziel zu sein, doch ich wurde eines besseren belehrt. Meine Aufgabe ist noch lange nicht erfüllt, noch nicht einmal angefangen und dies steht in erster Linie für mich im Vordergrund. Danach mag es mir vielleicht gegönnt sein, zu lieben, doch davor muss ich das Schicksal erfüllen, welches mir die Götter gegeben haben. Ich mag es noch nicht wissen, doch ich weiß – wenn ich meinem Herz folge, so wird es mich früher oder später ans Ziel führen und mir wird klar werden, was meine eigentliche Rolle ist. Doch dazu muss es frei sein, frei und unbeirrt.
SEELENVERWANDTE Zurückgelassen
Eine Wölfin, die einem wie eine weitere Schwester ist, die man ohne Worte versteht und auf die man sich blind verlassen würde – bei solch einer Wölfin kann man gewiss von einer Seelenverwandten sprechen. Vyaali war stets für mich da, unterstützte mich und war mir eine Freundin, wie es kein anderer Wolf war. Sie war tatsächlich wie eine zweite Schwester für mich und die Tatsache, dass sich Maekyth und sie auch blendend verstanden, ließ dieses Bild manches Mal tatsächlich verschwimmen. Sie blieb mit ihr im Rudel zurück, als ich mit Sathriella meine Reise begann. Auch sie traf ich aber später bei diesem Rudel wieder, bei welchem auch Sathriella und ich Unterschlupf fanden. Sie waren gemeinsam losgezogen, hatten meine Spur verfolgt und mich schließlich eingeholt. Ich hätte nie zu träumen gewagt, dass wir jemals wieder zusammen sein würden, doch wieder hatte mich der Götterwille eines besseren belehrt. Aber auch sie verlor ich bei der Lawine an meiner Seite. Sie war eine von denen, die wir nicht retten konnten.

Die andere Fähe, die ich als Seelenverwandte bezeichnet hätte – sie übernahm die Rolle der Ziehmutter bei Kishou und auch so hatte sie für mich von Anfang an etwas Faszinierendes. Sie war die Alpha des Rudels, welches mich aufnahm, leitete es gemeinsam mit ihrem Bruder und hieß uns mit ihrem großen Herz willkommen. Sie war einzigartig und ich glaube, dass sie mir mit der Zeit so nah hätte kommen können, wie es Vyaali seit meiner Welpenzeit war. Doch dazu fehlte uns die Zeit, die Möglichkeit – Isaky muss die Lawinie überlebt haben. Ich hoffe es… Irgendjemand musste doch für Kishou und das Rudel sorgen. Und wenn nicht sie – wer dann?
a u s s e r h a l b .
WEITERGABE keine weitergabe.
ERSTCHARAKTER isaí caiyé
SCHRIFTFARBE #772200



Lass die Wolfheit sehen aus deiner Sicht
Was dich jeden Tag zerbricht
Blicke auf , verdränge den Schmerz in dir
Lass dich nicht von Zweifeln mehr berühren